Die schwarze Königin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • List, 2008, Titel: 'The Medici Queen', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Von der Liebe, die in Strömen von Blut versinkt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2009

Kurzgefasst:

Katharina von Medici forderte das Schicksal stets heraus. Als Erbin von Florenz kämpfte sie um ihre Liebe, als Königin von Frankreich stellte sie sich gegen die Warnungen des Sehers Nostradamus. Ein großer historischer Roman um eine mutige Frau und Königin, die den Fehler ihres Lebens teuer bezahlen musste. Als Kind entriss man ihr das Erbe der Stadt Florenz, als junge Frau musste sie der Liebe ihres Lebens entsagen. Doch Katharina von Medici wurde zur Königin von Frankreich und gab alles, um den Einfluss ihrer Familie zu sichern. Sie missachtete die Prophezeiung des Nostradamus und bekam vier Kinder, die die Krone Frankreichs tragen sollten. Es war eine Entscheidung, die das Land in ein grausames Gemetzel trieb - das Blutbad der Bartholomäusnacht.

 

Als Catarina di Medici ein Kind war, schien ihre Zukunft der Thron von Florenz zu sein. Doch die Sterne sagten etwas anderes: Sie würde einen wesentlich mächtigeren Thron besteigen. Zunächst sah es aber so aus, als wäre dieses Schicksal ein Irrtum. Denn das Kind Catarina di Medici wurde von Rebellen festgenommen und schien dem Tod geweiht. Nur dank dem Astrologen Cosimo Ruggieri überlebte das Kind und kam schließlich nach Rom unter die Fittiche von ihrem Onkel, Papst Clemens. Dieser arrangierte für die intelligente junge Frau die Ehe mit dem französischen Prinzen Henri. Als Cathérine kommt die junge Frau an den französischen Hof, bald in unsterblicher Liebe für ihren Gemahl entflammt. Er aber hat nur Augen für eine andere. Dank dunkler Magie gelingt es Catarina, Henri Kinder zu schenken. Doch dafür ist ein blutiger Preis zu bezahlen.

Nahe am Geschehen

In Ich-Form wird die Geschichte der Frau erzählt, die nicht nur als intelligenteste Herrscherin Frankreichs gilt, sondern auch als Verursacherin eines der schlimmsten Blutbäder in der französischen Geschichte, das mit der Bartholomäus-Nacht einen Höhepunkt erlebt. Durch die Erzählweise schlüpft der Leser unvermittelt in die Haut der Catarina di Medici und bangt mit ihr um das Leben des jungen Königs und später um das Leben der Kinder. Autorin Jeanne Kalogridis nimmt kein Blatt vor den Mund, sie verzichtet vollständig auf verklärende Details und zeichnet das Bemühen einer Frau nach, das Leben jener zu schützen, die sie liebt. Ohne Rücksicht darauf, dass sie damit das Leben zehntausender anderer zerstört. Doch ist es unausweichlich, für die Bemühungen der schwarzen Königin Verständnis aufzubringen.

Intensive Schilderungen

Mit intensiven und farbenfrohen Schilderungen lässt Jeanne Kalogridis teilhaben an großen Momenten am Königshof - aber auch an Situationen unglaublicher Demütigungen, an fein gesponnen Intrigen, offenen Feindschaften und blutigem Gemetzel. Die einzelnen Charaktere sind sehr geschickt aufgebaut und gewinnen durch die Erzählkunst der versierten Autorin an Tiefe. Nach und nach werden Zusammenhänge deutlich, die bis dahin für viele wohl noch im Dunkeln lagen. Jeanne Kalogridis hat für ihren Roman zwar eine Figur gewählt, um die sich zahlreiche Mythen ranken, dennoch sind viele Bereiche der in Die schwarze Königin erzählten Geschichte wenig bekannt.

Konzentration gefordert

Dieses Buch ist kein Roman, den man sich zur Zerstreuung hervorholen sollte. Denn die dichte Erzählweise und die vielen Charaktere, die diesen Roman ausmachen, verlangen stets volle Aufmerksamkeit und Konzentration. So kann es vor allem in der zweiten Buchhälfte durchaus einmal vorkommen, dass sich eine gewisse Ermüdung einstellt. Dies umso mehr, als dass es sich im Großen und Ganzen um eine sehr belastende und düstere Epoche handelt, und der Verlauf der auf historischen Grundlagen basierenden Geschichte wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Ausgang lässt. Grundsätzlich ist Die schwarze Königin aber ein sehr starkes und solide aufgebautes Werk, welches das Herz eines jeden, der die französische Geschichte liebt, höher schlagen lässt.

 

Die schwarze Königin

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Letzte Kommentare:
10.10.2011 21:07:20
islaykatze

Ein von der ersten bis zur letzten Seite fesselndes Buch! Der Autorin gelingt es in beeindruckender Erzählkunst dieser doch eher "dunklen" Person der französischen Geschichte Leben einzuhauchen. Mehr noch - sie nimmt ihr das Dunkle. Der Leser fühlt mit der "Schwarzen Königin" und kann ihr Handeln im Großen und Ganzen nicht nur nachvollziehen sondern auch verstehen.

Außerdem wird hier sehr deutlich, wie wenig Einfluss die Frauen früher auf ihr Leben hatten. Caterina di Medici war nichts als ein Spielball ihrer mächtigen männlichen Verwandten in deren politischer Ränkespiele. Dies beschreibt die Autorin deutlich im "florentinischen Teil" des Buches, der das Leben Caterinas vom Kind bis zur ihrer Eheschließung mit dem Dauphin schildert.

Alles in allem wird Caterina di Medici dem Leser als eine Frau nahegebracht, deren Streben ihrem persönlichem Glück und dem ihrer Familie gilt. Dabei trifft sie - wie jeder andere auch - gravierende Fehlentscheidungen. Da sie die Königing bzw. Königinmutter ist, haben diese Fehlentscheidungen weitreichende politische Folgen. Der Gipfel hiervon ist die Bartholomäusnacht.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es handelt sich zum Glück hier mal nicht um eine triviale Liebesgeschichte angesiedelt in einer vergangenen Epoche! Von dieser Art des historischen Romans ist der Markt ja leider überschwemmt. "Die schwarze Königin" sticht hier absolut heraus.