Schnellübersicht der aktuellen Histo-Couch

Grimms Morde von Tanja Kinkel

Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. Für Rita Dell'Agnese "unterhaltend mit viel Tiefgang".

Interview mit Tatjana Rese

"Mit klugem Witz den Hals aus der Schlinge ziehen" - Die Histo-Couch im Interview mit Tatjana Rese über ihren Schreibpartner Mathias Eckoldt, Martin Luther und die Wormser Geschichte

Historikus vor fünf: Der Kinderpapst

Rom, 1032: Gerade zwölf Jahre alt, kommt Benedikt IX. auf den Thron, der jüngste Papst aller Zeiten. Dies ist die Geschichte des wohl rätselhaftesten Papstes in zweitausend Jahren Kirchengeschichte. Sein Name: Benedikt IX. Sein Drama: Als Kind auf den Stuhl Petri erhoben, blieb ihm die Liebe versagt, der sein ganzes Leben galt. Unter der Bürde, Stellvertreter Christi zu sein, wurde er zum Teufel in Menschengestalt. Dreimal vom Papstthron verjagt, ging er über Leichen, um die Herrschaft wieder an sich zu reißen. Carsten Jaehner war von dem Roman so begeistert, dass er ihn zum Historikus im Oktober 2012 erhob.

weitere aktuelle Besprechungen auf der Histo-Couch:

Luther und der stumme Himmel von Wolfgang Vater

Martin Luther steht in Worms vor dem Kaiser, die Bauern lassen für das göttliche Recht ihr Leben. Jakob, der Anführer des Malscher Haufens und dreiviertel aller Deutschen im Reich glauben an die Botschaft von der Freiheit eines Christenmenschen. So auch die Novizin Philippa und die hochherrschaftliche Äbtissin Katharina. Ohnmächtig stehen sie dem Leid der Bauern gegenüber. Hat Martin Luther, der neue Heilsbringer, den Leuten zu viel versprochen? Der Himmel bleibt stumm. "Ein authentischer Roman", empfindet Karin Speck.

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Zwei Schwestern von Petra Oelker

Martin Luther hat zur Reformation aufgerufen, die Hamburger sind ihm gefolgt – eine neue Zeit bricht an. Das gilt auch für Reimare Hogenstraat: Sie war Nonne, jetzt ist sie nur noch eine Jungfer ohne den Schutz des Ordens, ohne den vertrauten Halt ihrer Gemeinschaft, ohne das Reglement des alten Glaubens. All ihrer Aufgaben beraubt, muss sie ihr Leben neu ordnen, einen neuen Sinn finden. Ist eine Heirat die Lösung? Die wohlhabende Witwe Anna Bünnfeld unterstützt ihre jüngere Schwester nach Kräften. Auch sie sucht ihren Weg in dieser unsicheren Zeit. Für Annette Gloser überzeugt der Roman durch "Tiefgang und Menschenkenntnis".

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Die Mutter des Satans von Claudia Beinert

1480 wird die junge Margarethe mit dem gleichaltrigen Hans Luder vermählt. Trotz der zunächst trostlosen Aussicht eines Lebens an der Seite eines Bergmannes ist die Ratsherrentochter 1483 über die Geburt ihres ersten Sohnes Martin sehr glücklich. Als Martin Luther sich Jahre später gegen den Willen des Vaters für ein Leben als Mönch entscheidet, ist Margarethe hin- und hergerissen zwischen Ehegehorsam und Mutterliebe. In den gefährlichen Jahren der beginnenden Reformation wagt sie einen gefährlichen Balanceakt und trifft den mittlerweile berühmt-berüchtigten Sohn sogar heimlich. Erst ihre bedingungslose Zuneigung und Liebe zu Martin – von Geburt an – machten aus Martin Luther den mutigen, unerschütterlichen Reformator, der uns bis heute überliefert ist. "Ein interessanter Luther-Roman", meint Yvonne Schulze.

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Die fremde Königin von Rebecca Gablé

Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto. Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt. Doch Adelheid und Gaidemar ahnen nicht, dass ihr gefährlichster Feind noch lange nicht besiegt ist, und als sie mit Otto zur Kaiserkrönung nach Rom aufbrechen, droht ihnen dies zum Verhängnis zu werden. "Überzeugend und gelungen", resümiert Carsten Jaehner.

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