Die Nacht des Narren

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2008, Titel: 'Die Nacht des Narren', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Etwas zu tief in die Klamottenkiste der Skurrilität gegriffen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2009

Kurzgefasst:

Lübeck, Anfang des 17. Jahrhunderts. An einem frühen Maimorgen wird die Hebamme Trine Deichmann unsanft aus dem Schlaf gerissen. Vermummte bringen sie in einer Kutsche eilig Richtung Osten zu einem Schloss im Mecklenburgischen. Ein Zimmermädchen liegt dort in den Wehen und braucht ihre Hilfe. Was Trine nicht ahnt: Der Grund für die große Eile ist das in Kürze beginnende "Narrenreich", die 24-stündige Alleinherrschaft des Hofnarren Theophrastus von Bommelheim. Niemand darf in dieser Zeit die Residenz betreten oder verlassen. Auch Trine schafft es nicht mehr, rechtzeitig aus dem Schloss zu entkommen, denn Theophrastus hat seine Regentschaft eigenmächtig vorverlegt. Als am Abend nach einem Fest die Leiche eines Knechts gefunden wird, halten dies der Fürst und seine Gäste noch für einen großen Spaß. Doch dann lässt der Narrenkönig mehrere Galgen errichten. Und nur Trine Deichmann scheint angesichts des drohenden Blutbads einen klaren Kopf zu behalten ...

 

Hebamme Trine Deichmann - wohltuend anders als die heilkundigen Heldinnen des gängigen Historomans - steht erneut im Mittelpunkt von geheimnisvollen Ereignissen, die es aufzuklären gilt. Dieses Mal verschlägt es die Hebamme in ein Schloss außerhalb Lübecks, wo sie dem Kind einer Magd auf die Welt helfen soll. Noch bevor Trine Deichmann nach getaner Arbeit das Schloss verlassen kann, ruft der Hofnarr Theophrastus von Bommelheim das Narrenreich aus. Dies bedeutet, dass sich alle auf dem Schloss befindlichen Personen während 24 Stunden in die Hände des Hofnarren begeben müssen, ein Verlassen des Schlosses ist undenkbar. Das Narrenreich aber nimmt immer groteskere Züge an, bald droht es in einem Blutbad zu enden.

Faszinierender Gedanke, aber...

Grundsätzlich ist der Gedanke, 24 Stunden lang die Herrschaft just jenem Geschöpf zu überlassen, das ansonsten Ziel von gnadenlosem Spott und zahlreichen Bösartigkeiten wird, faszinierend. Anfänglich gelingt es Autor Norbert Klugmann auch, diesem Gedanken nachzuforschen und die Abgründe der menschlichen Seele offen zu legen. Durch die unerschrockene Trine Deichmann bekommt der Leser ein immer deutlicher werdendes Bild von den Qualen, denen der missgestaltete Theophrastus in der Regel ausgesetzt ist. Dass er sich nun an seinen Quälgeistern rächen will, ist zunächst verständlich und stößt auf eine gewisse Toleranz. Doch dann scheint die Phantasie des Autoren Purzelbäume zu schlagen. Immer skurriler werden die Einfälle Theophrastus' und seine Anordnungen. So skurril, dass sie dem Leser schließlich sauer aufstoßen. Denn was anfänglich fein angedeutet und gekonnt in den Verlauf eingeflochten wird, präsentiert sich in einer plumpen Üppigkeit, die dazu animiert, den Roman kopfschüttelnd beiseite zu lesen.

Chance vergeben

Leider hat Norbert Klugmann mit den Übertreibungen die Chance vergeben, die verschiedenen Charaktere glaubwürdig werden zu lassen. Sie sind in einem Maße überzeichnet, das eine Rückkehr auf eine überzeugende Ebene nicht mehr zulässt. Besonders bedauerlich ist dies, da der Autor immer wieder deutlich erkennen lässt, dass ihm das Schreiben durchaus gegeben ist und er mit seiner Geschichte rund um Trine Deichmann eine feine Reihe historischer Romane mit Krimi-Einschlag zu präsentieren imstande wäre.

Feiner historischer Hintergrund

Gelungen ist dem Autor die Einbettung des Romans in den historischen Hintergrund. Auch wenn die Geschichte außerhalb Lübecks spielt, so gibt er doch einen guten Einblick in die gesellschaftlichen Veränderungen, die das 17. Jahrhundert bereit hielt. Insbesondere die Stellung des Adels in der stolzen Stadt der Kaufleute ist durchaus interessant.

So bleibt also zu hoffen, dass Die Nacht des Narren lediglich ein Ausrutscher des Autoren war und die künftigen Romane um Trine Deichmann wieder mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit als düstere Effekthascherei aufweisen. Dass er es kann, hat Norbert Klugmann zwischen den Zeilen nämlich bewiesen.

 

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