Die drei Musketiere

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  • Erschienen: Dezember 1901
  • , 1844, Titel: 'Les trois musquétaires', Originalausgabe
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Christina Wohlgemuth
100

Histo-Couch Rezension vonMär 2010

Ein zeitloser Klassiker!

Kurzgefasst:

Der junge, draufgängerische d'Artagnan aus der Gascogne macht sich 1625 auf den Weg nach Paris und wird zum Freund dreier Musketiere. Diese sind der prahlsüchtige, naiv-heldische Porthos, der undurchschaubare Athos, ein edler Ritter, dessen Ehe gescheitert ist, sowie Aramis, ein ehemaliger Geistlicher. Alle vier kämpfen gegen die Leibgarde des Staatsmanns und Kardinals Armand-Jean Richelieu (1585 bis 1642) und dessen Spionin Mylady de Winter.
Mylady jedoch ist Athos' Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein...

 

Frankreich, in den 1620er Jahren: der junge Gascogner d'Artagnan macht sich auf den Weg nach Paris. Sein Traum: Musketier des Königs werden. Das bringt dem heißblütigen Jüngling zwar treue Freunde unter den Musketieren, aber auch auch die Gegnerschaft des zweitmächtigsten - manche sagen, des mächtigsten - Mannes in Frankreich ein: Kardinal Richelieu, erster Minister des Königs. D'Artagnan und seine Freunde Athos, Porthos und Aramis müssen so manche brenzlige Situation überstehen, um Frankreich - und natürlich der holden Damenwelt - zu Diensten zu sein. Doch der wahre Feind des Quartetts ist nicht der Kardinal, sondern seine Spionin: Mylady ...

Einer für alle, Alle für Einen!

Viele haben ihre Abenteuer gelesen. Vielen haben zumindest eine der zahlreichen Verfilmungen gesehen. Gehört hat wohl jeder schon einmal von d'Artagnan, Athos, Porthos und Aramis, den drei Musketieren und ihrem jungen Freund. Unter Dumas' Werken dürften die Musketiere einen noch größen Bekanntheitsgrad haben als der Graf von Monte Christo - ihre Namen sind ebenso bekannt wie ihr Leitspruch.

Das Jahrhundert der Glaubenskriege gipfelt in der Belagerung der Insel Ré sowie der Schlacht um La Rochelle. Der ewig schwelende Konflikt zwischen Katholiken und Hugenotten soll endlich geklärt werden - nach Auffassung des allerchristlichsten Königs natürlich zugunsten der Katholiken. Doch die sind zerstritten: eine innige Feindschaft verbindet den Kardinal und Anna von Österreich, die Königin von Frankreich. Ein Brandherd, inmitten dessen die vier Freunde ein Abenteuer nach dem anderen erleben.

Herzhafte Charaktere und eine herrlich bildreiche Sprache

Dumas' große Stärken sind sein Gespür für Sprache und Figuren: seine Helden, seine Antihelden, seine Nebencharaktere, sie alle schließt der Leser ins Herz. Im Guten wie im Schlechten, denn obwohl Gut und Böse recht klar verteilt sind, hat Dumas es geschafft, seinen Figuren vielfältige Züge zu verleihen: stets perfekte Helden sucht man vergeblich. Auch der auf den ersten Blick so düster dargestellte Richelieu ist nicht der eigentliche Bösewicht, zu dem ihn viele Verfilmungen gemacht haben.

Dumas' Erzählstil ist herzhaft, leidenschaftlich, intensiv, mitreißend. Er verleiht seinen Charakteren durch die Sprache eine enorme Herzlichkeit und beherrscht die düsteren Momente ebenso wie den feinen Humor. Er erzeugt permanent Spannung, und schon nach wenigen Seiten ist dem Leser die zunächst etwas altertümlich anmutende Sprache in Fleisch und Blut übergegangen.

Ein ziemlich lockerer Umgang mit der historischen Realität

Dumas wird oft vergeworfen, die Geschichte nicht so ganz ernst genommen zu haben: dass die Romanze zwischen Anna von Österreich und dem Herzog von Buckingham solche Ausmaße annahm ist unwahrscheinlich, dient aber hier einzig und allein dem Spannungsaufbau und hat daher seine Existenzberechtigung. Der Autor selbst soll einmal dahingehend geständig gewesen sein, dass er zwar "die Geschichte vergewaltigt" habe, dabei aber immerhin ein schönes Kind entstanden sei. Dem kann man sich vorbehaltlos anschließen!

Ein Abenteuerroman zum Immer-wieder-Lesen!

Dumas' Werk - das mit Zwanzig Jahre später und Zehn Jahre danach / Le Vicomte de Bragelonne seine Fortsetzung findet - ist bis heute einer der Klassiker schlechthin im Abenteuerroman: Freundschaft, Treue, Heldenhaftigkeit, all dies findet sich hier wieder. Athos, Porthos, Aramis und d'Artagnan werden noch in zig Jahren jung und alt begeistern. Und "Einer für alle, Alle für einen!" wird wohl auf ewig DER Leitspruch für Freundschaft und Treue sein. Ein uneingeschränkt empfehlenswertes Meisterwerk des historischen Abenteuerromans!

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