Wer Lügen sät

Erschienen: August 2019

Bibliographische Angaben

Bela Wohl (Übersetzung)

Couch-Wertung:

77

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Annette Gloser
Unklare Sachlage

Buch-Rezension von Annette Gloser Nov 2020

Irland, 7. Jahrhundert nach Christi Geburt: Fidelma reist mit Eadulf und dem Krieger Enda durch das Königreich Muman. Unter ihren beiden Reisegefährten macht sich Unmut breit, denn die Reise erweist sich als schwierig. Die beiden Männer möchten wissen, wohin es geht und warum sie eigentlich unterwegs sind. Doch Fidelma schweigt eisern, selbst als der Mann, den sie aufsuchen soll, ermordet aufgefunden wird. Erst als die Reisenden selbst in Gefahr geraten und es sich nicht mehr vermeiden lässt, erklärt sie ihren Begleitern zumindest den Grund ihres Schweigens: Jemand, dessen Namen sie nicht nennt, hat ihr einen heiligen Eid abgenommen der sie verpflichtet, den Grund ihrer Reise, das Ziel und ihre Aufgabe geheim zu halten. Doch offenbar weiß Fidelma selbst nicht so recht, wo denn eigentlich das Ziel der Reise ist, denn immer wieder bricht sie zu neuen Orten auf. Bald jedoch geraten die drei Reisenden so sehr in Schwierigkeiten, dass Fidelma alle Mühe hat, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft Irlands!

Genealogisches Puzzle

Mit „Wer Lügen sät“ schickt Peter Tremayne seine sympathische Detektivin Fidelma nun schon das tatsächlich 28. Mal auf kriminalistische Roman-Pfade, zudem gibt es ja auch noch Bände mit Kurzgeschichten. Die verzwickten Fälle gehen im mittelalterlichen Irland offenbar niemals aus. Wobei, um der Wahrheit die Ehre zu geben, am Anfang eigentlich gar kein Verbrechen, sondern ein Forschungsauftrag steht. Als Leser weiß man nicht viel mehr als Eadulf und Enda, man kann also nur ahnen, worum es hier wirklich geht. Und es kommt auch nur nach und nach Licht ins Dunkel.

Letzten Endes heißen die großen Themen dieses Buches Genealogie und Erbrecht, ein verworrener und für den unbedarften Leser schwer zu durchdringender Dschungel an Rechtsgrundsätzen und Traditionen. Knochentrockener Stoff, wäre da nicht die abenteuerliche Geschichte, in welche Fidelma von ihrem Schöpfer geschickt wird. Das macht die schwere Lese-Kost leichter verdaulich. Eadulf, als Fremder im irischen Rechtssystem, bekommt bei den passenden Gelegenheiten ausführliche Erläuterungen, von denen auch der Leser profitiert – soweit er ihnen folgen kann. So schlägt man sich als Leser mehr oder weniger wacker durch diverse Gefahrenzonen und bekommt nebenbei noch eine Portion irisches Recht verabreicht. Da braucht man schon ein bisschen Durchhaltevermögen beim Lesen, das Ganze blättert sich nicht so flott weg, wie man das eigentlich von den Fidelma-Krimis gewohnt ist und erfordert Aufmerksamkeit. Da kann sich auch schnell Überdruss einstellen, denn die Spannung flacht immer mal wieder ab und es dauert eine Weile, bis die Handlung wieder in Fahrt kommt.

Ein nerviger Ehemann

Seinen Protagonisten Eadulf hat Tremayne vermutlich an Fidelmas Seite gestellt, damit sie immer einen Grund hat, ihm (und dem Leser) was zu erklären. Aber auch wenn sie immer wieder seinen Scharfsinn rühmt: Er ist nicht gerade eine Lichtgestalt und nervt mitunter ganz schön. Dazu kommt in diesem Krimi, dass Eadulf sich als Mann schwer gekränkt fühlt und seiner Gattin die Vertrauensfrage stellt. Der Leser, mit seiner modernen Perspektive, erlebt einen nörgelnden Typen, der feststellen muss, dass die Frau Gemahlin wichtiger ist als er - und der das nur schlecht verkraftet.

Bei Enda, der als Krieger für die Sicherheit Fidelmas zuständig ist, kann man noch gut verstehen, wenn er wissen will, was auf die Reisegruppe zukommt und wovor er sie schützen muss. Eadulf hingegen kann selbst dann, als Fidelma ihm von dem Eid erzählt, nicht akzeptieren, dass seine Frau ein Geheimnis hüten muss und ihm nicht brühwarm alles erzählen darf.

Ansonsten gibt es die gewohnte Mischung aus Bösewichten und Semi-Bösewichten, netten Menschen und machthungrigen Adligen, die in einem abgelegenen Teil des Landes ihre Spielchen mit- und gegeneinander treiben. Allerdings erscheinen die Protagonisten diesmal, im Gegensatz zu anderen Fidelma-Krimis, eher flach und eindimensional. Nur wenige bleiben tatsächlich als gewichtige Charaktere im Gedächtnis. Aber das ist wohl auch kein Wunder bei dem Tempo, mit dem die Handlungsorte wechseln und mit ihnen die Menschen, denen Fidelma begegnet. Dennoch entsteht hier ein sehr plastisches Bild vom Leben und Herrschen im mittelalterlichen Irland und schon das alleine wäre ein guter Grund, den Roman zu lesen.

Fazit:

Wer die Fidelma-Krimis liebt, der wird auf diesen nicht verzichten können. Aber es ist nicht unbedingt der beste und interessanteste aus der Reihe. Man kann ihn auch problemlos lesen, ohne die früheren Bücher zu kennen, dennoch sollte man als Einstieg vielleicht einen Roman mit etwas unkomplizierterem Plot wählen.

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