Nur der Tod bringt Vergebung

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • , 1994, Titel: 'Absolution By Murder', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85
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Elke Röhrig
Ein Muss für Fans von Miss Marple 

Buch-Rezension von Elke Röhrig Jun 2006

Peter Tremayne ist ein Geheimtipp für jeden Freund des Historischen und des "guten alten englischen" Krimis nach dem Vorbild von Agatha Christie und Co. Dieser Mann, der unter einem Pseudonym schreibt, ist und ein anerkannter Historiker und besonders auf die Kultur der Kelten spezialisiert. Sein Schreibstil wirkt ein wenig "wissenschaftlich" angehaucht. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch – eher im Gegenteil. Die historischen Fakten wie zum Beispiel der Gedanke an das Zölibat, werden gekonnt mit Einzelheiten der Sprache und der Kultur verwoben und der Leser ist sofort im Bilde.

Eine ganz besondere Nonne: Schwester Fidelma

Peter Tremayne wählt Schwester Fidelma, eine irische Nonne, zu seiner Protagonistin. Sie hat nicht nur königliches Blut in den Adern, sondern besitzt auch eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe. Als Anwältin bei Gericht hat sie eine besondere Stellung inne und ihr ist es wohl als einziger Frau gegenüber höchsten Würdenträgern erlaubt, erhobenen Hauptes stehen zu bleiben. Lediglich durch ein Kopfnicken zeigt sie ihren Respekt und ihre Hochachtung gegenüber dem König. In einer Zeit, in der die Frau eine ganz und gar untergeordnete Rolle spielt und eigentlich keine Rechte besitzt, ist diese etwas Besonderes, geradezu emanzipiert und darum oft Stein des Anstoßes. Eine Frau, der man nichts vormachen kann und die kein falsches und voreilig getroffenes Urteil anerkennt, sondern stets der Ursache auf den Grund geht. "Ein Mensch gilt solange als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist" – bereits da sind Rechtszüge unserer heutigen Gesellschaft zu erkennen. Und sie hat es sogar zu solchen Ehren gebracht, dass sie von Vertretern der unterschiedlichsten Länder gerufen wird, um ";mysteriöse"; Todesfälle aufzuklären.

Alles andere als vertrottelt: Eadulf

Schwester Fidelma zur Seite gibt der Autor Bruder Eadulf. Beide werden anfangs mit dieser Aufgabe überrumpelt, zusammen zu arbeiten, klären dann aber gleich in diesem ersten Buch der Reihe drei Mordfälle auf und aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich mehr und mehr eine Freundschaft, die nicht nur auf Achtung beruht. Beide ergänzen sich hervorragend – etwa wie Miss Marple und Mister Stringer, wenn auch Bruder Eadulf alles andere als vertrottelt ist und einen außerordentlichen Scharfsinn beweist. Nicht selten eilt er Schwester Fidelma zu Hilfe, sammelt Indizien und bringt andere Aspekte und Gedankengänge in die Überlegungen mit ein.

Noch bevor die Synode überhaupt richtig beginnen kann, gibt es bereits den ersten Todesfall. Da der Mord einen kirchenpolitischen Hintergrund haben könnte, dringt der König darauf, so rasch wie möglich den Schuldigen zu finden und zu bestrafen. Und es scheint so manches Mal, dass es ihm nicht schnell genug gehen kann, wie Schwester Fidelma und Bruder Eadulf ihre Nachforschungen anstellen. Und dann gerät Schwester Fidelma selbst in große Gefahr…

Für Fans von Miss Marple

Der Autor schafft es, bereits auf den ersten Seiten dieses Buches eine Spannung aufzubauen, die bis in die letzten Seiten anhält. Der Leser wird immer wieder von seinen eigenen Gedankengängen über die Identität des Täters abgebracht. Seinen Höhepunkt erreicht der Spannungsbogen wohl zum Ende hin, als die beiden geistlichen Ermittler zur Auflösung schreiten. Die Art und Weise erinnert an die allseits beliebte Miss Marple, die sämtliche involvierte Personen im Salon zusammen ruft. Auch hier finden sich alle betroffenen Personen ein und Schwester Fidelma beginnt mit der gelegentlichen Unterstützung von Bruder Eadulf den Tathergang auf unbeschreiblich geniale Weise und auf jeden Einzelnen bezogen zu beschreiben und zu widerlegen. Und letzten Endes dürfte die Auflösung doch für den einen oder anderen eine Überraschung darstellen.

Ein absolut gelungener historischer Kriminalroman, mit vielen gut recherchierten Fakten, Irrungen und Verwicklungen. Es macht Spaß, den Gedankengängen der beiden Ermittler zu folgen und man bekommt auf jeden Fall Appetit auf weitere Abenteuer der beiden.

Nur der Tod bringt Vergebung

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