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Rita Dell'Agnese
Im Schatten des berühmten Onkels

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2020

Signe Munch kennt nur ein Ziel: Sie will malen. Weil ihr Mann dafür kein Verständnis aufbringt, lässt sich Signe scheiden und versucht, ganz in die Malerei einzutauchen. Immer wieder muss sie aber feststellen, dass sie nicht nur im Schatten ihres berühmten Onkels Edvard Munch steht, sondern ihr als Frau immer wieder Grenzen gesetzt sind.

Obwohl sie nach und nach selbstbewusster wird, kann sie sich mit der sich radikalisierenden Frauenbewegung in England, den Suffragetten, nicht anfreunden. Signe nimmt Unterricht bei Pola Gaugin, dem Sohn des bekannten Malers. Gaugins Kunststil inspiriert sie ebenso, wie derjenige ihres Onkels, den sie seit Kindertagen verehrt. Als Signe auf den Musikpädagogen Einar trifft, gerät ihr bisheriges Weltbild ins Wanken. An Einars Seite entwickelt sich Signe nicht nur als Künstlerin weiter, sondern auch als selbstbewusste Frau. Doch da erreicht der Zweite Weltkrieg Norwegen. Für die Nazi sind Signes Werke entartete Kunst. Einar schliesst sich dem Widerstand an und Signe muss um ihn bangen.

Es zieht sich

Mit ihrer Protagonistin hat die Autorin Lena Johansson eine Künstlerin gewählt, die hierzulande nur wenig bekannt ist, nicht zuletzt, da ihre Bilder den Nazi in die Hände fielen und seither verschwunden sind. Akribisch kitzelt die Autorin die verschiedenen Facetten der Künstlerin hervor – was sich allerdings hemmend auf den Lesefluss auswirkt. Das erste Drittel des Romans verlangt von seinen Leserinnen und Lesern einiges ab. Die Handlung zieht sich, ein Spannungsbogen fehlt gänzlich, und es fällt schwer, sich mit der unsicheren, weltabgewandten Signe zu identifizieren. Die düstere Atmosphäre, mit der sich Signe umgibt, legt sich lähmend auf die Leselust – bis Signe durch Einar mehr Lebensfreude gewinnt. Ab da nimmt der Roman beträchtlich an Fahrt auf, die zähen Passagen werden weniger und die Leselust wird angefacht.

Zusammenhänge sichtbar gemacht

So fein das Portrait von Signe Munch gegliedert ist, so differenziert präsentiert Lena Johansson auch die Entwicklung der 20er Jahre bis hin zum Weltkrieg. Die Leser erfahren, wie sich die Gesellschaft langsam verändert und den Frauen nach und nach etwas mehr Freiraum zugesteht, ohne dabei jedoch in die Nähe von Gleichberechtigung zu kommen. Die Autorin zeigt auch auf, wie Frauen wie Signe, die zwar nach ihrer persönlichen, beziehungsweise künstlerischen, Freiheit streben, der Emanzipation dennoch skeptisch gegenüber stehen. Das macht das Werk „Die Malerin des Nordlichts“ zu einem interessanten Zeitportrait. Dass hier mit einem guten Sprachgefühl und einer soliden Erzählweise der Boden gelegt wurde, kommt dem Roman durchaus zugute.

Fazit:

Man hätte sich möglicherweise ein etwas sprühenderes Werk über die Künstlerin Signe Munch gewünscht. Doch lässt dieser Roman den einzigen Schluss zu, dass es sich bei der Munch-Nichte eher um einen zurückhaltenden, eher traurigen Charakter gehandelt hat. Das legt sich allerdings lähmend über die Geschichte und es braucht schon einigen Biss, um dran zu bleiben. Doch ab Buchmitte wird man mit mehr Lebendigkeit und einem steigenden Erzähltempo verwöhnt.

Die Malerin des Nordlichts

Die Malerin des Nordlichts

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