Die Dame in Gold

Erschienen: September 2018

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2017, Titel: 'Le Secrèt d'Adèle', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
So mancher kennt ihr Antlitz

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2019

Adele Bloch-Bauer ist jung und unglücklich: Ihr inniger Wunsch nach einem eigenen Kind scheint unerfüllbar. Nach mehreren Fehlgeburten hat sie zwar einen kleinen Jungen ausgetragen und zur Welt gebracht, doch stirbt das Kind wenige Stunden nach der Geburt. Die junge Frau, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien lebt, zieht sich in die Einsamkeit zurück. Ihr Mann beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Um seine Frau aufzuheitern, aber auch, weil er als Kunstliebhaber die Werke des Malers Gustav Klimt schätzt, bittet Ferdinand Bloch Klimt, ein Portrait von seiner Frau anzufertigen. Adele ist zunächst skeptisch. Sie hat viel über das ausufernde Leben des Künstlers gehört. Tatsächlich übt Gustav Klimt von Anfang an eine unheimliche Anziehungskraft auf die junge Frau aus. Sie entwickelt eine tiefe Liebe zum Maler. Durch die intensiven Gespräche, die die intelligente junge Frau mit dem Künstler beim Modellsitzen führt, wächst auch ihr Drang nach Freiheit. Sie beginnt sich zu emanzipieren und führt hinter dem Rücken ihres wesentlich älteren Ehemannes ein mehr oder weniger selbstbestimmtes Leben. Nur die tiefe Liebe zu Gustav Klimt hat vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Zwänge und des Zeitgeschehens keine Zukunft.

Schillernde Persönlichkeit

Die empfindsame Adele Bloch-Bauer ist durchaus ein Portrait wert. Ihr auf den ersten Blick behütetes Leben engt die nach Freiheit strebende Wienerin stark ein. Ihre Bereitschaft, die Frau eines wesentlich älteren und wohlhabenden Mannes zu werden, ist auf ihre jugendliche Unerfahrenheit und die Konventionen jener Zeit zurückzuführen. Adele Bloch-Bauer kann sich durch ihre gesellschaftliche Stellung und die Finanzkraft ihres Mannes allerdings einige Freiheiten erlauben - unter anderem ein soziales Engagement, das sie jedoch vor allem im Verborgenen auslebt. Grenzen sind ihr gesetzt, als sie ihre Gefühle für den unkonventionellen Maler entdeckt und nicht nur zu seiner Geliebten, sondern auch zu seiner Muse wird. Diese Zusammenhänge zeigt Valérie Trierweiler sehr schön auf. Das ist eindeutig die Stärke des Romans – abgesehen von der Wahl der Protagonistin, deren ätherisches Wesen vielen von den Bildern Klimts bekannt sein dürfte.

Das Tempo fehlt

So schillernd die Persönlichkeit Adele Bloch-Bauers ist, so facettenreich hätte man sich auch das Portrait gewünscht. Allerdings beschränkt sich die Autorin Valérie Trierweiler auf Oberflächlichkeiten und geht nur sehr selten etwas tiefer auf die Psyche Adeles ein. Sie verpasst damit eine gute Gelegenheit, einer nahezu im Verborgenen gebliebenen Persönlichkeit eine Plattform zu bieten. Die Geschichte lässt an Tempo vermissen und zieht sich an einigen Stellen so stark in die Länge, dass man glauben mag, man würde in einem der Salons beim Tee sitzen und sich wenigstens ein offenes Fenster wünschen, um mehr Sauerstoff zu bekommen. Hier hat Valérie Trierweiler eindeutig eine gute Gelegenheit verpasst. „Die Dame in Gold“ wird dem Leben von Adele Bloch-Bauer kaum gerecht. Es entspricht in manchen Bereichen eher einer kleinen Abhandlung, denn einem Roman, der mit seiner Handlung Spannung erzeugen kann.

Fazit:

Sowohl Adele Bloch-Bauer als auch Gustav Klimt sind ideale Roman-Figuren. In vielen Ansätzen kann die Autorin Valérie Trierweiler dies auch aufzeigen. Allerdings wünschte man sich einen mutigeren Plot, eine überzeugendere Darstellung der faszinierenden jungen Frau, die nicht nur von ihrem Ehemann auf Händen getragen wurde, sondern auch zur Muse eines der grössten Künstlers ihrer Zeit avancierte.

Die Dame in Gold

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 14:42:23
leseratte1310

Adele Bauer ist gerade 18 Jahre alt, als sie den viel älteren Fabrikanten Ferdinand Bloch heiratet. Ihr Salon wird schon bald ein Treffpunkt für die Künstler der Avantgarde. Auch der Maler Gustav Klimt ist ein gern gesehener Gast. Die junge Adele ist fasziniert von ihm und seiner unkonventionellen Art. Ferdinand Bloch liebt seine Frau und beauftragt den Maler, ein Portrait von ihr zu erstellen. Adele ist besorgt, denn es gibt viele Gerüchte über das turbulente Leben von Klimt. Aber während sie ihm dann Modell sitzt, entwickelt sich zwischen ihnen eine innige Liebe.
Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht Klimts Bild „Die Frau in Gold“ kennt. Valérie Trierweiler will uns in diesem Roman näher mit dieser Frau, die Klimt so viel bedeutet hat, bekannt machen.
Der Schreibstil ist sehr schön zu lesen und man spürt, dass die Autorin gut recherchiert hat. Dennoch ist dies ein Roman und einige Details sind erdacht, um die Geschichte abzurunden. Man kann sehr gut in jene lebendige Zeit eintauchen, in der in Wien sich die künstlerische Avantgarde ihren Weg sucht.
Die junge Adele heiratet einen siebzehn Jahre älteren Mann, der sie innig liebt. Eigentlich möchte er sie auf Händen tragen und ihr jeden Wunsch erfüllen, aber da sind die gesellschaftlichen Konventionen, die den Rahmen definieren. So hat Adele die finanziellen Möglichkeiten, ihren Salon zu einem Ort zu machen, an dem sich die Künstler der Avantgarde gerne ein Stelldichein liefern. Aber sie ist eine junge Frau, die Träume hat. Sie will ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten und sehnt sich nach Freiheit, wo sie eingeengt wird. Adele ist stark und empfindsam zugleich. Sie muss Verluste hinnehmen, die niemand erleiden sollte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie sich von dem unangepassten und charismatischen Klimt angezogen fühlt. Sie wird seine Geliebte und zugleich seine Muse. Doch das Zeitgeschehen lässt ihre Beziehung zerbrechen.
Ein interessantes und gleichzeitig spannendes Buch, das mir sehr gut gefallen hat.