Marlene und die Suche nach Liebe

Erschienen: Februar 2019

Bibliographische Angaben

Christine Strüh (Übersetzung)

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Rita Dell'Agnese
Die Sucht nach Ruhm

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2019

Marlene Dietrich wächst unter der Fuchtel einer strengen Mutter auf. Die Witwe versucht, ihre eigenen Träume nach einem Besuch des Konservatoriums in Weimar durch ihre Tochter zu verwirklichen. Doch der jungen Marlene, die zwar ausgezeichnet Geige spielt, fehlt das Quentchen Talent, um als Musikerin Erfolg zu haben.

Dazu kommt, dass die junge Frau, die in Weimar zum ersten Mal Freiheit geniesst, etwas Aufregenderes entdeckt, als die Musik: Die körperliche Liebe. Marlene beginnt eine Affäre mit ihrem Geigenlehrer, die dazu führt, dass sie sich völlig vernachlässigt, als der ihr klar macht, dass er sich nicht von seiner Frau wird scheiden lassen. Von der Vermieterin informiert, holt Marlenes Mutter die auf Abwege geratene Tochter zurück nach Berlin. Doch Marlene kann nicht mehr in der Enge der Familienwohnung leben. Sie bricht aus und nimmt Schauspielunterricht. Unentschlossen, ob sie sich eher zu Frauen oder Männern hingezogen fühlt, lebt die junge Marlene ihre Lust ungehemmt aus. Als sie dem attraktiven Rudi kennen lernt, nimmt Marlenes Leben eine neue Wendung. Rudi bringt sie nicht nur zum Film, er wird auch ihr Ehemann. Doch während seine eigene Karriere stagniert, kann Marlene mit dem Film „Der blaue Engel“ erste Erfolge verzeichnen. Das Ehepaar driftet auseinander, ohne sich jedoch ganz zu verlieren. Marlene arbeitet verbissen an ihrer Karriere, der sie zunächst auch das Zusammensein mit ihrer einzigen Tochter Maria, liebevoll Heidede genannt, opfert. Marlenes Karriere nimmt in den USA Fahrt auf und sie stürzt sich nicht nur in die Arbeit, sondern auch in zahlreiche Affären mit Frauen und Männern. Und sie gibt das Geld mit vollen Händen aus. So, dass sie ins Trudeln gerät, als ihre Karriere plötzlich eine Talfahrt antritt.

Ruhm oder Liebe?

Der Titel „Marlene und die Suche nach Liebe“ scheint vor dem Hintergrund des Bildes, das C. W. Gortner von der Filmikone der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeichnet, etwas verfehlt. Obwohl die Marlene, die der Autor in diesem Roman skizziert, ihre sexuelle Lust ungehemmt auslebt, ist es letztlich eher der Ruhm, nach dem sie ständig auf der Suche ist. Gortner zeigt das wunderbar auf: Er versucht nicht, Marlene in einem verklärenden Licht darzustellen, sondern zeigt auch die Abgründe einer erfolgsverwöhnten Diva auf. Marlene bekommt durch die Feder von C. W. Gortner durchaus menschliche Züge – ihre Ausschweifungen werden zu einem Wesenszug, der zwar vielen Leserinnen und Lesern fremd sein dürfte, aber der Persönlichkeit Marlene Dietrichs keinen Abbruch tun.

Sehr nahe an die Figur heran

Marlene Dietrich lernte in ihrer langen Karriere eine Menge berühmte Leute kennen – mit etlichen verbanden sie auch erotische Bande. In Gortners Roman ziehen die Film-Grössen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Publikum vorbei, oft nur in kurzen Sequenzen, um gleich darauf wieder im Nebel zu verschwinden. Damit macht der Autor aber auch die Oberflächlichkeit der Filmbranche sichtbar. Und die Unstetigkeit, die Getriebenheit, die Marlene Dietrich auszeichnete. Allerdings gibt er seiner berühmten Ikone auch höchst bemerkenswerte Züge. So etwa ihr Trotzen gegen das Hitler-Regime, das sie im Zweiten Weltkrieg von Deutschland und damit von ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Onkel fern hält. Sehr schön beschreibt Gortner auch das Grauen, das Marlene Dietrich erfasst, als sie bei Kriegsende mit den Gräueln des KZ Bergen-Belsen konfrontiert wird. C. W. Gortner führt das Publikum sehr nahe an die unvergessliche, aber dennoch weit entfernte Diva heran und konfrontiert es mit einer schillernden Persönlichkeit, die manchmal doch das Herz berührt.

Fazit:

Aus dem Roman von C. W. Gortner spricht die Verehrung, die der Autor für Marlene Dietrich empfindet. Er macht die Diva nochmals lebendig, verliert sich aber hin und wieder etwas zu sehr in den unzähligen sexuellen Eskapaden der Dietrich. Dennoch gelingt es ihm, ein schönes Portrait zu präsentieren, das nicht nur eingefleischten Fans von Marlene Dietrich gefallen dürfte.

Marlene und die Suche nach Liebe

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