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Karin Speck
Der Streit um die Krone Englands

Buch-Rezension von Karin Speck Sep 2019

Yvain, der zweitgeborene Sohn der Familie Waringham, muss sich sein Ansehen erst noch erkämpfen. Schon in jungen Jahren lernt er Prinz John kennen und beschließt, sich dem jungen Prinzen anzuschließen. Der junge Mann sieht hier nicht nur seine Chance auf Achtung, sondern kann so genügend Distanz zu der zukünftigen Frau seines Bruders legen. Seine Liebe zu ihr scheint keine Zukunft zu haben. Dass er mit dieser Entscheidung richtig liegen sollte, bestätigt sich schon bald, denn John wird König von England und Yvains Zukunft gilt wohl als gesichert. Aber dann kommt alles anders als erwartet. Der König erweist sich nicht unbedingt als der zuverlässigste Herrscher. Der junge Waringham wird auf eine harte Probe gestellt. Er muss so manches Geheimnis mit dem König teilen. Der Versuch dabei, immer das Richtige zu tun, erweist sich schwieriger als gedacht.

Band 6 der Waringham-Reihe

„Teufelskrone“ erzählt ein Stück englischer Geschichte über den Zeitraum von 24 Jahren. Es beginnt im Jahre 1192 noch mit König Richard. Die ersten Seiten erzählen aus dem Leben des beliebten Königs und von seinem Tod, dann erst geht es mit John Plantagenet weiter. Sein Aufstieg und Ende sind die Rahmenhandlung für diesen Waringham-Roman. Dieser Band ist bereits der 6. in der Reihe. Wobei „Teufelskrone“ vor der dem eigentlichen ersten Teil „Das Lächeln der Fortuna“ spielt und somit wohl jetzt Band 1 ist. Aber auch hier gilt, die Bücher sind alle einzeln lesbar, da es immer wieder eine neue Generation dieser fiktiven Familie ist, die beleuchtet wird. Auch wenn manche Handlungsabläufe gleich zu sein scheinen, liest es sich gut wie immer. Auch dieser 6. Band beginnt mit einem jungen heranwachsenden Waringham, der seinen Platz im Leben erst noch finden muss. Trotz Parallelen zu den Vorgängerromanen, ist „Teufelskrone“ ein sehr gut recherchierter historischer Roman, der nicht nur für umfassende Einblicke in die englische Geschichte sorgt, sondern auch wunderbar unterhält.

Historisch fundiert, verpackt in eine abenteuerliche Geschichte

Obwohl es nur ein relativ kurzer Zeitraum ist, bekommt der Leser einiges geboten. Die Autorin hält sich dicht an die historisch überlieferten Tatsachen und sollten diese einmal nicht ausreichen, um die Handlung voranzubringen, greift Gablé auf ihr schriftstellerisches Talent zurück und füllt die Lücken mit ihrer Fantasie, dabei aber immer so, dass es authentisch und glaubwürdig bleibt. Sie hat ihren Helden Yvain of Waringham geschickt in die Handlung eingebaut. Eigentlich würde man ihr glauben, dass diese Familie tatsächlich gelebt hat, sie fügt sich so wunderbar in den historischen Rahmen ein, dass es fast nicht anders sein könnte.

Zwischen Loyalität und Verrat

Rebecca Gablé gibt einen umfangreichen Einblick in diese Epoche. Sie erzählt von John Plantagenet als Prinz und später als König so intensiv, als wäre man direkt dabei. Sie hat Erklärungen für die Verhaltensweisen des Königs, die dafür sorgen, dass man ein vollständiges Bild von John Plantagenet bekommt. John ist der König, der wohl am unbeliebtesten in der englischen Geschichte war. Dies ändert sich zwar nicht durch diesen Roman, aber es gibt immerhin plausible Erklärungen, warum dieser König so und nicht anders gehandelt haben könnte. Eigentlich stellt man sogar fest, er war nicht schlechter oder besser als all die anderen Könige vor oder nach ihm, eben auch nur ein Mensch, der seine Ziele zielstrebig verfolgt hat. Die politische Seite hat die Autorin dabei auch nicht außer Acht gelassen. Sie erzählt von dem Adel, der machthungrig an der Seite des Königs steht oder ihn erbittert bekämpft. Die Autorin hat bei ihren Nachforschungen Episoden ausgegraben, die fast unglaublich scheinen, sich bei näherer Betrachtung aber als historisch belegt entpuppen.

Der junge Waringham an der Seite des Königs macht dabei eine tadellose Figur. Die widerstreitenden Gefühle des jungen Ritters lassen ihn schnell sympathisch werden, denn für Yvain ist es nicht immer einfach zu entscheiden, was richtig oder falsch ist. Dem König zu widersprechen ist selten eine gute Idee und genau dies bekommt Yvain mit voller Härte zu spüren.

An der Seite des jungen Mannes stehen so einige weibliche Charaktere, die ihn auf eine harte Probe stellen. Eine reizende Liebesgeschichte darf schließlich auch hier nicht fehlen. Wobei Gablé

es gekonnt versteht, genau die richtige Mischung zu treffen, damit es ein glaubwürdiger Roman bleibt. Die Charaktere sind der Autorin wunderbar gelungen. Nicht nur Yvain als Sympathieträger, auch die Menschen, die seinen Weg kreuzen, sind spannende Protagonisten. Sie alle ergeben ein glaubwürdiges Gesamtbild dieser Zeit.

Wie immer ist diese Hardcoverausgabe mit allem ausgestattet, was das Leserherz höherschlagen lässt. Es gibt Karten, Personenregister und einen Stammbaum der Plantagenets, sowie natürlich ein ausführliches Nachwort der Autorin. Auch das Cover ist so gestaltet, dass es sofort als historischer Roman zu erkennen ist. Der Ritter auf dem Bild lässt gleich erahnen, in welcher Epoche sich der Leser befindet.

Fazit:

„Teufelskrone“ ist ein sehr gut recherchierter historischer Raman aus der Feder von Rebecca Gablé. Er unterhält nicht nur, sondern füllt Geschichtslücken auf. Die Familie Waringham wird für einen kleinen Zeitraum der tägliche Begleiter und dabei sind die 923 Seiten schneller gelesen, als gedacht.

Teufelskrone

Teufelskrone

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