Vespasian - Bd. 9: Kaiser von Rom

  • Rowohlt
  • Erschienen: Oktober 2020
Vespasian - Bd. 9: Kaiser von Rom
Vespasian - Bd. 9: Kaiser von Rom
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Carsten Jaehner
98

Histo-Couch Rezension vonOkt 2022

Purpurnes Ende einer spannenden Reihe

Judäa, 67 nach Christus. Vespasian soll eine Revolte beenden und Richtung Jerusalem ziehen, um dieses für Rom zu erobern. Das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn gerade die bewehrte Stadt Jotapata mit ihrem Anführer Josephus wehrt sich mit allem, was sie hat, und alle Angriffe auf die Stadt werden niedergeschlagen. Erst nach 47 Tagen gelingt es, die Stadt zu erobern, und da dies Vespasian geweissagt wurde, überlegt er, was die anderen Weissagungen in seinem Leben für seine Zukunft bedeuten.

Als ihn die Nachricht erreicht, dass Nero tot ist, sieht er die Hoffnung, die Weissagungen tatsächlich erfüllen zu können und denkt daran, sich den kaiserlichen Purpur umzulegen. Doch will er sich nicht selbst aufschwingen, denn er will die Legitimation des Heeres. Als dieses ihn bittet, ihr neuer Kaiser zu sein, lehnt er pflichtgemäß zunächst ab, willigt dann aber doch ein. Mit seinen Freunden und Anhängern zieht er langsam Richtung Rom, wo sich die Ereignisse überschlagen und in diesem Jahr vier Kaiser regieren werden. Taktisch geschickt wird er zum Kaiser ausgerufen, ehe er Rom erreicht, wo er Freund und Feind direkt im Blick hat.

Wie man vom Volk legitimierter Kaiser von Rom wird

Robert Fabbri hat mit seinem abschließenden Band mit dem passenden Titel „Kaiser von Rom“ sein Porträt des Kaisers Vespasian kongenial beendet. Die Reihe beschreibt nicht die zehn Jahre seiner Kaiserzeit, sondern den Weg dahin, und so ist dieser Teil auch das letzte Kapitel darüber, wie er dazu kam, Kaiser zu werden. Spielte er bereits im vorherigen Teil mit dem Gedanken, dass tatsächlich für ihn die Möglichkeit bestünde, den Purpur anzulegen, zweifelt er zwar immer noch, doch als alle Voraussetzungen stimmen, übernimmt er die Verantwortung, zumal er von allen Seiten darum gebeten wird.

Taktisch geschickt geht er das an, denn er will anders als seine Vorgänger nicht als Eroberer oder Erbe des Throns diesen einnehmen, sondern als jemand, der von der Armee und vom Volk eingesetzt wird, was seiner Regentschaft eine völlig andere Legitimation verleiht. Zudem besteht nicht die Gefahr, sofort von Rebellen hingemeuchelt zu werden. Diesen Weg ins Amt beschreibt Fabbri gekonnt und geschickt und man ist als Leser tatsächlich mit erfreut, dass der lange und auch lange vorgezeichnete Weg nun zu Ende beschritten wird.

Der Weg zum Thron

Fabbri erzählt gewohnt spannend und beschreibt Land und Leute und auch die Vorgänge innerhalb des Heeres und deren Traditionen. Das ist interessant, spannend und auch brutal, gibt aber ein authentisches Bild der Zeit ab und fesselt den Leser trotz der vielen Seiten. Die neunbändige Reihe zählt mir jedem Band jeweils zwischen 450 und 500 Seiten, was das Gesamtwerk zu einer beeindruckenden Lebensdarstellung macht, die den Leser in das Antike Rom entführt, zudem nach Britannien, Afrika und den gesamten Mittelmeerraum, und stets behält der Autor den Überblick und verwirrt den Leser nicht.

Wer da gegen wen intrigiert oder auch nicht, welche Befürchtungen wegen Verrats angenommen werden, wer sich mit Vespasian über Machtübernahme freuen kann und wer sie nicht mehr erlebt, das alles soll hier nicht verraten werden. In einem letzten kurzen Kapitel gibt es einen kleinen Ausblick auf das Ende der Ära Vespasians und die Übernahme seines Sohnes Titus. Auch hier zeigt sich, dass Geschichte immer weitergeht und die Nachfolger schon mit den Hufen scharren. Weitere kommende Kaiser durfte der Leser bereits kennenlernen. Insgesamt ist der Band ein würdiger, spannender und konsequenter Abschluss einer historischen Reihe, die sich Zeit lässt, diese aber auf hohem Niveau füllt und den Leser auf den nächsten Teil fiebern lässt.

Fazit

„Kaiser von Rom“ ist der konsequente Abschluss der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Vespasian ergreift den Purpur, und im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger ist er vom Volk und der Armee legitimiert und wird kein rachsüchtiger und verrückter Kaiser sein, sondern einer der wenigen, die eines natürlich Todes (also nicht durch Mord oder Selbstmord) sterben werden. Die gesamte Reihe ist auf hohem Niveau geschrieben, hat nahezu keinen Leerlauf, bietet spannende (und blutige) Unterhaltung und ist zudem lehrreich. Man sollte sie unbedingt von vorne lesen und nicht mittendrin einsteigen. Ein Muss für Histo-Fans und für Interessierte ein wunderbarer Einstieg in die Zeit des Antiken Roms. Sehr empfehlenswert.

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