Vespasian - Bd. 1: Das Schwert des Tribuns

Erschienen: Oktober 2018

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2011, Titel: 'Tribune of Rome', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Carsten Jaehner
Der lange Weg zum Kaiserthron

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Feb 2019

26 nach Christus. Der im Rietischen geborene Vespasian ist 16 Jahre alt und wächst gut behütet mit seinem älteren Bruder Sabinus auf. Während Sabinus im Militärwesen erfahren ist, kümmert sich Vespasian lieber um die Ländereien und alles, was damit zu tun hat. Um in der weiten Welt des Römischen Reiches klarzukommen, befiehlt ihnen ihr Vater Titus, sich gegenseitig selbst zu unterrichten, tageweise wechselnd. Schließlich sind beide gut vorbereitet, um mit ihrer Mutter zu ihrem Onkel nach Rom zu gehen, um für weitere Aufgaben bereit zu stehen.

Beim Besuch eines Wagenrennens im Circus Maximus verliebt sich Vespasian unsterblich in ein Mädchen, von dem sich später herausstellt, dass sie eine Sklavin und Freundin von Antonia ist, der Frau Ihres Onkels Gaius, selber ehemaliger hochrangiger Offizier in Rom. Vespasian und Sabinus werden in die Hohen Kreise Roms eingeführt, wobei Vespasian bald in einer Armee dienen soll, um Erfahrung zu sammeln.

Schnell stellt sich heraus, dass Rom in den Händen von Seianus liegt, dem Kommandeur der Prätorianergarde, der im Hintergrund Ränke schmiedet, um Kaiser Tiberius vom Thron zu stürzen. Als sie in eine Verschwörung verwickelt werden, muss Vespasian aus Rom fliehen, um nicht selbst Opfer zu werden. Er nimmt einen Posten als Tribun in Thrakien an und muss mit seinem Leibsklaven Magnus Wege weitab der normalen Wege nehmen, um nicht entdeckt zu werden. In Thrakien selber zeigt sich schnell, dass das Soldatenleben kein Zuckerschlecken ist und dass die Verschwörer aus Rom ihm schneller auf den Fersen sind, als es ihm lieb ist...

Romanreihe über Kaiser Vespasian

Der schweizer Schriftsteller Robert Fabbri startet mit seinem Roman „Das Schwert des Tribuns“ eine Reihe historischer Romane über den späteren Kaiser Vespasian, der im Jahr 69, dem Vierkaiserjahr, als letzter der vier sich die Krone aufsetzen und Rom zu Ehren dienen wird. Bis dahin haben die Götter und Robert Fabbri ihm aber noch einiges an Steinen in den Weg gelegt. Einer davon scheint sein älterer Bruder zu sein.

Fabbri beginnt seine Erzählung mit der vermeintlichen Konkurrenz zwischen Vespasian und seinem Bruder Sabinus. Dieser hat bereits einige Erfolge in der Armee vorzuweisen, wohingegen es Vespasian eher in die Landwirtschaft zieht und er lieber mal den Hof und das Anwesen des Vaters übernehmen will. Als der Vater die Zeit gekommen sieht, ordnet er an, dass die beiden Brüder sich gegenseitig unterrichten sollen, um die Stärken des jeweils anderen kennen zu lernen. Ein geschickter Schachzug, wie sich später noch erweisen wird, zudem bringt es die beiden Brüder einander näher.

Schließlich sollen Vespasian und Sabinus nach Rom gehen, um durch ihren Onkel Gaius quasi in die Höhere Gesellschaft eingeführt zu werden und ihre Zukunft zu planen. Dass sich Vespasian unsterblich in die Sklavin Caenis der Frau seines Onkels verliebt, ist zunächst eine kleine Randerscheinung, wird aber noch seine Bedeutung bekommen.

Gute Zeitdarstellung

Besonders auffällig an dem Roman sind die Sitten und Gebräuche, die durch Fabbri gut und authentisch dargestellt werden. Seien es die kleinen Picknicks am Strassenrand, wenn wieder mal Stau ist in Richtung Rom, oder auch nur die kleinen Randgeschichten auf dem Markt oder ähnliches. Fabbri gelingt es, den Leser in die Zeit des Antiken Roms zu holen und ihn sowohl in die gesellschaftlichen, kulturellen als auch politischen Verhältnisse der Zeit einzuführen. Dabei hangelt er sich natürlich an der Biografie Vespasians entlang, allerdings bietet diese auch eine Vielfalt an Möglichkeiten, dem Leser das Leben der Zeit zu präsentieren.

Als Vespasian vor einer Intrige gegen ihn nach Thrakien fliehen muss, um dort zu seiner Einheit zu gelangen, gerät man auch als Leser endgültig in den Strudel der politischen Ereignisse. Hier wird der Roman spannend und man mag das Buch nur ungerne aus der Hand legen.

Spannende Entwicklung

Robert Fabbri pflegt einen unkomplizierten Sprachstil, der gut und flüssig zu lesen ist und so vergehen die gut 520 Seiten aus dem Hause Rowohlt wie im Flug. Der Autor selbst hat im englischen Original bereits Teil neun vorgelegt, bleibt zu hoffen, dass der Rowohlt Verlag ebenfalls so lange durchhält und die Reihe komplett verlegen wird. Sie ist ein schöner Beitrag im Genre des Historischen Romans und reiht sich gut in die derzeit wieder vermehrt auftauchenden Romane aus dem Alten Rom ein. Die Charaktere sind gut beschrieben und wer auf Intrigen und politische Schachereien steht, der ist bei Vespasian gut aufgehoben.

Zwar enthält der Roman eine Karte des Alten Italiens sowie ein interessantes Nachwort, allerdings vermisst man ein Personenverzeichnis und vor allem einen Glossar. Einige unbekannte Begriffe sind im Text kursiv gedruckt, werden dann aber nicht erläutert. Vielleicht kann der Verlag hier auf Dauer noch nachbessern.

Fazit:

„Das Schwert des Tribuns“ ist der Beginn einer Romanreihe über Kaiser Vespasian, wenngleich der Weg bis zum Kaiserthron noch lang und steinig sein wird. Sollte die Nachfolgebände das inhaltliche und sprachliche Niveau halten können, wird man dem Aufstieg Vespasians jedenfalls gerne weiter folgen. Empfehlenswert.

Vespasian - Bd. 1: Das Schwert des Tribuns

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Letzte Kommentare:
23.07.2019 11:14:40
DocMartin

Ich kann mich dem Vorkommentator nur anschließen.
Die Serie macht süchtig, obwohl einige Darstellungen im Vergleich zu anderen Büchern schon als sehr drastisch zu bezeichnen sind.
Auflockernd wirken dagegen einige lustige Passagen oder wie ironisch die Personen zum Teil miteinander kommunizieren.

21.02.2019 11:05:50
Augustus Magnus

Sorry, vergessen Sie die Anmerkung, Herr Jaehner, Denkfehler!

21.02.2019 11:04:33
Augustus Magnus

Wahrhaft eine süchtigmachende Serie. Fabbri lässt zwar kein Klischee aus, aber es ist ja auch mal wieder schön, verrückte Kaiser in Aktion zu erleben. Gerade in Zeiten, in denen alles umgedeutet wird nach der Methode "Das war nur Verleumdung des Nachfolgers, der war in echt ganz anders". Die Sprache ist angenehm, die Storylines sehr nahe an den historischen Ereignissen, Vespasian schafft es auch immer, mittendrin statt nur dabei zu sein. Großartiger Spaß! (Kleine Anmerkung an Herrn Jaehner: Das Vierkaiserjahr war 79 n. Chr., nicht 69 n. Chr.)