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Carsten Jaehner
Wie man unauffällig seinen Gegner besiegt

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2019

30 nach Christus. Vier Jahre hat Vespasian in Thrakien verbracht und sich mehr oder weniger glanzvoll herumgeschlagen, wenn auch eigentlich ohne grosse Ereignisse. Da kommt ihm eine Weisung seiner Tante Antonia, einer der mächtigsten Frauen Roms, gerade recht: Er soll gemeinsam mit seinem Bruder Sabinus, den er nach vier Jahren auch endlich wiedersieht, den thrakischen Priester Rhotekes gefangen nehmen und zu ihr bringen. Das Problem ist nur, dass sie nicht wissen, wo er ist.

Rhotekes gilt als Vertrauter von Seianus, dem Kommandeur der Praetorianergarde, der im Hintergrund daran arbeitet, Kaiser Tiberius vom Thron zu stürzen. Zwar ist Tiberius auch ein paranoider und gefährlicher Mann, doch Seianus will auch keiner als Kaiser. So machen sich die Brüder mit einigen Freunden auf, den Priester zu suchen. Diese gestaltet sich gar nicht so einfach, und Rhotekes selber stellt sich auch als nicht so einfach heraus, wie man vielleicht dachte.

Interessante politische Lehrstunde

Im zweiten Band der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri wird seine Lehrzeit in der Armee zunächst übersprungen, so dass man sich direkt mit seinem Auftrag beschäftigen kann, den thrakischen Priester Rhotekes gefangen zu nehmen. Vespasian merkt schnell, dass er kein einfacher Soldat ist, sondern in höheren Kreisen agiert und dort erfährt er mehr über die politischen Hintergründe in Rom und wie seine Tante Antonia und sein Onkel Gaius darin verwoben sind. Gerade Antonia zieht die Fäden im Hintergrund und will sich einige gefährliche Männer vom Hals schaffen. Der Priester Rhotekes ist dabei nur Mittel zum Zweck, gefährlicher ist da dessen Herr, Seianus, den Antonia als ihren Feind betrachtet.

Natürlich ist Vespasian auch deshalb glücklich, Antonia wiederzusehen, weil es ihm Gelegenheit gibt, seine Geliebte Caenis wiederzusehen, mit der ihm doch keine legitime Zukunft beschieden sein wird. So geniesst man die wenigen Stunden, die Antonia ihnen verschafft. Sabinus hingegen soll aus politischen Gründen heiraten, wogegen er sich zunächst vehement sträubt, doch als er seine zukünftige das erste Mal sieht, erblickt er eine ausgesprochene Schönheit und verliebt sich sofort in sie. Immerhin darf sie im Laufe des Buches sogar ein Kind erwarten.

Gute Recherche

Im Gegensatz zum ersten Teil hat Fabbri hier mehr auf politische Hintergründe gesetzt und erklärt so einiges an Gefüge im Römischen Reich. Wer hier wo seine Fäden zieht und wer gegen wen und mit wem und bei wem man es nicht weiß und so weiter, das wird immerhin einleuchtend erläutert, braucht aber auch seine Zeit. Große Schlachten wie das Titelbild des Romans vielleicht verheissen mag, findet man nicht, auch die auf der Rückseite angepriesenen Piraten sind eher Rohrkrepierer. Hier hat sich der Verlag Rowohlt keinen Gefallen getan, Dinge vermuten zu lassen, die nachher nicht zutreffen. Natürlich wird das eine oder andere Schwert geschwungen und im Gegner platziert, wenn nicht gerade Extremitäten abgetrennt werden, aber große Schlachten sind hier nicht zu erwarten.

Wohl aber zeigen sich wie im ersten Teil viele Traditionen und Rituale der Römer und anderer Völker, die dem geneigten Leser vielleicht bis dato unbekannt waren. Fabbri hat gut recherchiert und versteht es, durch seine einfache, daher aber knackige und Spannung erzeugende Sprache den Leser über alle Klippen hinweg prima zu unterhalten und ist sich auch für die eine oder andere humorvolle Passage nicht zu schade.

Wenn zum Höhepunkt des Romans auch Kaiser Tiberius persönlich auftaucht und man sein paranoides Wesen kennen lernt, ist man beinah dankbar dass so etwas selbst heutzutage als Regierungsoberhaupt nicht mehr möglich wäre… Wie er sich an seinen Brutalitäten um der Brutalität Willen weidet, das ist abstossend und faszinierend zugleich und vom Autor trotz allem beeindruckend geschildert.

Insgesamt freut man sich, neben den beiden Brüdern auch alte Bekannte wie Antonia, ihre Sklavin Caenis oder Vespasians Diener Magnus wiederzutreffen, die ihn wohl auch in den folgenden Bänden wieder begleiten dürften.

Fazit:

Der zweite Band der Vespasian-Reihe bietet wieder eine außerordentlich interessante Geschichtsstunde, die man sich als Histo-, und vor allem als Rom-Fan nicht entgehen lassen sollte. Zwar wird weniger gekämpft, was manchen Leser enttäuschen mag, dafür aber gibt es andere spannende Gegebenheiten, die hier nicht verraten werden sollen, viel Humor und eine gehörige Portion Hintergrundwissen für weitere Ausflüge mit Vespasian. Leider gibt es wie beim Vorgänger keinerlei Anhänge, Glossar oder Erklärungen der kursiv gedruckten Begriffe. Hoffentlich wird hier noch nachgebessert. Die kommenden vier Fortsetzungen liegen bereits in Übersetzung vor, sodass einer schnellen Fortführung des Lesegenusses nichts im Wege steht. Empfehlenswert.

Vespasian - Bd. 2: Das Tor zur Macht

Vespasian - Bd. 2: Das Tor zur Macht

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