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Annette Gloser
Ein literarisches Genrebild

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2020

März 1926: Nach einem harten Winter steht auf Gut Fennhusen der Frühling vor der Tür. Nach und nach erwacht die Natur und für die Menschen beginnt eine arbeitsreiche Zeit. Aber nicht nur die Arbeit bestimmt den Lebensrhythmus, auch die Feste, alte Bräuche und manchmal auch die Anforderungen der modernen Zeit. Und es kann auch vorkommen, dass Gäste plötzlich alles durcheinanderwirbeln. Für Frederike ist dieser Frühling der letzte auf Gut Fennhusen bevor sie die vertraute Heimat verlassen und auf die Schule nach Bad Godesberg gehen wird.

Mehr als nur Nostalgie und Idylle

„Frühling auf Gut Fennhusen“ ist ein Nebenprodukt der Ostpreußen-Saga von Ulrike Renk. Hier fanden Rechercheergebnisse Eingang, die es aus den vermutlich unterschiedlichsten Gründen nicht in einen der Romane geschafft haben. Ulrike Renk hat daraus eine kleine, feine Geschichte gemacht, und das ist auch gut so, denn so hat sie es geschafft, viele kleine Splitterchen und Geschichtchen zu bewahren, die man vielleicht noch von den Großeltern gehört hat oder von denen man eventuell auch noch nie etwas gehört hat. Die Szenerie ist bekannt: Gut Fennhusen in Ostpreußen, diesmal sogar etwas genauer lokalisiert, nämlich in der Nähe von Bromberg. Auch die Protagonisten kennt man aus der Roman-Reihe hinreichend, und wer die Ostpreußen-Saga nicht gelesen hat wird doch ganz einfach mit ihnen vertraut. Schnell spürt man, wie intensiv die Beziehung der Menschen untereinander ist. Dabei ist es gleichgültig, wo in der Gesellschaft man steht: Man begegnet sich mit Achtung und Respekt. Und auch wenn die Angestellten, die „Leute“, harte körperliche Arbeit leisten, so können sich der Gutsherr und seine Frau Gemahlin ebenso wenig entspannt zurücklehnen wie ihre Kinder. Jeder hat seine Aufgaben und muss sie erledigen, sonst gerät der gesamte Alltag ins Stolpern. Hier geht es nicht darum, das idyllisch verklärte Bild einer untergegangenen Welt zu zeichnen. „Frühling auf Gut Fennhusen“ zeigt sehr realistisch, wie das Leben auf dem Gutshof funktionierte.

Keine großen Konflikte

Das ist keine große Geschichte, nur die Schilderung eines ganz normalen Frühlings auf einem großen ostpreußischen Gut. Kalk und Dung müssen auf die Felder gebracht werden, die Stuten bringen ihre Fohlen zur Welt, Ostern wird gefeiert, ein Kind getauft…Kein Drama, keine Action. Dafür erfährt man, wie akribisch der Gemüseanbau geplant wurde, wie die Köchin die Ostereier färbte und wie der große Frühjahrsputz von statten ging. Mittendrin Frederike, die alles mit einer gewissen Wehmut betrachtet, steht ihr doch der Abschied in Richtung Bad Godesberg bevor.

Dass es in diesem Buch weder Katastrophen noch lebensbedrohliche Bewährungsproben für die Helden gibt, tut der Lesefreude keinen Abbruch. Dafür gibt es Schlagfertigkeit und Witz, Küchen-Know-How anno 1926 (Manchmal ein bisschen viel!), kleine, stille Freuden und die inbrünstige Hoffnung aller Kinder, diesmal nicht im langweiligen Bromberg eingekleidet zu werden, sondern in Berlin.

Und es gibt reichlich ostpreußischen Dialekt. Ulrike Renk erzählt mit Gelassenheit und Ruhe, voller Detailfreude, und gewährt so ihren Lesern einen tiefen Einblick in das Leben auf Fennhusen. Die große Politik der damaligen Zeit wurde strikt ausgeklammert.

Fazit:

Dieses Buch ist eine kleine Perle, das literarische Genrebild einer verlorenen Welt. Wer wissen will, wie das Leben auf einem ostpreußischen Gut funktionierte, der sollte es unbedingt lesen. Nichts für Freunde von Hochspannung und tränenreichen Konflikten. Für Fans der Ostpreußen-Saga ein Muss!

Frühling auf Gut Fennhusen

Frühling auf Gut Fennhusen

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