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Jörg Kijanski
Der sechste Fall für Swanson bietet gewohnt gute Unterhaltung

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2019

Seit 2014 liefert Robert Marley in jährlichem Rhythmus einen neuen Fall für Chief Inspector Donald Sutherland Swanson von der Metropolitan Police, auch als Scotland Yard bekannt. Man kann die Fälle grundsätzlich für sich lesen, da sie jeweils in sich abgeschlossen sind. Im aktuellen Band wäre aber die Kenntnis des Vorgängers („Inspector Swanson und die Frau mit dem zweiten Gesicht“) von Vorteil, da in diesem Roman erstmals ein Straßenjunge namens Badger auftritt, der erneut eine Rolle spielen wird.

„Er muss sehr kräftig gewesen sein.“
„Geradezu übermenschlich kräftig.“
„Oder er hat einfach einen der Aufzüge benutzt. Scheint mir das Einfachste zu sein. So hätte ich es jedenfalls gemacht, wenn ich in die Verlegenheit gekommen wäre.“
„Es gibt Aufzüge? Wie werden die betrieben? Elektrisch?“
„Nein, mit Kamelfürzen natürlich. Ja, sicher elektrisch. Wir leben im 19. Jahrhundert.“

London, 1895. Der kälteste Januar seit Jahrzehnten, ein Thermometer blieb bei minus dreißig Grad stehen. Es erstaunt daher nicht, dass der nackte Junge, der auf dem Turm des Watkins Tower gefunden wurde, erfroren ist. Da er jedoch an einen Stahlträger des Gebäudes gefesselt war, ist in einem Mordfall zu ermitteln. Zudem wird eine junge Frau als vermisst gemeldet und zu allem Überfluss meldet sich noch ein Privatdetektiv der Pinkerton’s National Detective Agency, der auf der Suche nach Dr. Orphant ist, der in Amerika seine Eltern ermordet haben soll.

„Tags darauf erhielt Chief Inspector Swanson eine Nachricht von Charles H. Stedman aus der Forensischen Abteilung, einem unschönen, feuchten Ort tief im Bau des neuen Gebäudes. Einem mit beißendem Salmiakdämpfen gefüllten Ort ohne Tageslicht, den selbst die Ratten mieden.“

Die polizeilichen Ermittlungen treten zunächst auf der Stelle, da es kaum Ermittlungsansätze gibt. Dann stellt sich (wenig überraschend) heraus, dass anscheinend der gesuchte Dr. Orphant nunmehr in England sein Unwesen treibt. Deutlich überraschender ist die Identität des nackten Opfers, bei dem die Obduktion ergibt, dass es sich tatsächlich um eine junge Frau handelt, womit sich die weitere Suche nach der Vermissten erübrigt. Warum das Geschlecht beim Anblick des Leichnams nicht auffiel, wird - wohlwollend formuliert - zumindest nicht völlig einleuchtend erklärt. Danach nimmt die Handlung jedoch wieder Fahrt auf, denn in einer Knabenschule kommt es zu einem weiteren Todesfall, der sich bei genauer Betrachtung als eiskalter Mordfall entpuppt, wobei es zunächst nach einem Unfall aussah. Ein Lehrer schlief mit brennender Zigarre ein.

„Ist Ihnen das Phänomen der spontanen menschlichen Selbstentzündung ein Begriff?“
„Durchaus, Sir.“
„Zufällig kenne ich mich mit der Materie ein wenig aus, und meiner Ansicht nach haben wir es im vorliegenden Fall genau damit zu tun.“
„Die Selbstentzündung ist ein Mythos, Sir. Es wurde nie bewiesen, was sie auslösen könnte.“
„Es hat mit den Körpersäften zu tun.“

Über die Arbeit der Polizei mag man mitunter den Kopf schütteln, gleichwohl bietet der Roman interessante Einblicke in den Stand der damaligen Polizeiarbeit. Viele, heute als selbstverständlich bekannte Methoden, waren damals schlichtweg unbekannt. So staunen die Mitarbeiter Swansons immer wieder, wenn über derart revolutionäre Ansätze gesprochen wird. In „Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens“ bietet ein Lehrer der besagten Knabenschule seine Mitarbeit an.

„Ockhams Rasiermesser? Was ist das?“
„Nun, Mr. Swanson. Im Grunde besagt die Theorie von Ockhams Rasiermesser nichts weiter, als dass bei einer Vielzahl von angenommenen Möglichkeiten die einfachste Möglichkeit immer die richtige ist.“

Er will anhand der Orte, an denen sich der gesuchte Mörder aufgehalten hat, dessen Aufenthaltsort einkreisen können. Ist diese Berechnung die dem Buchtitel zu entnehmende Kunst der Mathematik oder nur Scharlatanerie? Letztlich ist es eine Art Vorläufer auf die heute übliche Erstellung eines Bewegungsprofils. Bliebe noch ein Hinweis auf eine Frau erwähnenswert, die sich ganz und gar nicht zeitgemäß verhält.

Fazit:

Wer sich für das viktorianische Zeitalter beziehungsweise das auslaufende 19. Jahrhundert oder für die (Geschichte der) Polizeiarbeit allgemein interessiert, der findet mit „Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens“ erneut einen kurzweiligen Roman; allerdings mit einem Mörder, dessen Identität nicht jeden verblüffen dürfte.

Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens

Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens

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Letzte Kommentare:
24.02.2020 15:25:56
tassieteufel

London erlebt im Januar 1895 einen der kältesten Winter des Jahrhunderts, doch auch in dieser frostigen Zeit schläft das Verbrechen nicht. Der Fund einer nackten Leiche auf der obersten Plattform des Watkins Tower in Wembley stellt Inspektor Swanson vor ein Rätsel. Auch die Bitte des Pinkerton Detektives Ed Morrison, ihm bei der Suche nach dem flüchtigen Mörder Dr. Orphant zu helfen, beschäftigt den Ermittler und schließlich scheint ein Mathematiklehrer, der behauptet, mit mathematischen Berechnungen einen Mörder ausfindig zu machen, der Schlüssel zu beiden Fällen zu sein.

In seinem inzwischen 6. Fall ermittelt der sympathische Inspektor Swanson wieder in einem ungewöhnlichen Mordfall. Auch wenn sich bei der Untersuchung der Leiche einige Überraschungen ergeben, bringt das die Ermittler nicht weiter und die Untersuchung tritt auf der Stelle, doch bald stellt sich heraus, dass der von Pinkterons gesuchte Mann der Mörder sein könnte und weitere Morde bringen den Inspektor endlich auf die richtige Spur. Nach dem sehr gelungenen Einstieg braucht der Mordfall ein wenig um Fahrt aufzunehmen und der Spannungsbogen steigt erst in der 2. Buchhälfte deutlich an. Langweilig wird es trotzdem nicht, denn der Autor versteht es, den Leser mit Details und Hinweisen zu fesseln und zum mitraten zu animieren.
Neben dem Krimifall ist es aber wieder die dichte und stimmungsvoll geschilderte historische Kulisse, die das Buch zu einem Lesevergnügen macht. Die in den Kinderschuhen steckende Forensik, ebenso wie Theorie mit einem mathematischen Diagramm den Mörder ausfindig zu machen und das Einfügen von realen Personen und Begebenheiten, tragen dazu bei, ein plastisches Bild dieser Zeit zu zeichnen, in das man sich mühelos hineinversetzen kann.
Während Inspektor Swanson im Vorgänger eher am Rande agierte, so ist er diesmal deutlich präsenter und übernimmt einen Großteil der Ermittlungen, doch es gibt auch ein Widersehen mit Frederick Greenland und dem kleinen Badger, der ja im Vorgänger die Herzen der Leser erobert hatte.

FaziT: Wem die ersten 5 Teile gefallen haben, der kann auch hier wieder bedenkenlos zugreifen! Mit dem 6. Teil bietet Robert C. Marley seinen Lesern wieder einen dichten und atmosphärischen viktorianischen Krimi, viel zeitgemäßes Flair und ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren.

03.02.2020 15:27:21
büchereule

Wieder einmal ein guter Marly, aber - wie ich schon öfter anmerkte - klingen einige Stellen im Buch so, wie heutzutage die Menschen denken, fühlen und handeln würden. So spannend es auch ist, in einem Historischen sollte man sich m. E. auch daran orientieren, ob die Figuren sich zeitgemäß verhalten, zu ihren logischen Schlüssen kommen und denken.

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