Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Dryas, 2015, Titel: 'Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Eine bis heute ungeklärte Mordserie?

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2015

Die Geschichte des berühmt-berüchtigten Frauenmörders Jack the Ripper ist wohl eine der bekanntesten in der gewiss nicht kleinen Reihe von Serienmördern. Von daher soll ausnahmsweise auch nicht groß auf den Inhalt des Romans eingegangen, denn dieser dürfte allgemein bekannt sein.

 

"Abberline, guten Morgen. Zurück im East End? Hat Scotland Yard nicht Wichtigeres für Sie zu tun, als Sie nach Whitechapel zu schicken?"

 

Im Herbst des Jahres 1888 geschehen in Whitechapel, im Londoner East End, grausige Morde, denen junge Prostituierte aus dem Armenviertel zum Opfer fallen. Diese werden grausam entstellt und teilweise regelrecht ausgeweidet. Zunächst leitet Chief Inspector Donald Swanson die Ermittlungen, bevor diese nach dem Mord an Annie Chapman auf Inspector Frederick Abberline übertragen werden. Abberline ist seit 14 Jahren in dem Revier tätig und kennt die Gegend wie kein anderer. Es gibt bald eine Anzahl tatverdächtiger Personen, doch weder konkrete Spuren noch Zeugen. Niemand will etwas gehört geschweige denn gesehen haben&

Ein Stelldichein der bekannten Figuren und viele Theorien

Wer sich mit dem Fall Jack the Ripper schon mal ein wenig beschäftigt hat, findet in dem zweiten Teil der Inspector-Swanson-Reihe, dessen erster Fall ...und der Fluch des Hope-Diamanten fünf Jahre später (!) spielt, alle bekannten - und weniger bekannten - Personen wieder. So machen sich der deutsche Maler Walter Sickert, der Leibarzt ihrer Majestät Dr. William Gull und weitere Personen verdächtig, unter ihnen auch der Irrenarzt Dr. Steward Lyttleton Forbes Winslow. Winslows Portemonnaie wurde in unmittelbarer Nähe des ersten Tatortes gefunden und er selbst kam auch dem zweiten Tatort verdächtig nahe.

 

"Nach Aussage der Frau, die sie identifiziert hat - eine gewisse Mrs Monk vom Armenhaus Lambeth - hatte Polly, wie die Tote genannt wurde, keinerlei Feinde. Es gibt kein Motiv und keine Zeugen. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Einfach nichts."

 

Für Inspector Abberline ist der Fall klar, zumal der gesuchte Mörder chirurgische Kenntnisse besitzen muss und Winslow ein entsprechendes Studium begonnen hatte, bevor er später zur Psychiatrie wechselte. Für Swanson ist der Fall jedoch keineswegs so eindeutig, zumal Winslow an Hämatophobie leidet; er kann kein Blut sehen.

Das Duell zwischen den beiden Ermittlern Swanson und Abberline ist gut gezeichnet, denn beide begegnen sich vorwiegend mit herzlicher Abneigung. Swanson gilt als ruhiger und besonnener Ermittler, der lieber erst einmal nachdenkt, während Abberline für seine Ungeduld und seinen plötzlich ausbrechenden Jähzorn bekannt ist. Da passiert es dann schon mal, dass dem Hitzkopf die Hand ausrutscht und er einen Passanten niederstreckt, um die Gaffer nachdrücklich von einem Tatort fernzuhalten.

 

"Swanson zog es vor zu schweigen und zu beobachten. Und er bedeutete Phelps, es ihm gleichzutun. Denn er machte sich nichts vor. Dies war Abberlines Terrain. Auch wenn der Mann oft ungehobelt und cholerisch zu Werke ging: Was das East End von London anging, gab es niemanden im Yard, der sich besser auskannte."

 

Die Ermittlungsarbeit der Polizei wird detailliert und gelungen dargestellt, ebenso wie die Lebensverhältnisse im Elendsviertel des Stadtteils Whitechapel. Auch die stets vermutete Verwicklung des Königshauses in den Fall wird beleuchtet. So ergibt sich ein rundherum gelungener kurzweiliger Roman, der noch dazu mit einer Auflösung des legendären Falles aufwartet. Hierzu heißt es in einer Vorbemerkung: Sämtliche Schlüsse, die zur Identität Jack the Rippers führen, sind durch Fakten belegt. Umso interessanter, dass in einem Nachwort von Nevill Swanson dieser auf einen handschriftlichen Vermerk seines Urgroßvaters (dem Protagonisten dieses Romans) verweist, dem die Identität des Rippers bekannt gewesen sei. Swanson kam demnach zu einem anderen (!) Ergebnis als Robert Marley. Und so bleibt Jack the Ripper was er immer war; ein mysteriöser und ungeklärter Fall!

 

"Gull scheint allen Ernstes zu glauben, dass es sich bei dem Whitechapel-Mörder um einen Orang-Utan handelt."

"Die Morde in der Rue Morgue? Ich fürchte, er will Sie auf den Arm nehmen, Chief Inspector."

 

Wer sich für die damalige Zeit interessiert, dem sei - auch an dieser Stelle - die preisgekrönte BBC-Serie Ripper Street empfohlen, die einige Monate nach den Morden von Jack the Ripper spielt.

Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

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Letzte Kommentare:
17.09.2015 15:11:30
tassieteufel

Im Londoner East End treibt sich ein brutaler Frauenmörder herum, der ganz Whitechapel in Angst und Schrecken versetzt. Seine Opfer sind alle Prostituierte, die grauenhaft verstümmelt werden. Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson versucht Licht in den Fall zu bringen und hat schon bald eine Reihe von Verdächtigen, deren Spur scheinbar bis ins Königshaus führt. Doch der Killer, der sich selbst „Jack the Ripper“ nennt, ist den ermittelnden Beamten immer einen Schritt voraus.

Robert Marleys 2. Fall für Chief Inspektor Swanson spielt zeitlich 5 Jahre vor dem 1. Fall in dem es um den Hope Diamanten ging und der 1893 spielte. Auf die Handlung an sich hat das insgesamt keinen Einfluß, der Leser erfährt hier lediglich wie sich Inspektor Swanson und Frederick Greenland kennen lernen, die im 1. Band ja bereits befreundet sind.
Wer sich schon einmal mit dem Fall Jack the Ripper befaßt oder darüber gelesen hat, der wird hier auf viele belegte Details und Verdächtige stoßen und in sofern wird man hier auch nichts wirklich Neues erfahren, zumal der Autor sehr gut recherchiert hat, viele Fakten und bekannte Spekulationen mit in seine Geschichte einbaut und auch die Abfolge der Morde und die Opfer in genauer Reihenfolge auftreten läßt. Hier werden also viele Leser bekannten Pfaden folgen, nichts desto trotz ist das Katz und Maus Spiel das sich die Inspektoren Swanson und Abberline untereinander und mit den diversen Verdächtigen liefern, sehr spannend und unterhaltsam in Szene gesetzt, ebenso wie die Schilderungen der Ermittlungsarbeit der Polizei und die noch in den Kinderschuhen steckende Tatort- und Beweissicherung, die sehr anschaulich und plastisch geschildert werden.
Auch die Lebensbedingungen in den Elendsvierteln werden sehr bildhaft und fassbar beschrieben und geben einen gelungenen Einblick in die damalige Zeit und tragen zum stimmigen Gesamtbild bei.
Der Schreibstil des Autors ist unterhaltsam und flott und entbehrt auch nicht eines gewissen Humors, der immer mal aufblitzt.
Ein Nachwort von Nevill Swanson dem Urenkel Chief Inspector Donald Swansons, rundet das Buch sehr gut ab. Hierin berichtet Nevill Swanson, in den Unterlagen seines Urgroßvaters einen handschriftlichen Vermerk entdeckt zu haben, daß dem Chief Inspektor die Identität des Rippers bekannt gewesen sei. Allerdings unterscheidet sich diese Lösung von der, die Robert Marley hier im Buch anbietet und gerade das hat mir besonders gut gefallen, dass eigentlich alle bekannten Fakten rund um die Rippermorde verwendet werden und der Autor zwar eine schlüssige Lösung anbietet, der Fall aber insgesamt genauso offen und mysteriös wie in der Realität bleibt und weiterhin zu Spekulationen und Hypothesen anregt.

FaziT: Robert C. Marley gelingt erneut ein spannender und atmosphärisch dichter Krimi, der bekannte Fakten und div. Spekulationen gekonnt vereint und zudem einen gelungene Einblick ins London Ende des 19. Jahrhunderts gibt.

04.06.2015 19:51:14
PMelittaM

1888: Im Londoner Eastend geht ein Mörder um, er tötet und verstümmelt Prostituiterte … Naja, wenigstens ein bisschen über Jack the Ripper zu wissen, gehört wohl zur Allgemeinbildung, also spare ich mir hier weitere Worte ...

Inspector Swanson bekommt es in diesem Roman, der zwar erst nach „Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten“ veröffentlicht wurde, aber fünf Jahre vorher spielt, mit dem wohl bekanntesten Mörder, der sich in Briefen selbst „Jack the Ripper“ nannte (soweit diese tatsächlich von ihm stammten), zu tun. Bis heute wurde nicht aufgeklärt, wer damals gemordet hat, es gibt viele – und bis heute immer noch neue – Theorien darüber. Robert C. Marley präsentiert uns in seinem Roman, für den er übrigens nach eigenen Angaben über 20 Jahre recherchiert hat, eine interessante und logische, auf seinen Recherchen basierende, Lösung.

Der Roman strotzt nur so vor Charakteren, die bis auf ganz wenige, historisch belegt sind. Viele davon sind Personen, die tatsächlich mit dem Ripper-Fall zu tun hatten, Polizisten, Verdächtige, Zeugen, wer sich noch nicht so viel mit dem realen Fall beschäftigt hat, könnte ein bisschen durcheinander kommen, andererseits regt es auch sehr zum eigenen Recherchieren an. Außer Swanson trifft man auch Charaktere aus dem Vorgänger/Nachfolger (wie immer man das sehen will) wieder, ich habe mich besonders über Phelps und Greenland gefreut. Die Charakterzeichnungen sind dem Autor meiner Meinung nach hier besser gelungen, sie sind weniger oberflächlich, die Charaktere weniger blass. Auch die gesellschaftlichen Hintergründe kommen hier mehr zum Tragen, was aber schon durch das Thema bedingt ist.

Was mir wieder gut gefällt, ist, dass der Roman zum Miträtseln einlädt, und hier sind wahrscheinlich die, die den Fall weniger kennen, sogar im Vorteil, alle Andern könnten durch ihr Wissen beeinflusst werden. Dem Autor gelingt es auf jeden Fall, für alle Überraschungen parat zu haben, mich mit Lösungen zu überraschen gelingt nicht oft, Hut ab!

Auch optisch weiß der Roman zu gefallen, ein ansprechendes Cover, der lilagefärbte Schnitt, sehr schön auch die mit, zum Thema passenden, Punch-Zitaten versehenen Illustration zu Beginn der einzelnen Teile. Das Vorwort liefert Stewart P. Evans, ein Ripper-Kenner, das Nachwort Nevill Swanson, ein Nachfahre Inspector Swansons, beides wertet den Roman zusätzlich auf.

Ich habe mich wieder gut unterhalten und vergebe gerne eine Leseempfehlung sowie 4,5 Sterne (die ich aufrunde). Ich hoffe, Robert C. Marley lässt Swanson noch öfter ermitteln, ich freue mich darauf und bin gespannt, welche Fälle (real oder fiktiv) uns noch erwarten.