Sharpes Gold

Erschienen: Januar 1993

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 1981, Titel: 'Sharpe's Gold', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88
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Christina Wohlgemuth
Die letzte Chance im Krieg gegen Frankreich!

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2012

Iberische Halbinsel, 1810. Lissabon wappnet sich gegen die anrückende Grande Armée. Wenn kein Wunder geschieht, werden Napoléons Truppen auch den Krieg auf der iberischen Halbinsel gewinnen. Der Herzog von Wellington steht mit dem Rücken zur Wand - einzig eine große Menge Gold kann das Schicksal noch abwenden. Für die Beschaffung des Goldes, das im französisch besetzten Spanien versteckt ist, gibt es nur einen geeigneten Mann: Richard Sharpe und seine Rifles! Doch Sharpe ahnt nicht, dass der Feind weniger in der französischen Armee, sondern bei den verbündeten Spaniern zu finden sein wird ...

Im mittlerweile neunten Band der Reihe um Richard Sharpe tobt der Krieg auf der iberischen Halbinsel weiter. Obwohl die napoleonischen Truppen von Guerilla-Kämpfern in Spanien immer wieder in Kämpfe verwickelt werden, scheint das Fortschreiten der Truppen unaufhaltsam. Während Wellington in England immer weiter an Rückhalt verliert, ersinnt er einen Plan, zu dessen Umsetzung er vor allem eines braucht: Gold. Wie gut, dass der frisch zum Captain ernannte Richard Sharpe für Geheimaufträge wie gemacht zu sein scheint.

Spannende Schatzsuche im militär-historischen Kontext

Wer einen Sharpe-Roman liest, weiß, was ihn erwartet. Richard Sharpe wird eine schwierige Aufgabe erteilt, alternativ gerät er in eine brenzlige Lage. Aus der hoffnungslosen Situation muss er sich heraus kämpfen und trotz mehrerer Rückschläge wird er obsiegen. Gewürzt wird das Ganze mit spannenden und interessanten Charakteren und einer hübschen Frau. Was auf den ersten Blick fast ein bisschen nach James Bond klingt, ist eine spannende militärhistorische Buchreihe, die trotz bekannter Muster jedes Mal aufs Neue zu überzeugen weiß.

Sharpe muss Gold beschaffen - und natürlich wäre Sharpe nicht Sharpe, wenn er dafür nicht tief ins Feindesland vorstoßen müsste und sich noch Feinde in den vermeintlich eigenen Reihen auftun. Dieses Mal bekommt überdies der Widerstand der spanischen Zivilbevölkerung, die gegen die Besatzer ihren "kleinen Krieg" (Guerilla) ausfechten, seinen gerechten Platz. Nachdem die spanische Armee den napoleonischen Truppen nicht lange trotzen konnte, gehen die Verzögerungen und Probleme des Spanien-Feldzuges vor allem auf die Zivilisten zurück. Die zunehmende Verrohung beider Seiten ist ebenfalls - nicht zum ersten Mal - Thema des Romans.

Bewährte Stärken und lieb gewonnene Charaktere

Dass Bernard Cornwell in seinen Romanen um Richard Sharpe häufig auf altbewährte Muster zurückgreift, würde der neutrale Beobachter ihm vielleicht vorwerfen; wer die Serie chronologisch liest, wird jedoch trotz der relativ ähnlichen Strukturierung der Geschichten feststellen, dass sich die Charaktere und ihr Verhältnis zueinander stetig entwickeln und sich somit doch jeder Roman lohnt.

Davon abgesehen ist die Wiederholung bekannter Rezepte mit neuer Würzung durchaus nichts Schlechtes - insbesondere, wenn es auf so spannendem und amüsantem Niveau geschieht wie bei dieser Reihe, die mittlerweile gut und gerne als Klassiker ihres Genres zählen kann. Und während der Krieg jetzt fast an der Westküste Portugals angekommen ist, kann der Leser gespannt, wie Richard Sharpes weg zurück über Spanien bis nach Frankreich führen wird.

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