Sharpes Mission

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2003, Titel: 'Sharpe\'s Havoc', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88
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Christina Wohlgemuth
Spannende Verräterjagd im französisch besetzten Spanien

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Sep 2011

Spanien, 1809. Während sich die Engländer immer weiter von der iberischen Halbinsel zurückziehen, wird Richard Sharpe mit seinen Rifles von den Truppen getrennt. Sein Auftrag: die Tochter eines Engländers zurück nach Hause holen. Doch die Suche nach der jungen Frau führt dazu, dass Sharpes Weg den eines Mannes kreuzt, der Hochverrat begeht, um sich zu bereichern. Sharpe weigert sich, den Befehlen zum Rückzug zu gehorchen - und erklärt dem Verräter seinen eigenen, persönlichen Krieg. Doch neben den Feinden in den eigenen Reihen muss Sharpe auch noch verhindern, dass die Franzosen die Engländer endgültig vertreiben.

Sharpes Mission ist mittlerweile der siebte Roman um den Engländer Richard Sharpe, der zweite, der auf der iberischen Halbinsel spielt. Mitten in den napoleonischen Befreiungskriegen der Spanier sieht sich Sharpe demnach nicht nur seinem persönlichen Feind gegenüber, sondern auch der französischen Übermacht unter Marschall Soult. Und mit seinen Rifles, für die Sharpe immer mehr Verantwortungsgefühl entwickelt, gerät Sharpe somit mehr als nur einmal in gefährliche Situationen.

Altbewährtes Konzept mit frischen Elementen

Wer einen Sharpe-Roman liest, weiß, worauf er sich einlässt. Sharpe - ein Antiheld wie er im Buche steht - befindet sich in einer unbefriedigenden Situation, erhält einen Auftrag oder wird in einen solchen verwickelt und läuft zur Höchstform auf. Das mag auf den ersten Blick langweilig und monoton klingen - der Autor jedoch würzt die Geschichten immer wieder auf andere Art und Weise: mal steht Sharpes persönliche Entwicklung im Vordergrund, mal der militärhistorische Hintergrund. Mal kämpft er seinen eigenen, privaten Krieg, mal ist er mitten im Hauptgeschehen. All das sowie die stetige charakterliche Entwicklung der Figuren machen die Romane immer wieder aufs Neue lesenswert.

Neben der inhaltlichen Abweichung ist es vor allem die Fähigkeit des Autors, spannend und lebendig zu erzählen, die die Bücher um Sharpe immer wieder überzeugen lässt. Der Leser wird mitten in das Geschehen hinein geworfen, liegt mit den Rifles bei Feindbeschuss in Deckung und hetzt mit Sharpe dem Feind hinterher. All das lässt sich schnell und mitreißend lesen, ohne dabei banal daher zu kommen.

Historische Bezüge unterhaltsam eingewoben

Nicht zuletzt die historischen Kenntnisse des Autors heben die Romane um Richard Sharpe aus der Masse hervor. Nicht nur militärhistorische Details zeichnen den Roman aus, sondern auch ein besonderes Gespür für den Zeitgeist. Die rebellische Stimmung in Spanien gegen die französischen Besatzer kommt ebenso zum Tragen wie die Frustration auf Seiten der Engländer, die in einem Krieg mitmischen, der sie nur entfernt betrifft. Dabei vermittelt Cornwell seine Informationen nicht losgelöst vom Romangeschehen, sondern webt sie geschickt ein und sorgt so nicht nur für ein unterhaltsames, sondern auch für ein lehrreiches Lesevergnügen.

Alte Fans von Richard Sharpe werden sich hier in bekannte Gefilde begeben und sich erneut gut unterhalten lassen. Doch auch für neue Sharpe-Leser ist dieser Roman gut geeignet, da er alles hat, was einen guten Sharpe-Roman ausmacht.

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