Die Vergeltung des Adlers

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

Wolfgang Thon (Übersetzung)

Couch-Wertung:

80
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Carsten Jaehner
Wie man einen Adler stiehlt

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2021

Britannien, April 184 nach Christus. Während die Selgovae am Antoniuswall einen neuen König installieren, landet die Kohorte der Tungrier um Zenturio Marcus Aquila wieder auf der Insel. Zwar sind die Barbaren immer noch geschwächt, nachdem die Römer zwei Jahre zuvor dort den Wall verteidigt hatten, doch haben sie damals der Sechsten Legion die Adlerstandarte gestohlen, eine unverzeihliche Schmach. So liegt es also in der Hand von Marcus und seiner Legion, den Adler wieder zu beschaffen und die Schande zu verhindern.

Durch Moore und Sümpfe und vom Feind verfolgt, macht sich die Kohorte auf den Weg, doch sie muss am Ende feststellen, dass es um viel mehr geht als nur den Adler. Ein paar Kisten Gold, die ebenfalls befreit werden, deuten auf einen Verrat ungeheuersten Ausmaßes hin, der nur verhindert werden kann, wenn die Kisten unbeschadet zu ihrem Eigentümer gebracht werden können: Kaiser Commodus in Rom…

Ein dramaturgischer Kreis schließt sich

Treue Leser der Imperium-Reihe von Anthony Riches werden hier Charaktere wiedertreffen, die sie schon in Teil 3 der Reihe „Die Festung der tausend Speere“ kennen gelernt haben. Die Machtverhältnisse haben sich verschoben, doch die Gier nach Macht, Gold und Rache haben letztlich alle gemeinsam. Geschickt fädelt der Autor seinen Roman ein, indem er zunächst die Geschehnisse des Stammes der barbarischen Venicones schildert, die vom geschassten und gehassten Berater des Königs, Calvus, eingefädelt wurden. Während dieser Zeit haben Marcus und seine Männer genügend Zeit, nach ihrem Abenteuer in Dakien in Teil 5 „Das Gold der Wölfe“ zurück nach Britannien überzusetzen und ihren neuen Auftrag entgegen zu nehmen.

Gewohnt facettenreich und mit einer gehörigen Portion Soldatenhumor beschreibt Riches das Leben in der Armee, mit ihrer Disziplin und ihrem wenig heroischen Alltag. Die Kämpfe und die Foltern, die beschrieben werden, sind nichts für schwache und zartbesaitete Nerven, geben aber den damaligen Alltag wieder. Ein Leben für die Legion, das schwächste Glied in der Kette kann den größtmöglichen Schaden verursachen und den Tod ganzer Kohorten bedeuten. Da gilt es, die Männer gut auszubilden, um am Ende erfolgreich zu sein.

Hartes Römerleben

Gemeinsam mit einem letzten Überlebenden, der die Folter der Barbaren überlebt hat und fliehen konnte, macht sich eine kleine Truppe auf den Weg zu dem Hauer, dem gut bewachten Gebäude, in dem der Adler sein soll. Probleme bereitet aber nicht so sehr die Eroberung des Adlers, sondern mehr die Herausforderung, wie der Adler dort wieder wegkommt. Unerwarteterweise gibt es ein Heer von hart kämpfenden Frauen, die Marcus und seinen Freunden das letzte abverlangen.

RIches gelingt es, durch immer wieder neue Aspekte den Leser bei der Stange zu halten und auch im sechsten Teil seiner Reihe keine Langeweile nach dem Motto „das hatten wir schon mal“ aufkommen zu lassen. Trotzdem gibt es an der einen oder anderen Stelle etwas Leerlauf, teilweise halten die Römer doch recht lange Monologe, die zwar informativ sind, wohl aber real nie so gesagt worden wären. Dem Leser werden so einige Hintergrundinformationen geliefert, die das Buch zu einem runden ganzen machen, aber vielleicht hätte man es doch an einigen Stellen raffen können.

Aber man freut sich, einige alte Bekannte wiederzutreffen, von anderen muss man sich leider verabschieden, wie das so ist, wenn das Schwert regiert und man Menschen vor sich hat, keine Überhelden. Und Marcus kommt dem Geheimnis um des Verrats um seinen Vater wieder ein Stück näher – fast zu nahe, aber mehr soll hier nicht verraten werden.

Fazit:

Insgesamt ist der sechste Roman der Imperium-Reihe „Die Vergeltung des Adlers“ eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die seine Protagonisten wieder näher aneinander schweißt. Nach den 500 meist spannenden Seiten aus dem Hause Blanvalet folgen neun interessante und lesenswerte Seiten über den Antoniuswall und eine Danksagung, leider wieder keine helfenden Landkarten. Doch neue Abenteuer werden angedeutet und der Autor veröffentlicht im Herbst diesen Jahres bereits Band 12, also noch genügend Zeit, sich mit der gelungenen Reihe zu befassen und auf den nächsten Teil zu warten.

Die Vergeltung des Adlers

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