Die Festung der tausend Speere

Erschienen: Mai 2018

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2011, Titel: 'Fortress of Spears', Originalausgabe

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82

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Carsten Jaehner
Blutiger Rachefeldzug in Britannien

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2020

Britannien, 182 nach Christus. Die römischen Legionen am Limes konnten den Aufstand der britannischen Barbaren niederschlagen, nur ihr Häuptling Calgus konnte fliehen. Besonders schmerzlich für Marcus Valerius ist der Verlust seines besten Freundes, dessen Kopf er bei sich hat, und er schwört Rache und will Calgus folgen. Leicht gesagt, denn zuerst muss dieser gefunden werden.

Calgus hingegen hat sich in die Hände eines weiteren Häuptlings namens Drust begeben und will die Römer ein für allemal loswerden. Sie planen, sich in Dinpaladyr, der uneinnehmbaren Festung der tausend Speere, zu verstecken und von dort das römische Heer zu vernichten. Derweil machen sich zwei hohe Offiziere aus Rom auf, um den Spion Marcus Valerius zu entlarven und zur Strecke zu bringen. Hierfür entführen sie sogar Marcus‘ Freundin, die Medica Felicia, zum sicher zu gehen, dass er ihnen auch wirklich in die Falle geht. Es kommt zur blutigen Entscheidung.

Legionärsleben

„Die Festung der tausend Speere“ ist bereits der dritte Roman von Anthony Riches um den römischen Zenturio der Neunten Legion, Marcus Valerius Aquila, der unter falschem Namen in Britannien untergetaucht ist, weil sein Vater in der römischen Heimat ein Verräter sein soll und seine gesamte Familie ausgelöscht werden soll. Marcus erweist sich als fähiger Soldat und erklimmt nach und nach die Rangliste der höheren Stellungen in der Armee, obwohl die wenigen Vertrauten, die er hat, ihm raten, nicht zu viel für Ruhm und Ehre zu tun, um nicht aufzufallen.

Doch dieses Mal schwört Marcus Rache am Tod eines geliebten Freundes, und wer die beiden Vorgänger aufmerksam gelesen hat, kann sich denken, dass dies äußerst blutig vonstatten gehen wird. Der Roman besticht nicht so sehr durch seine abwechslungsreiche Handlung, in der man durch die Lande reist und schöne Landschaften sieht, sondern mehr durch die Taktiken, mittels denen sich die Parteien durch Kundschafter und Spione gegenseitig auskundschaften und Fallen stellen. Eine Horde unfähiger und unwilliger Soldaten wird zudem fit gemacht und erstrahlt in neuem Glanz, wohingegen ausgerechnet die Kohorten des adeligen Zenturios Laenas in diesem einen schwachen Anführer haben, dessen Erster Speer froh ist um jeden Nicht-Einsatz, was aber seine Soldaten durchaus mitbekommen.

Reichlich Gewalt

Was in diesem Roman vor allem hervorsticht ist das Soldatenleben der damaligen Zeit. Hier wird nichts beschönigt, hier wird gnadenlos Macht ausgespielt und ausgeteilt, und wer nicht gehorcht, hört nur noch den Luftzug des Schwertes, das auf ihn zukommt. Der einzelne Soldat ist nichts, was zählt ist der Ruhm Roms und seiner Armeen, gelegentlich ein Kopf des Gegners an die richtige Person geschickt und vor allem Gehorsam. Dieser Roman ist wie seiner Vorgänger nichts für sanfte Gemüter, hier wird ordentlich ausgeteilt, verbal wie mit den Waffen oder notfalls auch ohne, hier werden seitenweise Schlachten beschrieben in all ihrer Brutalität und sehr detailreich, das Blut fliesst ohne Unterlass und nachher werden die Leichenberge verbrannt und die Familien benachrichtigt. Nichts für schwache Nerven, und in seiner Häufigkeit vielleicht auch etwas zu viel. Eine Leiche pro Seite bei knapp über 500 Seiten aus dem Hause Blanvalet dürfte da nicht übertrieben sein.

Marcus selber taucht als Hauptfigur in diesem Roman gar nicht so häufig auf, was daran liegt, dass es mehrere Nebenerzählstränge gibt und dass er selber nicht im Hauptfeld das Kommando hat. Aber das fällt für den Verlauf der Handlung nicht weiter ins Gewicht.

Ein bisschen Durcheinander

Was allerdings wie auch bei den anderen Büchern schmerzlich vermisst wird, sind eine Karte des Bereiches, wo die Handlung spielt, ein Glossar und vielleicht ein Namensregister, denn man muss schon aufpassen, wie der Autor manchmal unvermittelt zwischen den zahlreichen Erzählsträngen hin-und herspringt, und man erkennt bisweilen erst nach mehreren Absätzen, in welcher Erzähleben wir uns jetzt befinden. Das hätte man etwas leserfreundlicher gestalten können.

Der Roman besticht durch seine häufigen Perspektivwechsel der einzelnen Handlungsstränge, derer es einige gibt, die letztlich bei der finalen Schlacht zusammenkommen, und man erfährt einiges über das Leben als normaler Legionär und über das Leben in der Armee an sich. Eine humorvolle Szene ergibt sich, als Marcus und einige seiner Männer zu Kavalleristen umgerüstet werden sollen und einige geeignete Legionäre zum ersten Mal versuchen, ein Pferd zu besteigen. Doch so, wie sich der Leser darüber amüsieren mag, bekommt ein Optio direkt von Marcus den Marsch geblasen und hier darf sich der Leser direkt mit angesprochen fühlen.

Fazit:

Mit seinem dritten Romans um die Römer am Hadrianswall „Die Festung der tausend Speere“ setzt Anthony Riches seine Reihe um den Zenturio Marcus erfolgreich fort und bietet neben brutalem Legionärsleben vor allem blutige Schlachten und verbale Gemetzel, die ebenfalls teilweise blutig enden. Der Roman ist nichts für schwache und zart besaitete Leser, aber diese werden wohl von vornherein und auch vom Cover her nicht vermuten, dass es sich hier um eine romantische Liebesgeschichte handelt, wenngleich ein winziger Hauch davon am Ende vorhanden ist. Man darf gespannt sein auf die bereits angekündigten Nachfolger.

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