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Alexandra Hopf
Heißersehnte Fortsetzung in Pommern

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Mai 2020

1919. Obwohl der Erste Weltkrieg beendet ist, geht es den meisten Menschen in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht gut. Die Adligen können nur schwer mit dem Verlust ihres gehobenen Standes umgehen, zu ihnen gehört auch die ehemalige Gräfin Feodora Auwitz-Aarhayn. Sie empfindet es als persönlichen Affront, dass ihr ältester Sohn Konstantin die bürgerliche Dorflehrerin Rebecca geheiratet hat und diese nun neue Herrin auf Gut Greifenau ist. Konstantin hat zudem aber ganz andere Sorgen. Er muss genauso wie viele andere Gutsbesitzer fürchten, den Familienbesitz, der hoch verschuldet ist, zu verlieren. Nur mit Unterstützung seiner kleinen Schwester und deren Ehemann, dem Industriellensohn Julius Urban kann er sich einigermaßen über Wasser halten. Doch ganz Deutschland ächzt unter den enorm hohen Reparationszahlungen nach dem Krieg. Die voranschreitende Hyperinflation macht den Menschen aller Schichten zu schaffen. Nur die wenigsten, darunter auch Familie Urban, leiden keine Not. Besonders hart trifft es die Menschen in den Städten, weil es keine Lebensmittel zu kaufen gibt. Auch die Menschen auf Gut Greifenau müssen den Gürtel enger schnallen. Wird es Konstantin gelingen, das Familienanwesen zu retten?

Trilogie wird zur Saga

Hanna Caspian gibt dem Drängen zahlloser Leser nach und setzt die erfolgreiche Trilogie fort. Sie schildert eindrucksvoll die Zeit nach dem Krieg und führt die Handlung damit nahezu nahtlos fort. Nach dem überaus starken dritten Teil gibt es nur wenig Platz zur Steigerung. Es gelingt der Autorin nicht ganz mit „Goldsturm“ die hoch angesetzte Messlatte der Vorgänger zu erreichen oder gar zu toppen. Stellenweise plätschert die Handlung so vor sich hin. Vereinzelte Szenen erscheinen auch etwas langatmig. Nichtsdestotrotz ist die Fortsetzung unterhaltsam. Schon nach kurzer Zeit ist man mit den mehr oder minder beliebten Charakteren wieder vertraut. Es ist fast wie das Gefühl „nach Hause zu kommen“.

Zu Beginn des Buches hat man zur Erinnerung noch einmal ein umfassendes Personenregister. Dem Kenner der Serie sind fast alle Personen bekannt, es kommen nur wenige Neue dazu. Obwohl Frau Caspian im Laufe der Geschichte notwendige Rückblicke auf wichtige Zusammenhänge gibt, empfiehlt es sich trotzdem die Vorgänger in chronologischer Reihenfolge gelesen zu haben.

Chaotische Nachkriegszeit

Alle Charaktere sind wie gewohnt authentisch gezeichnet. Dabei überzeugt jeder auf seine Art. Die Komtess Katherina hat dabei eine besondere Entwicklung durchgemacht. Nach ihrer Flucht von Greifenau und der entbehrungsreichen harten Zeit in Berlin ist sie ein starker Charakter. Sie ist nun die Ehefrau des Industriellensohnes Julius. Dieser hingegen wirkt im Gegensatz zu seiner Frau eher unselbständig. Seine Entscheidungen sind sehr geprägt vom Einfluß seines Vaters Cornelius. Konstantin und Rebecca kennt man bereits als unkomplizierte sympathische Zeitgenossen. Als diese einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen muss, leidet man direkt mit der unkomplizierten neuen Patronin mit. Auch Feodora erscheint dem Leser ohne große Veränderung. Sie sitzt immer noch auf dem hohen Ross und hält sich für etwas Besseres. Den Untergang der Monarchie ignoriert sie beleidigt. Ihrer Figur kann man nach wie vor nichts Positives abgewinnen.

„Goldene Zwanziger“ alles andere als golden

Eines ist der „Gut Greifenau“-Erfinderin aber überzeugend  in diesem Buch gelungen. Sehr bildhaft und beklemmend schildert sie die Situation verschiedener Gesellschaftsschichten während der Hyperinflation. Man kann es sich kaum vorstellen, dass man jahrelang Hunderte von Mark gespart hat und man am Ende nicht einmal ein Brot dafür bekommt. Die Goldenen Zwanziger Jahre waren nur für eine bestimmte Personengruppe wirklich Gold wert, Menschen wie Cornelius Urban zum Beispiel. Wer genug ausländische Währung besaß musste nichts entbehren. Dollar oder Naturalien waren das einzig wirksame Zahlungsmittel.                                                       

Meisterlich verbindet Hanna Caspian die fiktive Geschichte ihrer Charaktere mit den tatsächlichen Begebenheiten der Nachkriegszeit und dem Beginn der Weimarer Republik. Der Schreibstil ist dabei wie gewohnt leicht verständlich.                                                                                             

Das Buch ist in Kapitel unterteilt und umfasst den Zeitraum 1919 bis 1923. Jedes Kapitel ist mit dem entsprechenden Datum betitelt. Dabei finden sich mehr oder weniger große Zeitsprünge. Die Gestaltung des Covers reiht sich wunderbar in die optische Erscheinung der Vorgänger ein. Passenderweise hat Knaur diesmal bei der Beschriftung Goldschrift gewählt. Leider hat sich diese aber während des Lesens fast komplett abgegriffen.

Fazit:

Auch wenn „Goldsturm“ im Vergleich der schwächste Band der „Gut Greifenau“-Reihe ist, sollte man ihn trotzdem unbedingt lesen. Wenn man sich durch die etwas langatmig gehaltenen Stellen hindurch liest, bleibt in der Gesamtheit doch ein unterhaltsamer Lesegenuss übrig und am Ende ist man doch ein wenig traurig die vertrauten Personen zurückzulassen. Die beeindruckende bildhafte Schilderung rund um die Zustände der Hyperinflation machen die genannten Schwächen wett und man erwartet freudig den bereits angekündigten Teil fünf.

Gut Greifenau - Bd. 4: Goldsturm

Gut Greifenau - Bd. 4: Goldsturm

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Letzte Kommentare:
21.05.2020 14:13:51
Kessie69

Klappentext
Der vierte Band der Gut-Greifenau-Reihe von Bestseller-Autorin Hanna Caspian über die Bewohner eines Gutes in Pommern.
Konstantin und Rebecca kämpfen mit den Folgen, die Misswirtschaft und Krieg auf ihrem Pommerschen Gut hinterlassen haben. Doch schwerer als die aufkommende Hyperinflation wiegen die persönlichen Schicksalsschläge. Noch ist nichts entschieden, wenn es um Greifenau geht – nicht, solange Konstantin keinen Erben hat.
Die ehemalige Komtess Katharina dagegen kann sich alles leisten, was sie will. Dieser Luxus ist nicht nur allzu verführerisch, er führt auch zu Neid, der in Bösartigkeit umschlägt. Doch bleibt Katharina der eine große Traum vom Medizin-Studium versagt. Daran ist sie allerdings nicht ganz unschuldig. Erst als sie das erkennt, findet sie zurück auf ihren Weg. Das gefällt allerdings nicht allen.
Auch in der Dienstboten-Etage warten einige noch auf ihr persönliches Glück. Ida war Albert gegenüber wohl doch nicht ganz aufrichtig, was ihre Vergangenheit angeht. Für Eugen und Wiebke jedoch scheint eine gemeinsame Zukunft vorgezeichnet. Doch dann entgleitet Eugen das so sicher geglaubte Glück.

Zum Inhalt
Was ist aus den von Auwitz-Aarhayn nur geworden? Schlimmer könnte es nicht kommen, denn alle kämpfen mit den Folgen des ersten Weltkrieges, der nun seit nicht allzulanger Zeit vorüber ist. Die hohen Herrschaften ebenso wie die Dienstboten. Das gesamte Volk leidet unter Hunger und großer Armut.
Nur wenigen ist es vergönnt im Luxus zu leben, so wie Katharina und Julius. Nur ist es nicht deren eigener Verdienst, sondern sie sind auf die Gnade von Julius Vater angewiesen. Einer der Neureichen Industriellen, einer der seiner Familie alles bieten kann. Doch macht er dies auch ohne Eigennutz?
Reicht es aus im Reichtum zu baden, oder bezahlt man dafür einen hohen Preis? Katharina ihr größter Wunsch war es schon immer, Medizin zu studieren. Julius gab einst ein Versprechen, er würde Katharina unterstützen ihren Traum zu erfüllen. Aber was ist, wenn Julius gar keinen Einfluss darauf hat und es jemanden gibt, der Katharina's Wunsch zu verhindern weiß. Geld allein macht nicht glücklich. Mit drei Kindern kommt sie sich vor als wäre sie in einem goldenen Käfig gefangen.

Rebecca und Konstantin versuchen derweil das Gut irgendwie zu retten. Dabei sind sie immer mehr abhängig geworden. Etwas, was sich später als fataler Fehler herausstellen wird. Das ist eine enorme Herausforderung und dabei müssen die beiden samt Personal auf vieles verzichten.
Dann gibt es noch einen neuen Nachbar, der Konstantin das Leben nicht leichter machen wird.
Im Dienstbotentrak geht es auch nicht immer friedlich zu. Jeder hat so seine Sorgen, einer mehr der andere weniger. Eugen sieht seine Situation sogar noch schlimmer. Er liebt Wiebke, nur weiß er nicht wie er diese zur Geltung bringen kann. Es wird eine Zeit kommen, da muss er sich entscheiden welchen Weg er gehen will.
Albert und Ida, ein Paar welches ebenfalls Glück und leid ertragen müssen.
Bei allen gilt eine Frage....werden sie es schaffen, den düsteren Zeiten zu entkommen?

Meine Meinung
Dies ist nun der vierte Band der Gut Greifenau Saga der Autorin Hanna Caspian. Wie habe ich mich darauf gefreut, dass es nun endlich weiter geht.
Wieder ist es ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der in eine grandiose Geschichte verwandelt wurde. Der Schreibstil ist wie gewohnt erstklassig, sehr emotional, denn alles ist vertreten. Die Gefühlswelt der Protagonisten gibt alles her, ob Hass und Neid, Mut und Nächstenliebe, sowie ganz große Gefühle. Aber auch Enttäuschung und Verbitterung.
Es gelingt nicht allen Autoren bei eine Saga alle Teile gleichmäßig gut zu schreiben. Aber Hanna Caspian ist es auch mit dem vierten Band exzellent gelungen.
Albert und Ida, beide Angestellte auf dem Gut sind zu meinen heimlichen Lieblingsprotagonisten geworden. Ich mag auch viele andere, die mir sehr sympathisch sind, doch die beiden haben es mir angetan.
Mehr muss ich gar nicht sagen, absolute Leseempfehlung. Nun warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Band.

13.05.2020 12:13:46
nati

Unruhige Zeiten
Es gibt wenige Bücher von denen ich mir wünschte, sie mögen weitergehen, aber diese Reihe gehörte definitiv dazu, so dass ich die Trilogie mit großem Bedauern beendet habe. Nach dem ich voller Freude von der Fortsetzung gehört habe, musste ich diese unbedingt lesen.

Der vierte Band führt den Leser in die Anfänge der Weimarer Republik. Die Menschen leiden unter den unmittelbaren Kriegsfolgen und der Hyperinflation. Konstantin und Rebecca kämpfen um den Fortbestand von Gut Greifenau. Katherina erkennt nach der Hochzeit mit Julius Urban, was für ein privilegiertes Leben sie führt. Dabei bleibt ihr Traum nach einem Medizinstudium auf der Strecke. Wird sie sich diesen Wunsch noch erfüllen können? Auch bei den Dienstboten gibt es einige Veränderungen, die so nicht eingeplant waren.

Das Cover hat einen gewissen Wiedererkennungswert zu den bisherigen Bänden. Die Handlung spielt in der Zeit von Ende 1919 bis September 1923. Wieder ist es Hanna Caspian gelungen mich durch den wunderbaren Schreibstil und der guten Darstellung der Protagonisten zu begeistern. Sehr gekonnt hat die Autorin gut recherchierte historische Ereignisse mit in die Handlung einfließen lassen, so dass dieses Buch nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch die unruhigen Zeiten spürbar werden lässt. Dieses geschieht durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten, die das Geschehen sehr lebendig und vielschichtig wirken lässt. Bis zum Schluss habe ich mit den handelnden Personen mit gefiebert. Da noch einige Fragen offen geblieben sind, freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

21.04.2020 14:02:15
MarySophie

Handlung:
Gut Greifenau 1919
Noch immer sind die Folgen des Krieges weitreichend spürbar. So auch bei Konstantin, Rebecca und den restlichen Bewohnern des Pommerschen Gutes Greifenau. Auch seine Familie macht dem Erben Druck, sie erwarten ihre Apanage, die Konstantin finanziell zu schaffen macht. Und noch dazu fehlt ihm ein Erbe, der seine Position festigen würde...
Zwar hat seine jüngere Schwester, die ehemalige Komtess Katharina, keine finanziellen Probleme und bisher noch keinen Druck nach einem Nachfolger. Doch noch immer konnte sich die junge Frau ihren Traum von einem Medizin-Studium nicht erfüllen. Und außerdem erkennt Katharina, dass ihre Familie nicht ganz so hinter ihr steht, wie sie es sich wünscht und das ausreichend Geld auch negative Aspekte hat.
Bei der restlichen Familie, sowie bei den Dienstboten des Gutes passiert ebenfalls allerlei. Manche suchen ihr Glück, manche trauen sich nicht, einige Dinge auszusprechen und manche denken über einen Abschied nach...

Meinung:
Das Cover erinnert klar an die vorherigen Teile, ich finde aber auch, dass es gleichzeitig edler und glanzvoller wirkt. Nicht nur durch den Beinamen „Goldsturm“ oder die Dame, welche sehr schick und geschmackvoll, der damaligen Mode entsprechend gekleidet ist. Auch der Hintergrund mit dem Haus wirkt sehr freundlich, beim Himmel ist lediglich der obere Rand dunkler verfärbt und wirkt etwas bedrohlicher. Insgesamt gefällt mir das Bild sehr gut, es ist stimmig und ansprechend. Außerdem finde ich es gut, dass es einen Bezug zu den drei bereits erschienenen Bänden gibt, was ich immer gerne mag und im Bücherregal sieht es natürlich wunderbar stimmig aus.

Tatsächlich hatte ich nicht gedacht, dass es noch einen vierten Band von Gut Greifenau geben wird. An sich war ich der Meinung, dass es schon ein vernünftiges Ende im dritten Teil gab, mit dem ich ganz gut leben konnte. Doch weil mir die anderen Bücher so gut gefallen haben, wollte ich auch diesen Teil noch lesen und nochmals in die Welt von Konstantin, Rebecca, Katharina und allen anderen eintauchen. Ich war mir ziemlich sicher, dass das Buch spannend sein wird und mich ebenso wie die anderen Bücher überzeugen kann. Daher war ich sehr glücklich, den Roman als Rezensionsexemplar zu erhalten und bin frohen Mutes in die Handlung gestartet.

Vor dem Start der Handlung gibt es den obligatorischen Anhang, den ich sehr nützlich und sinnvoll finde. Nicht nur eine Karte von Westpreussen und Pommern ist dabei, die eine Lokalisierung des fiktiven Gut Greifenaus zulässt, sondern auch zwei zweitere Abbildungen. Einmal wird das Dorf Greifenau mit den wichtigsten Gebäuden abgebildet. Zum anderen gibt es noch eine Aufteilung der Gebäude des Gutes, sodass man auch dort einige Wege nachvollziehen kann und sich das gesamte Grundstück besser vorstellen kann.
Danach folgt eine Personenübersicht, ich hatte mich, bevor ich mit dem Buch begonnen habe, erst mal damit befasst, mich an verschiedene Charaktere erinnert und auch auf diesem Wege fielen mir direkt wieder Details aus den anderen Bänden und diverse Zusammenhänge ein.

Obwohl es für mich gut ein Jahr her ist, seitdem ich den dritten Band gelesen habe, hatte ich absolut keine Probleme, mich wieder in der Handlung zurechtzufinden. Mir sind nach wenigen Seiten direkt wieder viele Details eingefallen, dazu gibt es auch ab und an kleine Zusammenfassungen vonseiten der Autorin, was bereits geschehen ist. Und je weiter die Handlung fortgeschritten ist, desto mehr Informationen sind mir eingefallen und ich konnte mich schnell vollkommen auf die Handlung einlassen.
Tatsächlich habe ich mich während des Lesens häufig gefragt, warum ich mich mit dem dritten Teil als Ende zufrieden gegeben habe. Es sind doch einige offene Fragen gewesen, die mir auf dem Herzen lagen und die im Verlauf des Romans teils beantwortet wurden. Ich wurde immer glücklicher, dass es noch eine Fortsetzung gibt und bei einigen Angelegenheiten Licht ins Dunkel kommt.

Mir hat die Schreibweise wieder richtig gut gefallen. Sie hat mich herzlich am Anfang des Buches begrüßt und war sehr angenehm zu lesen. Ich konnte mir viele Szenen bildhaft vorstellen, ich mochte die Umschreibungen von Charakteren, des Settings oder von Situationen sehr gerne und habe mich schon nach wenigen Seiten entspannen können. Natürlich trägt der tolle Schreibstil auch wieder dazu bei, dass sich das Buch sehr gut und locker lesen lässt und man den Roman am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen mag.

Erzählt wird die Geschichte von einem allwissenden Erzähler, der immer wieder die Perspektiven wechselt und verschiedene Charaktere zu Wort kommen lässt. So entsteht eine umfangreiche Geschichte, die nie Langeweile entstehen lässt und es bleibt stets spannend. Ich fand es lediglich etwas schade, dass manche Protagonisten sehr viel weniger Platz im Roman eingenommen haben als andere und man so teilweise eine lange Zeit nichts von ihnen hört. Ein ausgeglicheneres Verhältnis dessen würde zu einem noch besseren Kennenlernen der Charaktere führen und es würde noch mehr Vielfalt entstehen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Spannung. Ich hatte mir so einige Gedanken gemacht und immer wieder sind mir Ideen gekommen, wie sich eine Situation auflösen könnte, doch so richtig lässt sich die Autorin nicht in die Karten schauen. Ich lag mit meinen Vermutungen meist komplett daneben und wurde stets mit dem Weitergang der Geschichte überrascht. Kaum ein Detail hat sich vorhersehen lassen, immer wieder gab es kleine Stichworte, die in die Irre geführt haben und daher gab es am Ende meist eine große Überraschung.
Und trotz vieler Wendungen und auch Dramen, wurde es nie zu viel. Es gab stets Kapitel, die ruhiger waren, die Zeit gegeben haben, um die Gedanken zu ordnen und die den normalen Alltag der Charaktere gezeigt haben. Sie dienen als Ruhepole und sind eine willkommene Abwechslung zu vielen spannungsreicheren Kapiteln. Das Drama wird nicht zu viel und die Geschichte behält eine gewisse Bodenständigkeit, die sie sehr natürlich und nicht zu gescriptet wirken lässt.

Am Anfang neuer Abschnitte gibt es, wie schon von den vorherigen Teilen bekannt, immer eine zeitliche Angabe. Diese hilft nicht nur dabei, die Handlung einzuordnen und historische Daten besser in einen Zusammenhang zu bringen, sondern man kann auch gut schauen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist. Weiterhin lässt sich so ganz gut eine kritische Betrachtung der Charaktere vollziehen, man kann sie besser beurteilen und schauen, inwieweit es eine Entwicklung gibt.

Diesmal gibt es eine insgesamt erzählte Zeit von 4 Jahren. Beginnen tut die Handlung 1919 und erstreckt sich, mit kleinen Auslassungen und Zeitsprüngen, bis ins Jahr 1923. Ich bin gerade selbst erstaunt, wie viel Zeit vergangen ist, an mir sind die erzählten Jahre während des Lesens nur so vorbeigeflogen und mir war gar nicht bewusst, dass die Handlung schon so weit fortgeschritten ist und die Goldenen Zwanziger begonnen haben. Das ist ja ein gutes Zeichen, dass die Geschichte stets spannend war und ich hatte große Freude beim Lesen. Die Auslassungen waren geschickt eingesetzt und es gab trotzdem Informationen zu Ereignissen, die man nicht selbst miterlebt hat. So wurde die Handlung etwas abgespeckt und es konnten erst gar keine Längen entstehen.

In diesem vierten Band zeichnet sich das Setting durch eine interessante Mischung aus bekannten und neuen Orten aus. Nicht nur gibt es wieder viele Szenen von dem wundervollen Gut Greifenau, sondern auch in Potsdam und Berlin spielen einige Szenen. Dazu gibt es auch eine kleine Reise nach Frankreich, über die ich aber nicht zu viel verraten möchte.
Am meisten Charme hatte definitiv Greifenau, vielleicht weil der Ort und das Gut noch aus den vorherigen Teilen so gut bekannt ist und es sich ein bisschen wie ein Heimkommen an einen angenehmen und einladenden Platz angefühlt hat.
Dagegen kommen die anderen Handlungsorte nicht an, sie sind mit nicht ganz so bunten und lebhaften Worten gezeichnet und lassen bei mir nicht so ein starkes Bild entstehen. Ich glaube, gerade weil das Gut so perfekt dargestellt ist, gibt es eine hohe Messlatte, die für andere Lokalitäten nur schwer zu erreichen ist.

In die Handlung geschickt eingebunden wurden wieder allerhand historische Details, die stets in einen schlüssigen Zusammenhang gebracht wurden. Sie wurden außerdem auch perfekt mit den meist fiktiven Charakteren in einen Einklang gebracht und dies ergibt eine anregende und interessante Mischung, welche mir sehr gut gefallen hat.
Zudem wurden diese Informationen auf eine einfache und leichte Weise dargestellt, ich hatte keinerlei Probleme, sie aufzunehmen und mir einzuprägen. Außerdem merkte man anhand von solchen Details, wie stark und tiefgehend die Recherche der Autorin war und wie viel Herzblut in dem Buch steckt. Eine jede Aussage hat Hand und Fuß und machte viel Sinn.

Es gibt eine Vielzahl an Protagonisten, die den unterschiedlichsten Ständen angehören. Mir hat ja in den vorherigen Bänden immer der dargestellte Unterschied und das Zusammenleben von der Herrschaft mit den Dienstboten immer besonders gut gefallen. Und im Grunde tut es das immer noch, wobei ich es sehr schade fand, dass die Dienstboten nicht mehr so einen umfangreichen Teil bekommen haben, mir scheint es gerade, als würden sie weniger auftreten als in den vorherigen Teilen. Vielleicht täusche ich mich auch, immerhin haben sich die Zeiten und die Gesellschaft geändert, zudem gibt es nun keine Hausherrin mehr, die einen großen Wert auf ihren hohen Stand legt. Für mich ist das ein Aspekt, der mir etwas zu kurz kommt und ich hoffe, dass sich dies im fünften Teil ändern könnte.
Ansonsten gibt es wieder allerhand lebhafte Zeichnungen der Protagonisten und ich fand es toll zu sehen, wie wenig sich manche geändert haben. Gerade Feodora ist noch komplett die Alte geblieben und obwohl ich ein großer Fan davon bin, wenn Charaktere einsichtiger werden, mag ich es bei ihr sehr, dass sie ihren Prinzipien treu bleibt. Genau das passt zu ihrem Wesen und alles andere würde nur gekünstelt erscheinen.

Fazit:
Mein erster Gedanke, als ich das Buch weggelegt habe: Hier muss noch eine Fortsetzung folgen. Dafür bleiben viel zu viele Fragen offen und ich wünsche mir eine Beantwortung dessen. Ich hab dann mal auf der Verlagsseite nachgeschaut und schnell festgestellt, dass mir dieser Wunsch erfüllt wird. Ein fünfter Teil folgt im Dezember, ich kann die Zeit bis dahin kaum noch abwarten und bin mir sicher, dass das Buch ebenso gut wird wie die bisher erschienenen Teile und dem Leser in der Vorweihnachtszeit viele schöne Stunden bescheren wird.
Bis auf ein – zwei kleine Punkte, die ich angesprochen habe ( ein ausgewogeneres Verhältnis der Erzählsituationen, sowie mehr Informationen und Szenen zu den Dienstboten ) bin ich mit dem Buch vollkommen zufrieden. Anfangs stand ich einer Fortsetzung tatsächlich etwas kritisch gegenüber, ich musste mich erst mal an den Gedanken gewöhnen, danach kam erst die Freude darüber. Mittlerweile bin ich vollkommen begeistert darüber, dass noch ein paar mehr Geheimnisse aufgedeckt werden, die ich mir nicht entgehen lassen möchte.

30.03.2020 17:19:44
nati

Unruhige Zeiten
Es gibt wenige Bücher von denen ich mir wünschte, sie mögen weitergehen, aber diese Reihe gehörte definitiv dazu, so dass ich die Trilogie mit großem Bedauern beendet habe. Nach dem ich voller Freude von der Fortsetzung gehört habe, musste ich diese unbedingt lesen.

Der vierte Band führt den Leser in die Anfänge der Weimarer Republik. Die Menschen leiden unter den unmittelbaren Kriegsfolgen und der Hyperinflation. Konstantin und Rebecca kämpfen um den Fortbestand von Gut Greifenau. Katherina erkennt nach der Hochzeit mit Julius Urban, was für ein privilegiertes Leben sie führt. Dabei bleibt ihr Traum nach einem Medizinstudium auf der Strecke. Wird sie sich diesen Wunsch noch erfüllen können? Auch bei den Dienstboten gibt es einige Veränderungen, die so nicht eingeplant waren.

Das Cover hat einen gewissen Wiedererkennungswert zu den bisherigen Bänden. Die Handlung spielt in der Zeit von Ende 1919 bis September 1923. Wieder ist es Hanna Caspian gelungen mich durch den wunderbaren Schreibstil und der guten Darstellung der Protagonisten zu begeistern. Sehr gekonnt hat die Autorin gut recherchierte historische Ereignisse mit in die Handlung einfließen lassen, so dass dieses Buch nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch die unruhigen Zeiten spürbar werden lässt. Dieses geschieht durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten, die das Geschehen sehr lebendig und vielschichtig wirken lässt. Bis zum Schluss habe ich mit den handelnden Personen mit gefiebert. Da noch einige Fragen offen geblieben sind, freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

29.03.2020 10:20:44
Taxina

Ach wie habe ich mich gefreut dass Die Reihe Gut Greifenau fortgesetzt wird, nun muss ich schon mit Bedauern das Buch beiseite legen, habe es soeben beendet.

Das Cover ist schön gestaltet und hat einen Wiederkennungswert, so findet es auch jeder Liebhaber der Reihe, der noch nichts von der Fortsetzung mitbekommen hat.

Der Wiedereinstieg war ganz leicht, es gibt eine Übersicht aller Personen und man ist auch so gleich wieder mit dabei, der Erzählstil ermöglicht es einen sehr gut sich wieder gut auf Gut Greifenau zurecht zu finden. Auch wenn es um geschichtliche Erläuterungen geht ist es immer verständlich nie langatmig geschrieben.
Die liebgewonnen Charaktere in den verschiedenen Häusern und Etagen werden Kapitel für Kapitel aufgefrischt.
Die 20er Jahre, frisch nach dem Krieg sind eine Zeit der Armut, es herrscht Inflation und es wird Tauschhandel und Schwarzmarkt getrieben.
Konstantin mit Rebecca haben es nicht leicht auf dem Gut, sie müssen es vor dem Ruin retten, außerdem gibt immer mal interessante und dramatische Familienbegebenheiten. Das Dienstbotenpersonal ist ihnen treu ergeben und soll möglichst auch auf dem Gut bleiben, nur die Arbeit kann auch mal anders verteilt werden.
Albert und Ida wollen eine Familie gründen und zwischen Eugen und Wiebke könnte sich etwas anbahnen aber es ist nicht so einfach...

Bei Katherina und Julian gibt es auch nicht immer Glück und Freude aber finanziell geht es ihnen sehr gut mit Unterstüzung von Julians Vater natürlich. Katherina kämpft darum Medizin studieren zu dürfen, doch ist das alles nicht so einfach wie sie sich das denkt.

Ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen, es ist spannend, fesselnd und unterhaltsam.

27.03.2020 12:00:18
Tine M.

Grandiose Fortsetzung der Greifenau-Saga-Teil 4

Klare Leseempfehlung von mir:) besorgt euch am besten gleich alle Bände für den kompletten Genuss!

26.03.2020 21:56:56
Hajnal Müller

LESEEINDRUCK ZU
"GUT GREIFENAU- GOLDSTURM"
VON HANNA CASPIAN

Leute, ich habe fertig und ich bin fertig! Was für eine geniale Fortsetzung der Kaisersturz-Trilogie

26.03.2020 21:55:32
Hajnal Müller

LESEEINDRUCK ZU
"GUT GREIFENAU- GOLDSTURM"
VON HANNA CASPIAN

Leute, ich habe fertig und ich bin fertig! Was für eine geniale Fortsetzung der Kaisersturz-Trilogie