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Alexandra Hopf
Großartiger Lesegenuss mit Wiener Flair

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Nov 2020

Ende des 19.Jahrhunderts ist die junge Komtess Sophie Werdenfels in einem Alter in dem man in die Gesellschaft des Wiener Adels eingeführt wird. Ihre Mutter Henriette hängt nach dem Tod von Sophies leiblichem Vater und ihrem ältesten Sohn Nikki eher trüben Gedanken nach und hält sich von der Öffentlichkeit weitestgehend fern. So ist Sophie froh, des öfteren die Familie ihrer gleichaltrigen Freundin Mary Vetsera bei gesellschaftlichen Veranstaltungen begleiten zu dürfen.

Sophie und ihre Mutter leiden sehr unter der strengen und ehrgeizigen Fuchtel des zweiten Ehemannes Arthur von Freiberg. Aufgrund der angespannten Familienverhältnisse im Palais Werdenfels ist es für Sophie, oft auch Phiefi genannt, immer eine willkommene Abwechslung ein paar schöne Stunden im Kaffeehaus ihres Onkels Stephan Danzer zu verbringen. Gern probiert sie sich dort in der Backstube an neuen eigenen Kreationen. Natürlich darf der Stiefvater nichts von diesen nicht standesgemäßen Aktivitäten erfahren. Bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung, die Sophie mit den Vetseras besucht, sieht sie Richard von Löwenstein und ist tief beeindruckt vom Offizier aus dem Regiment des Kronprinzen Rudolf. Für Rudolf selbst hingegen schwärmt ihre Freundin Mary.

Doch entgegen aller Warnungen von Sophie wird diese "Backfischschwärmerei" bei der hübschen Komtess Vetsera immer mehr zur Besessenheit. Während bei Phiefi, trotz ihrer Verliebtheit in Richard, die Vernunft siegt und die beiden nur Freundschaft verbindet, verstrickt sich Mary immer mehr in der blinden Liebe zu Rudolf. Sie beginnt sogar eine Affäre mit dem verheirateten Kronprinzen, die noch weitreichende Folgen für die Habsburger Monarchie haben wird.

Historische Begebenheiten exzellent recherchiert

Wer bei diesem Roman aufgrund des Titels davon ausgeht, dass sich der Inhalt mit den Geschehnissen rund um das Kaffeehaus beschäftigt, wird zunächst enttäuscht sein. In der Tat ist diese Lokalität nur ein Nebenschauplatz im Auftaktband der Kaffeehaustrilogie. Hauptthema des Buches ist vielmehr die tragische Gestalt des Kronprinzen Rudolf und die Entstehung seiner Beziehung zu Mary Vetsera bis hin zu der daraus entstehenden "Mayerling Affäre". Wenn man aber die Tatsache als Leser akzeptiert, eben keine Geschichten rund um Backstube oder Kaffeehaus zu lesen, kann man sich auf ein historisch perfekt ins Detail recherchierte Werk freuen. Man spürt wie viel Recherchearbeit und Herzblut von der Autorin in diesem Roman stecken. In der Tat beruht die Geschichte hauptsächlich auf realen Begebenheiten. Marie Lacrosse hat die wenigen Lücken die noch offen sind durch fiktive Ereignisse gefüllt, die sich aber untrennbar mit den historischen Geschehnissen verbinden. Am Ende des Buches erklärt uns die Schriftstellerin sehr ausführlich und informativ an welchen Stellen sie ihre Phantasie hat spielen lassen und wo nicht. Auch wenn diese Information absolut ausreichend ist, fühlt man sich dennoch beflügelt auf eigene Faust verschiedene Quellen zu bemühen und noch mehr über diese dunkle Entwicklung in der Habsburger Monarchie nachzulesen. Hierzu kann man beispielsweise das Internet bemühen oder aber auch eines der Bücher im angehängten Quellenverzeichnis.

Ein besonderes Schmankerl ist auf der Innenseite des Buchumschlags das Rezept der Mokkaprinzentorte, für welche das Kaffeehaus Danzer bekannt ist. Es wurde eigens für das Buch durch einen Konditor konzipiert und lädt zum Nachbacken ein.

überschaubare Zahl an Hauptprotagonisten

Obwohl man am Anfang des Buches von einem sehr umfassenden Personenverzeichnis überwältigt wird, bleibt die Zahl der an der Handlung beteiligten Personen gut überschaubar. Auch in der Auflistung verweist die Autorin durch spezielle Kennzeichnung genau auf historische Persönlichkeiten und sind von den fiktiven Protagonisten gut trennbar.

Während ein Teil der Hauptprotagonisten, nämlich die Familien Werdenfels und Löwenstein der Phantasie der Autorin entsprungen sind, sind die kaiserliche Familie und die Vetseras historische Persönlichkeiten. Vor allem durch die Person der Sophie als Dreh- und Angelpunkt gelingt es die ganze Geschichte zu erzählen. Der Charakter des Kronprinzen Rudolf ist sehr genau und informativ dargestellt. So erfährt man bereits durch Rückblenden welch lieblose Kindheit der Thronerbe hatte.

interessante Einblicke in das Leben des gehobenen Wiener Adels

Marie Lacrosse gelingt es schon allein mit ihrem bild- und lebhaften Schreibstil den Leser zu verzaubern. So fliegen die über 700 Seiten des ersten Teils der Trilogie, die einen Zeitraum von 10 Jahren rund um das Wiener Kaffeehaus umfasst, nur so dahin. Die wechselnde Erzählperspektive trägt zur steten Abwechslung bei. Zudem vermittelt sie gut verständlich wie denn der Alltag der gehobenen Wiener Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat. Auch rund um die k und k Monarchie bekommt man aufschlussreiche Einblicke geliefert. Zum Ende hin steigert sich die Spannung und man mag das opulente Werk kaum weglegen. Mit den letzten Geschehnissen gibt die Autorin einen Ausblick, um was es denn im zweiten Teil gehen wird. Die angefügte Leseprobe bestätigt die Vorahnung und man kann es kaum erwarten endlich mit der Lektüre von Teil zwei fortfahren zu können. Der überaus gute Eindruck vom Buch wird durch ein stimmiges Coverbild des Goldmann Verlages abgerundet.

Fazit

Ein beeindruckender und exakt recherchierter Roman rund um die Habsburger. Ein Lesehighlight welches einen Teil 2 herbeisehnen lässt.

Das Kaffeehaus - Bd.1: Bewegte Jahre

Das Kaffeehaus - Bd.1: Bewegte Jahre

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