Der Eisenbahnmörder

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

Christine Gaspard (Übersetzung)

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Jörg Kijanski
Furioser Abschluss der Thomas-de-Quincey-Trilogie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2020

März 1855. Der Erfindung der Eisenbahn stehen viele Menschen noch immer skeptisch gegenüber, darunter auch der berühmt-berüchtigte Opiumesser Thomas de Quincey, der mit seiner Tochter Emily während einer Bahnfahrt plötzlich eindeutige Kampfgeräusche aus dem Nachbarabteil hört. Wenig später wird klar, dass ein Verbrechen stattgefunden haben muss, doch als der herbeigerufene Schaffner am nächsten Bahnhof das blutbeschmierte Nachbarabteil öffnet, findet er dieses leer vor. Da der Zug seine Fahrt fortsetzen muss, laufen De Quincey und Emily zu einem Tunnel zurück, in dem die Gewalttat erfolgte. Dort finden sie die übel zugerichtete Leiche eines Mannes, wenig später übernehmen Detective Inspector Sean Ryan und Detective Sergeant Joseph Becker von Scotland Yard die Ermittlungen.

„Emily und ich haben den Vormittag in Gesellschaft einer alten Freundin verbracht. Als wir ins Cambridge House zurückkehrten fanden wir dort eine Nachricht von Lord Palmerston vor – er ließ uns wissen, Königin Victoria und Prinz Albert hätten den Wunsch geäußert, dass wir hierherkommen und uns an der Ermittlungsarbeit beteiligen.“
„Die Königin und der Prinzgemahl haben Sie zum Helfen hierherbeordert?“
„Aber ich wäre so oder so gekommen.“

Wie sich herausstellt handelt es sich bei dem Opfer um Daniel Harcourt, einen Anwalt, dessen Kunden aus den höchsten Kreisen der Gesellschaft kommen. So findet Ryan in dessen Kundenkartei auch eine Akte über Henry John Temple, Vor- und Familienname von Lord Palmerston, seines Zeichens seit einigen Wochen englischer Premierminister und widerwilliger Gastgeber von de Quincey und Emily; doch nachdem letztere unlängst einen Anschlag auf Queen Victoria vereitelten, sieht sich Palmerston zu einem gewissen Entgegenkommen genötigt. Nur wenige Tage später ereignen sich gleich zwei dubiose Ereignisse. Zunächst finden Anschläge auf die Eisenbahn statt, bei denen weitere Menschen zu Tode kommen. Die Eisenbahnaktien brechen daraufhin ein. Sollten die Russen versuchen, die Bevölkerung in Panik zu versetzen; schließlich haben sie im laufenden Kriegsverlauf einige Rückschläge zu verzeichnen? Und dann trifft de Quincey völlig unerwartet auf Carolyn, die er zuletzt als obdachloser Bettler im Alter von siebzehn Jahren kennenlernte. Damals war Carolyn zehn Jahre alt und sie hausten eine Zeit lang in einem baufälligen Gebäude in der Greek Street …

Interessante Querverweise auf das Werk de Quinceys

Mit der „Eisenbahnmörder“ schließt David Morell (bekannt durch „Rambo“ und Horrorromane wie „Creepers“) seine Thomas-de-Quincey-Trilogie nach den Vorgängern „Der Opiummörder“ (spielt im Dezember 1854) und „Die Mörder der Queen“ (spielt im Februar 1855) fulminant ab. Noch stärker als zuvor nimmt David Morell in seinem letzten Band sehr stark Bezug auf die Biografie und das Werk seines Protagonisten. Thomas De Quincey (1785-1859) war einer der führenden Romanciers und Essayisten seiner Zeit. Seinen Ruhm verdankt er vor allem zwei Werken; dem 1827 veröffentlichten Essay „Der Mord als schöne Kunst betrachtet“ („On Murder Considered as One of the Fine Arts“) und seinem wohl bekanntesten Werk „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ („Confessions of an English Opium-Eater“), der 1822 erstmals in Buchform erschien. Beide Werke sind noch immer problemlos erhältlich und - wenngleich man sie zum Verständnis des hier vorliegenden Romans natürlich nicht kennen muss – nach wie vor ein Leseerlebnis.

„Es gibt viele Realitäten. Das Opium bringt es mit sich, dass ich manchmal Schwierigkeiten habe, die eine von der anderen zu unterscheiden.“

In „Der Eisenbahnmörder“ geht es aber nicht nur um den Protagonisten, sondern ebenso um die Ermittlungsarbeit von Scotland Yard und um das Verhältnis von Ryan sowie seines Partners Becker, die sich beide zu Emily hingezogen fühlen. Wie gewohnt wird die Geschichte von einem neutralen Erzähler in der dritten Person sowie von Ich- Erzählerin Emily („Aus dem Tagebuch Emily de Quinceys“) erzählt.

Fazit

David Morell thematisiert Leben und schriftstellerisches Werk von Thomas de Quincey, dessen unfassbaren Konsum von Laudanum, die Polizeiarbeit, die ersten Jahre der Eisenbahnfahrt und den Krieg mit Russland, in dem Lord Palmerston seine (nicht ganz sauberen) Finger im Spiel hat. Dazu gibt es reichlich Tote, viel Action und einige gefährliche Situationen für das Quartett de Quincey, Emily, Ryan und Becker mit einem passenden Finale respektive Abschluss der Trilogie.  

Der Eisenbahnmörder

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