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Heike Stepprath
Botschaften aus der Unterwelt

Buch-Rezension von Heike Stepprath Okt 2019

Wien, 1920. Die Stadt wurde mit einem Kälteeinbruch überrascht. Rayonsinspektor August Emmerich wurde zu einem Tatort gerufen. Die Leiche eines Mannes wurde gefunden. Das besondere an ihr ist, dass sie mit Wasser übergossen wurde und nun mit Eis überzogen ist. Außerdem fehlt die Zunge. Kurz darauf wird ein zweiter Mordfall entdeckt. Auch hier wurde die Leiche verstümmelt. Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter stehen vor einem Rätsel, bei dessen Lösung vielleicht eine Journalistin der Wiener Illustrierte helfen kann. Ihr wurden die Pakete mit den abgetrennten Körperteilen zugeschickt. Zu allem Überfluss hat Xaver Koch, der heimgekehrte Ehemann von Emmerichs früherer Beziehung Luise, Rache im Sinn.

Der dritte Teil der Krimiserie um den kriegsversehrten Kriminalinspektor August Emmerich ist eine spannende Fortsetzung. Es ist nicht viel Zeit zwischen dem Ende des zweiten zum aktuellen Band vergangen. Dennoch ist viel passiert. Die Aufklärung der Mordfälle erfolgt wie gewohnt mit innovativer Herangehensweise. Sowohl Emmerich, dem seit dem Großen Krieg ein Granatsplitter im Knie das Gehen erschwert, als auch Winter haben in der Abteilung Leib und Leben einen schweren Stand. Während der junge Winter manchmal Bedenken äußert, schert sich sein Chef nicht um Dienstvorschriften. Damit geraten die beiden desöfteren in brenzlige Situationen, die allerdings das Erzähltempo deutlich erhöhen. Der Kriminalfall nimmt stetig Fahrt auf, bis man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann. Im Handlungsverlauf kommen immer mehr Verdächtige hinzu, ohne dass sich der Täter verraten würde.

Fiktion und Historie vereint

Ein zweiter Handlungsstrang ist politischer Natur und windet sich um Xaver Koch. Der verschollen geglaubte Ehemann von Luise ist seit dem Serienauftakt dabei und ließ bisher nur erahnen, zu welchen Gewalttaten er fähig ist. In diesem Band lässt Alex Beer einen genaueren Blick in Wiens Unterwelt zu. Der ehemalige ungarische Volkskommissar Béla Kun, der seinerzeit in Österreich Asyl gefunden hatte, plant nun eine Revolution im eigenen Land. Zwielichtige Gestalten wie Xaver unterstützen ihn dabei. Auch Emmerichs Freund aus Kindertagen Veit Kolja scheint seine Finger im Spiel zu haben. Ein solch großes Unternehmen benötigt Geld, was täglich an Wert verlor. Die Szenen ergeben zunächst ein schemenhaftes Bild, das erst zum Ende hin deutlicher wird.

Kolorierte Gesellschaftsstudie

Die Charaktere fügen sich lebendig in ihre Kulisse ein. Beer schafft ein farbiges Abbild der Zeit nach Kriegsende. Die Armut der Menschen ist deutlich spürbar und der Wunsch, die Leiden des Krieges hinter sich zu lassen. Politik und Historie bilden ebenfalls den Rahmen des Gesellschaftsbildes. Die Frauen, die im Krieg die Arbeit der Männer erledigten, sollten sich nun wieder unterordnen. Die Journalistin Alma musste um Anerkennung in ihrem Beruf kämpfen und wurde oft mit ungeliebten Arbeiten vertröstet. Den Bericht über die Mordfälle sieht sie als Sprungbrett für ihre Kariere. Im Fall von Luise gehört die häusliche Gewalt zum Alltag. Die Hausfrau und Mutter zweier Kinder wird von ihrem bösartigen Mann dominiert. Emmerich muss ohnmächtig zusehen, wie die geliebte Frau misshandelt wird. Sein Leid und die unausgesprochenen Emotionen verleihen dem ansonsten sperrigen Charakter etwas Liebenswertes.

Fazit:

Auch der dritte Fall um Kommissar August Emmerich kann Spannung und Tempo steigern. Er ist düsterer als die beiden Vorgänger und gibt das Ausmaß der Kriminalität erst auf den letzten Seiten preis. Die Figuren wurden detailliert ausgearbeitet und überraschen in ihren Dialogen und Aktionen. Die Serie als Gesamtheit besticht mit ihrer bemerkenswerten Gesellschaftsstudie.

Der dunkle Bote

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