Mord auf der Donau

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2018, Titel: 'Mord auf der Donau', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Täglich grüßt das Murmeltier oder so ähnlich

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2019

Nach „Tod am Semmering“ und „Tod an der Wien“ liegt mit „Mord auf der Donau“ der dritte Teil der Ernestine-Kirsch-Reihe von Beate Maly vor, welcher leider nur wenig Neues bietet. Zum dritten Mal sind die Rosensteins, deren Kinder die pensionierte Lehrerin Ernestine in Latein unterrichtet, verhindert und beglücken die rüstige Ruheständlerin mit einem Geschenk. Dieses Mal kein Tanzkurs im Nobelhotel und auch kein Theaterbesuch, sondern eine dreitägige Donaufahrt von Wien nach Budapest im Jahr 1923. Anton Böck, Ernestines Vermieter und ihr in platonischer Weise verbundener Freund, ahnt nichts Gutes, führten sie die beiden ersten Geschenke doch jeweils unmittelbar in einem Mordfall (oder mehrere).

An Bord der „Jupiter“ trifft sich ein bunt gemischter Kreis, bestehend aus rund einem Dutzend Personen zuzüglich Besatzung. Darunter der Graf von Jesenky, der durch sein boshaftes Verhalten gegenüber seiner Schwiegertochter besonders negativ auffällt. Am ersten Tag an Bord des Schiffes erfolgt belangloser Smalltalk, es gibt reichlich zu essen und zu trinken, am Abend auch noch eine Filmvorführung: „Das Cabinet des Doktor Caligari.“ Später stellt sich heraus, dass offenbar die recht scharf gewürzte Fischsuppe nach Szegediner Art nicht ganz korrekt zubereitet wurde, denn fast alle Gäste klagen über Beschwerden.

Am nächsten Tag erreicht die „Jupiter“ ihr Ziel in Budapest. Eine Stadtbesichtigung steht an, andere nutzen die Zeit für einen Besuch in einem Café. Zurück auf dem Schiff geht es an die Rückfahrt nach Wien und dann geschieht nach etwa der Hälfte des Romans (doch noch) das, was aus diesem Roman einen „Kriminalroman“ macht: Ein Mord! Wobei allerdings nur Ernestine diesen als solchen erkennt, alle anderen Fahrgäste sowie der Kapitän des Schiffes gehen davon aus, dass das bedauerliche Opfer – Sie ahnen, um wen es sich handelt – an einer Fischvergiftung starb. Mögliche Beweise schmeißt der Kapitän auch gleich über Bord, wobei sich dessen Theorie zu bestätigen scheint, denn wenig später wird auch noch der Küchengehilfe vermisst, der die Fischsuppe zubereitet hat. Offenbar sprang dieser nach seiner schrecklichen Tat in die Donau.   

Schwacher Spannungsbogen und zahlreiche Alltagsbanalitäten

Geschenkte Karten der Rosenheims für ein exklusives Event; ein gut ein Dutzend Personen umfassender Kreis mitwirkender Figuren; ein Mordopfer, das nahezu allen Anwesenden verhasst war und ein Tatmotiv, welches im vorausgegangenen Prolog seine Ursache findet. Kurzgefasst: Ernestine zum Dritten! So ganz langsam dürfte der Autorin mal etwas Neues einfallen, denn der Plot wird nicht allein durch „wechselnde Tatorte“ besser. Die erste Hälfte des Buches wird dafür benötigt, um die Nebenfiguren in die Handlung einzuführen und deren Beziehung (mögliches Tatmotiv) zu Graf von Jesenky vorzustellen. Dazu gibt es wie immer für Anton reichlich gutes Essen und für den Leser umfangreiche, seitenfüllende Dialoge gefüllt mit Smalltalk über Alltagsbanalitäten. Nach der Rückkehr nach Wien wird es nur leidlich besser, immerhin kommen dann mit Antons Tochter und Enkelkind sowie mit Ernestines ehemaligem Schüler, dem Polizisten Erich Felsberg, drei weitere alte Bekannte ins Spiel und bieten überwiegend familiäres Geplauder.

Fazit:

Wer die Serie kennt und die neugierige Ernestine und den mitunter etwas einfältig wirkenden Anton Böck in sein Herz geschlossen hat, wird auch mit dem dritten Teil seine Freude haben. Er bietet alle sattsam bekannten Elemente der Vorgänger auf einem großzügig limitierten Spannungslevel. Grundsätzlich ist die Serie kurzweilig und unterhaltsam, aber so langsam müsste mal eine Neuerung her. Etwas mehr Spannung und Historie wären bei einem als „Historischen Kriminalroman“ betitelten Werk natürlich auch wünschenswert.

Mord auf der Donau

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Letzte Kommentare:
26.08.2020 15:55:13
MariaAmalia

So langsam sollte sich die Autorin etwas Neues einfallen lassen, denn der dritte Teil ihrer Krimiserie ist stellenweise ein Aufguss der Ideen aus den beiden ersten Teilen. Und auch hier stellt der Verlag den Roman von Frau Maly wieder auf eine Stufe mit den Krimis von Agatha Christie. Malys Roman ist ein klassischer Whodunit, der den Stil britischer Cosy Crimes nachzuahmen versucht. Während sich Christies Romane durch eine raffinierte und fein gesponnene Handlung auszeichnen, ist Malys Krimi für versierte Krimileser viel zu leicht zu durchschauen. Ernestines und Antons Charaktereigenschaften und ihre Art des Ermittelns lassen auch hier wieder unschwer erkennen, dass sie stark an Margarethe Rutherford und Stringer Davis angelehnt sind. Es ist schade, dass Frau Maly ihrem Krimi nicht einen eigenen Stempel aufdrückt, sondern sich eng an die Handlungsmuster von Agatha Christie hält und krampfhaft versucht, in deren Fußstapfen zu treten. So erinnert auch ein Teil der hier auftretenden Personen stark an die Figuren aus Christies Roman „Tod auf dem Nil“.
Enttäuscht wird, wer hier einen historischen Kriminalroman erwartet, denn historische Ereignisse jener Zeit kommen nur als Randnotiz vor und für einen Krimi ist zu wenig Krimihandlung drin. Der Mord passiert erst nach der Hälfte des Buches und wird relativ unspektakulär aufgelöst, der Rest sind Banalitäten und harmloses Geplänkel.
Eine nette und anspruchslose Zwischendurchlektüre, bei der man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen sollte und die hauptsächlich durch die beiden sympathischen Hauptfiguren geprägt wird.

28.10.2018 17:33:11
Petra Sch.

ein historischer Kriminalfall auf einem Luxusdampfer im Miss Marple-Stil


Kurz zum Inhalt.
Wien, Juli 1923. Ernestine Kirsch, Latein-Lehrerin in Pension, hat von Bekannten zwei Tickets für eine Donau-Schifffahrt nach Budapest erhalten. Zu dieser Luxuskreuzfahrt nimmt sie ihren guten Bekannten Anton Böck, ehemals Apotheker, mit.
Doch die Kreuzfahrt verläuft nicht so entspannt wie gedacht: ein Passagier stirbt, angeblich an der Szegediner Fischsuppe. Doch Ernestine und Anton haben Zweifel am natürlichen Tod: viele der anderen Mitreisenden hätten gute Gründe für einen Mord gehabt...


Meine Meinung:
"Mord auf der Donau" ist der 3. Band um Ernestine Kirsch und Anton Böck. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und humorvoll zu lesen. Ernestine und Anton haben einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Und mit ihrer neugierigen Nase und ihrem detailgetreuen Gedächtnis kommt Ernestine jedem Mörder auf die Spur...
In diesem Band hat mir Anton jedoch fast noch eine Spur besser gefallen, seine Coolness und Schüchternheit sind einfach nur zum Ins-Herz-Schließen.
Auch die Beziehung zwischen Anton und Ernestine hat sich ein kleines Stück weiterentwickelt und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den beiden im nächsten Band weitergeht.

Es werden viele historische Details erwähnt und man lernt als Leser einiges dazu, zB auch über die Technik der damaligen Dampfschiffe, die unterhaltsam in die Geschichte eingeflochten werden.
Die Geschichte hat mich sehr an die Kriminalfälle von Miss Marple erinnert und hat mich wunderbar unterhalten, ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Beate Maly hat es geschafft, den Leser in die Irre zu führen: man hat viele falsche Täter am Schirm und auf den Mörder bin ich nicht gekommen. Die Auflösung ist jedoch authentisch und nachvollziehbar.


Fazit:
Humorvoller Krimi à la Miss Marple mit zwei charmanten Protagonisten, viel Lokalkolorit und historischen Details. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Abenteuer mit Ernestine und Anton!

23.10.2018 06:26:30
Venatrix

Ernestine Kirsch und Anton Böck erhalten zwei Tickets für eine Flusskreuzfahrt auf der Donau mit dem Ziel Budapest geschenkt. Anton ist nicht wirklich begeistert, denn die beiden letzten Male sind sie in Kriminalfälle verwickelt worden. Aber, weil Anton nicht so ist und seiner Angebeteten eine Freude machen will, treten sie die Reise an.

Doch die scheint nicht unbedingt unter einem guten Stern zu stehen. Über einige kleinere Unzulänglichkeiten zu Beginn können die Passagiere noch amüsiert tratschen. Doch als nach dem Genuss einer feurig scharfen Fischsuppe Graf von Jesenky tot in seiner Kabine aufgefunden wird, ist Schluss mit lustig.

Ernestine kommt der plötzliche Tod des Familienoberhauptes ein wenig spanisch vor und das voreilige Beseitigen eventueller Spuren durch den Kapitän, lässt ihren Spürsinn von der Leine. Apropos Kapitän – der umschwirrt Ernestine ziemlich auffällig und Anton fühlt sich an den Rand gedrängt. Doch als Ernestine auf ihren Erkundungstouren niedergeschlagen wird, ist Anton der Einzige, der ihr glaubt.

Meine Meinung:

Beate Maly hat wieder einen fesselnden Krimi à la Agatha Christie geschrieben. Die Autorin führt uns mit vielen falschen Spuren gekonnt in die Irre.

Wer hat ein Motiv? Die Kinder des Ermordeten, weil er sich den Gegebenheiten der Nachkriegsordnung nicht fügen will? Oder Dr. Kandel, dessen Vater seine ungarischen Besitzungen an den Grafen verloren hat? Oder vielleicht seine Pflegerin? Fragen über Fragen, die sich Ernestine und Anton stellen.

Die Charaktere sind wie immer sehr gut gezeichnet. Sehr anschaulich sind z.B. Antons Bedenken Erich Felsberg gegenüber. Der junge Kriminalbeamte macht Antons verwitweter Tochter Heide den Hof und versteht sich mit Rosa, der kleinen Tochter, bestens. Ernestine arbeitet daran, dass Anton den Polizisten als möglichen Ehemann für Heide akzeptiert. Vielleicht feiern wir ja im nächsten Band eine Hochzeit. Interessant ist, dass für Anton und Ernestine eine Ehe nicht vordergründig im Raum steht und sich beiden freundschaftlich, aber doch nach wie vor Siezen.

Eine ebenso schillernde wie dubiose Figur ist Fräulein Gardener, die als Medium gerne mit Toten spricht und allerlei düstere Prophezeiungen von sich gibt.

Die Familie derer von Jesenky ist eine typische Familie, die nach dem Zusammenbruch der Monarchie noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen ist. Der alte Graf lebt nach wie vor in der „guten alten Zeit“ (die, wie wir wissen ja gar nicht so gut war). Er verunglimpft ständig seine Schwiegertochter, weil sie „nur“ eine Verkäuferin ist. Der zweite Sohn Thomas hat ein Verhältnis mit der Pflegerin des Vaters, die nun ein Kind von ihm erwartet – auch keine Verbindung, die dem Herrn Grafen konveniert. So bricht auf dieser Dampfschifffahrt die Familie fast auseinander.

Dieser Krimi ist auch ohne die vorhergehenden Bücher gut zu lesen. Ich persönlich empfehle trotzdem die Lektüre von „Tod am Semmering“ und „Tod an der Wien“, weil Ernestine und Anton leben einfach so liebenswürdig sind. Ernestine ist mit Scharfsinn und Mut daran, etwaige Verbrechen aufzuklären.

Beate Malys Schreibstil ist flott und flüssig. Sie steckt viel Arbeit in die Recherche, um die 1920er Jahre wieder auferstehen zu lassen. So machen wir hier einen Spaziergang durch Budapest und kehren in dem wohl berühmtesten Kaffeehaus Ungarns, dem Gerbeaud, ein.

Gekonnt sind auch die technischen Details des Dampfschiffes „Jupiter“ eingeflochten, mit denen der Kapitän Ernestine doch beeindruckt.
Witzig finde ich die manchmal pikiert wirkenden Bemerkungen der Mitreisenden „Aha, das haben Sie wohl alles im Reiseführer gelesen?“. Vermutlich wollten sich diejenigen nicht an eine Lehrerin in ihrer Schulzeit erinnern (lach).

Fazit:

Mir hat der Ausflug mit der „Jupiter“ sehr gut gefallen. Gerne gebe ich hier wieder 5 Sterne und freue mich auf einen weiteren Kriminalfall.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

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