Eine neue Zeit

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Tinte & Feder, 2018, Titel: 'Eine neue Zeit', Originalausgabe

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65

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Karin Speck
Unterhaltungsroman

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2018

1893. Die Familie Hansen hat sich von ihren finanziellen Verlusten erholt. Der Handel mit den Kakaobohnen läuft gut. Aber um auch weiterhin stabil zu bleiben, soll Luise heiraten. Der auserwählte Mann ist nicht unbedingt nach ihrem Geschmack. Auch ist sie inzwischen zu einer selbstbewussten und selbstständigen Frau herangewachsen. Sie arbeitet aktiv im Kontor mit und kennt den Ablauf dort genau. Die Angst, diese Position nach einer Heirat aufgeben zu müssen, ist ihr ständiger Begleiter. Wird sie sich den Anweisungen des Vaters fügen oder zieht es sie wieder nach Kamerun? Und wie geht es ihrer Mutter Elisabeth? Kann sie sich aus dem Familienleben heraushalten oder welche Pläne schmiedet sie?

Moderner Erzählstil

Eine neue Zeit ist der zweite Band der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Er schließt unmittelbar an den Vorgänger an. Es empfiehlt sich, Teil 1 gelesen zu haben, um die Abläufe genau verfolgen zu können. Der moderne Erzählstil lässt die Seiten nur so dahin fliegen, birgt allerdings auch nur wenig Aufregendes. Leider hat es die Autorin nicht geschafft, die Atmosphäre der Städte widerzuspiegeln. Weder in Hamburg noch die Szenen im modernen Wien lassen Authentizität aufkommen. Die Handlung könnte auch in jedem anderen Ort Europas spielen. Es fehlt an dem nötigen Flair, um durchgehend zu fesseln.

Lässt man außer Acht, dass Eine neue Zeit eigentlich als historischer Roman gehandelt wird, erhält man einen wundervollen Unterhaltungsroman, mit viel Romantik und Liebe. Die Liebesgeschichten der Protagonisten laden zum Mitfiebern ein. Der Leser wird Teil der Handlung. Gerade das Schicksal und das Leben von Luise berühren. Die junge Frau geht ihren Weg und findet sich. Ellin Carsta beleuchtet das Leben aller Familienmitglieder der Hansens und erzählt ihre Geschichten weiter. Einiges aus Band 1 wird hier geklärt und neue Verknüpfungen entstehen.

Liebesroman

Die Hansen-Saga erzählt mit Band 2 weiter aus dem Leben von Luise und ihrer Familie. Dabei ist diese Geschichte mehr ein Unterhaltungs- und Liebesroman als historischer Roman. Die politischen Umstände der Zeit werden zwar erwähnt, sind aber leider nur kurz abgehandelt. So erfährt der Leser zwar von den Aufständen in Kamerun, aber leider auch nicht viel mehr. Manch einer hätte bestimmt gern ausführlicher darüber gelesen und Hamza hätte bestimmt so einiges zu erzählen gehabt. Dafür wird das Leben der Angehörigen intensiv geschildert. Die Höhen und Tiefen zeigen, dass sie vor niemanden haltmachen. Das Ende von Eine neue Zeit kommt dann doch schnell daher und macht ein bisschen neugierig, wie es wohl mit Luise, Hamza und dem Rest der Familie Hansen weitergehen wird.

Eine neue Zeit

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Letzte Kommentare:
17.01.2019 10:01:56
Herr Historius

Normalerweise empfinde ich die Bewertungen auf dieser Plattform als sehr stimmig. Die Bewertungen wirken fair, gut strukturiert und von der Argumentation schlüssig. Dann bin ich auf diese Bewertung gestoßen. Ich hatte bereits den ersten Teil gelesen und hab hier die neue Bewertung des zweiten Teils gesehen, woraufhin ich mir sofort das Buch bestellt habe. Anders als sonst, wenn ich auf das Urteil hier vertraue und dem Sog folge, war es hier jedoch eher eine Trotzreaktion. Erst danach habe ich gesehen, dass der erste Teil ebenso verrissen wurde wie dieser hier. Üblicherweise schreibe ich hier gar nichts, ich bin einfach sehr dankbar für die tolle Arbeit, die Lesern umsonst zur Verfügung gestellt wird! ABER hier wirkt es fast, als wollte Rezensentin Karin Speck, dass man das Buch nicht kauft. Oder ist das so eine Art umgekehrte Psychologie? Ich weiß es nicht und ich kann auch akzeptieren, dass jemand dieses Buch nicht gut findet, wenn er es vernünftig argumentiert. Kommen wir zum ersten Kritikpunkt: Der moderne Erzählstil. Diesen Punkt kann ich noch nachvollziehen. Ich persönlich empfinde zu extreme sprachliche Verschnörkelungen als lästig, ja, es bringt mich sogar dazu, Bücher aus der Hand zu legen, wenn gefühlt mehr auf das geschickte Einfügen eines stimmigen, altertümlichen Adjektivs geachtet wurde als auf die Handlung, aber das ist wie gesagt meine Meinung und hier kann ich niemandem einen Vorwurf machen. Dann geht es aber los: "Leider hat es die Autorin nicht geschafft, die Atmosphäre der Städte widerzuspiegeln. Weder in Hamburg noch die Szenen im modernen Wien lassen Authentizität aufkommen. Die Handlung könnte auch in jedem anderen Ort Europas spielen. Es fehlt an dem nötigen Flair, um durchgehend zu fesseln."
Verzeihung, aber ich gehe nicht davon aus, dass die Rezensentin 1893 in Wien oder Hamburg war und besagtes Flair dort schnuppern konnte. Was soll gemacht werden? Alle zwei Sätze einbauen, dass eine Figur in Hamburg Fische riecht und Möwen hört? Aber gut, wenn es so empfunden wurde, dann kann man daran wohl nichts ändern.
Nun kommen wir aber zum Punkt, den ich einfach nicht verstehen konnte, weil er faktisch nicht korrekt ist: "Lässt man außer Acht, dass Eine neue Zeit eigentlich als historischer Roman gehandelt wird, erhält man einen wundervollen Unterhaltungsroman, mit viel Romantik und Liebe."
Hier wird impliziert, dass sich ein Unterhaltungsroman mit Liebesaspekten und ein historischer Roman ausschließen. Ich zitiere Teile die Bücher-WIki Definition zum historischen Roman: "Der historische Stoff wird in diesem Romantypus nach ästhetischen und intuitiv erfühlten Gesichtspunkten umgestaltet. Deshalb kann nicht alles, was darin geschildert wird, für wissenschaftlich belegt genommen werden: Neben die historische Plausibilität tritt die psychologische Glaubwürdigkeit und künstlerische Authentizität. Innerhalb des historischen Romans lassen sich verschiedene Gruppen unterscheiden: Die vornehmlich unterhaltenden Romane verwenden das historische Kolorit vor allem als Kulisse für Liebes-, Abenteuer- und andere Geschichten. Daneben stehen Romane, die mit der Schilderung zeittypischer Schicksale eine Einfühlung in die jeweilige historische Epoche und deren Selbstverständnis erreichen wollen." (https://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/HistorischerRoman). Hier sehen wir, dass erklärt wird, wie historische Fakten umgestaltet werden, um einen bestimmten Aspekt der Geschichte zu beleuchten und dem, was der Autor zum Ausdruck bringen möchte, herauszustellen. Wie also sollten sich die vielen historischen Strukturen sinnvoll in einen historischen Unterhaltungsroman einfügen lassen und dabei dennoch nicht an Fahrt der erdachten Figuren und Handlungen verlieren?
Dies wird als weiteres Argument später erneut aufgegriffen: "Dabei ist diese Geschichte mehr ein Unterhaltungs- und Liebesroman als historischer Roman. Die politischen Umstände der Zeit werden zwar erwähnt, sind aber leider nur kurz abgehandelt."
Ein historischer Roman ist keine wissenschaftliche Abhandlung und die dort geschilderten Ereignisse können, müssen aber nicht, wissenschaftlich belegt sein. Wenn man also der Meinung ist, dass die historischen Aspekte doch arg in den Hintergrund rücken, kann man das natürlich als Kritik äußern, aber man kann nicht argumentieren, dass ein potenziell erkannter Mangel an Fakten zur Aberkennung des Genres historischer Roman führt. Was die Rezensentin anspricht ist die zweite Gruppe des historischen Romans, die laut Bücher-Wiki vor allem zum Einfühlen in die Epoche und dem Selbstverständnis jener Epoche dient. Wenn man also letztlich den Roman lieber in diese Richtung ausgearbeitet hätte, was er zugegeben nur teilweise ist, weil er eben mit den Figuren selbst unterhalten soll und die Geschichte dabei eine untermalende Wirkung hat, ist das absolut legitim, aber es sorgt keinesfalls dafür, dass es in Teilen nicht den Standards eines historischen Romans erfüllt.
Ich persönlich bin daher stark dafür, dass stärker zwischen Meinung und Fakt unterschieden wird.
Von mir gibt es 100 Grad, tolles Buch, leicht zu lesen, schön die Gefühle der Personen herausgearbeitet, auf zu viele Schnörkel in Beschreibung verzichtet. So etwas lese ich immer wieder gerne.

22.12.2018 07:43:29
Roland's Bücherblog

"Eine neue Zeit" ist der zweite Teil der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Drei Jahre sind vergangen seit die junge Luise aus Kamerun von der Kakaoplantage nach Hamburg zurückgekehrt ist. Im Kontor ihres Vaters ist sie seit dieser Zeit zu einer festen verlässlichen Größe herangewachsen. Standen im ersten Band noch viel die Geschehnisse in Kamerun im Vordergrund, so verlagert sich dies im zweiten Teil sehr auf Hamburg und Wien, teilweise natürlich bedingt durch die Entwicklungen der Familienmitglieder. Die Vorgänge in Kamerun erfährt der Leser dabei durch den Briefverkehr zwischen den Hansens und dem Verwalter auf der Plantage. Dies ist aber kein Problem, denn für den Leser ist es spannend zu erfahren, wie sich das Leben der Hansen weiterentwickelt. Und hier hat die Autorin einiges ins Spiel gebracht, dass es weiter sehr interessant macht. Luise würde alles für ihre Position im Kontor tun und beschreitet einen Weg, den man ihr so im ersten Band noch nicht zugetraut hätte. Ebenso lassen die Entwicklungen in Wien nichts Gutes ahnen für die Zukunft. Als auch noch am Ende dieses Bandes bedeutende Dinge geschehen, lässt dies für den Abschluss der Saga so einige spannende und interessante Fragen offen. Die Weiterentwicklung der Figuren im Leben der Familie Hansen hat mir auch in diesem Band sehr gut gefallen. Obwohl man als Leser mit dem Handeln einzelner Protagonisten manchmal hadert, ist man gefangen von den Geheimnissen, Intrigen und Verwirrungen die diese Hamburger Familie umgibt. Ellin Carsta konnte mich auch mit diesem zweiten Teil der Saga fesseln und ich bin sehr gespannt, wie es mit Luise weitergeht, gerade auch im Hinblick auf die damalige Zeit. Der Vollständigkeit halber empfehle ich aber die Hansen-Saga unbedingt von Beginn an mit Band 1 "Die ferne Hoffnung" zu lesen um die Zusammenhänge zu verstehen.