Der Flammenträger

Erschienen: April 2017

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2016, Titel: 'The Flame Bearer', Originalausgabe

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86

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Carsten Jaehner
Ein Krieger kehrt heim

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2019

Uhtred von Bebbanburg sieht endlich die Stunde gekommen, den Sitz seiner Vorväter wieder in Besitz zu nehmen, der ihm von seinem Onkel geraubt wurde. Dessen Sohn ist nun Herr über Bebbanburg, heisst ebenfalls Uhtred und verbarrikadiert sich in der nahezu uneinnehmbaren Festung. Ritter Uhtred hingegen kennt ebenfalls jeden Stein und jeden Fels seiner Heimatburg und weiß, dass man sie, wenn überhaupt, nur durch List und über den Seeweg einnehmen kann.

Als er anfangen will, einen Plan zu schmieden, kommt ihm das Übliche dazwischen: Zunächst behauptet König Constantin von Schottland, er habe die Burg eingenommen und Uhtred müsse sich jetzt mit ihm herumschlagen. Dann kommt auch noch Nachricht aus Northumbrien, wo Uhtreds Schwiegersohn König ist, dass sich dort Heere aufstellen und alles, wofür Uhtred in den letzten Jahren und Jahrzehnten gekämpft hat, in Gefahr ist. Doch Uhtred ist zwar alt, aber nicht dumm, und so nimmt er den Kampf gegen Dänen, Normannen, Christen und ihre seltsamen Bischöfe auf, um schließlich zu seinem Ziel zu gelangen.

Am Ziel der Träume angelangt?

Auch im zehnten Band der Sachsen-Saga wird man es nicht Leid, den Ereignissen und Geschichten um Uhtred von Bebbanburg aus der Feder von Bernard Cornwell zu folgen. Wird in diesem Band weniger das Schwert gezogen sondern mehr Wert auf List und Arglist gelegt, weiß man doch, dass Cornwell am Ende schon Blut fliessen lassen wird. Gerade in diesem Band, mehr als zuvor, gilt es, den Gegner zu durchschauen und vorauszuahnen, was er plant, um entweder geplant in seine Falle zu gehen und sich dann überraschend zu verhalten, oder nicht in die Falle zu gehen und den Gegner so zu überraschen. Dabei ist es natürlich hilfreich zu wissen, wer Freund ist und wer Feind, und das ist auch nicht immer so einfach, zumal der Krieger an sich auch schon mal gerne die Seiten wechselt.

Der zweite Teil des vierteiligen Romans ist übertitelt mit "Die Falle", und es ist lange fraglich, wer hier wem welche Falle stellt, was den Roman am Ende so interessant macht. Uhtred will Bebbanburg, aber auch ein geeintes England, wie es einst der Traum von König Alfred war. Bis auf ein Königreich sind auch alle inzwischen miteinander vereint, doch der Frieden ist brüchig und die Grenzen nicht immer klar festgelegt, König schwach und vielleicht nicht immer sehr einflussreich. Zu diesen zählt leider auch Uhtreds Schwiegersohn Sigtryggr, der mit Uhtreds Tochter Stiorra verheiratet ist und der wohl nicht der stärkste König ist. Da gilt es noch einmal vorbeizuschauen und die Verhältnisse zu klären, auch hier beweist sich Uhtred als großer Taktiker und Cornwell als großer Erzähler. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass man vor lauter Königen und Königreichen und wer gegen wen schon mal die Übersicht verliert. Hier sollte man aufpassen, keine großen Lesepausen einlegen und notfalls sein Geschichtslexikon herauskramen, damit man alles genau verfolgen kann, wie beispielweise Uhtreds Gedankengänge.

Neue Feinde und alte Listen

Neben alten Freunden und treuen Kriegern gibt es neben König Constantin neue Gegner zu vermelden, allerdings auch alte, nervige Bischöfe, die Uhtred schon damals nicht leiden konnte. Unter den Kriegern wird Uhtred auch "Der Bischofstöter" genannt, und tatsächlich juckt es ihn das eine oder andere gehörig, sein Schwert in einem besonders nervigen Exemplar zu platzieren. Dabei bleibt natürlich der übliche Streit zwischen dem Christengott (dem "angenagelten Gott" und den nordischen Göttern nicht auf der Strecke, hier wird viel verglichen und gestritten und diskutiert, und man kann sich darüber ein gelegentliches Schmunzeln nicht verkneifen.

Nachdem diesen Konflikt hinter sich gebracht hat, gibt er allen vor, mit seiner Sippe und mit seinen Männern nach Friesland zu ziehen, da er im Alter Ruhe bräuchte und Bebbanburg auch unter Constantin uneinnehmbar wäre. Wer die Reihe aufmerksam gelesen hat, weiß natürlich, dass Uhtred ein Schlitzohr ist und dass er immer für eine Überraschung gut ist.

Cornwell kann wie immer mit einer spannenden Geschichte, einem Sack voll Historizität und jeder Menge Humor punkten. Auch verbale Gemetzel lesen sich genauso gerne wie solche mit Schwertern, aber so ging man eben seinerzeit miteinander um. Cornwell hält sich so gut wie möglich an die historischen Ereignisse, wir er im üblichen sechsseitigen interessanten Nachwort betont, musste aber in diesem Band mehr dichterische Freiheit walten lassen als sonst, da es sehr viele Lücken in der Überlieferung gibt. Diese von ihm geschaffenen erdachten Übergänge sind aber gut eingebaut und fallen nicht auf, so dass auf gut 470 Seiten wieder ein Kapitel der Geschichte dees Königreichs Engand geschlossen werden konnte.

Fazit:

Da das Ziel der Reihe, die Einheit Englands, noch nicht erreicht ist, wird es weitergehen, und Cornwell hat inzwischen bekanntgegeben, dass es weitere vier Bände geben wird, um die Geschichte zu beenden. Hierauf darf sich der geübte Leser freuen, denn Cornwell ist ein begeisternder Erzähler, der jeden Leser aber der ersten Zeile in seine Geschichte holt und erst mit dem letzten Interpunktionszeichen wieder entlässt. Die üblichen Karten und Glossare ergänzen einen gelungen zehnten Teil, den man jedoch konzentiert lesen muss. Trotzdem lesenswert und für Cornwell-Fans eh ein Muss!

Der Flammenträger

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Letzte Kommentare:
02.08.2017 08:24:38
Mathias

Im nunmehr zehnten Buch der Uhtred – Reihe ist unser Hekd wieder ganz der Alte. Nachdem er in einigen vorherigen Folgen schwächelte und tatsächlch auch ein wenig an sich selbst zweifelte ist hier wieder der „Kriegsherr“.
Nachdem er zunächst nochmal davon abgehalten wurde seine Bebbanburg zurückzuerobern, führt ihn sein Weg doch in den Norden. Zuvor ist er jedoch noch maßgeblich an den Entscheidungen der Könige und Fürsten beteiligt. Er erkennt die Schachzüge der Gegner und dies im Großen als auch im kleinen.
Cornwell schafft es wieder die Spannung eines Kampfes im Vorfeld, Uhtreds geschickte Kriegsführung und den Kampf selbst zum Leser zu transportieren. Uhtreds Zweifel an seiner Taktik werden zwar immer wieder mit dem Argument „wenns schief geht, sind wir alle tot“ begleitet, aber letztlich sticht er alle seine Gegner aus.
Im Kampf um Bebbanburg kann er all seine Tugenden beweisen, im Kampf Mann gegen Mann und auch als gerissener Anführer.
Uhtred gefällt mir wieder besser. Auch wenn es richtig ist, dem Charakter das Alter zuzuschreiben, hat es Cornwell doch ein wenig übertrieben.
Die Rolle seiner Begleiter bleibt insgesamt blass. Finan ist genauso wie sein Sohn irgendein Protagonist ohne Tiefe, irgendwie austauschbar. Ich vermisse auch einen Typ wie Pater Beocca. Scheinbar muss sich Cornwell dies für die nächsten Folgen aufheben.