Stableford

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Dryas, 2010, Titel: 'Stableford', Originalausgabe

Couch-Wertung:

80
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Karin Speck
Gelungener Auftakt einer charmanten Krimireihe

Buch-Rezension von Karin Speck Nov 2016

Das Bankhaus Milford & Barnes hat zu einem Golfturnier geladen. Die Reise führt nach Cornwall. Dort treffen sich acht Menschen, die einander nicht kennen. Sie freuen sich auf ein entspanntes Wochenende, doch von ihrem Gastgeber ist weit und breit nichts zu sehen. Man beginnt mit dem Spiel und dann geschieht ein Mord. Ein Unwetter hat zudem dafür gesorgt, dass die Verbindung zur Außenwelt abgeschnitten ist. Auf sich allein gestellt, beginnen die Golfer zu ermitteln, allen voran der Literaturprofessor John Stableford. Eine Hauptverdächtige ist auch schnell gefunden, allerdings glaubt Stableford nicht daran, dass sie die Täterin ist. Doch dann geschieht auch noch ein zweiter Mord. Was ist hier nur los? Diese Frage stellt sich nicht nur John.

Spannung ohne spektakuläre Szenen

Der Autor schafft es ohne spektakuläre Szenen, Spannung zu erzeugen. Lange ist nicht klar, wer hier einen Mord verübt hat oder warum. Auch wenn die Vergangenheit des Opfers so nach und nach zutage tritt, klärt es nicht unbedingt, wer für die Tat infrage kommt. Reef hat dies geschickt geschildert und es macht Spaß, selbst mit zu rätseln und zu entschlüsseln wer und warum tötete.

Den einzelnen Kapiteln hat der Autor jeweils eine nette Überschrift mitgegeben und so beginnt Kapitel 1 gleich mit den Worten Zitat: "10 Uhr 30 ab Paddington". Eine Anlehnung an Romane von Agatha Christi ist hier wohl beabsichtigt. Auch erzählt der Protagonist John Stableford immer wieder gern, wie sehr er Sherlock-Holmes-Romane liebt. Diese Angleichung lässt den Leser schon mal schmunzeln. Es wird dadurch aber auch deutlich, das gerade in dieser Zeit, in der der Roman spielt, diese Romane sehr beliebt gewesen sind. Der etwas trockene Erzählstil ist der Zeit aber durchaus angepasst. Allerdings dürfte die Handlung dem einen oder anderen Leser dann schon bekannt vorkommen. Eine Gruppe Menschen, in diesem Fall alle Golfspieler, sind eine gewisse Zeit auf sich allein gestellt. Es geschieht ein Mord und einer muss die Verantwortung übernehmen und beginnt zu ermitteln. Hier in diesem Fall ist es dann der von einer Detektivkarriere träumende John Stableford.

Jetzt könnte man davon ausgehen, so etwas funktioniert doch nicht mehr, ist doch langweilig. Nein, es ist nicht langweilig, sondern sehr unterhaltend. Die Frage nach dem Mörder gestaltet Reef sogar richtig spannend. Bis zum Schluss ist nicht wirklich sicher, wer der Täter ist oder ob John den Fall lösen kann. Aber John ermittelt dann ja auch nicht allein. Eine junge Frau steht ihm zur Seite. Er hat sie schon im Zug kennengelernt und baut nun langsam eine Beziehung zu ihr auf. Diese anbahnende Liebesgeschichte spielt sich unauffällig im Hintergrund ab.

Weitere Fälle von John Stableford liegen bereits vor

Stableford ist ein gelungener Auftakt zu einer Reihe Krimis aus den 1930er Jahren, die in Großbritannien spielen. Der Fall in sich ist hier abgeschlossen, nur wie es im privaten mit John und Harriet weitergeht, wird die Zeit zeigen. Die Nachfolgebände sind bereits erschienen, da es sich hier im vorliegenden Buch aus dem Dryas Verlag um eine Neuauflage handelt. Wer möchte, kann also schon mit dem nächsten Fall weiterlesen. 

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