Die Herren des Nordens

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2006, Titel: 'The Lords of the North', Originalausgabe

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92

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Carsten Jaehner
Weitere Schatten über dem angelsächsischen England

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Dez 2007

Das Ende des 9. Jahrhunderts war in England wahrlich kein Zuckerschlecken. Uhtred von Bebbanburg, Bernard Cornwells Held seiner großartigen Sachsen-Saga, hat es noch immer nicht geschafft, seinen Onkel Ælfric von seiner ihm gehörenden Burg zu vertreiben. In diesem dritten Teil hat Uhtred es mit neuen und ungeahnten Hindernissen auf dem Weg zu seinem Recht zu tun. Und das ist und bleibt so spannend wie in seinen beiden Vorgängern.

Die Herren des Nordens

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Letzte Kommentare:
27.07.2020 19:24:08
1517

Ich bin ebenfalls Christ und komme mit Uhtreds Einstellung zur Religion nicht klar.

Habe das vorliegende Buch nicht gelesen, gebe hier nur einen Kommentar zur Rezension von CCC ab.

17.07.2020 20:30:19
CCC

Bisher hat mir die Uhtred - Saga echt gar nicht zugesagt.
Die Hauptfigur war mir verdammt unsympathisch und erschien mir nur deppenhaft.
Nun, manchmal wird man ja doch noch warm mit Leuten, wenn man sie richtig kennen lernt ... ... und das ist jetzt so.

Kann man Uhtred verzeihen, dass er ein Brutalo ist, ein hitzköpfiger Narr, ein Weiberheld, ein Opportunist und ein Heide (was mir als Christ auch etwas sauer aufstößt)?
Kann man. Ich kann es jetzt.

Dieses Buch ist definitiv Cornwells Meisterwerk.
Nach dem Vorgeplänkel in Band 2 geht es jetzt endlich zur Sache.
Uhtred befreit [eher zufällig] den rechtmäßigen König von Nothumbrien, Guthred, aus der Gefangenschaft von Sven Kjartansson dem Einäugigen.
Bei der Krönung Guhtreds verliebt sich Uhtred in dessen Schwester Giesela (die äußerlich wiedermal ähnlich beschrieben wird wie Brida und Iseult, Uhtreds frühere Frauen). Doch Guhtred verrät Uhtred: Durch Betreiben von Ivarr Ivarson, dem Sohn von Ivar Lothbrokson, wird Uhtred in die Sklaverei des grausamen Schiffsmeister Sverri und dessen Handlangers Hakka verkauft.
Er lernt Finan kennen, einen Krieger, der ihm hilft, die Sklaverei durchzustehen.
Nach monatelanger Fahrt durch den hohen Norden gelangt Uhtred nach Northumbrien zurück und in die Arme von Sven Kjartansson, dem er dieses Mal nur mit Hilfe seines Ziehbruders Ragnar entkommt.
Und natürlich geht es jetzt endlich nach Dunholm, mit Kjartan dem Grausamen abrechnen und Ragnars Schwester Thyra befreien.
Da wird es auch wieder blutig und die Schwerter klirren und man weiß ja eigentlich, wie das enden wird, ist aber doch gespannt.

Sehr gut. Nichts für schwache Gemüter, ja, und ja, ich glaube, es ist eher was für Männer, will mich da aber nicht komplett festlegen ...

Historische Unterhaltung auf hohem Niveau, gut und flüssig und packend erzählt.
Durch seine Sklaverei und sein Elend ist mir der Protagonist auch irgendwie näher gekommen, man lernt von ihm mal ein paar andere Seiten kennen als zuvor, wo er oft nur arrogant und grob erschien.

Deutliche Verbesserung zu den Vorgängern, allen zu empfehlen, auch denen, die Teil 1 und 2 noch nicht so prickelnd fanden.
Ist was für Männer, wo ich als Mann zustimme und jedem Mann, der an Geschichte interessiert ist, empfehle ich es auf jeden Fall.

12.04.2016 23:59:57
Hannes

Für mich das bisher spannendste Buch der Uhtred Saga.
Ich habe mir einmal im Internet Bamburgh Castle, Uthreds Bebbanburg, angeschaut. Ich kann unseren Helden gut verstehen.
Köstlich wiederum, wie die christlichen Priester und Mönche um die Mächtigen herumscharwenzeln, um sie mit erfundenen Träumen oder zweifelhaften Reliquien in ihrem Sinne zu beeinflussen. D. h. den Reichtum der Kirche raffgierig zu mehren.
Noch nie hat Bernard Cornwell, wie in diesem Band, den Aberglauben sowohl der Heiden als auch der Christen zur Erzielung jeweiliger Vorteile dargestellt.
Inzwischen habe ich Band 4 begonnen, denn Bernard Cornwell macht süchtig.

27.11.2015 07:01:41
rolandreis

Die Herren des Nordens ist die logische Forsetzung von "Das letzte Königreich" und "Der Weiße Reiter" und wieder einmal versteht es Bernard Cornwell die Geschichte um Uthred und Alfred perfekt und kurzweilig zu erzählen. Uhtred hat Alfred sein Königreich gesichert. Nun ist er auf dem Weg in den Norden um endlich Rache an Kjartan und seinem Sohn zu nehmen, die Uhtreds Ziehvater ermordet und dessen Tochter entführt haben. Anfangs las sich das Buch ein wenig zäh und ich dachte mir schon, ob jetzt im dritten Teil die Qualität nachlässt. Aber dem war nicht so, von Seite zu Seite nahm die Geschichte um Uhtred wieder Fahrt auf und ich war wieder mitten drin im 9. Jahrhundert zur Zeit von Alfred dem Großen und dem Schauplatz Northumbrien. Dabei schafft es Cornwell wunderbar mein Kopfkino zu beleben und beim Lesen des Buches hatte ich Uhtred direkt vor meinem geistigen Auge. Ich bin gespannt wie es im vierten Band "Schwertgesang" weitergeht.

10.02.2014 18:26:26
Manfred Rathunde

www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Die Herren des Nordens“ ,Rowohlt´

Das Jahr 886, die Schlacht bei Ethandun (Edington, Wiltshire) ist geschlagen. Die Dänen sind besiegt, für einige Zeit zumindest wird in den sächsischen Königreichen, im Süden der britonischen Insel, Frieden herrschen. Alfred der Große hat Muße, etwas zu verschnaufen. Uhtred , der viel zum Sieg beigetragen und dabei Frau und viele Freunde verloren hat, fühlt sich vom König betrogen. Seine, des Heiden, Belohnung besteht aus einem kleinen Lehen, während die christlich orientierten Speichellecker, sprich Hofstaat und die Kirche, sich fürstlich belohnen lassen. Dankbarkeit ist keine von den königlichen Eigenschaften. Das Ziel vor Augen, seine geliebte Heimat Bebbanburg (Bamburgh Castle), zurück zu erobern, nachdem sein Onkel ihn seines Erbes beraubt hat, macht er sich, mit Hild, seiner neuen Frau und ehemaligen Nonne, die er aus dänischer Gefangenschaft befreit hat, auf die Reise nach Norden. Bei einem eher zufälligen Scharmützel befreit er Guthred aus der Sklaverei und zieht mit ihm durch das nördliche Mercien. Alfred, König von Wessex, ist über diesen Abgang nicht gerade begeistert, nutzt die Situation zu seinem Vorteil, in dem er Guthred unterstützt. Durch Uhtred läßt er den Adelsspross krönen, und hat somit einen schwachen König im Norden, der ihm nicht gefährlich werden kann. Der zweite Vorteil ist, daß Guthred, als Däne inzwischen getauft, von den Sachsen und seinen Landsleuten anerkannt wird. Mit Uhtred als Berater, so denkt sich Alfred, ist seine Position hinreichend gesichert. Und Uhtred macht seine Sache gut, verschafft dem neuen König genug Respekt und Achtung. Aber die Nordmänner können und wollen keinen Frieden halten, sie wollen Land, Beute und Sklaven. Und so rotten sich Ivarr der Schreckliche und Kjartan der Grausame zusammen, um ein bißchen Spaß auf Kosten der sächsischen Bevölkerung zu haben. Noch kann Uhtred das Schlimmste verhindern. Aber er ist nur ein einzelner Krieger, wenn auch gefürchtet ohne Ende und gehaßt, bei Feind und Freund. Guthred braucht Schwerter und Speere. Er schließt Bündnisse, wo er kann. So auch mit dem Erbenräuber Aelfric, dem Onkel Uhtreds, der jetzt auf Bebbanburg residiert. Alles hat seinen Preis. Aelfric fordert den Tod seines Neffen, da er weiß, das Uhtred immer noch auf Rache sinnt. Und er will Uhtreds Schwert „Schlangenhauch“. König Guthred ist alles andere als begeistert, braucht aber die Haustruppe, mit mehreren hundert Kämpfern, und so schlägt er Aelfric einen Handel vor. Uhtred wird in die Sklaverei verkauft. „Schlangenhauch“ wird mit Hild nach Wessex, unter die Obhut Alfreds, geschickt. Dankbarkeit ist eben keine königliche Eigenschaft. Zu einem Schicksal als Rudersklave verdammt, lernt er Finan kennen, einen Iren. Und sie planen gemeinsam ihre Flucht. Nun zeigt sich, daß auch Könige dankbar sein können, oder Krämerseelen sind. Von Hild aufgestachelt, läßt Alfred ein Kriegsschiff ausrüsten und jagt hinterher. Er schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Hild, die ehemalige Nonne, geht wieder ins Kloster um ihr Leben Gott und Jesus Christus zu widmen. Und er bekommt seinen, wenn auch heidnischen, Kämpfer wieder. Es ist an der Zeit Rache zu nehmen, an Kjartan dem Schrecklichen und seinem Bastard Sven, für den Tod seines Ziehvaters Ragnar dem Furchtlosen und die Gefangenschaft seiner Ziehschwester Thyra. Bernard Cornwell ist ein Schriftsteller, der begeistert, der einen beim Lesen mitreißt. Der dritte Streich Uhtreds von Bebbanburg ist, wie die Vorgänger „Das letzte Königreich“ und „Der weiße Reiter“, eine phantastische Mischung aus Historie und einem Abenteuerroman. (MRD)

10.02.2014 18:26:23
Manfred Rathunde

www.derweissedrache.de

BERNARD CORNWELL „Die Herren des Nordens“ ,Rowohlt´

Das Jahr 886, die Schlacht bei Ethandun (Edington, Wiltshire) ist geschlagen. Die Dänen sind besiegt, für einige Zeit zumindest wird in den sächsischen Königreichen, im Süden der britonischen Insel, Frieden herrschen. Alfred der Große hat Muße, etwas zu verschnaufen. Uhtred , der viel zum Sieg beigetragen und dabei Frau und viele Freunde verloren hat, fühlt sich vom König betrogen. Seine, des Heiden, Belohnung besteht aus einem kleinen Lehen, während die christlich orientierten Speichellecker, sprich Hofstaat und die Kirche, sich fürstlich belohnen lassen. Dankbarkeit ist keine von den königlichen Eigenschaften. Das Ziel vor Augen, seine geliebte Heimat Bebbanburg (Bamburgh Castle), zurück zu erobern, nachdem sein Onkel ihn seines Erbes beraubt hat, macht er sich, mit Hild, seiner neuen Frau und ehemaligen Nonne, die er aus dänischer Gefangenschaft befreit hat, auf die Reise nach Norden. Bei einem eher zufälligen Scharmützel befreit er Guthred aus der Sklaverei und zieht mit ihm durch das nördliche Mercien. Alfred, König von Wessex, ist über diesen Abgang nicht gerade begeistert, nutzt die Situation zu seinem Vorteil, in dem er Guthred unterstützt. Durch Uhtred läßt er den Adelsspross krönen, und hat somit einen schwachen König im Norden, der ihm nicht gefährlich werden kann. Der zweite Vorteil ist, daß Guthred, als Däne inzwischen getauft, von den Sachsen und seinen Landsleuten anerkannt wird. Mit Uhtred als Berater, so denkt sich Alfred, ist seine Position hinreichend gesichert. Und Uhtred macht seine Sache gut, verschafft dem neuen König genug Respekt und Achtung. Aber die Nordmänner können und wollen keinen Frieden halten, sie wollen Land, Beute und Sklaven. Und so rotten sich Ivarr der Schreckliche und Kjartan der Grausame zusammen, um ein bißchen Spaß auf Kosten der sächsischen Bevölkerung zu haben. Noch kann Uhtred das Schlimmste verhindern. Aber er ist nur ein einzelner Krieger, wenn auch gefürchtet ohne Ende und gehaßt, bei Feind und Freund. Guthred braucht Schwerter und Speere. Er schließt Bündnisse, wo er kann. So auch mit dem Erbenräuber Aelfric, dem Onkel Uhtreds, der jetzt auf Bebbanburg residiert. Alles hat seinen Preis. Aelfric fordert den Tod seines Neffen, da er weiß, das Uhtred immer noch auf Rache sinnt. Und er will Uhtreds Schwert „Schlangenhauch“. König Guthred ist alles andere als begeistert, braucht aber die Haustruppe, mit mehreren hundert Kämpfern, und so schlägt er Aelfric einen Handel vor. Uhtred wird in die Sklaverei verkauft. „Schlangenhauch“ wird mit Hild nach Wessex, unter die Obhut Alfreds, geschickt. Dankbarkeit ist eben keine königliche Eigenschaft. Zu einem Schicksal als Rudersklave verdammt, lernt er Finan kennen, einen Iren. Und sie planen gemeinsam ihre Flucht. Nun zeigt sich, daß auch Könige dankbar sein können, oder Krämerseelen sind. Von Hild aufgestachelt, läßt Alfred ein Kriegsschiff ausrüsten und jagt hinterher. Er schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Hild, die ehemalige Nonne, geht wieder ins Kloster um ihr Leben Gott und Jesus Christus zu widmen. Und er bekommt seinen, wenn auch heidnischen, Kämpfer wieder. Es ist an der Zeit Rache zu nehmen, an Kjartan dem Schrecklichen und seinem Bastard Sven, für den Tod seines Ziehvaters Ragnar dem Furchtlosen und die Gefangenschaft seiner Ziehschwester Thyra. Bernard Cornwell ist ein Schriftsteller, der begeistert, der einen beim Lesen mitreißt. Der dritte Streich Uhtreds von Bebbanburg ist, wie die Vorgänger „Das letzte Königreich“ und „Der weiße Reiter“, eine phantastische Mischung aus Historie und einem Abenteuerroman. (MRD)

30.05.2010 01:03:47
LEA

Also ich hätte da eigentlich nur eine Frage:
Muss man diese Reihe chronologisch lesen um zu verstehen?
Ich habe den dritten Band nämlich geschenkt bekommen und überlege ob ich mir jetzt die ersten zwei anschaffen muss oder ob ich auch dieses einfach drauflos lesen kann, ohne irgendwann zu merken "irgendwie hab ich den faden verloren und verstehe nur Bahnhof"
Danke schon mal für die Antworten.

07.05.2009 14:13:02
Stefan83

Ist gut, Herr Cornwell. Ich ergebe mich.

Nach dem eher durchschnittlichen ersten Teil mitsamt seiner mir ziemlich unsympathischen Hauptfigur Uhtred hätte ich nicht gedacht, dass mir die Sachsen-Saga auf lange Sicht Freude bereiten könnte. Nun gut, irren ist menschlich, denn spätestens nach diesem dritten Band hab ich nicht nur diese Person sehr lieb gewonnen, auch die Reihe hat mich endgültig fest in ihren Fängen gepackt. Ob diese enorme Leistungssteigerung Cornwells gewollt war oder Zufall ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist: Mit "Die Herren des Nordens" hat der englische Autor die Latte noch ein Stückchen höher gelegt und den (männlichen) Fans historischer Romane ein Werk kredenzt, das man schlichtweg mit Haut und Haaren verschlingen muss.

Die Geschichte spielt gut einen Monat nach der Schlacht von Ethandun (Edington) im Mai 878, in der es Alfred von Wessex gelungen ist, den dänischen Invasoren eine herbe Niederlage zuzufügen. Vom sächsischen Heer in einer alten Festung umlagert, haben sie schließlich kapituliert und ihr Anführer Guthrum einem Frieden zugestimmt. Und nicht nur das. Er lässt sich taufen, nimmt den Namen Æthelstan an und erhält im Gegenzug von seinem Paten Alfred die Anerkennung als König von East-Anglien. Die restlichen Dänen ziehen aus Wessex ab und etablieren nördlich des mittleren Merciens ihr "Danelag", ein raues Land das bis an die Nordspitze Northumbriens reicht und von mehreren Königen beherrscht wird.

Hier lässt Bernard Cornwell nun seine Saga weitergehen und verlässt damit den sicheren Pfad der von der Angelsachsenchronik überlieferten Ereignisse, denn über die dortigen Geschehnisse gibt es bis heute nur wenige historische Quellen. Dieses "dunkle Zeitalter" mag einem Autor aber in gewissem Sinne faszinieren, findet er doch dort den Raum für einige dichterische Freiheiten, von denen Cornwell im Verlauf des Buchs gleich auch reichlich Gebrauch macht, um erneut eine weitere packende Story auf Papier zu bringen. Sein fiktiver Protagonist Uhtred kehrt in seine northumbrische Heimat zurück, denn alte Rechnungen wollen beglichen werden. Es gilt seinen verräterischen Onkel Ælfric bei der Bebbanburg zu stellen und Rache an den Feinden Ragnars zu nehmen. Ein Sklave, der König werden will, bringt ihn jedoch erstmal von seinem Weg ab … und wendet sein Schicksal in eine ungewollte Richtung.

Es ist diese Figur Uhtred, der man spätestens jetzt willig durch sein Leben folgt, und die den Leser immer tiefer in die Geschichte zieht. Blieb er zuvor in seiner Darstellung noch blass, arbeitet ihn Cornwell nun besser aus, verschafft ihm neben seinen rauen Ecken und Kanten auch ein paar menschliche Züge. Uhtred wird endlich glaubhaft, seine Entscheidungen nachvollziehbar. Und ich beginne endlich Anteil an seinem Schicksal zu nehmen. Hinzu kommt der geschichtliche Hintergrund, der erneut sehr interessant und tiefgehend geschildert wird. Hier steht besonders die Darstellung eines allmählichen Zusammenwachsens von Nordmännern und Angelsachsen, Christen und Heiden im Vordergrund. Zwei Skizzen zu Anfang des Buches bieten dabei wie gewohnt einen geographischen Überblick und dienen dem Leser als Orientierungshilfe.

Insgesamt ist "Die Herren des Nordens" der bisher überzeugendste Part der Romanreihe um Alfred den Großen und seine Zeit, der mehr als süchtig macht und zum Kauf des nachfolgenden Bands "Schwertgesang" zwingt. Ein historischer Roman, düster und hart wie das frühe Mittelalter selbst, der bei mir für ordentlich Lesespaß gesorgt hat.

28.01.2009 18:58:45
Swen Piper

Keine Frage: Die Geschichte des Kriegers Uhtred fesselt, insbesondere seine Zeit als Sklave geht unter die Haut. Und hier liegt auch der Hauptverdienst Cornwells, er macht vor unseren Augen eine völlig unbekannte Welt lebendig, die des 9. Jahrhunderts. Es herrschte eine unvorstellbare Brutalität, Armut, aber auch Naivität. Trotzdem kann ich das Buch nicht rundherum empfehlen: Cornwell schreibt nicht immer flüssig und schlüssig, neigt zu unnötigen Wiederholungen und liefert ein Buch ohne jeden literarischen Glanz, ja fast ohne literarischen Anspruch. Daher nur ein „Durchwachsen“.

09.12.2008 21:18:08
Bretschneider Thomas

Noch nie haben mich Bücher so gefesselt. wahnsinn wie er schreibt und wie er mich und andere eintauchen läßt in das 9. Jahrhundert in England. Ich halte es schon gar nicht mehr aus und will endlich Schwertgesang lesen...hab die ersten seiten englisch überflogen und kann nur sagen es geht grandios weiter;-)

22.09.2008 02:24:47
Rolf.P

Wie, bitte, schafft es Bernard Cornwall, einen Romazyklus mit einem sehr guten ersten Buch zu starten und sich danach immer weiter zu steigern?
Egal wie er es macht - mit Die Herren des Nordens ist es ihm erneut gelungen, die Latte abermals höher zu legen! Die Herren des Nordens ist die logische Fortsetzung von "Das letzte Königreich" und "Der Weiße Reiter".
Wie schon bei den beiden Vorgängern führt uns Cornwell auch im dritten Teil wieder auf spannendste Weise durch die Geschichte um Alfred den Großen. Und auch diesmal begleitet uns Uhtred als Icherzähler durch das Geschehen, welches im Jahre 878 spielt. Es ist spannend geschrieben und zeigt die Vermischung der beiden Kulturen, der Sachsen und Dänen sowie den Untergang des "Heidentums" sehr gut auf.
Der Protagonist befindet sich wie des Öfteren in einer Zwickmühle. Sein neuer Lehnsherr verrät ihn und mit seiner Religion ist er mehr und mehr Außenseiter. Hier gibt es Geschichte satt, verpackt in sehr realistische Handlungen, die dem Leser den Atem rauben werden! Nicht nur, dass der Roman sich extrem spannend liest, er ist auch detailreich aufgebaut und der Leser bekommt zudem eine Karte und hochinteressante Vergleichstabellen zur Verfügung gestellt, was die Bindung mit dem Buch und der Zeitepoche nochmals verstärkt.
Während die allermeisten anderen Schreiberlinge, die sich in diesem Genre tummeln ihre jeweiligen modernen Einsichten und Empfindungen als Projektionen vor alter Kulisse ablaufen lassen, bringt Cornwell den Leser in das 9. Jahrhundert mit aller Grausamkeit, Brutalität und erschreckenden Rücksichtslosigkeit. Er zeigt die Menschen aber auch in ihrer Vernetzung in Aberglauben, Religiosität und Ehrsamkeit, wie ein moderner Mensch kaum denken und handeln würde.
Allerdings gibt es auch in diesem Buch wieder recht gewalttätige Szenen und Uhtred entwickelt eine Skrupellosigkeit, die es in diesen Szenen schwer macht, ihn sympathisch zu finden. Dadurch wird dem Leser jedoch auch deutlich, wie es gewesen sein muss, in einem gesetzlosen Land zu leben, in dem sich Gesetze und christliche Moral erst langsam herausgebildet haben.
In keinster Weise lässt Cornwell Langeweile aufkommen und ich finde sogar, dass seine Geschichten immer besser werden. Man kennt schon die meisten Personen, sodass die Beschreibungen der bekannten Personen nicht mehr so ausführlich ausfallen und Cornwell sich so voll und ganz dem Geschehen der Geschichte widmen kann.

Auch mit dem dritten Teil der Saga, die schon jetzt Lust auf Teil vier macht, hat Bernard Cornwell erneut bewiesen, dass er zu den weltweit besten Autoren historischer Romane zählt.

16.09.2008 17:52:00
Janosch Brauns

ich mochte Bernard Cornwells Art zu schreiben schon von seinem ersten Teil der Uthredsaga an. Er versteht es wirklich den Leser an sich zu fessel. Außerdem sind die Bücher sehr gut recherchiert wenn es um die historische Richtigkeit handelt. Des weiteren muss man einfach sagen das der dritte Teil auf jeden Fall ein würdigr Nachfolger geworden ist!!

AufAuf Uthred schnapp dir Schlangenhauch und erobere England zurück denn das Schicksal ist unausweichlich!!

02.08.2008 21:56:40
Vito

Der dritte Teil der Trilogie ist sicher ein gutes Buch ,aber die ersten beiden Teile gefielen besser .
Ob es daran liegt das dies nun schon das dritte Uthred-Buch ist und sich eine gewisse Ermüdung einschleicht ?
Irgendwie wirkt die Geschichte zusammengezimmert. Die Handlungsbögen wechseln unvorhersehbar und der rote Faden in der Story fehlt mir.
Trotzdem kann ich das Buch empfehlen , da es sich noch immer aus der Menge der qualitativ hervorhebt .
Auf den vierten Teil der Saga bin ich schon gespannt.

08.06.2008 14:20:38
Marcel

Dieses Buch ist ein würdiger Nachfolger. Genau wie die anderen 2 Vorgänger überzeugt Die Herren des Nordens mit einer Mischung aus wahren begebenheiten und Personen (z.B. Alfred von Wessex ...) und fiktiven Personen. Außerdem überzeugt Cornwell wieder mit perfekt umschriebenen Schlachten und dem privaten Leben Uthreds.

30.05.2008 15:16:14
Alexandra Dmitrenko

Ganz hervorragend, aus historischer Sicht lehrreich und faszinierend und, was sehr wichtig ist, ohne "moralische Bewertungen" aus unserem Jahrhundert: denn Uthred ist ganz ein Kind seiner Zeit, denkt und handelt genau so, wie es damals ueblich war. Dies macht ihn glaubwuerdig, auch wenn vieles aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar scheint. Wenn man dies alles bedenkt, kann man sich getrost und ohne "schlechtes Gewissen" in Uthred hineinversetzen und mit ihm in die Schlacht ziehen!
Alexandra D.

28.04.2008 05:25:46
Christoph P.

Ich bin zufällig über den ersten Roman gestolpert, habe mit Begierde den zweiten gekauft und war wie ein hungriger Wolf hinter dem dritten Roman her! Vor allem gefällt mir, dass Cornwell seinen Helden einfach gestrickt hat! Diese ewige innere Zerrissenheit und Schuldgefühle kennt Uthred nur im Ansatz! Damit füllen andere historische Romane ganze Seiten! Identifizieren kann ich mich mit ihm trotzdem, indem ich ihn als Freund betrachte über den ich lache, schmunzle, oder einfach nur den Kopf schüttle! Durch die Schlichtheit seines Charakters verzeiht man ihm auch seine bösen Facetten, die bei anderen Helden in den allermeisten Romanen fehlen! Der Autor macht das sehr geschickt! Meinen Vater habe ich auch schon damit infiziert! Wir haben herzhaft über Uthreds Äußerung gelacht, nachdem er beschrieb wie die Wikinger auf grausamste Weise ein Nonnenkloster geplündert und die Frauen geschändet haben! UTHRED: "Was schert mich ein Nonnenkloster"! Ich weiß, dass ist böse, aber Uthred sorgt dafür, dass wir uns gut dabei fühlen! Der Autor ist ein Genie!

09.04.2008 13:16:01
Tom

Habe alle drei Bände in 14 Tagen "verschlungen" und bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzungen.
Kenne Cornwell schon von den Erzählungen um Richard Sharpe und bin seither begeistert von seiner Erzählweise.
Dem Verfilmungswunsch von H.Bäumer würde ich sehr zustimmen!
:)

29.01.2008 10:18:27
Siggi

Diesen Roman mochte ich auch, aber er hat mir dann doch nicht ganz so gut gefallen wie seinen beiden Vorgänger. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Personen treten in ihrer Entwicklung ein wenig auf der Stelle, dafür noch mehr Schiffe, noch mehr Schlachten, noch mehr Kämpfe - war für meinen Geschmack im Ganzen betrachtet dann doch leider einen Tick zuviel.
Vielleicht bringt Band 4 die Helden ja wieder weiter?

26.01.2008 20:59:15
H. Bäumer

Ich finde alle drei Bücher Ganz hervorragend !!! Der Autor lässt den Leser in die Handlung eintauchen so als stände man selbst neben Uthred oder Alfred! Ich möchte vorschlagen die drei Bände um Uthred und seine Gefährten zu verfilmen!!! Währe bestimmt ein Riesenerfolg!!! Ich hoffe es wird bald einen vierten Teil geben!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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