Zeitpunkt.
05.07.1854

Zerstörung des Schachautomats

Im Jahr 1769 konstruierte der österreichisch-ungarische Hofbeamte und Mechaniker Wolfgang von Kempelen einen Automaten in Form einer in türkischer Tracht gekleideten Männerfigur – weshalb der Automat auch „Schachtürke“ genannt wurde -, der hinter einem Schachbrett saß und Schach spielen konnte. Die Figur konnte den Kopf bewegen und den linken Arm und alle Bewegungen wurden von mechanischen Geräuschen begleitet. Wer immer es wollte, konnte einen Blick in das Innere der Maschine werfen und sich die Mechanik anschauen, aber nie während eines Spiels. Kempelen hat nie erklärt, wie die Maschine funktioniert. 

1781 führte er die Maschine in Wien sogar Kaiser Joseph II. und dem Großfürsten Paul von Russland vor. 1785 soll der Automat angeblich in Berlin gegen Friedrich den Großen und gewonnen haben, wonach der König eine grosse Summe Geld für das Geheimnis des Automaten geboten habe. Kempelen erzählte es, worauf der König enttäuscht war und den Apparat in eine Abstellkammer des Potsdamer Schlosses verbannte. 1804 erstand der in Wien lebende Mechaniker Johann Nepomuk Mälzel nach Kempelens Tod den Automaten und reiste mit ihm durch Europa und in die USA, wo er 1826 gesehen wurde. 1840 kam der Automat als Museumsstück ins „Peale’s Museum" in Philadelphia, wo er bei einem Brand am 5. Juli 1854 zerstört wurde. Angeblich soll sich von dem Automaten der Ausspruch für etwas gefälschtes, etwas „getürktes“ herleiten, da in dem Automaten tatsächlich ein Mensch saß, der Schalter und Hebel von innen bediente. Ob das mit dem Spruch richtig ist, ist nicht mehr lückenlos herzuleiten.

Ein Zeitpunkt. von Carsten Jaehner
Foto: © istock.com/SLA-central

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