Zeitpunkt.
12.01.1818

Großherzogliches Privileg für Karl von Drais‘ Laufrad

Karl Freiherr von Drais wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren und besuchte die Forstlehranstalt seines Onkels, da seine normalen schulischen Leistungen nicht sehr gut waren. 1808 legte er sein Forstexamen ab und 1810 als badischer Forstmeister ohne Forstamt vom Dienst freigestellt, um seinen zahlreichen Erfindungen nachgehen zu können. 1818 wurde er vom Großherzog zum Professor für Mechanik ernannt, was ihm ein Gehalt bis zum Lebendsende sicherte. Im selben Jahr stellte er auch seine berühmteste Erfindung vor, ein Laufrad mit zwei Rädern, dem vorderen Rad eine Lenkstange hinzugefügt, zudem ein Sitz auf der Stange zwischen beiden Rädern. Diese „Draisine“ ermöglichte immerhin ein Tempo von 15 km/h und verkürzte die normalen Laufwege. Dank des großherzoglichen Privilegs, dem heuteigen Patent vergleichbar, konnte er bis 1820 das Gerät unter seinem Namen vermarkten. 1822 bis 1827 nahm er an einer Expedition nach Brasilien teil und konnte nach seiner Rückkehr nie wieder richtig Fuß fassen, verfiel dem Alkohol und wurde gar zur Witzfigur. Er starb am 10. Dezember 1851 und ist trotz allem für seine Erfindung des Vorläufers des Fahrrades berühmt geworden.

Ein Zeitpunkt. von Stefanie Eckmann-Schmechta
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