Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub

Erschienen: Oktober 2020

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Jörg Kijanski
Zweiter Fall für Reporter Kaminski und den Starermittler

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2020

Am 14. Mai 1932 wird der Polizeireporter Max Kaminski nachts aus dem Bett geklingelt. In Mariendorf gab es eine Schießerei in einer Gaststätte. Vier junge Männer sollen daran beteiligt gewesen sein. Die Ermittlung übernimmt Kommissar Ernst Gennat, Chef der Berliner Mordinspektion und eine lebende Legende. Doch die Ermittlungen kommen kaum voran, verlässliche Zeugen oder gar handfeste Beweise fehlen. Dann gibt es einen ersten Hinweis auf Erwin Hildebrand, einen jungen Hitzkopf, der plötzlich im Geld zu schwimmen scheint, obwohl er und seine Eltern arbeitslos sind. Kaminski nimmt unter einem Vorwand Kontakt zu Hildebrand auf und dieser informiert ihn über einen anstehenden Überfall am Güterbahnhof in Schöneberg. Der Überfall geht gründlich schief, Kaminski wird sogar von der Polizei angeschossen, dennoch gibt es weiter keine Spur über den Überfall in Mariendorf, der sich inzwischen zu einem Raubmord ausgeweitet hat.

Monate vergehen ohne dass es nennenswerte Fortschritte gibt. Kaminski ermittelt in zwielichtigen Spelunken und im Milieu der sogenannten Wilden Cliquen, in denen sich gewaltbereite Jugendliche organisieren und Straftaten begehen. Dann, am 15. September 1932, wird am Rathaus Charlottenburg ein Geldtransporter der Berliner Verkehrsgesellschaft überfallen, die bis dato schwerste Raubtat in der Kriminalgeschichte Berlins …

Interessante Einblicke in die Zeit und die Arbeit des Ernst Gennat

In „Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub“ begegnen sich die beiden Protagonisten Max Kaminski und Ernst Gennat literarisch zum zweiten Mal, nachdem sie sich bereits 1916 kennenlernten und gemeinsam einen Fall lösten („Raubgier“, erschienen 2003). Der fiktive Journalist trifft auf die reale Polizeilegende Gennat, dem die Autorin Regina Stürickow bereits mehrere Bücher widmete; beispielsweise das großartig bebilderte Werk „Kommissar Gennat ermittelt – Die Erfindung der Mordinspektion.“

Der Raubüberfall auf die BVG, der auf einer wahren Begebenheit beruht, findet erst zur Mitte des Romans statt, bis dahin werden die beiden Hauptfiguren – im Fall von Kaminski auch dessen Familie – und die Polizeiarbeit ausführlich vorgestellt. Die Ermittlungen sind schwierig, denn gewalttätige Auseinandersetzungen und Schießereien sind längst keine Seltenheit mehr. Straßenschlachten zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten prägen das Bild der Stadt, viele Menschen sind deswegen stark verunsichert.

Auch die Armut und Hoffnungslosigkeit vieler Menschen ist ein vorherrschendes Thema, denn die Zahl der Arbeitslosen liegt allein in Berlin bei weit über 600.000 Menschen. Kein Wunder also, dass sich Jugendliche aus prekären Verhältnissen in Wilden Cliquen zusammenschließen; zwanzig- bis dreißigtausend junge Leute sollen es sein. So bietet „Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub“ vor allem einen packenden Einblick in die Sozialgeschichte Berlins zu Beginn der 1930er Jahre.

Auch in der Polizei rumort es, denn immer mehr Ermittler bekennen sich als Anhänger Hitlers. Mit Folgen, wie der Putsch am 20. Juli 1932, der sogenannte „Preußenschlag“, zeigen wird. Am 30. Januar 1933, Hitler wird an diesem Tag Reichskanzler, endet der Roman. Im wahren Leben ging es danach für Gennat nicht mehr groß voran, da er sich weigerte in die NSDAP einzutreten. Aber wer weiß, vielleicht darf er ja trotzdem noch mal einen Fall mit Hilfe von Max Kaminski lösen.

Fazit

Regina Stürickow, Expertin für Berliner Kriminalfälle in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und – damit fast zwangsläufig einhergehend - Ernst Gennat, legt mit dem vorliegenden Kriminalroman erneut ein grundsolides Werk vor, in dem die Polizeiarbeit, der Kultermittler Gennat und die gesellschaftliche Lage rund um die Zeit vor Hitlers Machtergreifung gekonnt und eindringlich dargestellt werden. 

Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub

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