Schwert und Krone - Preis der Macht

Erschienen: November 2020

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Karin Speck
Das Ende ist abzusehen

Buch-Rezension von Karin Speck Dez 2020

Friedrich Barbarossa befindet sich in Italien, aber sein Feldzug im Jahre 1167 darf als gescheitert angesehen werden. Eine Seuche rafft seine Männer dahin. Er und seine Kaiserin Beatrix sowie seine Kinder entkommen nur knapp. Während Friedrich um sein Überleben kämpft, sieht sich Heinrich der Löwe zahllosen Feinden in der Heimat gegenüber. Statt dem Kaiser in Italien zur Hilfe zu eilen, kämpft er seinen eigenen Kampf gegen die Mächtigen und Reichen des Kaiserreichs. Friedrich muss schlichtend eingreifen, aber Heinrich will immer mehr Macht. Kurzentschlossen  heiratet er die Königstochter Mathilde von England. Sie bringt ihm nicht nur das englische Königshaus, sondern auch eine reiche Mitgift mit. Der Kampf um Reichtum und Macht wird immer härter und macht auch vor dem Leben der Kaiserfamilie nicht halt. Beatrix und Friedrich entfremden sich immer mehr voneinander und Mathilde muss sich ihren Platz im Reich erst noch erarbeiten. Markgraf Otto wähnt sich am Ziel, als in einem seiner Dörfer Silber gefunden wird. Die Lage im Land spitzt sich weiter zu. Die Adligen wollen nicht mehr zusehen, wie Heinrich der Löwe immer reicher wird und Kaiser Friedrich muss sich entscheiden.

Detailreiche Schilderungen

Mit „Preis der Macht“ liegt nun der fünfte und letzte Band dieser großartigen Reihe über Kaiser Friedrich Barbarossa vor. Sabine Ebert hat es geschafft, das Leben dieses Herrschers in allen Einzelheiten zu schildern. Sein Leben und seine Taten hat sie wunderbar in Szene gesetzt. Eindrucksvoll schildert sie die Ereignisse des Italien-Feldzugs und erzählt, wie der Kaiser sich dort behaupten musste - nicht zuletzt auch durch die Strapazen, die mit diesen Feldzügen einhergingen. Gerade diese Ereignisse werden so anschaulich geschildert, dass man schnell Bilder vor Augen hat. Aber auch die Gedanken des Herrschers und seiner Gegenspieler sind wunderbar in die Erzählung verwoben worden. Der Leser ist bei jeder Szene hautnah dabei. Gleichzeitig wird klar, wie anstrengend und entbehrungsreich so eine Regierungszeit gewesen sein muss.

Im vorliegenden Buch werden die Jahre 1167-1181 erzählt. Ein anschließender Epilog aus dem Jahr 1193 fasst noch einmal kurz die fehlenden 12 Jahre zusammen; in ihrem Nachwort weist die Autorin darauf hin, dass man die noch fehlenden Jahre in ihrer Hebammen-Reihe nachlesen könne. (Die Reihe erzählt die Zeit des Kaisers aus Sicht der einfachen Leute.) Fast ist es schade zu nennen, dass die Autorin die Reihe an dieser Stelle beendet und die letzten Jahre des Kaisers nun nicht weiter erzählt. Hat die Autorin hat mit dieser Reihe doch ein spannendes Stück Geschichte lebendig werden lassen. Sie erzählt ungeschönt, wie die Lage in diesem Deutschen Reich im 12, Jahrhundert gewesen ist, umso bedauerlicher ist es, dass sie gerade die letzten Jahre von Kaiser Friedrich Barbarossa nicht richtig zu Ende erzählt. Dieser Kritikpunkt ist aber auch der Einzige, der ins Auge fällt.

Die Politik steht im Mittelpunkt

Sabine Ebert schildert detailgetreu von der Politik der Reichen und Mächtigen, aber auch von den Anstrengungen, die es bedurfte, so ein großes Reich zu regieren. Sie hat dabei nicht nur aus Sicht der Männer erzählt, sondern auch die starken Frauen dieser Zeit mit eingebunden. Spannend ist zu lesen, wie der Kaiser versucht, alles nur Erdenkliche im Sinne seines Reiches zu tun und dabei immer wieder auf die Widerstände des Adels stößt. Gleichzeitig wird aber auch geschildert, wie seine Gegner sich behaupten wollen. Allen voran natürlich Heinrich der Löwe, der ja eigentlich kein Gegner ist, aber eben auch auf seine eigene Macht schaut und sein Gebiet sichern will. Sein Aufstieg und Fall sind ebenso spannend wie ein guter Krimi.

Die Frauen haben einiges dazu beigetragen, um dieses Reich wachsen zu lassen. Sabine Ebert schildert ihre Schicksale und lässt Beatrix die Kaiserin genauso zu Wort kommen wie später die Gemahlin von Heinrich. Mathilde von England ist eine ebenso schillernde Persönlichkeit, wie die Kaiserin selbst. Schnell wird klar, die Herrscher dieser Reiche brauchten auch ihre Frauen, um Erfolgreich zu agieren.

Der große Anhang mit Stammbäumen, Personenregister, Glossar und Zeittafel verschafft noch mal einen gerafften Überblick über die Herrschaft von Kaiser Friedrich.

Fazit:

Dieser abschließende Band „Preis der Macht“ vervollständigt die Reihe, auch wenn ein richtiges Ende fehlt. Sabine Ebert ist mit diesen fünf Büchern ein umfangreiches Werk über das 12. Jahrhundert gelungen. Sie hat diese Epoche – und damit auch seine Protagonisten - auf eindrucksvolle Weise lebendig werden lassen. Detailgetreu und bildgewaltig hat sie sich in die Herzen ihrer Leser geschrieben und ist somit aus der Welt der historischen Romane nicht mehr wegzudenken.  

Schwert und Krone - Preis der Macht

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22.11.2020 11:00:24
MarySophie

Handlung
1167
Der Italien-Feldzug von Friedrich Barbarossa verläuft alles andere als glücklich. Er muss nicht nur mit ständigen Angriffen rechnen, sondern im Feldlager macht sich eine Seuche breit, die gnadenlos ist. Nur mit Mühe und Glück kann Barbarossa zusammen mit seiner Frau, Kaiserin Beatrix, und den gemeinsamen Kindern fliehen.
Und auch in seinem Reich steht der Kaiser vor neuen Problemen. Zwischen Heinrich dem Löwen und dessen Feinden herrschen erbitterte Kämpfe, keiner möchte nachgeben. Friedrich muss schlichten, dabei will die Entscheidung gut überlegt sein. Bleibt er auf der Seite seines Vetters, hat in diesem einen starken Verbündeten oder gibt er zahlreichen Fürsten des Landes recht und zieht Konsequenzen für das Verhalten von Heinrich? Schließlich wird dieser immer hochmütiger, nimmt sich zahlreiche Rechte heraus und dies wird durch die Hochzeit mit der englischen Königstochter Mathilde noch verstärkt...

Meinung
Wie schon bei den restlichen Bänden der Reihe gibt es auch diesmal wieder ein gleich aufgebautes Cover, lediglich die Hintergrundfarbe hat sich geändert. Anfangs hatte mir das Lila nicht so recht gefallen, als ich den Roman schließlich in den Händen gehalten hatte, änderte sich meine Meinung schlagartig. Die Farbe wirkt edel, harmoniert perfekt mit den goldenen Details und wirkt irgendwie königlich. Und genau das ist dieser letzte Teil in meinen Augen, weshalb ich die Farbgebung mittlerweile als sehr passend empfinde und es einfach toll aussieht!

Seitdem ich den ersten Roman von Sabine Ebert gelesen habe, bin ich von ihren Werken sehr angetan. Sie schafft es, auf eine eingängige und korrekte Weise Geschichte zu erzählen, bei der man nicht nur lernen kann, sondern auch gleichzeitig gut unterhalten wird. Dieser Mix ist sehr spannend und lässt bisher jedes Buch zu einem Highlight werden.
Dem letzten Band der Schwert und Krone-Saga habe ich einerseits mit viel Vorfreude entgegengeblickt, gleichzeitig wurde ich wehmütig und wollte nicht, dass diese famose Reihe endet. Und irgendwie hat es sich auch merkwürdig angefühlt zu wissen, dass die Saga damit fertig ist und ich mich nicht schon jetzt auf eine Fortsetzung freuen kann... Am Ende überwog dann aber doch die Spannung, welches Ende die Reihe finden wird und ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut. An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, es war ein reines Vergnügen, wieder einmal in das Mittelalter eintauchen zu können!

Und wie auch schon bei den ersten vier Bänden der Saga gibt es auch diesmal wieder ein sehr umfangreiches und weiterführendes Material, welches sich sowohl am Anfang des Buches, als auch am Ende wiederfindet. So gibt es auf den Umschlaginnenseiten einmal eine Karte vom Römisch-Deutschem Kaiserreich zur Zeit der Handlung, wo man teilweise Wege nachverfolgen kann und einen genauen Blick darauf hat, wie die Grenzen früher mal waren und wo sich welches Fürsten- oder Herzogtum befand. Man kann die Besitzverhältnisse also genau betrachten, zudem war es für mich einfacher nachzuvollziehen, wie Verteilungen von Besitz einen Sinn machen und wo sich Kontrahenten ungefähr gegenseitig belagert und bekriegt haben.
Und am Ende des Buches wurden auf der Innenseite noch einmal alle fünf Teile der Reihe abgedruckt. So kann man sie vereint sehen, zudem finde ich, dass dies ein passender Abschluss des Buches und der Saga ist!

Außerdem wurde noch vor dem Beginn der Handlung sehr ausführlich und erklärend aufgelistet, welche Personen im Roman auftreten werden, welchem historischen Geschlecht sie angehören und in welchem Zusammenhang die Protagonisten auftreten. Man kann so sein Gedächtnis auffrischen und sich das Verzeichnis anschauen, mir sind auf diese Weise direkt viele Details aus den vorherigen Bänden eingefallen, wodurch ich einen angenehmen und guten Start in den Roman hatte. Zudem trifft man viele Bekannte wieder, auch solche, die in der Hebammen-Saga eine größere Rolle spielen und mir daher bereits bekannt sind.
Allein durch den Blick auf das Personenverzeichnis zeigte sich wieder, dass Sabine Ebert in diesem Epos vor allem mit historisch verbürgten Personen arbeitet und sie den Mittelpunkt der Handlung bilden. Nur sehr selten tritt mal eine Figur auf, die der Fantasie entsprungen ist und fiktiv ist. Stattdessen hat so gut wie jede Person tatsächlich gelebt und gewirkt und mir sind an keiner Stelle große Unterschiede bei der Darstellung aufgefallen. Sowohl die realen, als auch die fiktiven Personen haben einen großartigen Charakter erhalten, der einzigartig ist und einer jeden Figur gerecht wird. Sie haben alle besondere Züge und Merkmale erhalten, anhand derer man die Personen auseinanderhalten kann und durch die sie im Gedächtnis bleiben. Es gibt also ein harmonisches Zusammenspiel zwischen historischen Persönlichkeiten und fiktiven Personen, was gut zusammenpasst und ein vielseitiges Bild von Situationen und der Zeit um 1160 gibt.
Außerdem möchte ich noch hervorheben, wie unglaublich ich es finde, dass es der Autorin so gut gelungen ist, den historischen Persönlichkeiten gerecht zu werden und ihnen ein so lebendiges Bild zu verleihen. Immerhin sind sie schon weiter über 800 Jahre tot und als einzige Quellen gibt es alte Berichte und Urkunden, die einen Blick auf das Leben und die Personen um 1160- 1195 geben.
Bei dem Blick ins Personenverzeichnis wird außerdem sofort deutlich, dass vor allem die historischen Persönlichkeiten im Vordergrund stehen und auf ihnen der Fokus liegt. Über ihr Leben, gesellschaftlichen Konventionen und zahlreiche Ereignisse der Handlungszeit wird berichtet, nur selten tauchen Figuren auf, die keinem adligen Stand angehören und auf diese Weise entsteht ein Roman, der ganz klar ein großes Stück deutscher Geschichte erzählt.

Als Abschluss des Roman gibt es einen sehr ausführlichen Anhang, der einiges erklärt und viel interessantes beherbergt. Nicht nur gibt es ein erklärendes Nachwort, anhand dessen sich manche Situationen noch besser verstehen lassen, sondern auch zahlreiche Stammtafeln der Geschlechter, die ich diesmal häufig genutzt habe. Sei es um zu schauen, wie alt manche Protagonisten mittlerweile sind oder um zu schauen, wie viele Nachkommen sie haben werden und an wen manche Titel mal vererbt werden.
Darauf folgend gibt es ein Glossar, welches zahlreiche Begriffe erklärt, die mir meistens bekannt, teilweise aber auch unbekannt waren. Dieses habe ich während des Lesens nur selten genutzt, meist konnte ich mir vorstellen, was mit den Worten gemeint ist, nur vielleicht zwei-drei Mal war mir ein Wort nicht geläufig.
Und zu guter Letzt wurde noch eine sehr umfangreiche Zeittafel abgedruckt, die sich von 1137 bis 1215 erstreckt. Hier werden auch nochmal einige Ereignisse aus den ersten Bänden erwähnt, zudem gibt es einen kleinen Ausblick in die Zukunft und künftige Ereignisse finden Erwähnung. Ich empfand diese als schlüssigen und sehr passenden Abschluss der Reihe. So kann man nochmal nachlesen, wie viel Geschichte sich in den fünf Büchern versteckt, was man alles zusammen mit den Personen erlebt hat und man kann sich das gerade Gelesene nochmals vor Augen rufen und verarbeiten. Ein würdiger Abschluss einer tollen Reihe!

Der Roman wurde in drei Teile gegliedert, die dann jeweils noch einmal in Abschnitte gefasst wurden. Jeder neue Teil, als auch die neuen Abschnitte besitzen eigene Überschriften, die in knapper und prägnanter Weise das folgende Kapitel zusammenfassen und daher immer sehr passend gewählt wurden. Weiterhin wird vor dem Beginn neuer Abschnitte immer angesprochen, welche wichtigen Figuren, die auch im Personenverzeichnis erwähnt wurden, im Folgenden auftreten, der Handlungsort und auch die Handlungszeit des folgenden Kapitels wurden genannt. Somit kann man immer genau verfolgen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, wie alt die Protagonisten mittlerweile sind und besitzt auf diese Weise immer einen zeitlichen Überblick, was auch wichtig war. Schließlich erstreckt sich die Handlung über 35 Jahre und ansonsten hätte man leicht den Überblick verlieren können, den oft wurde einige Zeit übersprungen, um die Handlung nicht zu viel zu strecken und ihr einen Rahmen zu geben. Und trotzdem erhält man stets kurze Informationen, was in der übersprungenen Zeit geschehen ist, um nichts zu verpassen. Dies wird in Nebensätzen und oft ganz nebenbei genannt, sodass der Lesefluss nicht verloren geht und man dem Folgenden weiterhin so tadellos folgen kann. Auf diese Weise bleiben am Ende auch keine Fragen zurück, sondern die Handlung ist rund und stimmig.

Es gibt einen nahtlosen Übergang vom vierten auf den finalen fünften Band. Die Handlung setzt im Grunde wieder dort ein, wo sie geendet hat und ich hatte dadurch einen sehr angenehmen Start in den Roman. Mir sind direkt wieder zahlreiche Details eingefallen und ich daher konnte ich mich leicht und schnell wieder auf die Handlung einlassen. Dies hängt unter anderem auch mit der sehr angenehmen und bildhaften Sprache zusammen, die sich über den ganzen Roman erstreckt, ihm viel Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht. Im Grunde wird eine recht einfache, wenn auch keine Umgangssprache genutzt, die ein schnelles und flüssiges Lesen ermöglicht. Und anhand mancher historischer Begriffe, als auch anhand der Protagonisten und den zahlreichen historischen Ereignissen erhält die Sprache einen guten Anspruch und trägt viel dazu bei, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Außerdem gibt es, wie ich bereits erwähnt hatte, sehr interessante und tiefgehende Personenzeichnungen, die Szenen wurden lebendig und authentisch beschrieben und auch das Setting konnte überzeugen. Dies vermischt mit den politischen Entwicklungen bildet einen sehr reizvollen Inhalt und zeichnet auch den Roman aus.
Gleichzeitig war es meiner Meinung nach wichtig, beim Lesen immer sehr konzentriert zu sein, oft gibt es kleine versteckte Andeutungen und Botschaften, die sich nur durch sehr aufmerksames Lesen richtig zeigen. Zudem konnte man so Zusammenhänge besser in Verbindung bringen und bei mir hat dies bewirkt, dass ich sehr flott durch die Geschichte gekommen bin und den Roman innerhalb von nicht mal drei Tagen ausgelesen hatte. Dies hatte ich mir auch extra so vorgenommen, eigentlich wollte ich das Buch innerhalb eines Wochenendes lesen, am Ende war ich noch schneller damit fertig.

Wie üblich in mittelalterlichen Romanen, findet der Hauptteil der Szenen in Burgen und Schlössern statt, was einen ganz eigenen Reiz hat. Immerhin sind dies Wohnorte, die irgendwie magisch sind und heute meist nur noch als Sehenswürdigkeiten dienen. Unter anderem mag ich auch dadurch historische Romane so gern, sie geben Einblicke in vollkommen unterschiedliche Lebensweisen und man kann sich von diesen ein gutes Bild machen.
Auf jeden Fall gibt es im Roman wunderbare Darstellungen von den Handlungsorten, viele Burgen, als auch die Räume davon konnte ich mir ziemlich gut vorstellen und sie bildeten eine geeignete Grundlage für die Szenen. Und immer noch ist mein liebstes Setting der Meißener Burgberg. Vielleicht, weil ich ihn mir am besten vorstellen konnte, vielleicht weil er mir bereits aus der Hebammen-Reihe noch gut im Gedächtnis geblieben ist. Dort herrschen herausragende Dynamiken, ich hatte die meisten Bilder vor Augen und dies ist einer der Orte, wo verschiedene Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen.
Ich finde es besonders gut, dass auch erwähnt wird, dass nicht alle Aspekte am Leben im Schloss positiv waren und die Bewohner sich durchaus mit einigen Problemen herumschlagen mussten. Den dies ist ein wichtiger Punkt, der gerne außen vorgelassen wird und die Zeit wird häufig etwas romantisiert.
Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich auch diesmal mit dem Heerlager von Friedrich Barbarossa oder auch den Hoftagen. Obwohl ab und an Zahlen genannt wurden, mit wie vielen Rittern und Dienerschaften die Herrschaften anreisen, fiel es mir schwer mir vorzustellen, wie die Dimensionen dessen sind und die Größe schien unglaublich. Aber ich werde dies nicht negativ in meiner Bewertung anlasten, schließlich sind dies Situationen, die man sich heutzutage nur noch schwer vorstellen kann, die einfach nicht mehr üblich sind.

Ab und an war es mir doch möglich Stimmungen wahrzunehmen. Diese waren häufig von negativer Natur und besonders Wut, Abscheu oder gar Hass haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Gegensatz dazu habe ich nur selten eine freudige Laune wahrgenommen, solche Emotionen tauchten allgemein nicht sonderlich häufig auf. Was ich ein bisschen schade fand, gab es doch einige Szenen, in denen mehr Freude angebracht gewesen wäre.
Die Stimmungen passten immer sehr gut zu der jeweiligen Situation und waren nachvollziehbar. Man kann zwar als Leser nicht sonderlich gut mit den Protagonisten mitfühlen, wahrt eine gewisse Distanz, aber es trägt dazu bei, dass man sie noch lebendiger wahrnimmt und die Situationen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zu den Personen hatte ich ja bereits einiges gesagt. Sie wurden, egal ob historisch belegt oder fiktiv, alle gleichwertig behandelt und haben eine angenehme und passende Zeichnung erhalten. Ihre Emotionen und ihr Handeln wirkten natürlich und auch Gedankengänge und darauf folgende Entscheidungen und Handlungen konnte ich häufig gut nachvollziehen und verstehen. Es gibt gelungene Zusammenspiele der Protagonisten, ich mochte es, wie sie verschiedene Fassaden von sich selbst zeigen und man ein wenig in ihr Gefühlsleben blicken kann. Dadurch habe ich viele auf ihre Art ins Herz geschlossen und für die Zeit der Lektüre, sind zahlreiche der Personen für mich lebendig geworden.

Fazit
Ach, wie sehr habe ich mich auf diesen fünften und leider auch finalen Band der Schwert und Krone-Reihe gefreut. Jedes Buch der Reihe, welches ich bisher gelesen hatte, war einfach grandios und hat mir nicht nur schöne, sondern auch informative Lesestunden beschert und einen guten Einblick in das Leben im Mittelalter, aber auch der einzelnen Personen gegeben. Und genau das war auch diesmal wieder der Fall, ich habe den Roman mit unglaublich viel Freude begonnen und bin am Ende der Meinung, dass es sich wieder um ein rundes, stimmiges und gut durchdachtes Werk handelt, welches einen würdigen Abschluss der Saga bildet. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich etwas traurig bin, dass es nun vorbei ist und ich mich nicht auf eine Fortsetzung freuen kann. Den irgendwie hat das in den letzten Jahren dazugehört. Nun halte ich hoffnungsfroh nach neuen Werken der Autorin Ausschau und bin mir sicher, in den kommenden Jahren noch häufig die Schwert und Krone-Reihe in die Hand zu nehmen. Eine sehr große und von Herzen kommende Empfehlung meinerseits!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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