Schwert und Krone - Der junge Falke

Erschienen: November 2017

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2017, Titel: 'Schwert und Krone - Der junge Falke', Originalausgabe

Couch-Wertung:

90
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Karin Speck
Königstreue, Intrigen und Verrat

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2019

Mit dem zweiten Band „Der junge Falke“ schließt die Autorin direkt an den ersten Band an. Chronologisch schildert sie die Ereignisse der Jahre 1147 bis 1152. Sie lässt dabei kein noch so kleines Detail aus. Kirchenintrigen werden genauso geschildert, wie die Streitigkeiten unter den Adligen des Landes. Aber auch die wichtigen Ereignisse dieser Epoche nehmen einen Großteil der Schilderung ein. Es wird von den Kreuzzügen erzählt, genauso wie von dem weniger bekannten Wendenkreuzzug.

In unterschiedlichen Handlungssträngen erfährt der Leser, wie es dem jungen Herzog Friedrich von Schwaben oder Heinrich dem Löwen, sowie Albrecht dem Bären ergangen ist. Diese Herren sind wohl die wichtigsten Männer dieser Zeit. Die Autorin schildert die Ereignisse chronologisch und hält sich an die historisch belegten Tatsachen. So erzählt sie von der Schlacht im Anatolischen Hochland, die im Jahre 1147 im Oktober stattfand. Diese Schlacht trug sich im Rahmen des Zweiten Kreuzzuges zu. Hier wird besonders deutlich, wie wichtig es war, den König oder Kaiser bedingungslos zu schützen. Mit aller Grausamkeit und allen Konsequenzen wird das Handeln der Krieger geschildert. Auf das eigene Leben wurde keine Rücksicht genommen und so starben viele junge und alte Ritter, Knappen und Fußvolk für das Wohl und Wehe des Reiches. 

Harte Kämpfe bestimmen das Leben

Das Leben als Ritter und Adliger war nicht immer so einfach, wie es nach außen hin scheint. Friedrich von Schwaben, der später auch Barbarossa genannt wurde, bekommt dies deutlich zu spüren. In diesen Jahren muss er sich als königstreu gegenüber Konrad III. zeigen. Diese Jahre sind geprägt von Kämpfen um das Reich und um den Erhalt des selbigen. Jeder für sich möchte sich beweisen und um Land und Gut bereichern, auch Friedrich macht da keine Ausnahme. Seine Rolle als Neffe des Königs und somit Thronanwärter hat die Autorin glaubhaft in Szene gesetzt.

Nicht immer wird so gehandelt, wie es die Ehre gebietet. Friedrich lernt, will er seine Ziele erreichen, auch zu Intrigen greifen zu müssen und sich durchzusetzen. Aber zunächst muss er seine Treue zum König beweisen. Sabine Ebert schildert ihn als Ritter mit ehrgeizigen Zielen, aber auch als jungen Mann mit Träumen und Wünschen. Sie hat es vor allem geschafft, ein stimmiges Gesamtbild der Zeit zu schaffen. Die politischen Ereignisse hat sie so verpackt, dass sie sich unterhaltsam lesen lassen und dabei viel historisches Wissen vermitteln.

Zudem haben viele weniger bekannte Protagonisten ihren Weg in diese Reihe gefunden. Vor allem kommen die Gemahlinnen der mächtigen Männer zu Wort. Zwei Beispiele wären Agnes von Saarbrücken, die mit Friedrich II. Herzog von Schwaben verheiratet war oder Uta von Calw und Schaumburg, die Welf VI. aus dem Hause der Welfen geehelicht hat. Die Frauen haben genauso ihren Teil zu leisten wie die Männer und es eigentlich verdient, genannt zu werden. Die Autorin gibt ihnen hier ein Gesicht und erzählt die Geschichte dieser Frauen lebendig und facettenreich. 

Gerade Leser, die sich in dieser Epoche nicht so auskennen, bekommen einen schönen Überblick über die Ereignisse im Reich. Die Zusammenhänge und Verwandtschaftsverhältnisse werden verständlich erläutert. Die Autorin versteht es, die Menschen dieser Zeit lebendig werden zu lassen. Sie zeichnet dabei ein schönes Gesamtbild aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Geschichtsunterricht auf unterhaltsame Weise

Damit der Leser nicht den Überblick verliert, hat Ebert vor jedem Kapitel die Geschichtszahl, den Ort und um wen es sich gerade handelt als Überschriften gewählt. Sicher ist es manchmal schwierig, überhaupt den Überblick über all die Protagonisten zu behalten, zu viele Namen sind gleich, es wimmelt geradezu von lauter Heinrichs, Friedrichs und Co. aber Sabine Ebert führt ihre Leser souverän durch die Geschichte. Ihr Erzählstil ist dabei zwar einfach zu lesen, aber dafür fordern die Verwandtschaftsverhältnisse der Protagonisten den Leser auch zur Genüge, als dass ein komplizierter Erzählstil helfen würde. 

Während im ersten Band die Handlung noch recht sachlich war und es fast keinen Charakter zum Mitfiebern und -bangen gab, geht dieser Teil schon ein wenig mehr in die Tiefe der Protagonisten. Es ist faszinierend zu lesen, wie Friedrich sich weiter entwickelt. Er wächst mit den Jahren immer weiter an seinen Aufgaben. Vor allem seine Beziehungen zu seinen Freunden, allen voran Welf VI., oder zu seiner Frau, sind spannend zu beobachten. Seine eigenen Zweifel ob der Richtigkeit seines Handelns hat die Autorin glaubhaft vermittelt.

In einem ausführlichen Anhang findet der Leser ein Personenregister und ausführliche Stammbäume der großen Familien dieser Zeit. Eine Karte hilft bei der Orientierung und ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit.

Fazit:

Intrigen haben das Reich bestimmt. Jeder wollte Macht und vor allem Reichtum. Sabine Ebert hat genau dies alles geschildert und dabei ein Stück deutscher Geschichte erzählt. Wie mag es wohl weitergehen mit Friedrich und dem Reich? Die Antwort kennen wir aus den Geschichtsbüchern, aber der Weg bis ganz nach oben ist ein weiter und birgt viele Gefahren. Man darf sicher gespannt sein, welche Details die Autorin bei ihren Recherchen noch gefunden hat. Im vorliegenden Band hat sie viele kleine Geschichten erzählt, die kaum zu glauben waren, aber doch historisch belegt sind. Gerade diese Geschichten sind es, die diese Reihe so faszinierend macht.

Schwert und Krone - Der junge Falke

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