Borgia - Die Täuschung

Erschienen: Dezember 2019

Bibliographische Angaben

Übersetzung: Ingrid Exo, Christine Heinzius

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84

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Alexandra Hopf
Auch Teil drei der Trilogie enttäuscht nicht

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Apr 2020

Im Jahr 1502 befindet sich Cesare Borgia auf dem Gipfel der Macht. Nachdem sein Vater es geschafft hat, ihn aus dem Dienst der Kirche zu befreien, kann Cesare sich nun endlich dem widmen was ihm wirklich liegt - der Kriegsführung. Er ist Feldherr der Romagna und strebt danach, seine Macht immer mehr auszuweiten und immer mehr Gebiete zu unterwerfen. Doch im Geheimen verbünden sich die Gegner der Borgia. Einige Herrscher anderer kleiner Gebiete wollen sich zur Wehr setzen. Sie wollen ihre Regionen schützen. Dazu müssen sie den machtbesessenen Cesare Borgia ausschalten. Doch dieser hat überall seine Spione sitzen und unterhält starke Beziehungen, unter anderem zum französischen König. Wird es den Verschwörern gelingen, die Borgias zu vernichten, indem sie den mächtigen Cesare stürzen?

Figur Cesare Borgia ist Hauptbestandteil des Buches

Die Schwestern Martignoni widmen dem bekannten Borgia den dritten Teil ihrer Buchreihe um das Adelsgeschlecht. Sehr eindrucksvoll gelingt es ihnen, den vielschichtigen Charakter von Cesare wiederzugeben. Da ist einerseits das Verlangen, viele Frauen zu unterwerfen. Obwohl er verheiratet ist, gibt es eine Vielzahl Geliebter. Doch keiner seiner Frauen kann er wirkliche Liebe entgegenbringen, allenfalls seiner Schwester Lucrezia, zu der er Zeit seines Lebens ein inniges Verhältnis pflegt. Nicht nur wenn es um Frauen geht ist er machtbesessen. Er ist berauscht vom Krieg führen. Dabei zeigte er durchaus strategische Fähigkeiten und dem Feldherrn der Romagna gelingt es fast mühelos, viele andere Gebiete zu erobern. Er geht skrupellos und berechnend vor und ihm ist bewußt, dass er sich damit viele Feinde macht. Er ist stets auf der Hut und sollte er irgendwo Verrat wittern oder merken, dass ihn jemand hintergehen will, wird er sich gnadenlos rächen. Für diese Zwecke hat er wenige Vertraute um sich, die seine grausame Rache ausführen, zum Beispiel seinen Vertrauten Michele Coretto.

Viele verschiedene Charaktere und Perspektiven fordern den Leser sehr

Auch wenn Cesare der Hauptprotagonist ist, kommen sehr viele andere Charaktere im Roman vor. Die ganzen Gegner des Borgia, die sich dann gegen ihn verschwören wollen, erfordern größte Aufmerksamkeit, um nicht den Überblick zu verlieren. Im Verlauf der Geschichte wechselt, neben den vielzähligen Charakteren, auch ebenso oft die Erzählperspektive und verlangt ein hohes Maß an Konzentration, um dem Verlauf richtig folgen zu können. Hierbei unterstützt das Personenregister zu Beginn des Buches.

Dieser Band unterscheidet sich vom Aufbau her von den beiden Vorgängern. Diesmal bleibt der Leser bezüglich eines Täters nicht bis zum Ende im Ungewissen. Der Untertitel „ Die Täuschung“ ist sehr treffend gewählt. Die Spannung baut sich im Verlauf auf, wer wohl am Ende der Sieger des Kampfes sein wird. Sollte auch diesmal der erfolgreiche Borgia der Gewinner sein oder gelingt es seinen Feinden seine Siegesserie zu brechen und ihn gar zu beseitigen. Wessen „Täuschung“ wird erfolgreich sein?

Wenn es einem gelingt, aufgrund der eben genannten Schwierigkeiten den Überblick zu behalten, ist der Romanverlauf durchaus spannend zu verfolgen. Allerdings kommen im Abschlussband deutlich mehr Gewaltszenen vor. So sind manche Kapitel diesbezüglich schwerer Stoff, es kommen mehrere Folter- und Mordszenen vor. Szenen, wo eine Frau auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird oder unschuldige Bauern kaltblütig ermordet werden, sind eher nichts für sanfte Gemüter.

Fazit:

Auch wenn Teil drei sich etwas von den Vorgängern unterscheidet, ist es trotzdem lohnenswert ihn ebenfalls zu lesen. Die Darstellung des Cesare Borgia ist in diesem Buch so ausgeprägt wie bis jetzt noch kein Borgia von den Schwestern skizziert wurde. Dabei haben sie sich sehr nah an historisch belegte Schilderungen des bekannten Borgia gehalten. Besonders gefällig ist der Abschluss am Ende. In einem ausführlichen Epilog erfährt man zu allen beteiligten Charakteren, was am Ende aus diesen Personen geworden ist. Mit diesem runden Abschluss kann man diese Trilogie befriedigt zur Seite legen.

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