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Annette Gloser
Einmal Ewige Stadt und zurück

Buch-Rezension von Annette Gloser Dez 2019

Im Jahr 1489 wird in Rom ein Mönch ermordet. Wie sich herausstellt, ein Zisterzienser aus dem Kloster Salem am Bodensee. Und praktischerweise kann der Mörder gleich neben dem Sterbenden verhaftet werden: Ein Deutscher, zwar ein angesehener Kaufmann und verschwägert mit den Sforzas, aber eben doch nur ein Ausländer. Der wird’s schon gewesen sein. Niemand ahnt, dass Matthias Reichlin von Meldegg Opfer einer bösartigen Intrige wurde. Doch als Abt Johannes Stantenat in Salem erfährt, dass sein Bote ermordet wurde, sendet er den Skriptor Johannes Scharpfer nach Rom. Dessen Auftrag: Die Angelegenheiten des Klosters in Rom regeln und nebenbei auch noch den Mord aufklären, um so Matthias zu retten.

Im 21. Jahrhundert findet man bei den Mauern der ehemaligen Marienkapelle des Klosters Salem ein Grab. Erstaunlich ist, dass der dort bestattete Mönch ein Buch in seinen Armen hält, eine kostbare Handschrift, das Werk eines römischen Renaissancegelehrten, von ihm selbst aufgeschrieben. Wie kommt ein solches Buch nach Salem? Warum gab man es diesem Mönch mit ins Grab? Kann man herausfinden, wer er war? Und warum gab man ihm nicht nur das wertvolle Buch sondern auch die Haarlocke einer Frau mit ins Grab? Der Museumsleiter des Schlosses Salem muss Antwort auf viele Fragen finden!

Renaissance in Rom

Auch in der Fortsetzung ihres Histo-Krimis „Das Geheimnis von Salem“ erzählt Autorin Birgit Rückert zweigleisig. Ein Handlungsfaden führt im Jahr 1489 über die Alpen nach Rom, der andere spielt im 21.Jahrhundert und teilweise ebenfalls in Rom. Dabei begegnen den Lesern auf beiden Zeitebenen Protagonisten, die bereits aus dem ersten Band bekannt sind, zusätzlich jedoch auch Neulinge in der Besetzung. Gerade im historischen Teil treten viele neue Charaktere auf. Dies gerät mitunter etwas unübersichtlich. Hilfe bietet hier ein Personenregister, in dem man jederzeit nachschauen kann, wer denn nun eigentlich was ist. Nicht zuletzt wohl aufgrund der Fülle geraten dann auch viele Figuren eher eindimensional und nicht sonderlich tief gestaltet. Aber das war wohl auch nicht unbedingt der Anspruch der Autorin, die in diesem Roman vor allem ein sehr interessantes Bild der römischen Kurie zum Ende des 15. Jahrhunderts liefert. Wohl jedem ist klar, dass man nicht einfach nach Rom reiste, dort ein paar Unterschriften einholte und dann mit allen gewünschten Urkunden wieder nach Hause fuhr. Bürokratie ist eben keine Erfindung der Moderne. Wie das aber damals genau ablief, wer seine Hände aufhielt, auf welche Tücken man achten musste, das schildert Birgit Rückert sehr detailliert und mit viel Schwung.

Im Vergleich dazu bleibt der Gegenwartsstrang eher blass, vor allem, wenn es um die Protagonisten geht. Er bietet aber, wie auch schon im ersten Band, spannende Einblicke in die Arbeit von Historikern und Archäologen. Und dies ist vermutlich auch der Sinn und Zweck dieser Erzählung.

Nicht immer glaubwürdig, aber vergnüglich

Der Kriminalfall ist diesmal wesentlich ernster zu nehmen als im ersten Band. Die Aufklärung gestaltet sich allerdings zäh und nicht immer glaubwürdig. Viele Zufälle helfen mit, allerdings liegt das größte Problem wohl eher in den Zeitabläufen. Nach der Verhaftung des Matthias Reichlin von Meldegg wird erstmal ein Brief nach Salem geschickt, dann wird Johannes aus dem weit entfernten Mutterkloster herbei geholt, macht sich dann auf den Weg über die Alpen. Ehe er in Rom ankommt sind schon Wochen und Monate vergangen und in Rom selbst dauert es nochmals mehrere Wochen, ehe die Lösung in Sicht ist. Kaum zu glauben, dass einem Mann, der scheinbar auf frischer Tat ertappt wurde, da noch immer nicht der Prozess gemacht wurde und er tatsächlich noch am Leben ist. Aber Schilderung der Hintergründe ist glaubhaft, Zusammenhänge sind nachvollziehbar, insofern ist der Krimi also auch durchaus gut zu lesen.

Auch in der Gegenwart hat Freund Zufall oft die Hände im Spiel wenn es um die Nachforschungen der Historiker geht. Aber schließlich muss ja alles zu einem guten Ende kommen. Fachwissen und Sachkenntnis spielen allerdings auch ihre Rollen, was dann wieder versöhnlicher stimmt.

Fazit:

Der zweite Teil der Histo-Krimi-Reihe um das Kloster Salem und den Mönch Johannes liest sich locker weg, bietet gut recherchierte Unterhaltung und ein interessantes Sujet. Wunderbare Urlaubslektüre am Bodensee und vielleicht auch in Rom. Nette Feierabendlektüre mit heimatkundlichem Pluspunkt für Bewohner der Bodenseeregion.

Schatten über Salem

Schatten über Salem

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