Rote Ikone

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Karl-Heinz Ebnet (Übersetzung)

Couch-Wertung:

82

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Carsten Jaehner
Pekkalas Reise durch die Zeit

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2019

Durch Zufall finden Soldaten in einer deutschen Kirche Ende 1944 eine Ikone, die längst als verschollen galt. Sie bringen sie zu Stalin, der sie sofort erkennt. Sie war in den Wirren der Oktoberrevolution verloren gegangen und taucht nun unvermittelt wieder auf, obwohl sie als zerstört galt. Somit schickt er seinen privaten Ermittler Pekkala, um den Weg der Ikone zu rekonstruieren.

Pekkala kennt die Ikone von früher, als vor allem die Zarin großen Wert auf ihre Bedeutung legte. Auch der mysteriöse Heiler Rasputin, den die Zarin verehrte, war einst in ihrem Besitz. Pekkala macht sich gemeinsam mit seinem Assistenten Kirow auf den Weg nach Osten, um das Rätsel zu lösen und findet eine Sekte, die ebenfalls mit dem Bild verbunden ist. Doch was genau ist damals passiert und warum pflastern heute immer noch Leichen den Weg der Ikone? Pekkala und Kirov geraten in ungeahnte Gefahr, während sie durch halb Russland unterwegs sind…

Intensive Geschichte, mehr Privates der Helden

Sam Eastland schickt seinen Ermittler Pekkala bereits zum sechsten Mal auf Mission, und dieses Mal wird es sogar ein bisschen privater. Als die Ikone „Der Hirte“ wieder auftaucht, die längst als verschollen oder vernichtet galt, möchten Stalin und Pekkala ihren Augen kaum trauen. Der eigentliche Materialwert ist gar nicht so hoch, aber der symbolische Wert könnte das russische Volk auf unangenehme revolutionäre Gedanken bringen. So ist es doch besser, das Volk weiss nichts davon und die Ikone wird gesichert. Wer, wenn nicht Pekkala soll der Ikone nachspüren, kam er doch bereits zu Zeiten des Zaren mit ihr in Verbindung.

Was diesen Fall Pekkalas von den bisherigen abhebt, ist daß man mehr vom Privatleben sowohl Pekkalas als auch Kirows erfährt. Kirow, inzwischen mit seiner ehemaligen Kollegin Elisaweta verheiratet, schafft es ungewollt, seine Frau mit in den Fall zu verwickeln, sodaß auch sie ihren wichtigen Auftritt hat. Pekkala muss gar in seine alte Heimat Finnland reisen, um ein Puzzleteilchen einzusammeln, das das Gesamtbild am Ende zusammenzufügen hilft.

Spannende Zusammenhänge

Pekkalas Besuch im Museum bei seinem alten Freund lässt ihn mehr über die Bedeutung der Ikone erfahren, so auch, dass es eine Sekte der Skopzen gibt, deren Mitglieder die Ikone hüten, und an einige Namen kann sich Pekkala tatsächlich von früher erinnern. So muss er auch in seinen alten Gulag zurückkehren, wo er einst selbst eingesessen hat, um dort jemanden zu treffen, der ein weiteres Puzzleteilchen ist.

Spannend sind neben Pekkalas Ermittlungen auch die Rückblicke in die Zeit der Zaren, wo der Zar selbst, die Zarin und vor allem Rasputin bedeutende Rollen spielen. Eine weitere Rolle spielt Anna Wyrubowa, ehemals die beste Freundin der Zarin und vielleicht mit mehr Wissen ausgestattet als gedacht, und wer weiß, ob sie 1944 noch lebt, immerhin ist auch die dreißig Jahre älter.

Man muss gut aufpassen!

Überhaupt besticht der Roman durch seine vielen Zeitsprünge und auch Handlungssprünge. Man muss schon gut aufpassen und alle Kapitelüberschriften gut lesen, damit man nicht durcheinander kommt und immer richtig am Ball ist. Eastland hat einen Fall konstruiert, den er auf mehreren Ebenen erzählt, zeitlich wie dramaturgisch, und nicht immer von vorne nach hinten. Als Leser trifft man Rasputin in seiner verkommenen Wohnung, Hitler im Führerhauptquartier, Stalin in dessen Büro, den Zarin in seinem Palast in St. Petersburg und erlebt zudem noch den Beginn des Ersten Weltkriegs mit dem Attentat in Sarajevo mit. Eine Fülle an historischen Ereignissen, und doch sind sie irgendwie miteinander verbunden, wie man an dem Roman sehen kann. Vielleicht ist es an der einen oder anderen Stelle dieses Romans vielleicht sogar zuviel des Guten und der Verwirrung des Lesers.

Das Ende ist zumindest überraschend und trotzdem passt es in die Pekkala-Reihe. Fans der Serie werden in „Rote Ikone“ wohl nicht den besten Teil finden, aber man freut sich immer wieder auf neue Fälle von ihm, daher sollte man nicht auf diesen Roman verzichten. Sam Eastland bleibt ein geschickter Erzähler, ein dramaturgisch fantasievoller Geschichtenbastler und trotzdem sprachlich gut zu verstehen. Trotz aller Wirrnis ist die Geschichte passend und daher typisch für Pekkala.

Fazit:

Ein spannender Krimi, wenngleich nicht der Höhepunkt der Pekkala-Reihe. Der Rman ist spannend konstruiert und verlangt dem Leser einiges an Konzentration ab, vielleicht auch einiges an Fantasie, da Eastland in vielen erzählerischen Töpfen rührt. Trotz allem freut man sich auf den nächsten Teil, die Pekkala-Reihe bedeutet weiterhin Suchtgefahr.

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