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Jörg Kijanski
Morde, Aufstände und der Prince of Wales

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2019

Dezember 1921. Weihnachten steht vor der Tür, doch von einem friedlichen Fest kann keine Rede sein. Aufstände und Proteste der Nichtkooperationsbewegung unter Führung von Mahatma Gandhi halten Indien in Atem. Bis Jahresende soll das Land den Indern gehören, immer mehr Menschen schließen sich den gewaltfreien Protesten an und weigern sich, für die verhassten Briten zu arbeiten.

Darunter leiden personell besonders die Polizei und das Militär, schon seit Monaten gab es keine Razzia mehr in einer der zahlreichen Opiumhöhlen Kalkuttas. Captain Sam Wyndham von der Imperial Police Force ist daher gleich doppelt überrascht, als er mitten in eine solche Untersuchung gerät. Schwer benebelt vom O verlässt er fluchtartig den Ort des Geschehens, denn seine immer stärker werdende Drogensucht hätte seine Kündigung beim CID zur Folge. Auf seiner Flucht stolpert er über eine Leiche, einen Mann, dem beide Augen herausgetrennt wurden. Doch eine Nachfrage am nächsten Tag bei der zuständigen Vice Division bringt keine Klarheit, von einem Toten ist nicht die Rede.

„Seien Sie nicht albern, Sam. Glauben Sie im Ernst, ich wollte hier etwas kaschieren? Wenn ich das vorhätte, würde ich wohl kaum Sie damit beauftragen. Mir stehen reihenweise rückgratarme Officer zur Verfügung, die das erheblich besser erledigen können als Sie. Ich will die Wahrheit herausfinden, Sam. Das will ich. Ich will dem Vizekönig sagen können, dass ich meine besten Männer auf den Fall angesetzt habe. Und so erschreckend das auch sein mag, aber das sind nun einmal Sie und Banerjee.“

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt Wyndham nicht, denn es gilt den Besuch des Prince of Wales, dem zukünftigen König von England und damit auch Kaiser von Indien, vorzubereiten. Die Congress Volunteer Force unter Führung von Chittaranjan Das, Gandhis rechter Hand, will den Besuch seiner Hoheit und damit die Anwesenheit der Weltpresse zum großen Protestmarsch nutzen. Da werden Wyndham und sein Partner Surrender-not in die Kleinstadt Rishra gerufen, wo ein grauenvoller Mord stattgefunden hat. Das Opfer ist eine Frau, der beide Augen entfernt wurden. Nur Wyndham weiß, dass es sich um denselben Mörder handeln muss. Die Zeit drängt, denn das nächste Opfer steht schon fest. Derweil laufen die Vorbereitungen auf die Proteste sowie den königlichen Besuch auf Hochtouren…

Auch Teil 3 der Sam-Wyndham-Reihe überzeugt in allen Belangen

Nach „Ein angesehener Mann“ (1919) und „Ein notwendiges Übel“ (1920) setzt der dritte Teil der Sam-Wyndham-Reihe „Eine Handvoll Asche“ (1921) kongenial fort. So gibt es natürlich ein Wiedersehen mit Lord Taggart, dem Commissioner der Polizei von Bengalen, mit Major Dawson, dem Spionagechef der Section H, mit Annie Grant, der heimlichen, aber scheinbar unerreichbaren Liebe von Wyndham und natürlich mit O. Stärker als je zuvor ist Wyndham in seiner Opiumsucht gefangen, zeigt oftmals Entzugserscheinungen, die ihn in seiner Arbeit behindern. Vielleicht zieht er gerade deshalb in der einen oder anderen Situation voreilig falsche Schlüsse.

Neben der gelungenen Weiterentwicklung der Haupt- und Nebenfiguren spielt vor allem die politische Lage im Land eine wesentliche Rolle. Immer mehr Bengalen wollen nicht länger die britische Herrschaft in ihrem Land akzeptieren, wollen keine Menschen zweiter Klasse in ihrer Heimat sein. Wer dennoch wie Surrender-not für die Briten arbeitet, wird von der eigenen Familie mit unverhohlener Ablehnung gestraft. Auch der diesbezügliche Diskurs über die Deutungshoheit zwischen Briten und Gandhis Bewegung, letztere vertreten durch Chittaranjan Das und den jungen Subhash Chandra Bose (ein späterer Nationalheld und Oberbürgermeister Kalkuttas), nehmen einen ansprechenden Teil der Handlung ein. Dabei verliert Abir Mukherjee jedoch nie den eigentlichen Krimiplot aus den Augen, so dass in mehrerlei Hinsicht der Roman ebenso spannend wie interessant ist. Zu letzterem trägt einmal mehr auch die traumhafte Kulisse der „Stadt der Paläste“ bei, die farbenfroh dargestellt wird.

Fazit:

Ein spannender Krimiplot mit überraschendem Dreh in die Zeit des Ersten Weltkrieges, politische Kämpfe um die Macht im Land und eine bildgewaltige Kulisse sorgen für ein rundum gelungenes Lesevergnügen. Wer ausgefallene Handlungsorte mag, greift hier bereits zum dritten Mal zur richtigen Lektüre.

Eine Handvoll Asche

Eine Handvoll Asche

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