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Carsten Jaehner
Brisante Ermittlungen in Polizeikreisen

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2019

Paris, 30. März 1770. Nicolas Le Floch, Pariser Polizeikommissar, und sein Freund, der Arzt Semacgus, begeben sich in die Innenstadt von Paris, um von einem hohen Aussichtspunkt aus das Spektakel des Abends anzuschauen: Das Feuerwerk zu Ehren der bevorstehenden Hochzeit von König Ludwig XVI. und seiner österreichischen Braut Marie Antoinette. Doch statt des geplanten großen Festes gibt es großes Chaos: Einige Feuerwerkskörper schießen fehl und es bricht Panik aus, der die Polizei des Bürgermeisters nicht gewachsen ist. Le Floch und Semacgus versuchen zu helfen, sind aber machtlos gegenüber den Geschehnissen.

Als sich das Chaos lichtet und die Toten sortiert werden, finden Le Floch und Semacgus den Leichnam eines jungen Mädchens, das Würgemale am Hals hat und in einer Hand eine Perle aus Obsidian hält. Sie ist demnach kein Opfer der Massenpanik, sondern ein Mordopfer. Als Le Floch bei seinem Vorgesetzten Sartine vorstellig wird, erhält er den Auftrag, die Schuldigen am Chaos zu finden. Gleichzeitig darf er den Mordfall an dem jungen Mädchen aufklären und dahinter den anderen Fall verstecken.

Als sich bald herausstellt, dass das Mädchen Élodie Garlaine hieß und die Tochter eines Pelzhändlers ist, macht sich Nicolas auf den Weg zu ihrer Familie und stösst auf eine seltsame Konstellation von Menschen, inklusive dem Indianer Naganda aus Quebec. Niemand will mit ihm sprechen, geschweige denn die Wahrheit sagen, und dann gibt die Familie allmählich ihre Geheimnisse preis…

Dritter Einsatz Le Flochs

Mit seinem insgesamt dritten Einsatz setzt Jean-François Parot die Krimireihe um seinen Ermittler Nicolas Le Floch fort. Le Floch beobachtet zusammen mit seinem Freund Semacgus die Feierlichkeiten für die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit seiner Braut Marie Antoinette, beide nicht anwesend, und ganz Paris hat seine Häuser verlassen um das geplante Feuerwerk zu bestaunen. Le Floch erzählt Semacgus, dass diesmal die Polizei des Bürgermeisters für die Sicherheit sorgen soll und wie üblich die Polizei des Königs, und von seinem Aussichtspunkt erkennt Le Floch sofort, wie schlecht die Polizei alles organisiert hat. Es gibt nicht ausreichend Fluchtwege, überhaupt stehen überall viel zu viele Zäune und Polizisten sind auch nur wenige zu sehen. Als ein paar Feuerwerkskörper (natürlich auch nur ungenügend abgesichert) quer schiessen, bricht Panik unter den Massen aus und es kommt zu einer historische belegten Massenpanik, bei der 139 Menschen ums Leben kamen. Diese Momente der Panik werden vom Autor eindrucksvoll geschildert. Er vermittelt dem Leser nicht nur einen guten Eindruck in den Ablauf der komplizierten Geschehnisse, sondern ist auch durch das Helfen von Le Floch und Semacgus mittendrin im Getümmel.

Als sich unter den Toten eine Leiche mit Würgemalen findet, stellt man schnell fest, dass diese kein Opfer der Panik ist, sondern vielleicht versteckt werden sollte. In Nicolas entbrennt der Wunsch danach, den offensichtlichen Mord aufzuklären. Hierzu wird die Leiche der jungen Frau zur Leichenschau weggebracht, die sehr aufschlussreich ist und Nicolas wie so oft an seine konstitutionellen Grenzen bringt.

Alte Bekannte

Der Ruf seines Chefs Monsieur de Sartine kommt unweigerlich und Nicolas erhält den Auftrag, zu ermitteln, wer an der Panik Schuld sei, die natürlich das Königshaus nicht erfreut, zumal das Volk denkt, die Polizei des Königs sei wie sonst immer verantwortlich gewesen. Nicolas verspricht, zu ermitteln und will dies unter dem Deckmantel tun, in dem anliegenden Mordfall zu ermitteln. Erstaunlicherweise stimmt Sartine dem zu, ist ihm doch klar, dass Le Flochs Methoden nicht immer geradeaus und nach Vorschrift, letztlich aber doch zum Erfolg führen. Wer bereits die beiden Vorgängerromane gelesen hat, stellt fest, dass sich hier gewisse rituelle Abläufe abspielen, die in jedem Roman wiederkehren und somit in ihren Varianten für Amüsement beim Leser sorgen. Ansonsten kann der Roman allerdings auch ohne die Kenntnis der Vorgänger gelesen werden, allerdings entgehen dann diese Kleinigkeiten.

Nach Durchsicht der Vermisstenlisten findet sich schnell die Familie Garlaine, deren Tochter die gefundene Leiche ist. Erstaunlicherweise empfindet niemand aus der Familie außerordentliche Trauer über den Tod. Die Eltern sind stocksteif, die Schwestern der Mutter unausweichlich anwesend, die Geschwister uninteressiert, das Personal fast abweisend. Einzig der im Hause mitwohnende Indianer Naganda scheint interessierter und mehr zu wissen, gibt sich aber genauso verschlossen. Hier gilt es die eine oder andere familiäre Nuß zu knacken. Höhepunkte des Romans sind aber die Treffen Le Flochs mit dem König Ludwig XV. persönlich, der immer auf dem Laufenden gehalten werden will – wenn nicht seine neue Geliebte Madame Marie Jeanne du Barry ihn daran hindert…

Bislang schwächster Roman der Reihe

Nur langsam kommt Nicolas in seinen beiden parallelen Ermittlungen voran, wobei es eigentlich in beiden Erzählhandlungen wenig Überraschungen gibt. Vor allem die Ermittlung wegen der Massenpanik gerät bald in den Hintergrund und wird über lange Strecken gar nicht mehr erwähnt, stattdessen wird verdächtigen Geräuschen im Haus der Garlaines nachgespürt, die in einem (zu) breit ausgewalzten Exorzismus münden. Hier tritt der Roman erzählerisch auf der Stelle, was ihn im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern auch zum bislang schwächsten der Reihe werden lässt.

Sprachlich und erzählerisch lässt der Roman sonst keine Wünsche offen, durch seinen Erzählstil und seine Wortwahl wird der Leser perfekt in die Zeit des Jahres 1770 geholt und fühlt sich dort auch von der ersten Seite an mitgenommen. Was die Handlung angeht, plätschert sie gelegentlich vor sich hin oder es wird sich an unwichtigen Dingen aufgehangen, die letztendlich keine oder nur eine geringe Rolle spielen. Dennoch wird man sich auch den nächsten Band freuen, denn Le Floch und sein Bekannten- und Kollegenkreis sind inzwischen so eingespielt, dass man sich auf weitere Fälle freut. Ein Kompliment an die Übersetzung von Michael von Killisch-Horn der die bestimmt nicht einfachen Wendungen in klar verständliches Deutsch bringt. Auf gut 30 Seiten werden am Ende Begrifflichkeiten und handelnde Personen erklärt und vorgestellt, wie es bei den beiden Vorgängerromanen auch der Fall war.

Fazit:

Der dritte Fall von Nicolas Le Floch ist zwar der bislang schwächste der Reihe, was vor allem an den wenigen möglichen Verdächtigen liegt, dafür ist er aber entsprechend klarer strukturiert und ihm ist leichter zu folgen. Es werden weniger komplizierte Haken geschlagen, was die Handlung klarer macht und Raum für mehr Beschreibungen lässt. Nicolas wird allmählich zu einem guten Bekannten, auf dessen nächste Ermittlungen man sich bereits freut.

Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale

Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale

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