Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten

Erschienen: März 2018

Bibliographische Angaben

  • Blessing, 2000, Titel: 'L’homme au ventre de plomb', Originalausgabe

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85

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Carsten Jaehner
Spannende Mordfälle in Paris und Versailles

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jun 2019

Herbst 1761. Commissaire Le Floch besucht eine Theatervorstellung, als es in der Loge des Comte de Ruissec unruhig wird. Der Graf hat soeben erfahren, dass sein ältester Sohn tot in seinen Gemächern aufgefunden wurde. Le Floch und seine Kollegen fahren dorthin und machen eine erste Untersuchung. Zunächst deutet alles auf Selbstmord, doch Le Floch ist nicht von der Selbsttötung überzeugt. Mit dieser These macht er sich nicht nur bei seinen Vorgesetzten unbeliebt, die den Fall gerne schnell ad acta legen würden.

Als Le Floch eine anonyme Zeugin treffen will, fällt eben diese im vereinbarten Treffpunkt, einer Kirche, in den titelgebenden Brunnen des Todes, ein Loch im Boden, in dem die verstorbenen Priester bestattet werden. Auch hier deutet alles darauf hin, dass Madame nicht freiwillig dort hineinstürzte. Als sich bei der Obduktion des Vicomte herausstellt, dass flüssiges Blei in ihn hineingeflösst wurde und dies seinen Tod verursacht hat, steht Le Floch vor mehr Fragen als Antworten. Doch Le Floch lässt nicht locker und seine Recherchen führen in bis in die intimsten Gemächer des Königsschlosses Versailles…

Gelungener Zweiter Fall

Der französische Autor Jean-François Parot schickt seinen Polizisten Nicholas Le Floch ein zweites Mal ins Rennen gegen die Bösen von Paris und zum Schutz von König Ludwig XV. und seinem Hofstaat. Mit der Aufklärung seines ersten Falles hat Le Floch beim König Eindruck gemacht und vertraut ihm daher. Als der Vicomte de Ruissec tot in seinem Appartement aufgefunden wird, gibt es natürlich viele Verdächtige, die Mutter ist kurz vor einem Nervenzusammenbruch, der Vater nicht, der jüngere Bruder glänzt durch Abwesenheit.

Doch Le Floch wäre nicht Le Floch, wenn er nicht seine Kontakte spielen lassen und den einen oder anderen Gefallen einfordern würde, die ihn an dem zunächst attestierten Selbstmord des Vicomte zweifeln liessen. Als dann auch noch dessen Mutter unnatürlich ums Leben kommt, entgeht ihm eine wichtige Zeugenaussage und die Fragezeichen werden immer mehr. Zunächst gegen den Willen seines Vorgesetzten Monsieur de Sartine und mithilfe seines Freundes Monsieur de la Borde beginnen die Ermittlungen, die schnell den einen oder anderen Verdächtigen sowohl aus der Familie als auch in Höheren Kreisen präsentiert. Ob Sartine mit seiner These, wo Le Floch auftaucht, regnet es Leichen, wieder so stimmt, wird der Leser noch feststellen.

Ermittlungen in Versailles höchsten Kreisen

Parot versteht es, den Leser in die Zeit Ludwigs XV. zu entführen und dabei vor allem in diesem Fall die höheren Kreise zu beschreiben. Neben dem Schloß der Ruissecs ist dies natürlich vor allem Versailles mit seinem Schloß und seiner großzügigen Gartenanlage, die viel Raum für Intrigen bei Hofe lassen. Parot zeichnet ein treffendes Bild der Zeit und der Architektur und vor allem vom Treiben und den Intrigen bei Hofe. Wer sich dort nicht gut und geschickt in Stellung bringt und seine Kontakte spielen lässt, der wird keinen schnellen Aufstieg haben und schon gar nicht in die höchsten Kreise vordringen. Höhepunkt hier ist bestimmt Le Flochs Begegnung mit Madame de Pompadour, der ehemaligen Geliebten Ludwigs XIV. und immer noch einflussreichsten Person in Versailles. Doch mehr soll darüber an dieser Stelle nicht verraten werden.

In den Fall verstrickt sind neben dem Vater des Vicomtes, dem Comte de Ruissec, auch der jüngere Bruder des Opfers, der Vidam de Ruissec, den zu finden und zu treffen sich als nicht so leicht herausstellt. Weitere Verdächtige hinterlassen ungewollte Nachrichten, denen Le Floch habhaft wird und die ihn allmählich auf die Spur einiger unglaublicher Intrigen führen. Denn dieser Krimi findet auf mehreren Ebenen statt, und eigentlich muss Le Floch drei Fälle auf einmal lösen, was seinen Vorgesetzten Sartine völlig überfordert.

Alte und neue Weggefährten

Leser des ersten Falles werden in Polizeiinspektor Bourdeau, dem Arzt Semacgus, dem Henker Sanson und der Bordellbesitzerin La Paulet einige Bekannte wiedertreffen, die bereits im ersten Band gewollt oder ungewollt geholfen haben und dies wohl noch des Öfteren tun werden. Hinzu kommen neue Helfer wie die blauen Jungs, junge Burschen in Diensten ausschließlich des Königs und dessen Kammerdieners, tätig als Laufburschen und Informanten. Nicht nur hier beweist Parot, dass er sich in der Geschichte Versailles auskennt und auf die kleinen Details achtet, die den Roman stimmig und zutiefst historisch werden lassen. Aber sie gehören zur Erschaffung der düsteren Herbstatmosphäre dazu, in die der Roman eingebettet ist und die man mit Spannung verfolgt.

Da besagte handelnde Personen bereits seit dem vorherigen Band bekannt sind und diverse Konstellationen unter den Figuren nicht mehr eingeführt werden müssen, ist „Commissaire Le Floch & der Brunnen des Todes“ viel stringenter als sein Vorgänger, muss sich also nicht mehr mit ellenlangen Erklärungen aufhalten, die in den ersten Band aber hineingehörten. Hierdurch erreicht Parot ein schnelleres Tempo, was dem Roman durchaus zugutekommt und die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Wenn Le Floch am Ende seine Vorgesetzten zusammentrommelt und in Agatha Christie-Manier vor allen den Fall bzw. die Fälle auseinanderdröselt und auflöst, springt er allerdings doch etwas zu sehr in seinen Auflösungen, die den Leser zum Teil sehr überraschen, da sie durch vorherige Ermittlungen nicht immer vorbereitet wurden. Dennoch kann man als Leser mitraten und vielleicht am Ende überrascht werden oder auch nicht.

Karten von Paris Rahmen das Buch in den Innencovern ein, zu Beginn des Romans gibt es eine Liste der handelnden Personen und am Ende einen zweigeilten, rund 30 Seiten starken Glossar, zum einen mit Begriffen, zum anderen mit Personen, die im Buch vorkommen. Diese Anmerkungen sind unbedingt zur Lektüre empfohlen, Geschichte im Schnellformat, die einige Dinge des Romans näher erklären und somit das Lesevergnügen erweitern.

Fazit:

Ein gelungener zweiter Fall mit leichten Abstrichen am Ende, der den Leser in Zeit und Ort von Paris und Versailles zur Zeit König Ludwigs XV. entführt und das gesellschaftliche Leben auf allen Ebenen, Unterschicht, Mittelschicht, Oberschicht und alles dazwischen und daneben, darstellt und erlebbar macht. Da der Autor 2018 verstarb, werden die Franzosen leider keine neuen Fälle mehr lesen können, auf Deutsch darf man sich auf 11 weitere Fälle freuen, sofern dem Verlag nicht unterwegs die Puste ausgeht. Nicht nur wegen der selten beschriebenen Zeit und Ort zu empfehlen.

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