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Jörg Kijanski
Zweiter Fall für die Gentlemen des Sebastian Club

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Apr 2019

Die zwei einflussreichen Familien Hu und Liu wollen die neue, starke Handelsmacht von Hongkong werden. Daher sollen deren Kinder Lien und Zhen heiraten, doch nun ist Lien vom gut bewachten Familienanwesen verschwunden. Sie wurde entführt und Zhen bittet den Sebastian Club um Hilfe, damit er seine Verlobte wiederfindet. Dort kennt er Freddie Westbrook, die einst bei ihrer Tante in Hongkong aufwuchs. Auch die übrigen Gentlemen lassen sich die Reise nach British China nicht nehmen, denn zur Aufklärung anspruchsvoller Verbrechen wurde ihr Club ja extra gegründet. Professor Aristotle Brown, Lord Philip Dabinott (Freddies Onkel), Crispin Fox und eben Freddie machen sich also auf die weite Fahrt. Doktor Wallace Pebsworth bleibt in London zurück; für alle Fälle. Während der zweiwöchigen Überfahrt geschehen in London auffällige Morde, die Pebsworth natürlich im Auge behält. Telegrafisch hält er die Ermittler auf dem Laufenden, was hilfreich ist, denn es wird sich herausstellen, dass ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen besteht. Denn sowohl die Entführung wie auch die Morde sind Teil eines Kampfes zwischen dem Kartell der Familien Hu und Lui sowie dem aufstrebenden Bu Wai, einer der sogenannten Boat People, der vor allem im einträglichen Drogengeschäft mitmischen möchte…

Viktorianisch-britisch kombiniert mit fernöstlichem Flair

Nach dem ersten Fall der den naheliegenden Titel „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ trägt, ermitteln die vier Gentlemen erneut. Vier? Ja, denn Freddie alias Frederique ist eine junge Frau, die sich als Mann verkleidet, um ebenfalls ermitteln zu dürfen. Dennoch wird sie von ihren Kollegen konsequent mit Mister Westbrook angesprochen, was zumindest bei Crispin und vor allem bei ihrem Onkel etwas albern wirkt. Je nach Sichtweise mag man es auch originell finden. Nun ja. Speziell die Beziehung zwischen Freddie und ihrem Onkel, bei dem sie in London wohnt, sorgt mitunter für Anspannung, denn die junge Frau strebt verständlicherweise nach mehr Freiheit, während ihr Onkel von Alleingängen jeglicher Art wenig hält.

Wer den Vorgänger oder vergleichbare Bücher aus dem Dryas-Verlag kennt, beispielsweise die Inspector-Swanson-Reihe, weiß was ihn erwartet. Ein lockerer, leicht konsumierbarer viktorianischer Krimi, der wie sein Vorgänger im Jahr 1895 spielt. Der Spannungsbogen ist in Ordnung, wenngleich sich einem nicht zwingend der Verdacht aufdrängt, dass man es hier mit Meisterdetektiven zu tun hat. Erst spät blicken sie durch, woran eine bestimmte Situation in die sie geraten, ihren Anteil hat. Dennoch gibt es erwartungsgemäß jemanden, der noch weniger Ahnung hat (sozusagen das Pendant von Lestrade), nämlich Inspektor Woodard von der Metropolitan Police.

Fazit:

Wer eine kurzweilige Unterhaltung und einen Mix aus einem britischen Krimi, kombiniert mit dem fernöstlichen Leben in Hongkong zur viktorianischen Zeit sucht, darf hier gerne zugreifen. Der Schreibstil ist flüssig, die Handlung kann entspannt verfolgt werden und die Auflösung - wie so oft - kommt halt ein bisschen plötzlich daher. Das Verhältnis zwischen Freddie und ihrem Onkel beziehungsweise ihr und Crispin bietet zudem „privates Potential“ für weitere Fälle. Dann könnten auch die Figuren gerne noch tiefgehender gezeichnet werden.

Der Fall des lachenden Kranichs

Der Fall des lachenden Kranichs

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Letzte Kommentare:
03.09.2020 11:27:54
tassieteufel

Die Verlobte von Freddies Jugendfreund Zhen wurde entführt und der junge Mann bittet den Sebastian Club um Hilfe, dazu müssen die Herren und Freddie in Verkleidung nach Honkong reisen und dort in einer gänzlich anderen Welt ermitteln. Währenddessen geschehen in London mehrere Morde, die im Zusammenhang mit dem Opiumhandel stehen. Nach der Rückkehr des Sebastian Clubs spitzen sich die Ereignisse in London immer mehr zu und es wird gefährlich für die Ermittler, die einem skupellosen Gegner gegenüber getreten sind.

Der zweite Fall für den Sebastian Club führt die Ermittler in das exotische Hongkong und damit eine gänzlich andere Welt. Dieses Setting beschreibt die Autorin sehr bildhaft und stimmungsvoll und läßt auch einen Schuß Sozialkritik an den Mißständen im von den Engländern dominierten Hongkong mit einfließen. Hier kann man in eine exotische Welt eintauchen und den Ermittlern bei ihren nicht ganz ungefährlichen Nachforschungen folgen.
Der Krimifall ist wesentlich komplexer als man zu Anfang vermutet. Zunächst scheint es nur um die Entführung von Zhens Verlobter zu gehen, doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die Zusammenhänge wesentlich verwickelter sind, als vermutet und dass die Spur der Verschwörer zurück nach London führt. Hier hat die Autorin einen spannenden und wendungsreichen Plot konstruiert, der nicht durchschaubar ist und mit einer Reihe von unerwarteten Wendungen immer wieder eine neue Richtung nimmt. Von dieser Seite her hat mir das Buch sehr gut gefallen, allerdings hab ich auch ein paar Kritikpunkt!
Ein wenig schade finde ich, dass den Hauptfiguren doch ein wenig der Tiefgang fehlt und man über die einzelnen Ermittler immer nur wenig erfährt, dass ist auch das Manko des Buches, die vielen Hauptfiguren! Eigentlich sind alle Ermittler des Sebastian Clubs für sich genommen sehr interessante Charaktere, da es aber doch einige sind, konzentriert sich der Fokus nicht auf ein, zwei Figuren sondern auf mindestens 6, was dazu führt dass keine Person wirklich deutlich hervor tritt und alle ein wenig konturlos wirken. Zudem wird die ständige Verkleidung von Freddie zunehmend unglaubwürdig und dass es mit der Zeit niemand heraus findet ebenso. Sicher ist das in gewissem Maße dem Plot geschuldet, aber es führt leider dazu, dass die Handlung insgesamt keine runde Sache ist!
Der Krimifall wird aber am Ende stimmig aufgelöst und es bleiben keine Fragen offen. Im Glossar am Ende gibt es dann für Interessierte noch einige geschichtliche Anmerkungen, die die historischen Aspekte der Geschichte betonen.
Sehr gelungen ist die Covergestaltung, die bei der gesamten Baker Street Reihe sehr ansprechend gestaltet wurde!

FaziT: ein atmosphärischer viktorianischer Krimi mit einem gut durchdachten und spannenden Plot und einem dicht geschilderten historischen Hintergrund, allerdings gibt es bei der Charakterzeichnung noch Luft nach oben. Man kann das Buch auch für sich lesen, ich würde aber empfehlen, den Vorgänger zuerst zu lesen um so ein besseres Gefühl für die Personen zu bekommen.

Zeitpunkt.
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