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Die Geschichte der Charité geht weiter. Nach dem Bestseller „Hoffnung und Schicksal“ erzählt Ulrike Schweikert ein weiteres spannendes Kapitel aus der Welt des berühmten Krankenhauses. Im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit kämpfen zwei Frauen um ihr Glück und für die Rechte von Frauen. Rahel Hirsch ist eine der Ärztinnen, die an der Charité praktizieren. Für ihre Arbeit wird sie jedoch nicht bezahlt. Die junge Arbeiterin Barbara erlebt jeden Tag, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten. Sie schließt sich der Frauenbewegung an, kämpft für die Rechte der Arbeiterinnen und das Frauenwahlrecht. Als Barbara zufällig die Ärztin Rahel kennenlernt, erkennen die beiden unterschiedlichen Frauen schnell, dass sie den gleichen Kampf um Selbstbestimmung führen.

Die Charité - Bd. 2: Aufbruch und Entscheidung

Die Charité - Bd. 2: Aufbruch und Entscheidung

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15.11.2019 10:55:13
Hajnal Müller

Durch die wunderbare Sprecherin Svenja Pages, war es ein Leichtes, gleich von Anfang an in diesen wunderbaren Roman einzutauchen und Teil des Geschehens in der Berliner Charité des Jahres 1903 zu werden.
Wir begegnen Rahel Hirsch, einer der ersten Ärztinnen an der Charité zu einer Zeit, in der Frauen in Berlin noch nicht zum Medizinstudium zugelassen waren. Durch eine glückliche Fügung lernt sie Barbara, eine auf einfache Art sehr intelligente junge Frau mit Berliner Schnauze aus der Arbeiterschicht kennen und wir erleben, wie sich eine tragfähige Freundschaft, selbst durch die Wirren des 1. Weltkriegs entwickelt.
Dies ist ein Roman über die Charité, der uns ganz nebenbei, wunderbar in die Handlung eingebettet, Wissen über die damals gängigen medizinischen Verfahren vermittelt, die wie z.B. die lokale Betäubung, die Chemotherapie, die Erforschung der Syphilis, Röntgen usw. noch in den Kinderschuhen steckten. Wir erfahren von all jenen Ärzten, deren Forschungen maßgeblich zum medizinischen Fortschritt beitrugen und das wahnsinnig anschaulich und leicht verständlich erklärt.
Aber dies ist nicht nur die Geschichte der Charite, der Medizin und der Ärzte, sondern gleichzeitig ein Portrait der Gesellschaft, die geradewegs auf den 1.Weltkrieg mit all seinen Grauen, Verlusten und Desillusiionierungen zusteuert. Erschreckend fand ich diese große Kriegsbegeisterung und dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts der Antisemitismus so stark vorhanden war. In dieser Hinsicht hatte es Rahel Hirsch als Frau und Jüdin gleich doppelt schwer, sich ihren Platz in einer bisherigen Männerdomäne zu verdienen und hatte viele Hürden zu nehmen. Auch erschreckend war die Stellung der Frau und das in allen Gesellschaftsschichten, wie wir am Beispiel von Rahel und Barbara sehen können.
Wir erleben mit unseren Protagonisten, wie der große Krieg ausbricht, all die Veränderungen, die er mit sich bringt, den Verlust von geliebten Menschen, die Entbehrungen, aber auch den Mut und die Hoffnung, derer es bedurfte, um all diese schwarzen Tage zu überleben.
Für diejenigen, die nun einen trockenen Abriss der Geschichte befürchten, muss ich erwähnen, dass dem nicht so ist. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, die aber zu keiner Zeit schnulzig ist. Es gibt Drama, ohne das gewollt künstlich auf die Tränendrüse gedrückt wird und es gibt Stellen, an welchen man ein Kichern unterdrücken muss. Also kurzum: es hat alles, was einen Roman zum Highlight macht.
Kennt Ihr Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, die Ärzte Ehrlich, Brugsch, Nikolai und Bier? Habt Ihr vom kleinen Frieden im großen Krieg gehört? All dem und noch viel mehr werdet Ihr in diesem Buch begegnen. Wahre Begebenheiten und Personen, so wie es Rahel Hirsch auch wirklich gab.

Mein Fazit:
Mich hat dieser Roman, in welchem Ulrike Schweikert meisterhaft historisch verbriefte Personen und Geschehnisse mit fiktischen Charakteren verwoben hat, restlos begeistert und ich spreche hiermit eine absolute Leseempfehlung aus!

07.10.2019 16:30:09
PMelittaM

Rahel Hirsch hat als eine der ersten Frauen Medizin studiert und erhält 1903 eine Anstellung bei der Charité – für freie Kost und Logis, aber ohne Gehalt. Sie hat es zunächst nicht leicht, nicht jeder ihrer Kollegen kann eine Ärztin akzeptieren.

Barbara Schubert fängt, ebenfalls 1903 in der Wäscherei der Charité an, durch eine Kollegin findet sie Zugang zur Frauenrechtsbewegung. Durch einen Zufall lernt sie Dr. Hirsch kennen und die beiden Frauen freunden sich an.

Ulrike Schweikert setzt ihren Roman über die Geschichte der Charité fort, einige Jahrzehnte sind vergangen und viel hat sich in der Medizin getan. Auch für die Zeit aktuelle medizinische Erkenntnisse werden in die Erzählung eingebunden, wie etwa die Suche nach dem Erreger der Syphilis. So tauchen auch wieder eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten aus dem medizinischen Spektrum auf, wie etwa Paul Ehrlich. Auch Rahel Hirsch selbst ist eine reale historische Person, was ihre Geschichte besonders interessant macht. So ist der Roman auch dieses Mal wieder eine gelungene Mischung aus Geschichte der Charité, Medizinhistorie, politischem und sozialem Hintergrund und persönlicher Geschichte historischer und fiktiver Charaktere. Eingebunden wird die Zeit vor, während und kurz nach dem ersten Weltkrieg, die Erzählung beginnt 1903 (Prolog 1893) bis 1919 (Epilog 1938).

Neben den Perspektiven der beiden Protagonistinnen gibt es weitere, wie die von Franz, Barbaras Cousin, der stellvertretend für die Soldaten an der Front steht, Asta Nielsen, die bekannte Schauspielerin oder Melli Beese, die sich als Pilotin und Flugzeugbauerin etablieren konnte – zwei Frauen, die „ihren Mann standen“. Asta Nielsen wirkt zwar auf mich ein bisschen wie ein Fremdkörper in der Erzählung, da sie wenig mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat und auch keine Beziehung zu den anderen Charakteren besteht, dennoch passt sie in jene Zeit und ihre Szenen haben mir gefallen.

In einem Nachwort erzählt die Autorin über Fiktion und Wahrheit der Erzählung. Eine Karte und ein Auszug aus der verwendeten Literatur ergänzen das Ganze noch. Mir hat der Roman wieder große Lust gemacht, den historischen Charakteren noch ein bisschen mehr nachzuspüren.

Auch dieser Roman ist wieder interessant zu lesen und hat mit Rahel Hirsch eine bemerkenswerte reale Person als Protagonistin. Auch die Medizinhistorie und das soziale und politische Umfeld ist gut eingebunden – lehrreich und unterhaltsam, für mich ein gelungener historischer Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen.

07.10.2019 15:32:20
Nijura

Leider etwas schwächer als der erste Band

Im zweiten Teil der Charite geht es um den Kampf der Frauen für mehr Gleichberechtigung und um den ersten Weltkrieg.
Speziell geht es um die jüdische Ärztin Rahel Hirsch, die als erste Frau an der Charite arbeiten und forschen durfte und um Barbara, eine junge Frau, die aus der Arbeiterklasse stammt, und sich sehr für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzt.

Meine Meinung:
Ich habe mit Begeisterung den ersten Teil der Charite gelesen und habe mich auf den Nachfolgeband sehr gefreut.
Wie am Beispiel von Dr. Rahel Hirsch gezeigt wird, hatten es Frauen sehr schwer von den männlichen Kollegen akzeptiert zu werden. Nicht nur, dass sie weniger verdiente als die Kollegen, teilweise bekam sie gar keinen Lohn. Nur durch ihre wohlhabende Familie konnte sie ihren Beruf ausüben.
Zu meiner Überraschung handelt es sich bei Rahel Hirsch um eine reale Person, wie die Autorin am Ende des Buches mitteilt.
Interessant war natürlich, dass die Hindenburg abgebrannt ist, aber für meinen Geschmack wurde zu viel über die Fliegerei erzählt, welche Flugzeuge gebaut wurden, etc., das hat meinen Lesefluss ziemlich behindert, da es mich etwas gelangweilt hat.
Interessant fand ich Details zum ersten Weltkrieg, wie es dazu kam, welche Rolle die SPD dabei gespielt hat. Es wurden auch viele historische Personen in den Roman eingeflochten, wie z.B. Rosa Luxemburg, Dr. Paul Ehrlich, Der rote Baron, die Schauspielerin Asta Nielson und viele andere.
Insgesamt fand ich, dass die Thematik rund um die Charite selbst zu wenig im Vordergrund stand.

Fazit: Der erste Band hat mir wesentlich besser gefallen, in diesem Buch ging es mir zu wenig um die Charite selbst. Dennoch ein lesenswertes Buch!

21.09.2019 11:39:34
MarySophie

Handlung:
Berlin 1903
Für Rahel Hirsch beginnt eine aufregende, aber auch schwierige Zeit: Sie wird als erste Ärztin an der Charité angestellt. Für die junge Frau ist das eine große Ehre und sie freut sich auf eine spannende Zeit. Doch schon bevor Rahel die Stelle antritt ist ihr klar, dass nicht alle Kollegen, die durchweg männlich sind, sie gleichberechtigt und mit Respekt behandeln werden. Rahel beißt die Zähne zusammen und hofft, sich durch Fleiß und Wissen Anerkennung zu erarbeiten.
Ebenfalls auf dem Gelände der Charité arbeitet Barbara. Sie ist in der Wäscherei angestellt, wo harte Arbeit der Alltag ist. Dabei wird ihr immer wieder bewusst, wie wenig Rechte die Frauen haben und sie schließt sich der Frauenbewegung an.
Rahel und Barbara sind zwei unterschiedliche Frauen, doch schon nach kurzer Zeit entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen. Sie unterstützen sich und helfen einander.
Wird sich Rahel jemals eine angesehen Stellung an der Charité erarbeiten können? Und erfüllt sich Barbaras großer Wunsch nach mehr Rechten für Arbeiterinnen und das Frauenwahlrecht? Schließlich schwebt auch eine große dunkle Wolke über Europa, die stark auf einen Krieg hindeutet...

Meinung:
Das Cover ist schlicht und in wenigen Farben gehalten. Zu sehen ist eine Dame in Arbeitskleidung, entweder eine Krankenschwester oder eine Ärztin. Beherrscht wird das Bild von der weißen Schürze, sowie den weißen Armstulpen. Als farbliche Akzente gelten hier natürlich die Schriftfarben, sowie die blauen Ärmel und die Hand, welche Schlüssel hält. Insgesamt finde ich, dass das gesamte Bild recht streng wirkt, gleichzeitig wird aber auch Achtung ausgestrahlt.

Ich habe gerade mal nachgeschaut, wann ich den ersten Teil der Charité-Reihe gelesen habe. Dies war im Juli 2018, mir kommt es schon viel länger vor. Auf jeden Fall habe ich mich riesig über diesen Teil gefreut, Ulrike Schweikert ist für mich ein Name, der interessante Geschichten und gut recherchierte Bücher bedeutet. Ich glaube, lediglich ein Buch, was ich von ihr gelesen habe, hat mir absolut nicht gefallen, die anderen konnten auf voller Linie überzeugen. Dementsprechend war ich wirklich gespannt, als ich mit dem Lesen begonnen habe.

Als ich vor dem Lesen durch das Buch geblättert habe, fiel mir auf, dass es keine Liste der handelnden Personen gibt. Ich hatte mir schon gedacht, dass mir dies Probleme bereiten könnte und es war leider auch so. Die Hauptprotagonisten waren für mich immer leicht zu erkennen und sie konnte man einfach nicht vergessen. Mir hat eine solche Auflistung vor allem bei den Ärzten gefehlt. Von ihnen tauchten allerhand Namen mit den dazu gehöigen Forschungs- und Arbeitsgebieten auf, die nicht so leicht zu merken waren.

Auch hier gibt es wieder eine wunderbare Innengestaltung der Umschlagseiten. Einmal findet man ein schwarz-weiß Bild von Gebäuden, die wahrscheinlich die Charité darstellen soll. Zum anderen gibt es einen Ausschnitt einer Karte von Berlin, in der die wichtigsten Orte hervorgehoben werden und so gibt es auch eine räumliche Einteilung für den Leser. Es ist möglich, einige Wege nachzuverfolgen und sich Distanzen teilweise vorstellen zu können.
Für wissbegierige Leser, die sich gerne über einige Details weiterinformieren wollen, gibt es am Ende eine Liste der genutzten Lektüre. Durch dieses kleine Extra zeigt sich, wie viel Recherche in dem Buch steckt.

Der Roman startet mit einem Prolog, welcher einige Jahre vor der eigentlichen Handlung stattfindet und welcher einige Ereignisse wiedergibt. Ich war überrascht und begeistert, was es für eine gelungene Überleitung zu dem Roman gibt, diese ist fließend und läutet eine neue Zeit ein.
Jedes neue Kapitel erhielt nicht nur eine Überschrift, die einen kleinen Hinweis auf die Handlung gibt oder das Kapitel präzise zusammenfasst, sondern auch die dazugehörige Jahreszahl. Somit gibt es eine zeitliche Orientierung für den Leser, die gerade bei Zeitsprüngen ganz hilfreich ist.
Insgesamt vergehen (hier habe ich den Prolog und den Epilog ausgelassen) 16 Jahre vom ersten bis zum letzten Kapitel. Es ist klar, dass nicht jedes Jahr ausführlich und bis ins kleinste Detail erzählt werden kann, das würde eindeutig den Rahmen sprengen. Somit fand ich das stilistische Mittel der Auslassung wirklich angebracht. Mir haben auch nie Erklärungen gefehlt, was in der ausgelassenen Zeit passiert ist, zu den wichtigsten Ereignissen gab es immer eine kurze Beschreibung.

Mir hat durchweg die Schreibweise wirklich gut gefallen. Sie war einfach, gemischt mit einigen Fachbegriffen, die auch Laien bekannt sind. Dazu gibt es an ausgewählten Stellen einen berlinerischen Dialekt, der natürlich gut zu dem Handlungsort, aber auch zu einigen Protagonisten gepasst hat. Bevorzugt die einfacheren Bürger der Stadt haben mit Dialekt gesprochen und erhielten so viel Lebendigkeit und Authentizität.

In den Handlungsverlauf wurden viele historische Ereignisse eingebunden, die in präzisen und passenden Worten beschrieben sind. Zu einigen Vorfällen hatte ich bereits Vorkenntnisse, anderes war mir tatsächlich neu. Doch man wurde von der Politik nicht überschwemmt, es gibt immer mal wieder ruhigere Kapitel, in denen das normale Leben der Bürger beschrieben wurde.

In vielen Kapiteln wurden medizinische Aspekte geklärt, was ich schon erwartet hatte. Leider war ich manchmal mit der Menge an Informationen überfordert und konnte einige Sachverhalte und Erklärungen nicht wirklich nachvollziehen. Zum einen fehlten mir natürlich die Kenntnisse und ich bin leider in der Biologie eine Niete. Die Abschnitte, in denen es solche Informationen gab, lasen sich für mich zäh und ich bin nie ganz dahinter gestiegen, was genau erklärt wurde. So wurde leider mein Lesefluss getrübt und ich war froh, dass diese medizinische Erläuterungen irgendwann weniger wurden.

Eine ganz wichtige Rolle nimmt die Frauenbewegung ein, in der sie um mehr Rechte und Freiheiten kämpfen. Dies war unglaublich spannend zu lesen und ich fand es wirklich toll, dass das Thema in den Roman aufgenommen wurde. Es hat gut in die ganze Handlung hereingepasst und gleichzeitig hat die Thematik den Roman nicht überschwemmt. Die Charité stand immer im Vordergrund, dahinter haben sich die restlichen Themen eingegliedert. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass die Frauenbewegung etwas zu kurz kommt, weil es keine ständigen Erwähnungen davon gibt oder man einige Seiten nichts zu dem Thema liest.

Als Setting dient, bis auf zwei-drei kleine Ausnahmen, durchweg Berlin. Hierbei steht natürlich die Charité im Vordergrund, sie ist der Ort, wo die meiste Handlung stattfindet. Obwohl ich schon einiges über das berühmte Krankenhaus gelesen und gesehen habe, fand ich es etwas schwierig, mir die Gebäudeanordnung vorzustellen. Einige Räume, seien es Büros, Krankenzimmer oder die privaten Zimmer der Ärzte konnte ich mir dagegen wirklich gut vorstellen, auch wenn sie nicht bis ins kleinste Detail beschrieben wurden.
Sehr lebendig und authentisch wurden die Gängeviertel dargestellt, die sofort ein Bild entstehen lassen haben und von deren Darstellung ich beeindruckt bin. Mit wenigen Worten wurde ein so klares Bild erschaffen und so makaber es klingt, fand ich viele Kapitel, die dort gespielt haben, am besten. Die ganze Stimmung der Bewohner, aber auch der ärmlichen Behausungen wurde so fassbar beschrieben, dass ich mich selbst beim Lesen nicht gut gefühlt habe.

Wie immer wird sich mein letzter Punkt um die Protagonisten drehen. Im Grunde gibt es eine recht überschaubare Anzahl an Hauptcharakteren, diese beschränken sich eigentlich auf recht wenige, die mir auch stets im Gedächtnis geblieben sind. Dazu kamen noch einige Nebenprotagonisten, mit denen ich ein paar mehr Probleme hatte. Dazu zählen eigentlich fast nur die Ärzte, die irgendwann in der Handlung aufgetreten sind oder von denen es ab und an eine Erwähnung gab. All die Namen, mit den Fachbezeichnungen konnte ich mir partout nicht merken, das waren für mich wirklich zu viele.
Die Nebencharaktere, seien es die Verwandten oder Freunde von Rahel und Barbara waren ziemlich herzlich und lebendig gezeichnet. Mit ihnen hatte ich keine Probleme und ich fand es interessant, wie unterschiedlich die ganzen Charaktere waren und welchen Interessen sie nachgingen. So wurde ein breites Bild an verschiedenen Persönlichkeiten geboten.
Stets im Vordergrund stehen Barbara und Rahel. Beides sind emanzipierte junge Frauen, die für ihre Anerkennung kämpfen, wenn auch etwas unterschiedlicherer Art. Rahel möchte von den durchweg männlichen Kollegen anerkannt werden, Barabara möchte mehr Freiheiten und Rechte für alle Frauen.
Beide waren mir nach kurzer Zeit sympathisch und fand es toll, wie unterschiedlich die Charaktere dargestellt wurden. Während Rahel zum Beispiel zurückhaltend dargestellt wurde, ist Barbara das genaue Gegenteil. So ergänzen sich die beiden Frauen vollkommen und ich fand es schön, dass sie sich angefreundet haben und in der anderen eine aufrichtige Freundin gefunden haben. Leider fand ich die Freundschaft manchmal nicht wirklich herzlich dargestellt, dann schienen sie eher steif und distanziert miteinander umzugehen.

Fazit:
Zwar konnte ich von dem Buch nicht so viel am Stück lesen, weil ich immer wieder Zeit brauchte, um alles zu verarbeiten und darüber nachzudenken, doch am Ende habe ich das Gefühl, ein ganzes Stück schlauer geworden zu sein. Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen, ich fand es unglaublich, wie viele historische Aspekte eingebunden wurden und das diese schnell einprägsam waren.
Zwei kleine Kritikpunkte muss ich leider anbringen. Zum einen hat mir ein Personenverzeichnis gefehlt, was aber das kleinere Übel ist. Ich hatte ab und zu arge Probleme beim Lesen, wenn medizinische Sachverhalte und Forschungsergebnisse dargestellt wurden. Vielleicht habe ich auch nur Wissenslücken und eigemtlich sind diese Dinge leicht nachvollziehbar, mir haben sie etwas meine Lesefreude getrübt.

09.09.2019 13:29:09
Philiene

Nachdem mir der erste Teil der Charité sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil.
Leider hatte ich leichte Startschwierigkeiten. Natürlich war mir klar, das es in einem Roman mit dem Namen Charité um Medizin und Forschung geht, aber am Anfang war es mir einfach zu viel davon und zu wenig Zwischenmenschliches. Allerdings waren die beiden Hauptcharaktere Rahel und Barbara sofort greifbar und auch ihr Umfeld bildlich dargestellt.
Rahel ist eine bemerkenswerte Frau, die als erste Frau Ärztin an der Charité war und das zu einer Zeit in der in Berlin Frauen noch nicht zum Medizinstudium zugelassen waren. Sie muss gegen viele Vorurteile kämpfen und doppelt so gut arbeiten, um anerkannt zu werden. Rahel hat übrigens wirklich gelebt.
Barbara ist eine fiktive Figur, die aber das Schicksal vieler Frauen Anfang des 20ten Jahrhundert darstellt. Sie arbeitet als Wäschering in der Charité und ist begeistert von den Ideen von Rosa Luxemburg.
Die Beiden unterschiedlichen Frauen freunden sich an...

Ungefähr nach einem Drittel des Buches hat mich die Geschichte richtig gepackt und ich konnte das Buch kaum noch zur Seite legen