Der Höllensturz

Erschienen: Oktober 2018

Bibliographische Angaben

  • , 2018, Titel: 'Der Höllensturz', Originalausgabe

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Annette Gloser
Die harten Zeiten des Krieges

Buch-Rezension von Annette Gloser Apr 2019

Lauf, im Jahr 1538: Ludwig verbringt seine letzten Lebensjahre im Laufer Spital, wo er sich als Pfründner eingekauft hat. Seine Tochter Agnes hat nie geheiratet, denn obwohl sie das Kloster verlassen hat, fühlt sie sich noch immer ihrem Treuegelübde zu ihrem himmlischen Bräutigam verpflichtet. Sie arbeitet als Magd im Spital, pflegt die alten Pfründner und ist dem Spitalmeister eine große Stütze. Alles könnte schön und friedlich sein im Nürnberger Land, doch noch immer schwelt der Konflikt zwischen Katholiken und Lutheranern, zieht sich über Jahre und Jahrzehnte hin, geschürt von einem wankelmütigen Kaiser und von Fürsten, die ihren Einfluss mehren wollen. Heere werden aufgestellt, Söldner verpflichtet, Geld von den Städten erpresst. Auch die Ritter des Roten Berges sind an diesem Krieg nicht unbeteiligt, einige sympathisieren mit Markgraf Albrecht Alcibiades, der vom Kaiser um sein Geld betrogen und schließlich abserviert wird. Sein Feldzug gegen den Kaiser verheert das ohnehin schon kriegsgebeutelte Nürnberger Umland noch mehr und nur mit großer Mühe kann die Rothenburg neutral bleiben. Schließlich trifft der Zorn des Landgrafen Lauf, jene reiche Stadt, an der Albrecht Alcibiades ein Exempel statuieren will.

Undurchsichtige Spiele

„Der Höllensturz“ ist der dritte Teil der Romanreihe „Die Ritter des Roten Berges“ und umfasst die Jahre 1538 bis 1553. Die Geschichte der ehemaligen Nonne Agnes und ihrer Familie wird weiter erzählt, weitaus mehr Raum nehmen jedoch in diesem Roman die politischen Ränke und Machtspiele zwischen dem Kaiser und den Landesfürsten ein. Und natürlich sind auch die Nürnberger Ratsherren wieder mit von der Partie, als Geldgeber für alle und als besorgte Stadtväter, die den Handel am Laufen halten wollen. Es muss Katharina A. Down enorme Recherchearbeit gekostet haben, Licht in das Dunkel der finanziellen und machtpolitischen Ranküne jener Jahre zu bringen. Wer zahlt wem was wofür? Und wer will welches Stück vom Kuchen? Naturgemäß ist dieser Roman dadurch weitaus weniger persönlich geworden, als es die vorhergehenden Bände waren. Fast hat er den Charakter einer Kriegschronik des Schmalkaldischen Bundes und des Fürstenaufstandes. Wer also Familiengeschichte erwartet, der sei darauf hingewiesen, dass im Vordergrund der gesamten Romanreihe immer politische Ereignisse gestanden haben, die durch die persönlichen Geschichten fiktiver Protagonisten untermalt wurden. Diesmal jedoch steht der Konflikt zwischen Kaiser und Fürsten, nicht zuletzt zwischen Kaiser und Albrecht Alcibiades, eindeutig im Vordergrund. So geraten die fiktiven Protagonisten ein wenig ins Hintertreffen. Wenn jedoch historische Persönlichkeiten auftreten, dann nutzt die Autorin die Chance, ihnen auch Charakter zu geben, so dass sie nicht nur vorbeifliegende Schatten auf den Seiten sind, sondern für den Leser greifbar werden.

Historische Genauigkeit

Obwohl der Fokus des Romans  weniger auf den persönlichen, familiären Geschichten liegt, sondern auf dem Kriegsgeschehen, so gelingt es der Autorin doch, auch die „kleinen Leute“ in Gestalt ihrer Protagonisten Agnes, Levin und Leonhard einzubetten. Vor allem Leonhard gewährt dem Leser einen tiefen und zum Teil einfach nur erschreckenden Einblick in das Söldnerleben. Auch hier glänzt der Roman mit vielen Details und erweist sich als historisch genau. Überhaupt ist die detailgetreue Schilderung einer der größten Pluspunkte dieses Romans. Ganz egal, ob es um die Kleidung der Trompeter bei einem Empfang für den Kaiser oder die Liegenschaften des Laufer Spitals geht: Katharina A. Down hat es recherchiert und aufgeschrieben. Und wenn es an mancher Stelle vielleicht doch Phantasie ist, dann hat sie es so gut aufgeschrieben, dass man es ihr unbesehen glaubt. Dennoch kommt die Autorin ihren Protagonisten nicht so nah wie z.B. im zweiten Teil der Romanreihe. So ist das eben: Treten die Kaiser und Fürsten auf den Plan, dann bleibt nicht mehr allzuviel Platz für die kleinen Leute. Spannung baut sich hier vor allem aus dem Kriegsgeschehen auf und so, wie der Krieg seine Höhen und Tiefen hat, so hat sie auch die Spannung des Romans. Die Geschichte bleibt auch nicht bei einem Erzählstrang. Viel mehr entsteht die Geschichte durch verschiedene Episoden an den unterschiedlichsten Orten, die sich dann zu einer Romanhandlung zusammenfügen. Immer wieder gibt es Abstecher nach Nürnberg oder an andere Handlungsorte, an denen fiktive oder realhistorische Protagonisten aufgesucht und in Entscheidungssituationen beobachtet werden, doch immer wieder kehrt die Autorin zu ihrem roten Faden zurück, dem Krieg, der den Leser bis (fast) zum Ende des Romans begleitet.

Fazit:

„Der Höllensturz“ ist ein gelungener Abschluss der Romanreihe, auch wenn dieser spezielle Roman wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Ganz sicher wird es dafür andere Leser geben, die eine genaue und schonungslose Kriegschronik zu schätzen wissen. Es kommt eben darauf an, was man von einem Roman erwartet. Auf jeden Fall hat der Verlag Fahner mit der Reihe „Die Ritter des Roten Berges“ eine großartige lokalhistorische Romanreihe im Angebot und mit Katharina A. Down eine Autorin, die mit viel Herzblut und noch viel mehr Wissen um das historische Geschehen schreibt. Eine Leseempfehlung für alle, die sich mit der Geschichte Frankens beschäftigen und für alle, die gerne wissen wollen, wie es eigentlich nach dem Bauernkrieg mit dem Religionsstreit in Deutschland weiter ging.

Der Höllensturz

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