Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2017, Titel: 'Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf', Originalausgabe

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92
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Karin Speck
Wenn Familie Kuisl eine Reise macht

Rezension von Karin Speck Jul 2017

1672. In München soll ein Treffen der Scharfrichter stattfinden und Jakob Kuisl macht sich auf den Weg, selbstverständlich wird er von seiner Familie begleitet. Allen voran seine Töchter Magdalena und Barbara. Für Jakob ist es eine Ehre, in den Rat der Zwölf gerufen worden zu sein, aber er will auch das angenehme mit dem nützlichen verbinden. Für seine Tochter Barbara wird es längst Zeit die Ehe einzugehen. So hofft der Henker auf eine gute Partie für seine Tochter. Kaum in München angekommen, erfahren sie auch schon von einem Mord, der gerade geschehen ist. Nicht nur einen Mord gilt es aufzuklären, nein, gleich eine ganz Reihe von Frauenleichen kommen ans Licht. Für den Henker keine Frage, er beginnt sofort zu ermitteln. Zudem, da die Toten auch noch offenbar von jemandem vom Fach getötet worden sind, einige Spuren deuten in diese Richtung. Spannende Ermittlungen nehmen ihren Lauf.

Spannung bis zur letzten Seite

In diesem Fall befindet die Familie Kuisl sich in München. Die Stadt ist ihnen fremd, die Menschen sind ihnen fremd, es bleibt natürlich nicht aus, dass sie Fehler machen. Gerade Simon, der Mann von Magdalena, ist da ganz groß drin, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Schnell hat er wieder allerlei Schwierigkeiten zu überwinden. Probleme, die er selbst lösen muss, da sein Schwiegervater ja mal wieder mitten in einer Mordermittlung steckt. Auch von seiner Frau ist kaum Hilfe zu erwarten, denn auch sie hat mal wieder ihre eigenen Probleme. Oliver Pötzsch versteht es, seine Handlung zu erzählen, auch wenn die Handlungen denen in den vorangegangenen sechs Bänden ähneln. Der Leser weiß mittlerweile, was auf ihn zukommt und so ist mancher Verlauf wohl im Vorfeld zu erraten.

Nichtsdestotrotz baut Pötzsch seine Spannung auf und kann sie auch bis zur letzten Seite halten. Die Spuren sind gut gelegt, dabei auch nicht zu offensichtlich. Es dauert schon einige Zeit, bis auch der Leser dem Täter auf die Schliche kommt. Hier ist aber auch ein wenig der Weg das Ziel. Es ist unterhaltsam zu lesen, wie Simon mit seinen Situationen zurechtkommt oder wie Magdalena versucht, ihrer Schwester beizustehen.

Gelungener siebter Band

Ganz nebenbei erfährt der auch, wie es so zuging im Jahre 1672. Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges stecken den Menschen noch in den Knochen, das Leben ist noch nicht wieder so wie vor diesem Krieg. All diese Empfindungen hat der Autor gut eingefangen und gleichzeitig gibt er aber auch Einblicke in das neue Leben dieser Zeit. Bücher finden den Weg zu den Menschen. So ist es gerade Simon, dem dies fast zum Verhängnis wird. Auch das ausschweifende Leben des Adels hat den Weg in die Geschichte gefunden. Wie gewohnt zieht der Autor alle Register und kann mit seiner Geschichte die Leser unterhalten.

Ein Nachwort klärt auch hier Fiktion und Wahrheit. Ein Personenregister sorgt für den nötigen Überblick der Protagonisten, sogar ein kleiner Stadtplan von München aus dem 17. Jahrhundert ist vorhanden. Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf hat alles, was ein spannender historischer Roman braucht.

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

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