Der Angstmann

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2016, Titel: 'Der Angstmann', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Beklemmender Krimi und atmosphärische Geschichtsstunde

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2016

Dresden. In einem Bootshaus wird am 30. November 1944 die Leiche einer Frau gefunden, die von ihrem Mörder förmlich aufgeschlitzt wurde. Kriminalinspektor Max Heller übernimmt die Ermittlungen, die ihn in ein nahe gelegenes Krankenhaus führen. Bei der Toten handelt es sich um Schwester Klara, ursprünglich aus Berlin, von ihrem jüdischen Mann geschieden. Für Obersturmbannführer Rudolf Klepp, ursprünglich gelernter Metzger und dank seiner SS-Laufbahn jetzt Hellers Vorgesetzter, ist der Fall klar. Der Jude hat sich an seiner Frau gerächt, Fall erledigt.

 

"Mutter sagt, der Angstmann geht um."

"Der Angstmann? Wer soll das sein?"

"Fängt kleine Kinder!"

"Geht heim. Angst gibt es genug, da brauchts nicht noch den schwarzen Mann dazu."

 

Doch es dauert keine drei Wochen, da wird in einem Dachgeschoss eine weitere Frauenleiche gefunden. Die Brutalität des Mörders hat zugenommen und so ermittelt Heller erneut, wenngleich auch hier der linientreue Klepp die Lösung bereits gefunden hat. Es muss sich um einen Sabotageakt feindlicher Agenten handeln, um Angst in der Bevölkerung zu schüren. Schließlich läuft die Westoffensive gerade an.

 

"Sehen Sie, Sie sagen es selbst! Vielleicht! Wir können uns keine Vielleichts mehr leisten heutzutage, da das deutsche Volk mit geschlossenen Reihen seinem finalen Kampf entgegentritt. Eine Fahndung ausrufen, Sie sind wohl von allen guten Geistern verlassen? Unsere Ressourcen verschwenden. Schluss damit, aus, basta!"

 

Dann gelingt es Heller in der Nacht des 13. Februar 1945 überraschend, den vermeintlichen Täter während einer Nachpatrouille zu stellen, doch diesem gelingt die Flucht, da sich Heller in letzter Minute in einen Luftschutzkeller retten muss. Nach der Bombernacht von Dresden scheinen die Stadt und der Mörder ausgelöscht...

Atmosphärisch starke Einblicke in das Leben in Dresden gegen Kriegsende

Der Angstmann von Frank Goldammer, der im Hauptberuf als Maler- und Lackierermeister sein Geld verdient, legt hier einen atmosphärisch intensiven, zeithistorischen Thriller vor. Die Bombenangriffe auf Dresden in der Nacht von 12. auf den 13. Februar 1945, bei denen rund 250.000 Menschen starben, stellen nicht nur den Untergang der historischen Stadt dar, sondern bilden den "Wendepunkt" des Romans. Dieser teilt sich in zwei Teile auf, wobei der erste Teil vom 30. November 1944 bis zu jener Nacht des 13. Februar 1945 spielt. Danach liegt die Stadt in Schutt und Asche, der Fall vom "Angstmann" scheint erledigt. Dann folgt der zweite Teil, der zwischen dem 16. und dem 25. Mai 1945 spielt. Per Proklamation haben die Russen Tage zuvor die Polizei aufgelöst, Heller ist arbeitslos und mit der Suche nach Lebensmitteln beschäftigt. Als er zufällig von einem neuen brutalen Frauenmord erfährt, wendet er sich an die russische Kommandantur. Zu seiner Überraschung wird er weder erschossen noch verhaftet; als ehemaliger Polizist keine Selbstverständlichkeit. Stattdessen darf er gemeinsam mit dem russischen Kommissar Saizew ermitteln.

Tiefe Einblicke in eine zerstörte Stadt

Der Krimiplot ist durchgehend spannend, aber vor allem sehr realistisch beschrieben. Die Menschen haben andere Sorgen wie Heller selbst nur bestens weiß. Ständig warten er und seine Frau auf eine Nachricht ihrer Söhne, die beide an der Front stehen. Längst ist klar, dass Hitlers Größenwahn dem Untergang geweiht ist, dass es nur noch eine Frage von Monaten, eher von Wochen, zu sein scheint, wann der Russe vor der Stadtgrenze steht. Doch es gibt auch jetzt noch verblendete Nazis wie Klepp, die unbeirrt an Wunderwaffe und Endsieg glauben.

 

"Auch wenn niemand es laut auszusprechen wagte, war es doch ganz offensichtlich, dass es das letzte Weihnachten unter der Hakenkreuzfahne sein würde. Klepps Herrenjahre waren zu Ende, früher oder später. Eigentlich jetzt schon. Alle seine Aufgaben, sein Ansehen, seine Macht, alles glitt ihm aus der Hand. Die Stadt barst vor Flüchtlingen, es gab Probleme mit der Versorgung, selbst an banalsten Dingen herrschte Mangel. Krankheiten brachen aus. Und Klepp räumte die letzten Judenhäuser. Absurd."

 

Eindrucksvoll beschreibt Frank Goldammer die Schrecken der Bombernacht und den anschließenden Blick auf die - nicht mehr existente - Stadt. Auch wenn kurz darauf die Freude über das Kriegsende erkennbar wird, so wird schnell klar, dass die Russen einen gewaltigen Hass gegen die Deutschen haben und der Schrecken für die Bevölkerung noch lange nicht vorbei ist.

Wer sich für die Geschichte des Dritten Reiches interessiert, findet hier am Beispiel  Dresdens ein großartiges Leseereignis, um sich in die Schrecken und Wirren gegen Kriegsende einzufühlen. Dass letztlich die Konstruktion des Krimiplots und seiner Auflösung einem nicht ganz unbekannten Muster entspricht - geschenkt. Zu sehr bedrücken die Vorkommnisse. Not und Elend, Angst vor Denunziation und Zerstörung, blinder Führergehorsam. Wer Freund und Feind ist, weiß in dieser Zeit niemand. Bloß nicht auffallen.

Der Angstmann ist der Auftakt einer Serie. Bei all dem Leid eine gute Nachricht!

Der Angstmann

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Letzte Kommentare:
04.08.2017 21:09:13
p:Mayer

Rezensionen sind etwas subjektives, nachdem ich mich von den bisher veröffentlichten überzeugen lies dieses Buch zu erwerben, mich darüber dann aber sehr geärgert habe –was mir bisher zum Glück noch nie passiert ist- habe ich beschlossen meine Meinung über dieses Buch zu veröffentlichen.

1.Thema:
Krimis, die in der Endphase des dritten Reiches spielen scheinen derzeit in Mode zu sein, was in meinen Augen der einzige Beweggrund des Autors war diesen Roman zu schreiben. Nicht in Betracht kommen jedenfalls Faktoren wie etwa ein Fable für Geschichte oder Inspiration, wie ich weiter unten verdeutlichen will.
Zwar ist es nicht wirklich originell, einen Serientäter in eine apokalyptische Welt wie jene der Bombennächte in Dresden zu entsenden, aber das war für mich kein Kriterium, die Beatles haben die Gitarre ja auch nicht erfunden.

2.Dialoge:

Nachdem die Geschichte recht spannend anfängt, wird dem Leser recht schnell gewahr das sich der Autor offenbar nie wirklich für die damalige Zeit interessiert oder sich mit ihr beschäftigt hat.

Neben einiger grober Fehler wie zum Beispiel der Tatsache, das die Wehrmacht keine (grünen) Barette trug (lediglich die frühen Panzerbesatzungen trugen eine Kopfbedeckung in der Art eines Baretts in schwarz welche bis 1940 bereits durch eine praktische Feldmütze ersetzt wurde) noch gab es eine „Luger-Maschinenpistole“, (die Luger war eine Pistole) fällt vor allem der völlige Mangel der Protagonisten auf, ihre Sprache der Zeit anzupassen in der sie dem Willen ihres Schöpfers nach wirken sollen.

Die Dialoge wirken nicht „echt“ und zeitgenössisch, zu keiner Zeit wird dem Leser das Gefühl vermittelt sie seien tatsächlich in dieser Zeit geführt worden, vielmehr zwingt sich der Gedanke auf man habe deren Führer aus dem 22. Jahrhundert grob ausgeschnitten und auf eine entsprechende Kulisse geklebt.

Mag sein, das ich das so sehen weil ich bereits viele Bücher aus dem Zeitraum 1914-45 gelesen habe (Roth, Jünger, Flex, O.M. Graf etc etc) aber selbst der sprachliche Ausdruck in Heimatfilmen aus den 50ger/60ger Jahren sind weit näher an der Realität jener Zeit dran als das was uns der Autor hier zu verkaufen versucht, und die kennt man doch wenn man in den Siebzigern geboren wurde?

Was den Inhalt der Dialoge angeht wurde hingegen keineswegs Neuer Wein in alten Schläuche gefüllt, vielmehr wurde hier ganz tief in die Klischeemottenkiste der letzten Jahrzehnte gegriffen wo man besser daran getan hätte etwas Originelles zu schaffen. Kein noch so ausgelutschtes Klischee bleibt unbedient, keine noch so altbackene Plattheit wird ausgelassen – jede Folge des „Großstadtreviers“ wirkt dagegen fast revolutionär, das wirkt auf die Dauer sehr anstrengend wie ich finde.

3. Handlungsverlauf:

Der Roman fängt wie gesagt recht spannend an, verliert aber bald an Fahrt und bleibt zur Mitte hin im zähen Schlamm der Einfallslosigkeit stecken.
Diese Zwangspause nutzt der Autor zur –recht gelungenen aber vieeel zu langen- Schilderung der großen Bombennacht von Dresden.

Hierbei leidet der Leser fast so schwer wie die Hauptfigur, mit dem Unterschied das die Hauptfigur ihre Haut zu retten versucht, der Leser hingegen seinen Geduldsfaden.
Letztgenannter hat hierbei den unschätzbaren Vorteil, sein Leiden durch Überblättern verkürzen zu können. Hätte ich das Buch an dieser Stelle weggelegt, wäre der Autor mit zwei, vielleicht sogar drei Sternen davongekommen – und meine Rezension mit einem Wort: „anstrengend“.

Der Lösung des Rätsels um die beschriebenen Morde kommen selbst die weniger aufmerksamen Leser – im Gegensatz zu dem Herrn Kriminalrat - recht früh gefährlich nahe. Mich zwang denn auch nicht das Interesse an der Handlung, weiterzulesen – vielmehr war ich gespannt, mit welchen Tricks der Autor diese einfallslose Geschichte zu einem stimmigen Ende führen wird.

Das bereute ich jedoch bald sehr; die Handlung nimmt eine völlig unglaubwürdige Wendung nach der anderen auf nun vollkommen flachem Terrain. Eine einzige derartige Wendung hätte genügt um diesen Karren der Einfallslosigkeit mit Blechschaden über die Ziellinie zu führen.

Aber nein – der Autor kann einfach nicht aufhören, jetzt nimmt er keinerlei Rücksicht mehr auf den Leser. Er nimmt nun Serpentine um Serpentine durch eine Aneinanderreihung komplett an den Haaren herbeigezogener Begebenheiten, realitätsfremder Dialoge und einem ganzen Feuerwerk abgeschmackter Klischees und Einfallslosigkeiten die zuweilen unfreiwillig komisch, aber zumeist unerträglich sind.

Gerade in Bezug auf die Russen, die im Laufe der Geschichte auftreten fragt man sich oft „das kann doch nicht sein ernst sein?“, und man fühlt sich ein ums andere Mal an eine russische Variante von „ein Kessel voller Helden“ erinnert, wenn der Besiegte dem russischen Politoffizier auf der Nase herumtanzt, oder dessen Untergebene zwar die Einrichtung eines Hauses durchsuchen und demolieren – die großen Kisten mit Schmuck und Geld aber unversehrt und unbewacht auf dem Dachboden belassen, wo ihr Herr Offizier sie zuvor entdeckt hat..

Da das Rätsel dann zum Glück eine geschätzte Lesestunde vor Ende des Romans gelöst wurde –hier wurde ich zum ersten Mal überrascht – allerdings durch eine weitere und gänzlich unnötige Wendung, die weder Spannung noch irgendeinen „Aha“-Effekt erzeugt legte ich das Buch zu den Akten. Ich kann nur erahnen welche unsäglichen Lächerlichkeiten ich mir neben einer Stunde Lebenszeit dadurch erspart habe..

Falls noch jemand eine Tipp für ein wirklich gutes Buch bezüglich "Serientäter und Endkampf" haben will: "Sternstunde der Mörder" von Pavel Kohout.

„Kriminalrat Heller, gehen se Parkuhren kontrollieren – zack zack“

16.01.2017 21:02:54
M.Reinsch

Max Heller ist Kriminalinspektor in den letzten Kriegstagen, sein Revier ist Dresden. Hier jagt er einem Serienmörder hinterher, der sein erstes Opfer aufschneidet und die späteren sogar häutet. Als im Februar der „Feuersturm“ über Dresden entfacht wird, steht er kurz vor der Lösung des Falles, muss sich aber den Kriegswirren ergeben. Erst als im Dresden, unter sowjetischer Besatzung, erneut rituelle Morde geschehen, setzt sich Heller, nun als Privatmann auf die Spur des Täters…
Frank Goldammer hat sich zu einem sehr gewagten Drahtseilakt hinreißen lassen. Einerseits versucht er einen sehr spannenden Krimi zu schreiben (was ihm aber aus meiner Sicht erst im zweiten Teil des Romans wirklich gelingt) und zweitens will er ein sehr genaues Bild der letzten Kriegstage und der darauffolgenden Besetzung erstellen (Was ihm mit kleinen Abstrichen sehr gut gelingt). Leider geht eine echte Durchmischung beider Themen nicht wirklich, so überwiegt im ersten Teil, die Situation vor Ort. Goldammer geht dabei sehr gründlich mit allen bekannten Fakten um (manchmal wäre Weniger, mehr gewesen), nimmt sich viel Zeit für seinen Protagonisten und dessen Geschichte und schafft so eine stimmungsvolle Basis für den eigentlichen Krimi. Etwas störend sind für mich die „Steriotypen“ wie Oberstandartenführer Klepp, Prof. Eisler oder so mancher Hausmitbewohner – sicher mag es Sie auch real gegeben haben, aber in manchen Passagen werden sie Überzeichnet dargestellt. Genauso stört die viele „Berlinerische Mundart“, hier wäre „Dresdner Dialekt“ wesentlich angebrachter gewesen. Der Krimi an sich ist bis zum Schluss spannend und (zumindest mir) es fällt schwer den wahren Täter vorzeitig zu benennen! Mit dem sowjetischen Politkommissar Saizev, hat er (im zweiten Teil) eine starke Nebenfigur erschaffen, der man die vorgebrachten Vorurteile und Einstellungen gerne glaubt. Leider ist es fraglich, ob diese Figur wirklich über so viel Macht, wie im Buch dargestellt wurde, verfügt haben mag.
Fazit: Im ersten Teil des Buches wird der Leser auf die Kulisse eingeschworen, um dann im zweiten Teil einen sehr gut geschriebenen Krimi vorgesetzt zu bekommen. Gut und unterhaltsam geschrieben, aber manche Gräuel sollten nicht durch einen Roman aus ihren dunklen Ecken geholt werden…

29.12.2016 17:33:12
wampy

Buchmeinung zu Frank Goldammer – Der Angstmann

„Der Angstmann“ ist ein Kriminalroman von Frank Goldammer, der 2016 bei dtv Premium als broschiertes Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren, machte aus Faulheit kein Abitur und bereute es sofort, als er sich stattdessen zum Maler und Lackierer ausbilden ließ. Mit Anfang 20 begann er zu schreiben, heiratete zwischendurch, ließ sich scheiden und wurde ein Meister in seinem Beruf. Außerdem hat er drei Kinder mit zwei verschiedenen Frauen.
Kümmert er sich nicht gerade um seine Sippe, dann schreibt er.

Klappentext:
Dresden, November 1944: Die Bevölkerung leidet unter den anhaltenden Kriegszuständen und den täglichen Entbehrungen. Flüchtlingsströme drängen in die Stadt. Bombenalarme gehören zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. Schnell geht das Gerücht um: Das war der Angstmann, der nachts durch die Gassen schleicht. Heller gibt nichts auf das Gerede. Inmitten der Wirren des letzten Kriegswinters macht er sich auf die Suche nach einem brutalen Frauenmörder. Nicht nur sein linientreuer Vorgesetzter Rudolf Klepp legt Heller dabei Hindernisse in den Weg. Als im Februar 1945 die Stadt in einem beispiellosen Bombenhagel dem Erdboden gleich gemacht wird, hält man auch den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück ...

Meine Meinung:
Die Stimmung ist so düster wie man sich die Zeit zum Ende des zweiten Weltkriegs vorstellt. Max Heller ermittelt in einer Serie brutaler Frauenmörder. Der Kommissar ist voll auf den Fall fixiert und lässt sich weder von Vorgesetzten noch von seiner Frau und den existenziellen Problemen dieser Zeit aufhalten. Vielleicht ist es dieser Wahn, der es ihm ermöglicht, sowohl unter den Nazis als auch später unter der Roten Armee zu ermitteln. Dabei versucht Heller trotz aller Widrigkeiten fair und gerecht zu handeln. Aber nicht nur sein Charakter ist tief ausgeprägt, auch die Charakterzeichnung der übrigen Figuren überzeugt. Ein weiterer Pluspunkt dieses Romans ist die Beschreibung der Situation der Einwohner Dresdens zu dieser Zeit. Man spürt das Misstrauen gegenüber den Gewinnern der Naziherrschaft, die Furcht vor Denunzierung, die Vorbehalte den Flüchtlingen gegenüber, aber auch die Hilfsbereitschaft anderen gegenüber. Tief beeindruckt hat mich die Schilderung, als Heller nach dem Bombenangriff durch sein Dresden irrt, das nur noch ein großer Trümmerhaufen ist und Heller die Orientierung raubt. Auch das Verhalten der Besatzer wird nicht geschönt. Aber trotz aller Gegensätze finden Heller und sein „Betreuer“ von der Roten Armee einen Weg miteinander zu arbeiten, ja sogar eine Form des Vertrauens.
Gelungen fand ich auch die Schilderung der brutal ermordeten Frauen. Vieles bleibt der Fantasie des Lesers überlassen und wird nicht detailliert geschildert. Gestört hat mich die Schilderung des Umfelds von Klepp, Hellers Vorgesetzten. Da kam einfach zu viel zusammen. Trotzdem fand ich den Roman sehr glaubwürdig.

Fazit:
Ein sehr düsterer Krimi mit gelungener Atmosphäre und historischem Hintergrund – spannend mit einer faszinierenden Hauptperson. Von mir gibt es vier von fünf Sternen oder 85 von 100 Punkten und eine klare Leseempfehlung.

22.12.2016 23:33:02
TochterAlice

Einst zog der Angstmann durch die Lande

oder vielmehr durch Sachsen. Aber wer war er wirklich, dieser Mann (?), der junge Frauen mordete - was war ihre Gemeinsamkeit?

Der Krimi spielt im Dresden der letzten Kriegsmonate, bzw. nimmt er genau dort seinen Anfang! Wir lernen Kommissar Max Heller kennen, einen wahrhaft aufrechten Deutschen und zwar im besten Sinne des Wortes: eben keinen Nazi, sondern einen, der versucht auch in den letzten Kriegsmonaten noch (mit)menschlich zu sein, gerade auch als Polizist. Ja, auch das gab es: Ein Mann aus dem Leben, aus dem Volk, der um seine Söhne bangte, die im Krieg waren, verschollen verweißwo, wenn überhaupt noch am Leben, der um seine Essensrationen kämpfte, alte Nachbarn und Freunde nicht aufgab, auch wenn sie Juden oder erwiesene Regimegegner waren und dennoch irgendwie durchkam - gerade so, versteht sich.

Während, aber auch nach der Kriegszeiten war es in Dresden so, wie wohl in den meisten deutschen Städten: viele, ja die allermeisten, hatten Dreck am Stecken und sie waren eher selten auf der falschen Seite - nein, es waren diejenigen, die irgendwie immer durchkamen.

Gerade dies ist der Hauptverdienst des Autors Frank Goldammer: die Schilderung des historischen Teils, die wahrhaft meisterlich recherchiert und mit Leben gefüllt wurde. Die kriminalistische Handlung hingegen verdient immer mal wieder Abzüge in der Logik, in den Zusammenhängen und Übergängen - hier ist noch ordentlich Luft nach oben. Dennoch würde ich nur zu gerne wieder mit Max Heller, einem wahrhaft eigenwilligen Typen, ermitteln!

09.12.2016 14:42:12
PMelittaM

Dresden 1944: So langsam zeichnet sich ab, dass das Dritte Reich den Krieg womöglich doch nicht gewinnen kann, der Feind rückt näher, die Bevölkerung leidet Not, immer mehr Flüchtlinge erreichen die Stadt, Krankheiten und Hunger breiten sich aus, in den Nächten gibt es immer öfter Alarm.

Als eine schlimm zugerichtete Frauenleiche gefunden wird, wird Kriminalinspektor Max Heller mit den Ermittlungen betraut. Den Täter zu finden, stellt eine Herausforderung dar, fast alle fähigen Kollegen sind an die Front abkommandiert, Hellers Vorgesetzter, SS-Obersturmbandführer Klepp, ein ehemaliger Fleischer, hat weder kriminalistische Kenntnisse, noch ein echtes Interesse, den wahren Täter zu finden, er will den Fall nur schnell gelöst haben. Dass die Tote sich von ihrem jüdischen Ehemann hatte scheiden lassen, macht die Sache für ihn einfach: Der muss es gewesen sein.

In der Bevölkerung vermutet man einen besonderen Täter: Der Angstmann ginge um, schließlich sind nachts merkwürdige Geräusche zu hören. Heller glaubt an einen anderen Täter, zumal eine weitere, noch bestialischer getötete, Leiche gefunden wird …

Ein Kriminalroman, der in den letzten Kriegsmonaten in Dresden spielt, das ist doch einmal etwas anderes, für mich ein klarer Fall von „Muss ich lesen“. Gelockt hat mich auch der Zusatz „Der erste Fall für … Max Heller“, ich mag Buchreihen, zumal, wenn mir der oder die Ermittler interessant vorkommen.

Max Heller ist Weltkrieg-I-Veteran, kriegsversehrt, weswegen er jetzt selbst nicht an die Front musste, jedoch sind seine beiden Söhne im Krieg, von denen er lange nichts gehört hat, weswegen er und seine Frau sich große Sorgen machen. Max Heller ist kein strammer Nazi, im Gegenteil, aber er versucht das nicht offen zu zeigen, um sich und seine Familie zu schützen. Wenn er ermittelt, ist er hartnäckig und will unter allen Umständen den Fall lösen, dafür geht er auch schon einmal Risiken ein, jedenfalls stellt es sich in diesem ersten Band so dar, zum Beispiel, wenn er, statt Lebensmittel zu besorgen, einer Spur nachgeht. Mir ist Heller sehr sympathisch und ich würde gerne weitere Fälle mit ihm zusammen erleben.

Gut gefallen hat mir auch Andrej Saizev, der nach Kriegsende Heller bei den Ermittlungen unterstützt. Ich würde mich freuen, ihn in weiteren Bänden wiedersehen zu dürfen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, denn Saizev wurde nach Moskau abkommandiert. Aber, man weiß ja nie ...

Frank Goldammer gelingt es gut, die Atmosphäre, die in den letzten Kriegsmonaten geherrscht haben muss, herüber zu bringen. Hunger, Krankheiten, Hoffnung, die aber immer mehr in Hoffnungslosigkeit übergeht, die Angst vor dem näher rückenden Feind, die Angst um die Familienangehörigen im Feld, die Angst vor den Bomben, all das wirkt bedrückend und viele kennen Ähnliches aus den Erzählungen der Eltern oder Großeltern. Auf mich wirken Frank Goldammers Beschreibungen sehr authentisch. Den Höhepunkt erreicht dieses Geschehen in der Bombennacht am 13.02.1945, die man mit Max Heller zusammen erlebt und die erschüttert.

Was mir weniger gefallen hat, war die Zeichnung einiger anderer Charaktere, mancher schien mir doch etwas zu überzogen, zu klischeehaft, zu stereotyp, in erster Linie Hellers Vorgesetzter, der zwar (aus politischen Gründen) nachvollziehbar diesen Rang besetzt, dessen pathetische Reden man aber kaum ertragen kann.

Auch mit der Auflösung bin ich nicht ganz glücklich, sie entbehrt zwar nicht einer gewissen Logik, erscheint mir aber doch an den Haaren herbeigezogen. Und nicht nur die Aufdeckung der Morde, sondern auch ein zweiter Lösungsstrang wirkt auf mich nicht nachvollziehbar. Da war mir insgesamt zu viel in den Topf geworfen.

Insgesamt fand ich den Roman aber gut gelungen, es ist ein spannender Kriminalroman mit einem außergewöhnlichen Setting und einem sympathischen Ermittler. Ich würde mich über weitere Fälle Max Hellers freuen und empfehle den Roman gerne weiter. Von mir gibt es 4 Sterne.

28.11.2016 08:47:07
Barbara62

Im Gegensatz zu den meisten historischen Romanen lese ich historische Krimis sehr gerne. Die Einbettung des Kriminalfalls in einen geschichtlichen Kontext, die langsamere Gangart der Ermittlungen durch die eingeschränkten technischen Möglichkeiten und die dadurch bedingte größere Bedeutung des polizeilichen Spürsinns und der Intuition der Ermittler machen für mich den Reiz dieses Genres aus. Wenn der Krimi dann auch noch so atmosphärisch und spannend wie "Der Angstmann" von Frank Goldammer geschrieben ist, und der Verlag sowohl bei der Gestaltung als auch beim Klappentext gute Arbeit geleistet hat, sind alle meine Erwartungen erfüllt.

Formal gliedert sich der klug aufgebaute historische Dresden-Krimi in zwei Teile. Der erste Teil spielt vom November 1944 bis zur völligen Zerstörung durch britische Bomber am 13. Februar 1945, der zweite nach der Besetzung durch die Russen im Mai 1945. Über beide Teile hinweg treibt ein brutaler Frauenmörder sein Unwesen, der mehrere Krankenschwestern bestialisch hinrichtet und die Leichen inszeniert.

Kriminalinspektor Max Heller, ein aufrechter, sympathischer Polizist, der nie in die Partei eingetreten ist, dem es nur um Wahrheit und darum geht, den Menschen Gerechtigkeit zu verschaffen und gesellschaftliche Werte zu erhalten, ermittelt unter widrigsten äußeren Bedingungen. Nicht nur, dass im ersten Teil fast alle Kollegen an der Front sind, es weder Blitzlichtbirnen noch Benzin gibt, auch ein strammer Nazi-Vorgesetzter ohne polizeiliche Kenntnisse, aber mit einem unerschütterlichen Glauben an den Endsieg, erschweren seine Arbeit. Der offensichtlich pathologische Täter schlägt immer wieder während des Fliegeralarms zu und in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 kommt Heller ihm ganz nah, ohne ihn stellen zu können.

Im zweiten Teil hat die russische Besatzungsmacht die deutsche Polizei aufgelöst und es braucht Hellers ganze Überzeugungskraft, um an der Seite eines mehr am Aufgreifen von Nazis interessierten russischen Kommissars die Ermittlungen weiterführen zu dürfen – bis zum überaus spannenden Showdown...

Trotz der gruseligen Stimmung und des sehr fesselnden Schlussteils mit einer für mich ebenso überraschenden wie befriedigenden Auflösung ist "Der Angstmann" kein Thriller, denn Frank Goldammer widmet dem historischen Hintergrund großen Raum. Für mich ist genau diese sehr ausführliche, atmosphärische Schilderung der Lebensbedingungen in Dresden vor, während und nach der Zerstörung die große Stärke des Buches und ich fand sie zu keiner Zeit langatmig. Besonders die Situation vor der Zerstörung, als jeden Tag große Mengen von Flüchtlingen aus dem Osten in die Stadt strömten und unvorstellbares Chaos, Not und Verzweiflung herrschten, fand ich sehr interessant, genauso wie die Beschreibung der Zerstörungen und der russischen Besatzungszeit, während der zu Hunger und Elend auch noch eine unvorstellbare Angst der Bevölkerung kam.

Max Heller taugt für mich zum Serien-Ermittler und ich freue mich schon auf weitere Bände mit ihm!

11.11.2016 22:14:04
Keiner999

Inhalt:
Die Geschichte spielt in Dresden zur Zeit des zweiten Weltkriegs und kurz danach.
Mitten in den Kriegswirren treibt ein Frauenmörder sein Unwesen. Kommissar Heller versucht trotz widriger Umstände ihn dingfest zu machen, wobei sein Chef ihm immer wieder Hindernisse in den Weg legt. Bei der Bevölkerung spricht man nur vom „Angstmann", auch Hellers Frau schließt sich dieser Theorie an.
In der schlimmen Bombennacht im Februar 1945 ist er ihm dicht auf den Fersen, als Dresden in Schutt und Asche versinkt und es unzählige Tote gibt. Alle glauben , dass auch der Mörder unter den Opfern ist.
Nach Ende des Kriegs gibt es eine weitere Tote und Kommissar Heller ermittelt wieder, obwohl es offiziell keine Polizei mehr gibt. Unterstützung erhält er von einem Mitglied der russischen Besatzungsarmee.

Meine Meinung:

Dem Autor ist es gelungen, neben der polizeilichen Ermittlungsarbeit, ein genaues Bild von Dresden in den letzten Kriegstagen zu zeichnen.
Die schlimmen Ereignisse, die fortwährenden Fliegeralarme, der Hunger, die Angst und der Kampf ums nackte Überleben wurden sehr genau geschildert. Einige Beschreibungen ließen mich wirklich erschaudern.

Zum Schluss gab es die Aufklärung des Falls mit einem stimmigen Ende.
Für den Kommissar gab es sowohl im beruflichen Feld , als auch im privaten Bereich einen kleinen Lichtblick.
Ich hoffe, dass es einen weiteren Fall mit dem sympathischen Kommissar geben wird.
Ich vergebe eine Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

20.10.2016 21:39:32
Nuigurumi

Nachdem der Trend in letzter Zeit ja anscheinend dahin geht, dass Krimi-Autoren sich mit jedem Buch bei der Darstellung von Grausamkeiten übertreffen und ohne komplizierte chemische Analysen gar nichts mehr läuft, war das zur Abwechslung ein Krimi ganz nach meinem Geschmack: ein Polizist auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit in den Kriegswirren in Dresden 1944/45. Auf die Frage, wer oder was er denn eigentlich sei, Nazi oder Kommunist – das eine nach dem Krieg ein Problem, das andere vor dem Krieg – antwortet er nur: "Ich bin Max Heller", ein Satz, der dieses Buch für mich auf den Punkt bringt. Es ist mir egal, ob die Beschreibungen der Bombenangriffe historisch genau sind und es ist mir auch egal, obwohl ich mir die Frage beim Lesen natürlich auch gestellt habe, ob es tatsächlich möglich war, dass ein Polizist im Dritten Reich relativ unbehelligt weiterarbeiten konnte, ohne in der NSDAP oder in der SS zu sein. Darum geht es für mich in diesem Buch nicht.

Wegen einer Verletzung aus dem 1. Weltkrieg ist Kriminalinspektor Max Heller einer der wenigen Männer, die im Winter 1944/45 noch in Dresden leben und nicht an der Front sind. Er ist Polizist mit Leib und Seele, obwohl er sich in diesen schwierigen Zeiten manchmal selbst daran erinnern muss, warum er den Beruf ergriffen hat. Sein Vorgesetzter ist gelernter Fleischer, kein Polizist, aber im Gegensatz zu Heller parteitreu. Heller hat sich schon immer geweigert, irgendeiner Gruppierung beizutreten. In jenem Winter verbreitet der sogenannte "Angstmann" Angst und Schrecken in den Dresdner Bombennächten. Die Menschen hören merkwürdige tierähnliche Geräusche und es werden grausam verstümmelte Frauenleichen gefunden. Heller versucht mit den bescheidenen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, den Mörder zu finden. Als nach Kriegsende wieder Spuren des Täters auftauchen, ermittelt er weiter, obwohl er offiziell kein Polizist mehr ist. Zu diesem Zweck muss er mit einem russischen Kommissar zusammenarbeiten und es herrscht Misstrauen auf allen Seiten. Man weiß genauso wenig wie in der Nazi-Zeit, wem man trauen kann und wem nicht…

Im Winter 1944/45 sterben so viele Menschen in Dresden, eigentlich machen die wenigen Frauenleichen da keinen großen Unterschied, aber Heller will diesen Mörder finden. Er will ein Mensch bleiben und er ist auf der Suche nach Wahrheit. Er weiß nicht, wem er trauen kann, vertraut auch manchmal den Falschen, aber er bleibt Mensch. Bei seinen Ermittlungen muss er sich hauptsächlich auf Menschenkenntnis und Intuition verlassen. Mir hat diese ruhige, altmodische Darstellung der Ermittlungen gut gefallen. Man erfährt zwar, dass die Leichen grausam verstümmelt wurden, der Autor geht aber nicht ins Detail, was ich als angenehm empfand. Ob historisch korrekt oder nicht, "Der Angstmann" ist ein gut zu lesender, spannender Krimi, vor allem für Leser wie mich, die viele Krimis lesen und gerne einmal "entschleunigen" möchten.

19.10.2016 12:34:43
leseratte1310

Im November 1944 ist in Dresden ein Frauenmörder unterwegs. Eine schwierige Zeit für die Aufklärung eines Mordfalls. Bei den Menschen geht das Gerücht, dass der Angstmann dafür verantwortlich ist. Kriminalinspektor Max Heller zieht seine eigenen Schlüsse und macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Nicht nur die Kriegswirren erschweren eine Aufklärung, auch Hellers Vorgesetzter Rudolf Klepp legt ihm Steine in den Weg.
Der Februar 1945 sorgt für ein Inferno in Dresden und man glaubt, dass auch der Mörder im Bombenhagel umgekommen ist. Ein gravierender Irrtum…
Die Geschichte liest sich gut und ist interessant durch die Zeit in welcher der Krimi spielt. Die Spannung hält sich in Grenzen.
Heller ist Polizist mit Leib und Seele. Er hat einen Fall und muss ermitteln. Als wenn die Zeiten nicht schon schwer genug wären, macht ihm Klepp alles noch schwerer. Rudolf Klepp ist linientreu und hat den Posten nur bekommen, weil er das richtige Parteibuch hat. Er hat keine Ahnung von Polizeiarbeit, dafür aber eigenwillige Vorstellungen. Aber es bleibt nicht bei einem Mord und die Bevölkerung hat ebenfalls eine vorgefertigte Meinung. Es kann nur der Angstmann sein. Max Heller Ist nicht in der Partei und bildet sich selbst ein Urteil, das er zwar nicht nach außen trägt, das aber doch dann und wann durchblitzt.
Mit der Bombennacht im Februar 1945 nimmt der bis dahin ruhig verlaufende Fall dann Fahrt auf. Heller geht ungewöhnliche Wege, um die Geschichte abzuschließen, denn seiner Meinung nach darf der Mörder nicht ungestraft davonkommen.
Interessant wird die Geschichte durch die Verknüpfung von historischen Begebenheiten mit dem Kriminalfall.
Mir hat das Buch gefallen.