Joséphine und Napoléon

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel „Tales of Passions, Tales of Woes“ bei Harper Collins
deutsche Erstausgabe erschienen 2000 im S. Fischer Verlag
diese Ausgabe erschienen im Juni 2019 bei Fischer Taschenbuch

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Birgit Stöckel
Eine stürmische Liebe in einer stürmischen Zeit

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Aug 2019

„Joséphine und Napoléon“, der zweite Band der „Joséphine“-Trilogie von Sandra Gulland, setzt die Geschichte nahtlos dort fort, wo der erste Band endete, nämlich bei Joséphines und Napoléons Hochzeit. Es war bei weitem keine Liebesheirat (zumindest nicht von ihrer Seite) und so ist es für Joséphine anfangs nicht leicht, sich an ihr neues Leben an der Seite eines ihr fast Unbekannten zu gewöhnen. Das Buch umspannt dreieinhalb turbulente Jahre, in denen Joséphine nicht nur die Liebe zu ihrem Mann entdeckt, sondern auch Bekanntschaft mit seiner Eifersucht macht, seinen alles andere als glatten, aber unaufhaltsamen Aufstieg an die Macht begleitet, mit seiner Familie zu kämpfen hat und sowohl Loyalität als auch Intrigen und Verrat kennenlernt.

Vertiefung des Portraits dieser ungewöhnlichen Frau

Joséphine kennt der Leser bereits aus dem ersten Band und Gulland versteht es, die dort begonnene Charakterisierung ihrer Persönlichkeit fortzusetzen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, wie mutig und loyal Joséphine war, wie sie sich für ihre Familie, aber auch für andere Bedürftige einsetzte. Auch besaß sie politische Klugheit und Geschäftssinn - zumindest teilweise. Denn mit Geld umgehen konnte sie definitiv nicht, wie ihre horrende Verschuldung, die sie durch Spontankäufe immer weiter vorantrieb, beweist. Mit dieser überwiegend positiven Darstellung setzt ihr Gulland - wie sie selber im Nachwort schreibt - ein in der Literatur ungewöhnliches Denkmal, genießt Joséphine doch generell eher einen schlechten Ruf aufgrund überlieferter angeblich skandalöser Geschichten. Das Bild, das Gulland uns hier zeichnet, setzt sich langsam, mosaikartig zusammen und leider gelingt es der Autorin nicht, den Lesenden die innere Gefühlswelt ihrer Protagonistin näher zu bringen. Joséphine beschreibt in ihren Einträgen zwar ihre Taten, aber selten ausführlicher ihre Gedankengänge und Gefühle. Dadurch bleibt sie merkwürdig distanziert. Das gelingt anderen Autoren sehr viel besser, z.B. Annemarie Selinko in ihrem Roman „Desirée“, in dem die Autorin ebenfalls die Tagebuchform gewählt hat.

Napoléon- ein widersprüchlicher Charakter

Neben Joséphine spielt naturgegeben Napoléon (und mit ihm die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen) eine Rolle. Während Joséphine hauptsächlich auf Drängen ihres Freundes Paul Barras in die Heirat einwilligte und ihre Gefühle sich erst im Laufe der Zeit änderten, war Napoléon von Anfang leidenschaftlich in seine Frau verliebt. Überhaupt tat er alles in seinem Leben mit rastloser Leidenschaft: Lieben, Arbeiten, Kämpfen. Voller unruhiger Energie schlief und aß er wenig, sondern ordnete alles seinen militärischen und politischen Plänen unter. Man lernt einen ehrgeizigen Mann kennen, der sich für eine Reinkarnation von Alexander dem Großen hielt, vom Volk verehrt, von seinen politischen Gegner verachtet und gefürchtet wurde. Auf dem Schlachtfeld ein Genie, ist er auf dem gesellschaftlichen Parkett doch unbeholfen, in manchen Situationen unsicher und doch auch ein Familienmensch. Kurz gesagt war Napoléon ein faszinierender und widersprüchlicher Charakter.

Die politischen Ereignisse nehmen diesmal von Anfang an einen größeren Raum ein, so dass man die turbulenten Ereignisse gut verfolgen kann. Allerdings sind Vorkenntnisse bzw. die Bereitschaft, Dinge nachzuschlagen, von Vorteil, denn die Vielzahl an Personen und die Irrungen und Wirrungen in der Politik können schon mal unübersichtlich sein. Zudem sind die Einträge Joséphines möglichst authentisch gehalten, was heißt, dass sie Personen oder Ereignisse, die damals allen bekannt waren, nicht näher erklärt. Hier sind, wie auch schon im ersten Band, die Anmerkungen der Autorin in Fußnoten hilfreich, ebenso wie die Zeitleiste und die Namensliste am Ende des Buchs.

Fazit:

In „Joséphine und Napoléon“ nehmen die politischen Geschehnisse von Anfang an einen größeren Raum ein, was dem Buch gut tut. Auch wenn der Zeitraum, in der die Geschichte spielt, deutlich kürzer ist, so treten doch weniger (wenn auch immer noch) Längen auf. Allerdings ist durchaus Konzentrationsfähigkeit gefordert, denn in den verworrenen Verhältnissen und bei der Vielzahl an Personen den Überblick zu behalten, ist nicht immer leicht. Leider bleibt zudem Joséphine für die Lesenden etwas zu distanziert. Alles in allem ist aber auch dieser zweite Band lesenswert.

Joséphine und Napoléon

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Letzte Kommentare:
19.02.2010 16:50:09
Susannah

Joséphine Bonaparte. Der Name fühlt sich nach wie vor fremd auf ihrer Zunge an. Diesen seltsamen jungen Mann, sechs Jahre jünger als sie, kennt sie kaum, von Liebe kaum eine Spur. Doch sie spürt, dass ihr neuer Ehemann sie liebt, mehr noch, dass er sie vergöttert. Nichtmal die Widerstände in seiner eigenen Familie bringen den jungen General von seiner Frau, nichts hält ihn vom Glauben an seine Joséphine, an seinen Glücksstern, seine Göttin, ab. Und auch Joséphine – durch lange Trennungen von ihrem Ehemann – entwickelt immer stärkere Gefühle, kann sich ein Leben und ihren Napoléon nicht mehr vorstellen. Doch die Liebe wird bedroht: von Napoleons Familie, die Josephine für zu alt hält und befürchtet, dass sie ihrem Mann keinen Erben schenken kann. Von Feinden, die Gerüchte über die Untreue Josephines streuen. Von Napoleon selbst, der die eheliche Treue selbst nicht ganz ernst nimmt. Doch sie wissen, dass sie füreinander unersetzlich sind und einander brauchen, egal was kommt. Und so ist Joséphine immer noch die Ehefrau Napoleons, als dieser nach einem Staatsstreich Erster Konsul Frankreichs wird.