Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2016, Titel: 'Die Henkerstochter und das Spiel des Todes', Originalausgabe

Couch-Wertung:

90
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Karin Speck
Die Kuisls ermitteln wieder

Buch-Rezension von Karin Speck Jan 2016

In ihrem sechsten Roman hat es die Henkersfamilie Kuisl nach Oberammergau verschlagen. Hier ist die Vorbereitung zu dem Passionsspiel, welches zu Pfingsten im Jahre 1670 aufgeführt werden soll, in vollem Gange. Doch dann wird der Christus-Darsteller Tod aufgefunden. Er starb, so wie seine Rolle es vorschrieb, am Kreuz. Wer hatte hier seine Finger im Spiel? Wer tötet hier auf so grausame Weise? Zur gleichen Zeit macht sich Simon Fronwieser auf den Weg nach Oberammergau, er will seinen Sohn zu einem befreundeten Lehrer bringen und dieser soll den Jungen unterrichten. Da Simon Bader ist, wird er gebeten, sich den Toten einmal anzusehen, und schon steckt er mittendrin im Geschehen. Seine Neugier sorgt dafür, dass er der Bitte nachkommt, sich dieses Falles anzunehmen. Es dauert nicht lange, da taucht auch sein Schwiegervater Jakob Kuisl, der Henker von Schongau auf. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen, und zu all dem hat es auch noch weitere Tote gegeben.

Ein Krimi auf verschlungenen Pfaden

Schon zum sechsten Mal übernimmt die Henkersfamilie die Aufgabe, einen Mord zu klären. Der leichte Erzählstil des Autors sorgt dafür, dass der Leser gar nicht merkt, wie schnell man durch dieses Buch fliegt. Auf 623 Seiten ermitteln die Kuisls, nicht ohne dabei selbst immer wieder in Schwierigkeiten zu geraten. Die Spuren, die zur Klärung des Falles führen, sind wunderbar gelegt und nicht leicht zu entschlüsseln. So kann der Leser gemeinsam mit Jakob und Simon raten, wer hinter dem Verbrechen steckt und warum. Erstaunliches kommt dabei heraus und dabei geht es nicht nur um Mord. Die einzelnen Verbindungen und Spuren hat Pötzsch so gelegt, dass sie nicht zu offensichtlich sind, nicht nur Simon und der Henker sind öfters auf der falschen Spur. Scheinbar nebenbei erzählt Pötzsch auch aus dem Leben der Zeit. Der Leser erfährt, wie es zu den Passionsspielen gekommen ist, und einiges mehr.

Zwei Handlungsstränge sorgen für zusätzliche Spannung

Magdalena hat in diesem Fall nicht wirklich viel zu tun. Sie bleibt zunächst in Schongau zurück, bis dringliche Ereignisse sie dazu zwingen, ihren Mann zu suchen. Allerdings gerät sie dadurch nur noch tiefer in Schwierigkeiten. Anschaulich schildert Pötzsch, was so alles passieren kann, wenn man sich in Dinge einmischt, die nicht für einen bestimmt sind. Auch wenn sich die Gedanken von Simon sicherlich immer um seine Frau drehen, bei diesem Fall hat sie nicht so viel zu sagen, denn eigene Probleme bestimmen ihr Handeln. Ihre Schwester Barbara steckt in ernsten Schwierigkeiten, sie wird als Hexe angeklagt. Magdalena versucht natürlich alles, um ihr zu helfen. Diese beiden Handlungsstränge und die verschiedenen Ereignisse scheinen nicht wirklich etwas miteinander zu tun zu haben. Sie laufen parallel und der Leser ist mal bei Magdalena und mal bei Simon in Oberammergau, erst zum Ende hin verbinden sich die beiden Handlungsstränge. Dafür sorgen sie dann aber auch für zusätzliche Spannung.  

Gelungene Mischung aus Krimi und historischem Roman

Auch hier gibt es wieder Karten der Umgebung, einen Stadtplan von Oberammergau, ein Personenregister und ein ausführliches Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt. Ganz am Ende des Buches hat der Autor noch ein paar ganz spezielle Reisetipps für den Leser parat. Kurzum, es ist alles vorhanden, was das Leserherz begehrt. Auch dieser sechste Band ist spannend bis zum Schluss und hat einiges an Abenteuern zu bieten. Eine gelungene Mischung aus Roman und Krimi. 

Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

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