Die Hexe von Hamburg

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2015, Titel: 'Die Hexe von Hamburg', Originalausgabe

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Annette Gloser
Eine Hexe aus gutem Hause

Buch-Rezension von Annette Gloser Aug 2015

Hamburg im Jahre 1622: Anneke Claen ist Tochter aus gutem Hamburger Hause. Ihr Großonkel ist Bürgermeister der Stadt und ihr Vater ist ein gut betuchter Kaufmann. Anneke ist ein unbescholtenes, frommes und braves Mädchen. Nur der junge Holländer Maarten van Aelst bringt ihre Gedanken ein wenig durcheinander. Aber dann bricht das Unglück über die Familie Claen herein: Annekes Bruder Philipp hat sich auf zwielichtige Geschäfte eingelassen. Als er bei der Explosion eines spanischen Schiffes in der Alstermündung ums Leben kommt, fordern seine "Geschäftspartner" von der Familie das Geld, welches Philipp schuldig geblieben ist. Vater Claen jedoch verweigert die Zahlung. Er ahnt nicht, in welche Gefahr er damit vor allem seine Tochter bringt, denn die dubiosen "Partner" seines Sohnes zeigen Anneke als Hexe an. Ein schreckliches Amulett soll in ihrem Besitz sein und alle Menschen in Annekes Umkreis in Gefahr bringen. Tatsächlich gibt es unerklärliche Todesfälle in der Umgebung des Mädchens, und alle Toten haben ein seltsames Brandmal an ihrer Hand. Bald schützt vornehme Herkunft das junge Mädchen nicht mehr und sie wird in den Kerker gebracht. Maarten jedoch, der Anneke liebt, setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen. Dafür gibt es jedoch nur einen Weg: Er muss Anneke befreien und mit ihr nach Oudewater gehen, jener kleinen holländischen Stadt, die mit kaiserlichem Privileg eine Hexenwaage betreibt. Nur die Wiegeprobe kann bestätigen, dass Anneke keine Hexe ist. Und die Stadt Hamburg, dem Kaiser direkt untergeben, muss das Ergebnis dieser Probe anerkennen. Aber der Weg nach Holland ist weit und voller Gefahren&

Eine wahre Geschichte?

Im Epilog des Romans berichtet Antje Windgasen darüber, dass im Besitz ihrer Familie historische Dokumente gewesen seien, in denen das Schicksal Anneke Claens geschildert wurde. Ganz unabhängig davon, ob es diese Dokumente wirklich gab, ob sie echt waren oder vielleicht eine erfundene Geschichte enthielten (ähnlich wie die Bernsteinhexe von Wilhelm Meinhold), unabhängig davon, ob man als Leser hier der Autorin glaubt oder darüber grübelt: Antje Windgassen gibt damit ihrem Roman einen Anspruch auf Authentizität. Und diesem Anspruch wird sie durchaus gerecht. Ihre Schilderung des Lebens in der Hansestadt Hamburg ist ein gelungenes Genrebild, voller Spannung, vielschichtig und detailgenau. Auch die Mentalität der Hanseaten lernt man als Leser gut kennen. Zwar sind die Hamburger keine "Spökenkieker", schon gar nicht die Bürger der gehobenen Schichten, aber sie sind vorsichtig. Durchaus aufgeschlossen für neue wissenschaftliche Forschungen, auch für kritische Meinungen, wollen sie doch auf Nummer Sicher gehen, wenn vielleicht eine Hexe Schaden über die Stadt bringen könnte. Als Leser kann man wunderbar eintauchen in diese Atmosphäre und auch jene Entscheidungen Annekes nachvollziehen, die uns aus heutiger Sicht vielleicht vertrauensselig oder naiv vorkommen. 

Zwei dramatische Schicksale

Hinzu kommt, dass Antje Windgassen ihren Roman mit interessanten Protagonisten bevölkert hat, einige von ihnen auch historisch nachgewiesen. Hier gibt es schillernde Charaktere neben den einfachen, geradlinigen Gestalten und die meisten Protagonisten haben sowohl ihre guten als auch ihre schlechten Seiten. Die Hexe von Hamburg wird in zwei parallel laufenden Strängen erzählt. Denn nicht nur Anneke steht im Mittelpunkt, sondern auch der totgeglaubte Philipp hat diverse Abenteuer zu bestehen. Manchmal scheint es fast ein wenig zu viel für einen einzigen Roman, denn immerhin wäre Philipps Schicksal dramatisch genug um ein eigenes Buch zu füllen. Letztendlich ist sein Handeln jedoch Ursache für das Unglück seiner Schwester und so geschieht ihm vielleicht recht, wenn er zum Nebenschauplatz degradiert wird. Antje Windgassen schreibt hier keine komplizierte Sprache, sie erzählt geradlinig und versteht es, die Handlung bis zum Schluss spannend zu gestalten. Und es ist völlig egal, ob man an die Existenz der von der Autorin beschworenen Dokumente glaubt oder nicht, am Ende des Romans hat man das Gefühl, dass es diese Geschichte tatsächlich genau so gegeben haben könnte. Und dieses Gefühl macht einen guten historischen Roman aus.

Viel Spannung und viel Gefühl

Die Hexe von Hamburg ist ein atmosphärisch dichter Roman, der viel Gefühl und viel Drama, gepaart mit Spannung und guter Unterhaltung bietet. Das Schicksal der jungen Anneke berührt und bringt den Leser einmal mehr gegen den Wahnsinn der Hexenverfolgung auf. Neben dem Epilog der Autorin hat der Gmeiner Verlag am Ende des Buches ein Glossar gestellt, das sicher für viele Leser hilfreich sein kann. Das Cover scheint fast ein wenig zu protzig für eine Bürgerstochter, die sich am Beginn des Buches Gedanken über ihre Kleiderordnung macht, verdeutlicht aber umso mehr, wie tief das junge Mädchen letztendlich fällt. Letztendlich bietet der Roman auch viele Informationen zur Geschichte Hamburgs in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Wer sich für das Thema Hexenverfolgung interessiert, wird mit diesem Roman ebenso richtig liegen wie jene Leser, die sich für die Historie der Hansestadt begeistern

Die Hexe von Hamburg

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