Die Sündenheilerin

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2011, Titel: 'Die Sündenheilerin', Originalausgabe

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84

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Rita Dell'Agnese
Gelungener Mix aus Krimi, Liebesgeschichte und Mystik

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jun 2011

Kurzgefasst:

Im Harz, 1230: Nach einem schweren Schicksalsschlag lebt Lena zurückgezogen im Kloster. Als Dietmar von Birkenfeld die junge Frau auf seine Burg ruft, damit sie seiner kranken Gemahlin hilft, muss Lena ihre Zufluchtsstätte jedoch verlassen. Denn sie hat eine seltene Gabe: Sie erspürt die tiefen seelischen Leiden der Menschen und vermag sie auf wundersame Weise zu heilen. Während ihres Aufenthalts auf Burg Birkenfeld begegnet Lena noch anderen Gästen: Philip Aegypticus ist zusammen mit seinem arabischen Freund Said in den Harz gereist, um die Heimat seines Vaters kennenzulernen. Der ebenso attraktive wie kluge Philip bemerkt schon bald, dass auf der Burg manch düsteres Geheimnis gehütet wird. Und er entdeckt, dass die feinfühlige Lena sich in Gefahr befindet.

 

Die in einem Kloster lebende Lena vermag es, die Seelen der Menschen zu erkennen und ihnen zu helfen, Belastendes abzuwerfen. Das soll sie nun bei der jungen Ehefrau von Dietmar von Birkenfeld tun, deren geheimnisvolles Leiden das Eheglück trübt. Doch die junge Gräfin scheint wenig von Lena und deren Gabe zu halten. Sie verschliesst sich der heilenden Gabe. Trotzdem gelingt es Lena nach und nach, das Geheimnis der verzweifelten Frau zu lüften. Dass sie sich damit in Todesgefahr begibt, ahnt sie nicht. Doch da ist Philipp Aegypticus, ein Fremder, der mit seinem arabischen Freund die Heimat seines Vaters bereist und auf der Burg Birkenfeld Quartier bezogen hat. Auch Philipp scheint ein Geheimnis zu hüten und Lena ist sich nicht sicher, ob sie dem Mann trauen soll. Immerhin hält er sich über seine wahren Beweggründe, so lange auf der Burg zu verweilen, zurück.

Die Zusammenhänge aufdecken

Mit einem starken Einstieg katapultiert die Autorin Melanie Metzenthin ihr Publikum regelrecht in die Geschichte hinein. Ein blutiger Überfall auf eine Hochzeitsgesellschaft wird so intensiv geschildert, dass ein beklemmendes Gefühl zurück bleibt und man sich dem Roman nur schwer wieder entziehen kann. Zwar setzt die Autorin bald darauf auf ruhigere Töne, doch sind diese nicht weniger eindringlich als das laute Waffengeklirr. Eine optimale Kombination der Erzählstränge sorgt für viel Lesegenuss. Immer deutlicher wird dem Leser klar, in welche Situation die von einem schweren Schicksal gebeutelte Lena geraten ist. Sachte hebt Metzenthin den Schleier, der über der Vergangenheit liegt und lässt die Zusammenhänge Gestalt an nehmen. Dies tut sie durchaus virtuos, denn obwohl vieles klar wird, bleibt die Spannung weitgehend erhalten.

Viel Schein und Trug

So überzeugend die Geschichte selber ist, die Figuren sind es nicht in allen Belangen. Besonders Lena scheint doch etwas überzeichnet zu sein und man mag sich nicht des Eindrucks erwehren, einem typischen schwarz-weiss-Muster gegenüber zu stehen. Doch hat die Autorin auch hier noch einiges in der Hinterhand. Was anfänglich klar scheint, verliert im Verlaufe der Geschichte an Konturen, um einen Augenblick später in einem wiederum ganz anderen Licht zu erscheinen. Dieses Wechselspiel - das durchaus schlüssig und glaubwürdig aufgebaut ist - verhindert, dass die Charaktere in Belanglosigkeit abrutschen können. Melanie Metzenthin spielt höchst geschickt mit den Gefühlen der Leser, lässt sie Sympathien entwickeln, die plötzlich ins Bodenlose stürzen und deckt bei vermeintlichen Bösewichten Seiten auf, die überraschen. So ist es letztlich durchaus verzeihlich, dass sich Lena nicht als starke Persönlichkeit etablieren kann.

Gelungenes Debüt

Melanie Metzenthin legt mit Die Sündenheilerin ein gelungenes Debüt im Bereich "Historische Romane" vor. Sprachlich wie vom Aufbau der Geschichte her vermag sie zu überzeugen, auch wenn die Geschichte da und dort noch etwas gar nahe an die Grenze zum Liebesroman gerät. Bevor die Grenze überschritten werden kann, kehrt die Autorin zum historischen Roman zurück und bietet den Lesern viel Atmosphäre und einen Einblick in die Lebensweise der Menschen im 13. Jahrhundert. Insbesondere die Kluft zwischen Adel und der einfachen Bevölkerung, aber auch die Gefahren des Handels und des Reisens werden deutlich, da brutale Räuberbanden ihr Unwesen treiben. Metzenthin verzichtet jedoch darauf, ein verklärtes Bild mit Räuberromantik zu zeichnen.

Sehr schön gelungen ist letztlich auch die Covergestaltung. Hier wird, - obwohl auch nur Teile einer Frau zu sehen sind - der Beweis angetreten, dass es durchaus auch anders geht als mit den kopflosen Ausschnitten aus historischen Gemälden. Dass der haptische Eindruck den optischen unterstützt, ist ein kleines, aber feines Detail.

Alles in Allem liegt hier ein Roman vor, der einen zweiten Blick lohnt, auch wenn die Geschichte im Verlaufe des Geschehens etwas an Intensität verliert. Selbst der mystische Anteil - Lenas Gabe, die Seelen zu sehen - bleibt auf einem akzeptablen Niveau und sollte auch jene nicht abschrecken, die sonst einen weiten Bogen um alle Seherinnen-, Heilerinnen- oder Hebammen-Geschichten schlagen.

Die Sündenheilerin

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Letzte Kommentare:
26.06.2016 19:21:19
Laura

Für alle die zB Iny Lorentz Fans sind ist das ein Muss: Absolut fantastisches Buch. Ich bin direkt verzaubert von der Geschichte, die ganze Buchreihe die uns sowohl ins Mittelalter in Europa aber auch den nahen Osten bringt. Ich habe Noah Gordons Medicus aufgrund der hervorragend beschriebenen Unterschiede und Lebensweisen dieser beiden Welten geliebt und auch hier habe ich zum ersten Mal seit Langem den Zauber des Orients und des Mittelalters wieder aufflackern sehen. Das Buch ist zwar nicht mit der Medicus zu vergleichen da es doch sehr anders ist, aber dieses Gefühl in eine andere Welt einzutreten ist da. Lena ist anfangs etwas langweilig aber sie entwickelte sich zu einer interessanten Person weiter. Ebenso wie die Männer in den Geschichten - viele kaltblütig und unverzeihlich aber auch tiefsinnig und hin und hergerissen. Ich warte hoffnungsvoll auf eine Fortsetzung!

02.05.2014 16:19:32
Jana68

Durch die HC darauf aufmerksam geworden, habe ich das Buch "Die Sündenheilerin" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Ich wurde nicht enttäuscht.
Die Geschichte entwickelt sich so rasant und zwischen den Ereignissen bleibt kaum Zeit zum Luft holen. Manchmal hätte ich mir ein kurzes Verweilen in der schönen Umgebung des Harzes durchaus gewünscht.
Die unterschiedlichen Perspektiven von Lena und Philip, aus denen die Geschichte erzählt wird, laufen während der Handlung unweigerlich aufeinander zu. Es passierte im folgenden Kapitel meistens genau das, was ich erwartet hatte - manchmal fast ein wenig zu vorhersehbar, aber dennoch oder gerade deshalb ist der Roman sehr fesselnd.
Mit der unerschütterliche Freundschaft zwischen Philip und Said zeigt die Autorin sehr überzeugend, das verschiedene Kulturen und Religionen keine Grenzen für Freundschaft sein müssen, wenn jeder bereit ist, über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und für den anderen einzutreten, auch wenn man nicht alle Ansichten teilt. Freundschaft hat immer mit Toleranz sowie mit Geben und Nehmen zu tun. Ein Thema, das gerade in unseren Tagen lebendiger denn je ist. Die intelligente Komik in der Konversation der beiden ist großartig und gibt der vermeintlichen Dunkelheit des 13. Jh in Deutschland Lebendigkeit, Farbe und Kontrast.
Psychische Krankheiten, die man zu jener Zeit in der Regel wohl eher als Besessenheit betrachtet hat und die den Einzelnen schnell an den Rand der Gesellschaft drängen oder gar auf den Scheiterhaufen führen konnten, sind ebenso einfühlsam dargestellt wie das seelische Auf und Ab, dass uns Menschen nun mal innewohnt und manchmal nicht kontrollierbar zu sein scheint. Die beschriebene Auseinandersetzung mit und die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen auf individuell verschieden Art und Weise zeigt auch, dass es sich die heutige Gesellschaft mit dem oft zu schnellen Griff zu Medikamenten, häufig viel zu einfach macht. Menschen wie Elise konnte man zu jener Zeit sicher kaum heilen, weil es sich dabei um eine Krankheit handelt, die in ihrer Familie häufiger vorkommt. Zwischen ihr und Lena entsteht Eine Wechselbeziehung, die der Helferin hilft, der Patientin aber nicht vollumfänglich. Elise erkennt das selbst und entscheidet, dass sie für ihren Sohn nicht da sein kann. Im Gegensatz dazu steht die Überwindung der Traumata bei Philip und Lena. Ich denke, das wird sich im Folgeroman bestätigen.
Alles in allem ein sehr gelungener und empfehlenswerter Roman in toller bildhafter Sprache.

03.04.2014 16:46:37
Derfel

Oh je; ein Histo-Roman, geschrieben von einer Frau.
Und wieder mal eine Frauenzimmer, welches in dunkler Zeit ihren Mann steht.
Irgendeine seichte Geschichte, die zufällig im Mittelalter spielt. Aber auch im 16. oder 18 Jahrhundert hätte spielen können,
Ein „in“-Roman, wie er sich gut verkaufen lässt. Typisches Weiberbuch.

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt !

Habe das Buch eben zu Ende gelesen und es ist nicht das, für das ich es gehalten habe.
Die Autorin versteht es gut, ihre beruflichen Erfahrungen mit einfließen zu lassen. Ohne jedoch allzu speziell zu werden.
Ein „in“-Roman ist es nur dem Titel nach, die beiden Hauptpersonen (Philip und Lena) wechseln sich ab, in jedem neuen Kapitel ändert die Hauptperson.
Es ist spannend zu lesen, ein echter Abenteuerroman.
Aber auch ein echtes Histo-Buch. Die Autorin hat gut recherchiert, man merkt ihr auch die Liebe zum Detail an. Zu empfehlen ist hier ihre Seite www. Macamra.de

Zwar spielt die Geschichte im Harz, ich musste jedoch häufig an den Sherwood-Forrest denken.
Der Roman hat was von Robin Hood.
Ein guter und ein etwas weniger guter höherer Herr, Räuber im Wald, sowie weit gereiste Herren.
Und die Rolle von Bruder Tuck nimmt hier Schwester Margarita ein. :-)
Das Buch ist einfühlsam geschrieben, jedoch ist nicht alles für zartbesaitete Wesen.
Es fließt schon ordentlich Blut und manch rollender Kopf zeugt von grausamen Zeiten.
Ein Weiberbuch ? Keinesfalls !
Nicht die Sündenheilerin steht hier ihren Mann, sondern die Autorin.
Band zwei und drei stehen ab sofort auf meinem Merkzettel.

P.S. Damit keine Missverständnisse aufkommen.
Keinesfalls ist „Die Sündenheilerin“ eine billige Kopie von Robin Hood.
Dies entspringt allein meiner Phantasie. Der Vergleich ist als Kompliment zu verstehen.

10.07.2013 23:13:18
Sagota

Dieser historische Roman ist in eine sehr bildhafte und spielerische sowie flüssige Sprache gefasst: Es macht großen Spaß, ihn zu lesen! Mich hat beeindruckt, wie die Autorin es verstand, die unterschiedlichen Werte zwischen Abend- und Morgenland mit Humor, aber auch Psychologie zu beschreiben: Die Wortspielereien der Protagonisten Philip und Said brachten mich oft zum Schmunzeln.... Lena, die Sündenheilerin, nach der das Buch benannt ist, war mir ebenfalls sehr symphatisch: Ein Buch, in das der Leser eintauchen kann ins 13. Jhd, in dem es im eigentlichen Sinne auch um Lebensfreude geht, die im "Lebensfunken", der "Seelenflamme" bildhaft dargestellt ist und deren Feinde: Traumatisierung, Schatten, Dunkelheit. Die Autorin beschreibt in einem tollen Spannungsbogen anhand der Geschichte um (He)lena und Philip, wie man sich erlebter Schatten und Traumatisierungen, die Ängste nach sich ziehen können, entledigen kann: In dem die Protagonisten sich ihren Ängsten stellen, können sie die Dunkelheit besiegen und wieder zu Lebensfreude zurückfinden. Mir hat auch gegen Ende des Buches sehr gefallen, wie gefühlvoll die Schwierigkeit und auch Zerrissenheit beschrieben wird, die ein Leben in zwei (kulturellen) Welten mit sich bringen kann: Hier wurde die Reifung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit anhand des Protagonisten "Philip von Ägypten" in dessen Entscheidungstreffung m.E. gut dargestellt und beschrieben. In der Ausformung der (auch heutigen) Krankheitsbilder war die Profession der Autorin als Psychotherapeutin und Psychiaterin für mich nicht zu übersehen und spielte eine positive Rolle, die auch im Nachwort von Frau Metzenthin sichtbar wird.
Fazit: Wenn auch größtenteils fiktiv, ist dieser historische Roman brillant, humorvoll und detailreich geschrieben, wie ich es liebe: Ein Roman mit sehr gutem Niveau und Unterhaltungswert sowie Spannung, die bis zur letzten Seite erhalten bleibt. Von mir gibt es 95 Punkte und eine Vorfreude auf den Nachfolgeband und die Leserunde!

03.07.2013 21:13:34
Cysiay

Ein Historischer Roman der in meinen Augen sehr wechselhaft ist und sich dennoch zu lesen lohnt.

Die Szenerie ist wundervoll bildhaft beschrieben, so dass man sowohl die Burg Birkenfeld wie auch die Befestigung der Räuberbande, als auch die anderen Schauplätze total vor Augen hat.
Ebenfalls kann man sich sein ganz eigenes und genaues Bild von den Charakteren machen. Sowohl äußerlich wie auch innerlich und das ohne Ausnahme. So ist besonders die Protagonistin sehr sympathisch.

Melanie Metzenthin hat eine ganz wunderbare Art zu schreiben, jedoch gibt es auch Momente in dem Buch wo ich stutzen musste.
Das erste mal in etwa nach der Hälfte des Buches. Das Buch war bis dahin wirklich spannend und tiefsinnig geschrieben und plötzlich von jetzt auf gleich wird es nach der Ankunft in Halberstadt unrealistisch, durchschaubar und absolut unglaubwürdig. Dies betrifft in erster Linie die Liebesgeschichte und die Handhabung selbiger.
Dies tut der Lust das Buch zu lesen letztendlich keinen großen Abbruch, aber ich persönlich fand dies alles andere als angenehm.

Aber da dieses Buch immer wieder mit Kehrtwendungen der Geschichte überraschen kann, kann sie das auch mit dem Schreibstil. Sobald es wieder ans Eingemachte geht und Friede Freude Eierkuchen vorbei ist, ist dieses Buch wieder genau so super wie am Anfang.

Interessant fand ich die Einmischung von einer affektiven bipolaren Störung die in dem Buch erwähnt wird. Zwar nicht unter dem Namen jedoch unter dem Krankheitsbild. Dies ist für Historische Romane nicht üblich und hat mich schon im Klappentext total überzeugt.

Leider hatte das Cover für mich gar nichts mit dem Buch zu tun, auch wenn es an sich ein sehr schönes Cover ist. Nicht mal die Protagonistin konnte ich hier wiedererkennen.

Ich kann dieses Buch natürlich historischen Fans empfehlen die nicht zu sehr auf wahren Begebenheiten aus sind. Die Burg Birkenfeld gab es tatsächlich jedoch sind die Figuren, die diese Burg bewohnen wie auch andere wichtige Charaktere, alle fiktiv.
Von mir erhält dieses Buch 82 von 100 Punkten und somit 4 von 5 Sternen.

Liebe Melanie Metzehin, ich bin gespannt auf deine Fortsetzung „Die Reise der Sündenheilerin“, die im übrigen am 13. August 2013 erscheint!
Und im März 2014 wird gleich der dritte Band „ Die Tochter der Sündenheilerin“ erscheinen. Man darf gespannt sein.

Buchtrailer: http://www.youtube.com/watch?v=pnRg2r7GBZ8

09.09.2011 13:42:58
maimonides

Brilliant.
Ich bin immer noch ganz beeindruckt von dem Roman.

Sicher ist die "Seelenflamme der Menschen" etwas mystisch angehaucht, aber das tut dem Roman keinen Abbruch.

Durch den sehr brutalen Prolog wird man schnell neugierig wie sich alles entwickelt. Nicht alles ist so wie es zuerst scheint und auf den Leser kommen einige überraschende (aber in sich schlüssige) Wendungen.

Die Gegend im Harz ist mir nicht ganz unbekannt und meiner Meinung nach konnte die Autorin dieses Flair gut vermitteln. Ich habe die Bode förmlich rauschen gehört. Auch den Aberglauben der Gegend hat die Autorin gut in die Geschichte mit eingebunden.

Frau Metzenthin gelingt es auf wunderbare Weise, den beiden Hauptprotagonisten auf vielfältige Art und Weise Leben einzuhauchen.
Lena ist meiner Meinung nach nicht die starke Person. Wäre sie wirklich so stark, dann hätte sie nicht im Kloster vor dem falschen Mitleid der Menschen Schutz suchen müssen. Sie hätte dann einfach in ihrer vertrauten Umgebung
weiter leben können und die Falschheit vieler Menschen, die doch nur auf Sensationen aus sind hätte sie nicht gestört. Lena kann wieder Freude am Leben finden weil sie seelisch kranken Menschen helfen kann. Sie findet ihrer
innere Stärke weil ihr Leben einen neuen Sinn hat. Aber das alleine macht auf die Dauer nicht glücklich - sie muß auch ein eigenes Glück finden. Die inneren Zweifel und Kämpfe die sie auszufechten hat, kommen wunderbar in den Diskussionen
mit Philip rüber.

Wenn man den Erzählungen von Philip lauscht, dann fühlt man sich in die Erzählwelt von 1001 Nacht versetzt. Von diesen Passagen hätte es noch viel mehr geben können - vielleicht gibt es ja einen zweiten Teil, der in Ägypten spielt?
Philip verkörpert die Eigenschaften/Tugenden der damaligen Ritter. Vieles erscheint einem aus heutiger Sicht nicht richtig - aber damals gehörte es zum Leben dazu. Die Männer benehmen sich desöfteren wie kleine Kinder und viele Frauen merken erst viel zu spät wie schnell der Krieg doch zur bitteren/brutalen Realität werden kann. Erst schauen die Frauen von Ferne einer Belagerung zu (fast wie im Fernsehen möchte man meinen - frei nach dem Motto: "Bei ARD und ZDF sitzen sie in der ersten Reihe")
und dann gibt es die ersten Toten und Verletzen. Als dann auch der eigene Verlobte eine Verletzung davon trägt .... ist nichts mehr wie es war.

Said, ein Mann der in sich selbst zu ruhen scheint und natürlich auch mit sich im reinen ist - gefiel mir sehr gut. Ebenso die weitblickende Oberin und die streitbare Schwester Ludovica. Schw. Ludovica kämpft mit dem überschwänglichen Elan der Jugend - sehr gut dargestellt im Buch.
Bis zu einem gewissen Grad konnte ich selbst den Bösewichtern Verständnis entgegen bringen. Nichts berechtigt jemanden zu Mord und Totschlag! Und trotzdem kann man Mitgefühl mit ihnen haben.

Frau Metzenthin thematisiert in dem Buch die verschiedensten seelische Leiden und ihre Folgen bei den Betroffenen. Und es wird deutlich, die seelischen Wunden sind viel schwieriger zu heilen als ein Bruch oä.. Oft wird dieses Leiden auch durch das falsche Mitleid der Menschen drum herum noch viel schlimmer.

Ja, das Buch ist spannend und flüssig geschrieben. Aber es sind auch viele kleine philosophische Wahrheiten im Buch "versteckt" - nicht alles erschließt sich beim ersten Lesen. Einiges wird man sicher erst beim zweiten oder dritten Lesen
finden. Hier schreibt jemand über traumatisierte Menschen, der weiß in welchen Ängsten und Zweifeln sie gefangen sind. Lena und Philip öffnen sich einander langsam und bedacht.
Beide können aber auch mal schweigen und bohren nicht immer weiter. Einfach mal zuhören kann auch eine Lösung sein.

30.07.2011 21:06:35
lea

Dieses Buch war sensationel und ich übertreibe nicht.... Ich hab angefangen und war eineinhalb Tage dran und konnte es nicht aus den Händen legen... Ich hoffe es gäbe einen zweiten Teil zum Lesen... Bin traurig, dass es schon zu Ende ist, ich glaube ich werde es nochmal lesen...
Ich empfehle das Buch allen...

21.06.2011 23:04:17
Minz

Ein grausamer Anfang – der blutige Überfall auf die Gäste einer Hochzeitsfeier - zu einem Buch über eine Heilerin, die sich einmal nicht um die körperliche Gebrechen der Menschen kümmert, sondern seelische Leiden zu heilen versucht, führt dazu, dass man dieses Buch nicht so schnell wieder aus der Hand legt.
Lena, die durch die Augen der Menschen Einblick in deren Seele erhält und ihnen damit zu helfen vermag, seelischen Kummer zu überwinden, wird aus ihrer Zuflucht, einem Kloster, auf Birkenfeld, die Burg des Grafen Dietmar geholt, um seiner Frau Elise mit ihrer Gabe zu helfen. Diese leidet seit einiger Zeit nach der Geburt ihres Sohnes an plötzlichen Anfällen und Stimmungsschwankungen. Während Lena sich bemüht, Zugang zu Elise zu bekommen, die sich heftig gegen Hilfe sträubt und gleichzeitig widersprüchliche Signale aussendet, treffen zwei weitere Gäste auf der Burg ein: Philip Aegypticus, wie er sich nennt, und Said, sein arabischer Freund, die kurze Zeit vorher Zeugen eines brutalen Überfalls auf eine Eisenerzlieferung Dietmars von Birkenfeld an seinen Lehnsherrn wurden; die Täter eine skrupellose Räuberbande, angeführt durch eine Frau!
Spannend, flüssig geschrieben und leicht zu lesen, mit verschiedenen, geschickt ineinander verstrickten Handlungssträngen, schafft es die Geschichte, einen immer wieder gerade mit kleinen, unerwarteten Details und Wendungen zu überraschen. Die handelnden Personen werden auf eine Weise gezeichnet, die Spielraum für ihre Geheimnisse lässt und zeigt, dass sie mehr als die eine, offensichtliche Seite haben. Das Mittelalter bildet den geschickt beschriebenen Hintergrund für die Charaktere, ohne den sie nicht wären, wie sie sind, und so handeln würden, wie sie es tun, ohne dabei die Handlung mit allzu ausführlichen, langatmigen Beschreibungen zu dominieren. Ein Buch, das, auch wenn man einiges schon relativ früh erahnt, schwer aus der Hand zu legen ist. Je weiter man liest, desto mehr vermutet man. Mit der Hoffnung, dass man sich bei dem Schrecklichen, was man vermutet, dennoch irrt, liest man weiter – so ging es jedenfalls mir.
Dazu kommt noch ein wirklich gelungenes Ende, das einen Bogen zum Anfang des Buches schlägt und bei dem man bis zum letzten Satz die Luft anhält.