Die Henkerstochter und der König der Bettler

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2010, Titel: 'Die Henkerstochter und der König der Bettler', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Lange herbei gewünschter dritter Teil der Kuisl-Saga

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Aug 2010

Kurzgefasst:

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker. Nun drohen ihm, dem Henker, selbst Folter und Hinrichtung. Fieberhaft suchen seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser nach dem wahren Täter und stoßen dabei auf ein Komplott, bei dem die Zukunft des Kaiserreichs auf dem Spiel steht.

 

Von Schongau nach Regensburg

In dem von den Fans der Kuisl-Geschichten lange erwarteten, nunmehr dritten Roman verlagert Oliver Pötzsch die Handlung vom beschaulichen Pfaffenwinkel in die Großstadt Regensburg. Jakob Kuisl, der Schongauer Henker und Vorfahre des Autors wird in einem Brief von dessen Schwester nach Regensburg zitiert. Angeblich krank, soll er sich als erfahrener Heilkundler um die Genesung seiner Schwester kümmern. Dort angekommen, findet er sie jedoch nicht krank im Bett, sondern erstochen im eigenen Blut liegend. Und die Stadtbüttel erwarten ihn schon schwer bewaffnet. Jakob Kuisl ist blindlings in eine Falle gelaufen und soll nun die andere Seite seiner eigenen Arbeit kennenlernen.

Doch wer macht sich die Mühe, solch eine Falle zu stellen? Warum gerade in Regensburg? Wenn es bloß eines Sündenbocks für einen Mord bedurft hätte, warum nimmt man nicht einen der vielen namens- und gesichtslosen Armen von den Straßen, die es auch in Regensburg zuhauf gegeben hätte, sondern lotst einen Fremden vom bayrischen Schongau her?

Viel größer, viel verzwickter - ein richtiger Krimi zum Miträtseln

War seither pro Roman jeweils ein Fall zu klären, finden sich in dem neuen Roman Die Henkerstochter und der König der Bettler eine Vielzahl von Handlungssträngen. Ein geschicktes Verwirrspiel des Autors, indem er viele Vorkommnisse einbringt, Ideen und Motive liefert, die alle schlüssig sind und damit auch viele Menschen in der Geschichte integriert: Ein merkwürdiger Flößer, der Kuisl irgendwie bekannt vorkommt, Nathan der Weise und die Bettlerschaft von Regensburg, Karl Gessner, der Hafenmeister, Silvio Contarini, der venezianische Gesandte, der Mämminger - Regensburger Stadtkämmerer, der unbekannte dritte Fragherr, die dicke Thea, deren Huren auf unerklärliche Weise verschwinden, die Stadtwache, die das abgebrannte Haus der ermordeten Baderfamilie bewacht, Pater Hubertus seines Zeichens bischöflicher Braumeister und ein unheimliches Phantom, ein Mörder, welcher immer in der Nähe zu sein scheint, um die Erhellung der Fälle zu verhindern. Oder ist doch alles in einem großen Zusammenhang zu sehen?

Interessante und schmerzhafte Einblicke ins Henkerhandwerk

Neben der wiederum sehr gelungenen Beschreibung des historischen Regensburgs im 17. Jahrhundert mit all seinen Gerüchen und dem Tun der Leute, besticht die Erzählung von Oliver Pötzsch wieder durch die äußerst präzise Darstellung des Henkerhandwerks. Kaum auszuhalten, wenn Jakob Kuisl seine Hoffnungen in die Tatsache setzt, dass es ohne Geständnis keinen Hinrichtung geben kann. Wie lange aber kann ein Mensch die verschiedenen Möglichkeiten einer peinlichen Befragung aushalten?

So kann der vorliegende Roman getrost als Quantensprung im Vergleich zu den beiden Vorgängern bezeichnet werden: Der Kuisl ist noch immer ein sturer Querschädel, dabei knorrig und brummig, aber durchaus liebenswert. Seine Tochter übertrifft ihn um Längen und bildet mit dem eifersüchtigen Simon Fromwieser das kriminologische Traumdoppel. So ist dieses Mal auch ganz klar die Henkerstochter die Hauptperson und zu Recht Namensgeberin des Romans.

Oliver Pötzsch ist merklich gereift. Die Geschichte glänzt durch seine charmanten Nebenfiguren, durch die vielen intensiven Schilderungen der Szenerie, die sofort für das Einsetzen des Kopfkinos sorgen und den erstklassigen, prallgefüllten Kriminalroman, der erst nach über 400 Seiten erste Hinweise preisgibt.
Die Auflösung des Falls dürfte wohl jede Leserin und jeden Leser überraschen. Dabei könnte durchaus noch Luft sein für weitere Fälle des Fronwieser' / Kuisl'schen Ermittler-Trios. Die Fans würde es freuen...

Bravo, Oliver Pötzsch!

 

Die Henkerstochter und der König der Bettler

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Letzte Kommentare:
28.02.2014 11:00:42
tassieteufel

Jakob Kuisl, der Schongauer Henker erhält beunruhigende Nachrichten aus Regensburg. Seine Schwester, die dort mit einem Bader verheiratet ist, sei schwer krank und brauche dringend seine Heilkünste. Umgehend macht sich Kuisl auf nach Regensburg, doch schon auf der Floßfahrt fühlt er sich beobachtet. Als er endlich in Regensburg eintrifft, findet er Schwester und Schwager ermordet in der Badestube vor und die Stadtbüttel verhaften ihn als Mörder. Jakob Kuisl erkennt, dass er in eine Falle getappt ist doch wer hat die gestellt und warum? Fragen die er nicht beantworten kann, zumal er im Kerker sitzt und schon bald der Folter unterzogen werden soll.
Tochter Magdalena hingegen und der Medicus Simon Fronwieser sind in Schongau mit ganz anderen Problemen konfrontiert, die Liebschaft der beiden ist offenkundig und nicht gern gesehen, als ein wütender Mob das Henkershaus belagert und Rettung erst in letzter Sekunde erfolgt, beschließt das Liebespaar die Stadt zu verlassen. Das Paar reist nach Regensburg in der Hoffnung auf einen Neuanfang, nur um dort feststellen zu müssen, das Magdalenas Vater im Kerker sitzt und des Doppelmordes beschuldigt wird. Natürlich steht für die Henkerstochter außer Frage, dass sie ihren Vater retten muß und stößt schon bald auf ein Komplott das wesentlich größer Kreise zieht als gedacht.

Mit seinem 3. Band der Henkerstochter Reihe ist dem Autor noch mal eine Steigerung nach oben gelungen und das liegt vor allem an dem knifflig und verzwickt konstruierten Krimifall, der diesmal sehr vielschichtig ist und in diversen Handlungssträngen verläuft. Sein raffiniertes Verwirrspiel ist undurchschaubar und wendungsreich und nimmt den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Es gibt jede Menge Spannung, aber auch launige und unterhaltsame Szenen und natürlich einige grausame Episoden wenn der Regensburger Henker sein Folterhandwerk ausübt und Jakob Kuisl am eigenen Leib erfahren muß, was er anderen schon so oft angedeihen ließ. Zudem hat der Autor eine Reihe interessanter Nebenfiguren wie den venezianischen Gesandten Silvio Contarini, den bischöflichen Braumeister Pater Hubertus oder den Bettlerkönig Nathan den Weisen eingebaut, die die Geschichte eindeutig bereichern.
Das historische Regensburg wurde vom Autor plastisch und in sehr anschaulichen Bildern liebevoll gezeichnet, so dass man regelrecht Lust bekommt, sich die Stadt selbst einmal anzuschauen. Das historische Regensburg erwacht quasi zum Leben und vermittelt einen Blick in das Leben Mitte des 17. Jahrhunderts in das man als Leser voll eintauchen kann und das den perfekten Hintergrund für das Komplott bildet.
Neben seinen schillernden Nebenfiguren hat Oliver Pötzsch aber auch seine Hauptcharaktere weiter ausgearbeitet. Henker Kusil ist wie immer ein knurriger, brummiger Dickschädel, der aber das Herz auf dem rechten Fleck hat. Seine Vergangenheit wird weiter ausgeleuchtet und man erfährt auch einiges über seine Frau. Auch bei Tochter Magdalena und Simon Fronwieser gibt es neue Entwicklungen, die gespannt auf den nächsten Teil machen.
Ein winziger Kritikpunkt war für mich die Auflösung der Intrige bzw. deren Hintergründe, die doch ein wenig unrealistisch für die damalige Zeit waren, im Gesamtkontext ist das aber nur eine Kleinigkeit, die die ansonsten gelungene Geschichte nicht schmälert.

FaziT: für mich der bisher beste Teil der Reihe! Ein vielschichtiges Komplott, interessante Figuren und eine wirklich toll geschilderte Atmosphäre verweben sich hier zu einem spannenden und unterhaltsamen Lesevergnügen.

01.11.2012 12:11:41
Schnagg

Band 3 der Kuisl-Saga
Nach dem ich bereits von Band 1 u. Band 2 (jeweils in sich abgeschlossene historische Kriminalromane) begeistert war habe ich mich mit Spannung an Band 3 gemacht. Ich wurde nicht enttäuscht. Ein rasant geschriebener Kriminalroman der niemals Langeweile aufkommen lässt. Man mag das Buch kaum aus den Händen legen. Auch über Regensburg erfährt man einiges um möchte am liebsten direkt mal ein Wochenende über hinfahren. Der teils derbe Dialekt des Henkers & die frechen Antworten seiner Tochter haben mich oft schmunzeln lassen. Auch die Story an sich lässt einen mit rätseln. Man wird in die Irre geführt & überrascht u. die Story bleibt stets lebendig. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Band 4 wartet schon auf mich u. ich freu mich diebisch darauf.

19.10.2012 10:44:24
Frau Klemund

Das Buch ist unbeschreiblich spanend uns sehr lebendig und sehr lehreich etwas über die Stadt zu erfahren in der man lebt seid ich die Bücher gelesen habe sehe ich die Stadt mind ganz anderen Augen. da ich ein echter Mittelalterfan bin und mich für Geshichte interresiere sind die bücher einfach klasse .Geschichte einmal anders nicht so staubtrocken wie in manchen Geschichtsbücher ,sonder real, phantastisch geschrieben und unbeschreiblich spannend beim lesen kann man sich die personen richtig vorstellen.wer das buch anfängt zu lesen kannes nicht mer weglegen Es sind die besten Bücher die mir jemals untergekommen sin sie sind ganz dringend zu empfehlen ganz, ganz grose klasse

19.09.2012 01:47:55
Frau T.

Ich teile die Meinung meiner Vorgängerin in keinster Weise.

Oliver Pötzsch ist ein fantastischer Autor und er hat sich sehr wohl mit der historischen Geschichte in Regensburg auseinandergesetzt (er hatte zudem noch Unterstützung von einem Historiker wie auch in dem Buch erwähnt)und gründlichst recheriert.

Viele finden das Buch sehr gut gelungen. Des weiteren weißt der Autor auch nochmal drauf hin, dass manches ein wenig seiner Fantasie entsprungen ist und genaua DAS finde ich ist es was es ausmacht.

25.06.2012 14:28:30
Esther

Ein selten grauenhaft schlechtes Buch. Wer auch nur halbwegs historisch interessiert ist, dem stellen sich die Haare zu Berge ob der offenkundigen Fehler. Der Autor stellt holzschnittartig Figuren mit einer Sprache aus dem 20. Jahrhundert vor( Der Bettlerkönig trommelt seine "Jungs" zusammen). Die Protagonistin hat das Bewußtsein einer Feministin aus dem 21. Jahrhundert, sie kann Lesen und Schreiben, verdient ihren Lebensunterhalt aber mit dem Zusammentragen von Müll und Exkrementen. Wann hätte sie je Zeit gehabt eine Schule zu besuchen, die es im 17. Jahrhundert für aus der Gesellschaft Ausgestoßene nicht gab.
Der Henker, der in seinem früheren Leben Landsknecht war, kann ebenfalls Lesen und Schreiben und besitzt mehrere Bücher, noch dazu geheime Bücher, die den Ärzten nicht zugänglich waren. Einen größeren Unsinn kann ich mir nicht vorstellen. Das Buch ist voll mit diesen haarsträubenden Details, die für den Fortgang der Handlung entscheidend sind. Ich bin keine Historikerin, aber entsetzt!

18.05.2011 22:38:19
Patty2

Jakob Kuisl, der Schongauer Henker und Vorfahre des Autors wird in einem Brief von dessen Schwester nach Regensburg zitiert. Angeblich krank, soll er sich als erfahrener Heilkundler um die Genesung seiner Schwester kümmern. Dort angekommen, findet er sie jedoch nicht krank im Bett, sondern erstochen im eigenen Blut liegend. Und die Stadtbüttel erwarten ihn schon schwer bewaffnet. Jakob Kuisl ist blindlings in eine Falle gelaufen und soll nun die andere Seite seiner eigenen Arbeit kennenlernen.

Und wie dieses alles aufgeklärt wird ist wieder eine top spannende Geschichte. Wieder fühlte ich mich in diese Zeit versetzt, habe mit gezittert, mit gefiebert. Ich wiederhole mich vielleicht, aber dieser Oliver Pötzsch ist für mich ein Top-Schriftsteller. Freue mich schon auf das neue Buch.

16.05.2011 17:48:31
anyways

Der Krieg zeichnet die Menschen, das ist nicht nur heute so, sondern war es schon viele Generationen vor uns.

Geschehnisse aus dem 30jährigen Krieg holen den Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl, 25 Jahre nach dessen Ende wieder ein. Er eilt von Schongau Richtung Regensburg um seine erkrankte Schwester zu heilen. Die Scharfrichter der damaligen Zeit, verstehen es nicht nur ihrem grausigen Tagegeschäft nachzukommen, sondern sind durch genaue anatomische Studien hervorragende Heilkundler. Ein absolutes Muss ist die genaue Kenntnis über Heil- und Giftkräuter.

In Regensburg angekommen, muss er die grausige zugerichteten Leichen seines Schwagers und der über alles geliebten Schwester entdecken, damit nicht genug, sind die Stadtwachen doch auch gleich vor Ort und verhaften ihn wegen Mordes. Nun droht dem Henker die gleiche Behandlung durch einen Berufskollegen.

Währenddessen flieht die älteste Tochter des Henkers, Magdalena, mit ihrem Geliebten dem Medicus ohne Berufsabschluss, Simon Fronwieser, nach Regensburg um der Schimpf und Schande ihrer Verbindung und insbesondere dem nicht zuträglichen Ansehen, als Mitglied einer Henkersfamilie, zu entfliehen. Die Ächtung durch die Dorfgemeinschaft fällt der jungen Magdalena sehr schwer. In Regensburg angekommen, erfahren die jungen Brautleute von der Verhaftung des Henkers und machen sich an die Aufklärung des Falles. Hilfe bekommen sie aus der Unterwelt, vom äußeren Rat und einem fremdländischen Gesandten. Aber wer ist Freund? Wer Feind?



Faszinierend an historischen Romanen finde ich die Darstellung längst vergangener Zeiten. Die Schilderungen der sehr abergläubischen Dorf- und Stadtbewohner, die Beschreibung der Mittelalterlichen Städte und ihrer architektonischen Besonderheiten sowie auch die Hinweise auf desolate hygienische Zustände. In den Städten herrscht noch Zucht und Ordnung, wer nach dem Zapfenstreich erwischt wurde, durfte den nächsten Tag am Pranger stehen oder im Narrenkäfig verbringen. Fast scheint es eine gewisse Willkürlichkeit der Gesetzesvertreter zu sein Einzelne oder Fremde oder anders aussehende zu bestrafen.

All dies bettet Oliver Pötzsch vorzüglich in eine rasante Kriminalgeschichte ein. Seine Interpretation der emanzipierten Magdalena ist zwar für die damalige Zeit ein wenig der schriftstellerischen Freiheit geschuldet, seine Recherchen rund um die Stadt Regensburg im 17. Jahrhundert umso genauer und glaubwürdiger.

Ein spannender historischer Roman gespickt mit kriminalistischer Finesse, der in einem überaus fesselnden Show down endet.

Hier lohnt es sich sogar den Epilog zu lesen.

25.02.2011 08:49:59
maupe

Spannend. Dieses Urteil geht mir zu diesem Buch nicht mehr aus dem Kopf. Die Geschichte nimmt einen schnell ein. Es ist ein Krimi in Regensburg und, wie der Autor im Nachwort bemerkt, eine Liebeserklärung an die Stadt. Dies, und die Gestaltung der Charaktere, gibt dem Buch Leben.

Bei der Geschichte ahnt man zwar manche Zusammenhänge, doch genaues erfährt man tatsächlich erst bei der/n Auflösung(en). Die Hauptcharaktere glänzen wieder durch ihre Persönlichkeiten. Sie haben Ecken und Kanten und eindeutig sympathische Züge. Auch die Nebenfiguren (so man sie als solche bezeichnen kann) kommen nicht zu kurz.

Ich habe durch Zufall nun nach dem ersten, den dritten Roman dieser Reihe in die Hand bekommen, doch tut das der Chronologie keinen Abbruch. Die Personen durch das erste Buch zu kennen, hilft. Das zweite Buch wird nur wenig erwähnt und nimmt einem so nichts vorweg und kann nach gelesen werden.

Angenehm auch die Sprache. Immer mal wieder die Erwähnung des bayerischen und einstreuen weniger Worte in der Mundart, genau so viel um es schmunzelnd zu lesen.

Das waren schöne historische Krimistunden.

22.01.2011 20:40:13
bookorpc

Als der Schongauer Henker Jakob Kuisl in Regensburg ankommt, um seine kranke Schwester zu pflegen, findet er sie und ihren Mann tot auf. Jakob wird von den Wachen gefangen und des Doppelmordes beschuldigt. Während der Folter zum Schuldgeständnis kommt ihm immer mehr der Verdacht, das ihm einen Falle gestellt wurde und ihn die Vergangenheit einholt. Während dessen ist seine Tochter Magdalena mit ihrem Liebsten Simon nach Regensburg geflohen um sich dort gemeinsam eine Zukunft aufzubauen. Als sie aber von der verzwickten Lage ihres Vaters erfährt, setzt sie alles daran seine Unschuld zu beweisen.
Ein spannender historischer Krimi. Bis kurz vor Schluss erahnte ich nicht die ganzen Verbindungen und Intrigen. Ein Buch, das immer wieder für einen Überraschung gut ist. Die Mischung aus Historischen Details und Krimi ist gelungen und die einzelnen Personen sehr bildlich beschrieben. Da es um einen Reihe um den Henker Jakob Kuisl handelt, sollte man sie aufgrund der Entwicklung zwischen den einzelnen Personen besser der Reihe nach lesen um nicht die Spannung zu mildern. Gut zu erkennen ist die Reihe an den ähnlichen Covers und Titeln.

22.10.2010 11:19:08
Andrina

Ich bin total begeistert von den Büchern, schade das wir nicht in Bayern wohnen, aber vielleicht hält er ja eines Tages auch in nördlicheren Gefilden eine Buchlesung.
Für mich sind diese Bücher einfach das Beste was deutsche historische Belletristik zu bieten hat !!
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23.09.2010 03:54:59
Teresa

WAHNSINN!! Echt Wahnsinn. Dies gilt für diesen grandiosen Roman und gleichzeitig für diesen wahnsinns tollen Autor - freu mich schon wenn er nächste Woche in Regensburg ließt :)

Oliver Pötzsch versteht es seine Leser zu fesseln - von Anfang an bis zum Schluss. (manchmal war die Spannung so hoch dass ich das Buch kurz aus der Hand legen musste, weil ich so gefesselt gewesen bin und vermutlich sonst vor lauter Anspannung geplatzt wäre. :) )

Detaliert und fast liebevoll werden alle Personen dieses Romans beschrieben und man kann sich so jeden einzelnen in Gedanken vorstellen.
Auch die Liebe des Autors zu der wunderschönen Stadt Regensburg wird deutlich - ich selbst hab mich erneut in sie verliebt und kann mir den ganzen Storyverlauf richtig gut vor meinem geistigen Auge vorstellen.
Regensburg - eine Stadt in der man gerne lebt. :)

Alles in allem wieder ein wahnsinnsklassiger der Henkerstochter Saga und man braucht als Einsteiger nicht mal unbedingt die vorgehende Roman zu lesen, den Pötzsch greift auch kurz den Storyverlauf mit auf (aber besser ist es natürlich sie vorher gelesen zu haben.)

Hoffentlich geht die Geschichte mit Magdalena, ihrem Simon und dem Henker von Schongau (hab ihn richtig gern gewonnen im Laufe der Romane) bald in die nächste Runde!!??

Herr Pötzsch bitte weiterso und ich freu mich schon sehr auf ihre Vorlesung in dem tollen Regensburg.

27.08.2010 22:14:45
bonomania

Im Prolog überfallen die 3 Lettner Brüder die umliegenden Dörfer von Regensburg und lassen außer
Frauen und Tiere niemanden mehr am Leben.
Am Prologende wird um eine dunkelhaarige Schönheit geschachert .... Anna-Maria Kuisl.

25 Jahre später macht sich der Henker Kuisl mit dem Floss zu seiner kranken Schwester Lisbeth nach Regensburg auf. Unterwegs wird er den Verdacht nicht los, dass er beobachtet wird. Der zweite Steuermann mit dem vernarbten Gesicht kommt ihm nicht geheuer vor.
Irgendwie hat er eine vage Vorahnung. Er kennt diesen Mann, weiß aber nicht woher?
Sein Instinkt warnt ihn, weshalb er das Floß bereits in Prüfening kurz vor Regensburg verlässt.
Der Flößer kann ihm leider nicht folgen ....

Leider schafft er es nicht bis zu seiner Schwester. Er wird vor dem Jakobstor aufgehalten und durch Provozierung des Wächters gerät er in eine Schlägerei. Ganz plötzlich bekommt der Wächter Hilfe durch einen Wachtmeister, dessen Schwertspitze sich in seinem Rücken bohrt. Kuisl muss sich ergeben und wird in den Torturm gesperrt. Er ärgert sich maßlos, dass er sich durch den Wachtmeister derart hat reizen lassen. Und wieder wird er das Gefühl nicht los, dass die Provozierung reine Absicht war und dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht.

Nur einen Tag später wird er plötzlich freigelassen und macht vor dem Baderhaus seiner Schwester eine grausige Entdeckung - Jakob Kuisl ist in eine Falle geraden.

Ich habe diesen Roman innerhalb von 2 Tagen inhaliert, in dieser Zeit war ich für niemanden ansprechbar.

Hier gibt es gleich mehrere Rätsel zu lösen. Wer ist der 3. Fragherr, dessen Stimme Kuisl in seine finsternen Albträumen verfolgt? Wohin verschwinden so plötzlich auf nimmer Wiedersehen die Dirnen der dicken Thea? Was hat es mit dem Bettlerkönig auf sich? Und wer ist dieser Silvio Contrarini, der venezianische Gesandte eigentlich wirklich?
Gehört er zu den Guten oder Bösen?

Lange Zeit tappte ich im Dunkeln, immer wieder gab es neue Wendungen und Verstrickungen. Der Autor gönnte uns Leser so wie gut wie keine Atempause.
Auf den letzten 100 Seiten fragte ich mich nur noch, wie er das ganze Schlamassel wohl auflösen wird?

Keine Frage, Oliver Pötzsch hat sich im 3. Teil nochmal gehörig gesteigert.
Gab es im 1. Teil nur ein Vorgang der auf seine Auflösung wartet, haben wir es hier gleich mit mehreren geheimnisvollen Vorgängen zu tun.
Die Geschichte wird logisch erzählt und stets stringent vorangetrieben.
Auch hier sind wieder seine Tochter Magdalena und Ihr Medicus Simon Fronwieser mit von der Partie, die tatkräftig mithelfen, den wahren Mörder zu entlarven.

Sehr schön fand ich, dass wir hier sehr viel persönliches aus Jakob Kuisl\'s Vergangenheit erzählt bekommen.
Außerdem wird das Regensburg im 17. Jahrhundert sehr plastisch mit all seinem Dreck und Gerüchen trotzdem liebevoll beschrieben.
Der gezeichnete Stadtplan von Regensburg am Buchanfang war gut gewählt, so wusste ich immer, wo sich die Protagonisten gerade aufhielten.

Nein, ich verrate hier nichts vom Inhalt, denn ich will Euch ja nicht die Spannung nehmen.
Schließlich sollt ihr diesen Roman ja selber lesen, es lohnt sich auf jeden Fall!
Aber Vorsicht, einmal mit Lesen angefangen, werden Ihre Angehörigen Sie die nächsten
2 Tage nicht zu Gesicht bekommen. Ich konnte nicht mehr mit lesen aufhören. Sogar der Computer blieb ausgeschaltet.

Und bitte lesen sie NICHT das Nachwort zuerst! Hier wird nämlich verraten, wer der Täter ist.